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  1. Inaktiver User

    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Das orthodoxe Judentum bezieht sich auf das mosaische Gesetz im Sinne einer moralischen Richtschnur ihres Lebens. Also im religiösen Sinne, nicht mehr im juritischen! Dass ein orthodoxer Jude der heutigen Zeit die in den alten Schriften festgelegten Strafen für bestimmte Vergehen befürworten würde, würde mich doch sehr erstaunen.
    Naja. Der eine oder andere nimmt den Aufruf zur Landnahme im Westjordanland ja auch noch sehr wörtlich. Und fühlt sich völlig berechtigt, sich anderere Leute Vorgärten unter den Nagel zu reißen, weil in irgend einem nicht beglaubigten Dokument zu lesen ist, der Vorgarten sei ihm vor hunderten von Jahren [!!] von einer dritten Partei als Eigentum überlassen worden.

    Von den Herzchen, die die idiotische Angewohnheit haben, mit Steinen nach Krankenwagen zu werfen, weil sie den Sabbat entweihen, nicht zu reden.

    Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass im nahen Osten paradiesische Zustände herrschen würden, wenn man die orthodoxen Thora- und Korananhänger nach Grönland verschiffen und das Gelände weiträumig abriegeln würde. (Die schwulen Israelis und Palästinenser würden einander jubelnd um den Hals fallen, die Regenbogenflagge hissen und einen gigantischen Autokorso veranstalten.)

    Das Beispiel Naher Osten zeigt doch, dass wir hier nicht über Dinge reden, die sich von selbst überholt haben und nur noch von historischem Interesse sind.

  2. Moderation

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Problem ist ja nicht ganz uninteressant, weil sich die Fragestellung einigermaßen objektiv angehen lässt. Man mag mit Analuisa einwenden, dass es unfair sei, die damalige Gesetzgebung mit heutigen Augen zu betrachten [...] aber ein direkte Vergleich mit den Gesetzessammlungen anderer Völker des Orients ist sicher zulässig.
    Das wäre schon eine interessante Frage, wie sich die Rechtsvorschriften im alten Israel von denen anderer zeitgenössischer Völker unterschieden - bzw. ob sie sich überhaupt so stark unterschieden. Ich bin da leider mangels entsprechender historischer Kenntnisse völlig überfragt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Naja. Der eine oder andere nimmt den Aufruf zur Landnahme im Westjordanland ja auch noch sehr wörtlich.
    Ich sage ja auch nicht, dass die Thora und ihre Gedankenwelt im heutigen Judentum keine Rolle mehr spielen würden. Allerdings sprachen wir gestern von so unzeitgemäßen Dingen wie Steinigungen bei Ehebruch - darauf bezog ich mich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Von den Herzchen, die die idiotische Angewohnheit haben, mit Steinen nach Krankenwagen zu werfen, weil sie den Sabbat entweihen, nicht zu reden.
    Keine Frage, da war Jesus "moderner" (um noch mal auf das Ausgangsthema zurückzukommen ).
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  3. Inaktiver User

    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Allerdings sprachen wir gestern von so unzeitgemäßen Dingen wie Steinigungen bei Ehebruch - darauf bezog ich mich.
    Man kann sich trefflich darüber streiten, ob Landraub "zeitgemäßer" ist, als Steinigung.

    Ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob diese Leute nicht auch für Steinigungen zu begeistern wären, wenn sie denn könnten wie sie wollen. Es hat ja seine Gründe, warum die säkularen Israelis einen regelrechten Horror vor den Ultraorthodoxen haben.

    Aber der Fundamentalismus christlicher, jüdischer oder muslimischer Prägung ist kein "Missbrauch" der Religion. Die Religionen lassen diese Lesart zu. Das liegt in ihrer Natur.

  4. Moderation

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Religionen lassen diese Lesart zu. Das liegt in ihrer Natur.
    Da stimme ich dir zu. Die abrahamistischen Religionen lassen viele Lesarten zu. Was vielleicht erklärt, warum sie so lange überleben konnten.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  5. gesperrt

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Das orthodoxe Judentum bezieht sich auf das mosaische Gesetz im Sinne einer moralischen Richtschnur ihres Lebens. Also im religiösen Sinne, nicht mehr im juritischen! Dass ein orthodoxer Jude der heutigen Zeit die in den alten Schriften festgelegten Strafen für bestimmte Vergehen befürworten würde, würde mich doch sehr erstaunen.
    Das würde mich ehrlich gesagt auch erstaunen. Eigentlich hatte ich meine oben gestellte Frage, ob das gesamte mosaische Gesetz von den Juden heute noch praktiziert wird, eher rhetorisch gestellt und nicht weil ich das wirklich ernsthaft befürchtete.

    Anderseits muss man sich objektiver Weise auch die Gegenfrage stellen: Weshalb sollte das, was heute in der islamischen Welt Realität ist, nicht auch in der jüdischen Welt möglich sein? Sind Juden andere Menschen?

    Oder anders gefragt: Was hält Juden heute davon ab, das mosaische Gesetz mit all seinen Abgründen zu praktizieren? Die Frage konnte mir bisher leider noch niemand beantworten. Jedenfalls nicht plausibel.

    Ist es der Glaube an Jesus, der nach christlichem Ansatz für die „Sünden“ der Menschen gestorben ist, weshalb die Ausführung des Gesetzes nicht mehr nötig sei? Allerdings betrifft letzters ja nur einen Teil der Gesamtbevölkerung. Doch was ist mit dem Rest?
    Geändert von tessie_10 (15.12.2011 um 20:20 Uhr)

  6. gesperrt

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    In Dtn. 22,20f bspw. steht, dass eine Jungverheiratete, die keine Beweise dafür erbringen kann, dass sie jungfräulich in die Ehe gegangen ist, gesteinigt werden soll. Nein, glücklich wird die betroffenen Frau darüber nicht gewesen sein. Das behauptet hier aber auch niemand, und dass die damaligen Gesetze nichts mit den heutigen Begriffen von Menschenrechten und Menschenwürde zu tun hatten, sondern auf sehr archaischen Vorstellungen basieren, darin wird dir hier sicher jeder zustimmen.
    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. In unserer obigen Kontroverse wurde von Opelius Mt 5:17 ins Spiel gebracht: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, um das Gesetz und die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“

    Diese Aussage hat es in sich: da Himmel und Erde offenbar noch nicht vergangen sind, müsste also unter anderem auch die gerade erwähnte Tötungs-Vorschrift lt. Dtn. 22,20f noch aktuell sein.

    Doch wieso kann ich Mt 5:17 so ganz und gar nicht in Einklang bringen mit seiner an anderer Stelle geäußerten Aussage: „Was du nicht willst, was man dir tue, das füg auch keinem anderen zu…“ ? Steht hier Aussage gegen Aussage?
    Geändert von tessie_10 (16.12.2011 um 01:17 Uhr)

  7. gesperrt

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    @Analuisa:

    Wollte noch auf deine Frage eingehen, weshalb ich die historisch-kritische Methode für Flickschusterei halte (was übrigens nicht heißen soll, dass ich sie ablehne...).

    Da stell ich mal eine Gegenfrage: Wie deutet denn die historisch-kritische Methode das gerade erwähnte Zitat Mt 5:17 aus der Bergpredigt? Was für Erkenntnisse hat sie da zutage gebracht?

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Was bedeutet es, dass Jesus das Gesetz erfüllt hat?
    Er sagte selbst:
    (Lukas 4:16-21) 16 Und er kam nach Nạzareth, wo er aufgezogen worden war;
    und nach seiner Gewohnheit ging er am Sabbattag in die Synagoge,
    und er stand auf, um vorzulesen.

    17 Da wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gereicht, und er öffnete die Buchrolle und fand die Stelle, wo geschrieben war: 
    18 „Jehovas Geist ist auf mir, weil er mich gesalbt hat,
    um den Armen gute Botschaft zu verkünden,
    er hat mich ausgesandt, um den Gefangenen Freilassung zu predigen
    und den Blinden Wiederherstellung des Augenlichts,
    um die Zerschlagenen als Freigelassene wegzusenden, 
    19 um Jehovas annehmbares Jahr zu predigen.“ 

    20 Darauf rollte er die Buchrolle zusammen, gab sie dem Diensttuenden zurück
    und setzte sich; und die Augen aller in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet. 

    21 Dann fing er an, zu ihnen zu sprechen: „Heute ist dieses Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt worden.“


    Jesus hat das Gesetz bis ins kleinste eingehalten.
    Dadurch hat er das Gesetz erfüllt, und es war für Gottes Volk nicht mehr bindend.

    Eine Veranschaulichung: Ein Bauunternehmer erfüllt einen Bauvertrag nicht dadurch, dass er den Vertrag zerreißt, sondern er stellt das Gebäude fertig.
    Sind alle Arbeiten abgeschlossen und ist der Bauherr zufrieden, ist der Vertrag erfüllt und der Unternehmer ist nicht mehr daran gebunden.


    Jesaja sagte vorraus:

    (Jesaja 55:11) so wird sich mein Wort erweisen, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht ergebnislos zu mir zurückkehren, sondern es wird gewiß das tun, woran ich Gefallen gehabt habe, und es wird bestimmt Erfolg haben in dem, wozu ich es gesandt habe.

    Durch Jesus ist das Gesetz, der Vertrag also abgeschlossen.
    In Jesus ist alles Wirklichkeit geworden.
    Niemand muß mehr regelmäßig zur Sündenvergebung Tiere opfern, der Sabbat muß nicht mehr gehalten werden, niemand wird gesteinigt, keiner muß den Zehnten abgeben usw...
    Geändert von -Majolika (16.12.2011 um 09:13 Uhr)
    Liebe Grüße von Majolika

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Frage von Tesise:
    Oder anders gefragt: Was hält Juden heute davon ab, das mosaische Gesetz mit all seinen Abgründen zu praktizieren? Die Frage konnte mir bisher leider noch niemand beantworten. Jedenfalls nicht plausibel
    Weil nach der kompletten Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 und der Vertreibung der Überlebenden die Juden in der Diaspora gelebt haben. Sie unterstanden damit immer den Gesetzen des jeweiligen Landes, zuerst dem römischen Recht, später dem Recht des jeweiligen Königs und Herrschers. Außer den zeremoniellen Glaubenspraktiken hatten sie keine eigene Rechtsordnung mehr.

    Judäa wurde im Jahre 6 zur römischen Proninz Syrien zugeschlagen und durch römische Statthalter regiert. Von diesem Zeitpunkt an galt römisches Recht in Judäa.
    Geändert von Opelius (16.12.2011 um 10:44 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. gesperrt

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    AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Weil nach der kompletten Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 und der Vertreibung der Überlebenden die Juden in der Diaspora gelebt haben. Sie unterstanden damit immer den Gesetzen des jeweiligen Landes, zuerst dem römischen Recht, später dem Recht des jeweiligen Königs und Herrschers. Außer den zeremoniellen Glaubenspraktiken hatten sie keine eigene Rechtsordnung mehr.
    Stimmt zwar, doch jetzt haben sie ja wieder eine eigene Rechtsordung. Nur läßt diese eben eine volle Ausübung der mosaischen Gesetze auch wieder nicht zu, da ihre heutige Rechtsordnung im wesentlichen der unsrigen gleich ist.

    Doch nur mal angenommen der Fall, dass sich das politische System drehen würde und von daher der vollen Glaubenspraxis der Thora nichts mehr im Wege stehen würde. Gäbe es dann womöglich ein Come-Back der ursprünglichen jüdischen Religion? Kann ich mir nicht vorstellen, aber wissen kann man es natürlich nicht.

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