Äääääh?!
Ich lege doch sehr großen Wert auf die Feststellung, dass ich glaubenslos bin.
Da ich nicht an Gott glaube, habe ich ihn auch nie als Autor der Bibel in Betracht gezogen.
Abgesehen davon wüte ich seit ich hier im Strang aufgekreuzt bin wie Rumpelstilzchen herum und erzähle jedem, der es nicht wissen will, dass die historisch-kritische Lesart die einzig wahre und vertretbare sei. Eine derartige Penetranz in dieser Richtung kennt man von evangelikalen Christen eher nicht.
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13.12.2011, 18:29Inaktiver User
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
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13.12.2011, 18:34
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
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13.12.2011, 18:42
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
Auch in dieser Beziehung hast du nichts begriffen. Ich meinte nicht die heutzutage so gerne propagierte "historisch-kritische Lesart" der Bibel, die von Theologen nun verbreitet wird, offenbar um die Notbremse zu ziehen und um zu verhindern, dass ein zunehmend aufgeklärtes Volk scharenweise die Kirche verlässt...
Aber ich sehe darin lediglich ein hilfloses Herumdocktern an der Krankeit.
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13.12.2011, 18:42Inaktiver User
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
Danke, Opelius, das ist eine der einschlägigen Stellen, die ich gesucht habe.
Man kann ziemlich sicher sein, dass die Germanen oder andere Völker es nicht viel anders gehandhabt haben. Ich behaupte keine Sekunde lang, dass das Mosaische Gesetz in dieser Hinsicht eine unrühmliche Sonderstellung einnimmt.
Womöglich gibt es diesen Gott wirklich?
Vielleicht hat er damals die Steinigung von vergewaltigten Mädchen befohlen und sitzt heute da oben und guckt sich per Livestream die Massenvergewaltigungen im Kongo an? Die Menschenjagden in Dafur, die Folterung von Dissidenten in China, die Prügelstrafen in Singapur...?
Ich kann den Zustand der Welt sehr gut mit der Vorstellung von der Existenz eines Gottes in Einklang bringen. Aber dieser Gott ist nicht "gut". Nicht in meinem bescheidenen Verständnis.
Ich ziehe es vor, nicht an ihn zu glauben. Ich finde Glauben blasphemisch.
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13.12.2011, 18:45Inaktiver User
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13.12.2011, 18:47
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13.12.2011, 19:41
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
Wenn eine Verlobte unter dem mosaischen Gesetz mit einem anderen Mann Hurerei beging, mußten sowohl sie als auch der Mann zu Tode gebracht werden.
Wenn aber die Frau um Hilfe schrie, wurde dies als Beweis für ihre Unschuld gewertet. Der Mann wurde wegen seiner Sünde, zu der er sie zwang, zu Tode gebracht, und die Frau wurde rehabilitiert...
Das hat nun aber nichts mehr mit dem Strangthema zu tun...

Liebe Grüße von Majolika 

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13.12.2011, 19:55
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
Ja, klar! Die intellektuelle Draufsicht kann den Genuss eines Kunstwerks noch erhöhen, bzw. sie wird es bis zu einem gewissen Grad auch tun. Schließlich "sieht" man bekanntlich nur das, was man weiß. ;-)
ABER: Die große Kunst besteht darin (und ich nehme keineswegs für mich in Anspruch, dies zu können. Bei weitem nicht!), den Intellekt dergestalt in die Wahrnehmung mit einzubeziehen, dass Intellekt sowie "Herzenssicht" sich gegenseitig ergänzen, und zwar indem sie ein neues "Ganzes" bilden, also ohne einfach so nebeneinander zu stehen. Das ist sehr schwer, denn, bei Otto Normalverbraucher wird i.d.R. entweder das eine ODER das andere überwiegen und es braucht eine lange Übung, um eine Ausgewogenheit zu erreichen.
Falls es den einen oder anderen interessiert: Eugen Herrigels "Zen in der Kunst des Bogenschießens" ist eine sehr gute Beschreibung dessen, was ich hier so schlecht ausdrücken kann.Geändert von bruennette_2 (13.12.2011 um 20:17 Uhr)
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13.12.2011, 20:02
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13.12.2011, 20:09
AW: "Wer war Jesus von Nazareth ?"
Ich empfinde Deine Bemerkungen nicht zynisch.
So kann man das Ganze natürlich auch sehen. Und ich stimme Dir zu, dass es oft um ganz einfache Botschaften geht. Diese aber, obwohl sie so offensichtlich und so einfach sind, dennoch sehr schwer umgesetzt werden können. Man nehme z.B. die Bergpredigt.Es gibt sperrige und schwer lesbare Texte in der Bibel, aber Teile des neuen Testaments sind in jeder Hinsicht sehr schlicht. Da habe ich häufig den Eindruck, dass nach einer Bedeutungsebene gesucht wird, die das Geschriebene beim besten Willen nicht hergibt.
Meines Erachtens gilt ähnliches übrigens für Grimms Märchen. Da sucht manch einer noch die deutsche Volksseele in den Texten, während die Forschung längst klipp und klar erwiesen hat, dass diese weder so alt noch so deutsch sind, wie man früher gerne glauben wollte.
Wenn man sich zu sehr auf die mystische Ebene und auf den verborgenen Hintersinn konzentriert, läuft man ein wenig Gefahr, eine übertrieben ehrfürchtige Scheu zu entwickeln, wo man es in Wahrheit mit eher einfachen Botschaften zu tun hat. Und dadurch kann man sich selber ganz elegant ein Bein stellen. Man glaubt, sich noch tiefer und intensiver einlassen zu müssen, um endlich den verborgenen Schatz zu heben - und in Wirklichkeit liegen da wirklich nur drei rostige Pfennigstücke.
Denn, es geht ja bei den biblischen Texten, und m.E. insbesondere und gerade der Inhalt des NT, nicht darum, intellektuell und genussvoll unterhalten zu werden (da lese ich lieber Thomas Mann), sondern es geht darum, dass in mir eine Seite angeschlagen wird, die mich zum Schwingen bringt - und nicht nur der Intellekt, sondern Herz und Seele - und dass ich DANN das so Erkannte umsetze.... frei nach Frère Roger, dem berühmten Gründer von Taizé ist Erkenntnis ohne Tat nur dürres Laub und das eine wird vom anderen unterstützt und genährt.




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