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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde auch nie versuchen jemanden seinen Glauben auszureden (was ist eigentlich das Gegenteil von missionieren?), aber für mich hat das irgendwie etwas (tschuldigung wenn ich jemandem auf den Schlips trete) von Selbstbetrug.
    Selbstbetrug kann aber auch sein, wenn man Dinge, die real geschehen und die wirken - teils tief, lange und nachhaltig wirken - mit allen Mitteln wegerklärt, kleinerklärt werden....

    wie ich schon sagte: man kann nach rechts und links vom schmalen Pfad zum Himmelreich herunterfallen.

    Und man braucht auf alle Fälle eine Menge Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und ein scharfes, geübtes Wahrnehmungsvermögen.

    gruss, barbara

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als ich gelesen habe, was du geschrieben hast, habe ich mich gefragt, wo dein Vertrauen in Gott ist? Du vertraust auf dich, sagst du, und darum betest du nicht für deine eigenen Dinge. Demnach hast du das Vertrauen in Gott nicht, dass er dich liebt und für dich da ist , oder verstehe ich das falsch? Du meinst, wenn du für dich betest, schadest du einem anderen. Aber wie kommst du darauf? Würdest du Vertrauen zu Gott haben, würdest du deine Sorgen und Schmerzen in seine Hände legen und darauf vertrauen, dass Gott es gut mit dir meint, dass er möchte, dass du heil wirst. Das bedeutet nicht, dass er daraufhin anderen Schaden zufügt. Wieso denkst du das?
    Gerade weil ich Gott vertraue, brauche ich nicht meine Schmerzen,Nöte und Sorgen in seine
    Hände legen- das setze ich einfach voraus.Wenn ich also viel durchmachen muss(te), versuche
    ich mein Bestes alles zu tun "da durch zu kommen".Falls es aber nicht so läuft wie erhofft, ver-
    traue ich trotzdem, dann sollte es so nicht sein wie ich wollte.Das mich einiges zweifeln ließ ist
    klar.Heute glaube ich das es mein Denken war, dass "Gott dafür verantwortlich ist" wenn mir
    Schlechtes widerfährt-aber das ist er nicht.
    Gott ist nicht unser "*Übervater"; davon habe ich mich befreit, ganz und gar.
    Gott ist für mich der Hintergrund der Leben, Leiden, Freude und Glück ermöglicht, er hat unser
    Universum geschaffen,er kann Wunder wirken, die wir nicht als solche empfinden, man fällt praktisch darüber
    und sieht sie nur nicht, aus "Blindheit". Die Welt ist voll davon, unendlich.

    Ich vertraue ihm in sofern, dass alles noch so Absurde,Kranke,Schlechte, Böse nicht das ist
    was "am Ende" zählt- sondern das alles was wir sehen und nicht sehen, die Summe von
    allem was geschah und geschehen wird- am Ende das ist was zählt- und das wir ankommen
    wo wir ankommen sollen. Das wird eine ganz andere Welt sein, nicht unsere hiesige.

    Bete ich um meine Gesundung zB.,und es funktioniert- fein,aber warum klappt das dann nicht
    bei Millionen anderen,die auch inbrünstig beten,vielleicht noch "bessere Menschen" sind als ich !?

    Wäre das gerecht, rein hypothetisch gefragt !? Ich fände das extrem ungerecht und "mies".
    So ein Gott der einigen alles und anderen nichts gibt,den brauche ich nicht.

    Auch nicht den der quält und straft, warum- weil diejenigen es "verdient haben"!?
    Oh Gott !

    Trotz allem vertraue ich Gott, dass er unsere Tränen trocknen wird, unserer Schmerz erkennt,
    uns am Ende aller Zeiten das schenkt was er uns versprochen hat.In der Philosophie habe ich
    mal den Begriff: der Urgrund allen Seins, gelesen.In ähnlichen Worten steht es auch in der
    Bibel, die Mystiker haben es versucht zu beschreiben,haben mir Glauben erst ermöglicht, sozu-
    sagen.
    Beten macht Sinn,aber ich glaube nur wenn man SICH ausblendet, sein Ego sozusagen heraus
    hält.
    Positive Gefühle und Gedanken, die das eigene Ego ausblenden,machen für mich mehr Sinn,
    mein "Kleinklein" muss ich versuchen selber so gut es irgend geht zu regeln, mir auch Hilfe
    holen und mich abfinden, wenn etwas ganz und gar quer läuft.Das verstehe ich unter Gottver-
    trauen.Früher habe ich auch immer für oder gegen dieses oder jenes gebetet. Also, was mich
    und mein Umfeld angeht.Das mache ich nicht mehr und hoffe trotzdem das der gute Sinn
    hinter allem da ist- auch wenn er sich oft nicht erschließen mag.

    Nein, Leiden macht für mich keinen Sinn, überhaupt nicht. Aber helfen macht Sinn, anderen und
    sich selbst und eine Welt in dieser Gestalt ist ohne Leiden nicht denkbar, sie ist quasi der Preis
    den wir an der "Eingangstür" zu zahlen haben.So gesehen ein schweres Schicksal überhaupt geboren
    zu werden- so würde ich das empfinden, wenn ich nicht auf Gott bauen würde.

    Am Ende glaube ich das niemand wirklich verloren geht,auch die Bösen nicht,auch die Atheisten
    nicht, die sind eh oft nettere Menschen (nicht alle), aber das es sowas wie Erkennt-
    niss und Läuterung der Seele gegen wird, das glaube ich.Und wirkliche Gerechtigkeit, die wir hier
    zwar erkämpfen müssen,aber letztlich nie erreichen können.

    Für mein tagtägliches Wohlbefinden ist er nicht verantwortlich,auch hat er mir meinen Mann und andere
    geliebte Menschen nicht "genommen"- das war allein die Krankheit.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich persönlich bestärkt es mich in der Gewissheit das es keinen Gott gibt.
    Und falls es ihn doch gäbe und er in seiner Allmächtigkeit so etwas zuließe, wäre er ganz sicher niemand auf dem ich vertraue, bzw. den ich anbeten würde.
    Das ist nicht logisch, Brausepaul.
    Für einen Ungläubigen stellt sich doch die Frage nicht, wie Gott das Leid zulassen kann, er glaubt doch nicht an Gott.

    Für einen Gläubigen stellt sich die Frage auch nicht, wenn er an eine unsterbliche Seele glaubt. Dann ist es doch egal, ob ein Mensch beispielsweise im Chiemsee ertrinkt oder von einer Bombe getroffen wird. Seine Seele ist unsterblich. Ich lasse nun mal die Trauer der Angehörigen außer acht. Aber mit dem eigenen Tod sowie den von Angehörigen und Freunden müssen wir uns doch alle, ob gläubig oder ungläubig, auseinandersetzen und schließlich abfinden.
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Im 1. WK hiess es, "im Schützengraben gibt es keine Atheisten". Sprich, wenn existenzielle Bedrohungen geschehen, ändert sich machmal eine Theologie oder deren Abwesenheit.
    ja, weil Religion aus meiner Sicht u.A. auch ganz grundsätzlich etwas ist, für Menschen die Angst haben, etwas fürchten. Nicht nur im Schützengraben.
    Wenn ihnen ihr Gott, oder eben auch ihre Vorstellung vom Jenseits hilft- so what?- ist ja dann auch ok. Für sie.
    "Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
    Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    Ruby, das ist für mich genauso unlogisch wie die Worte von dem Philosophen Epikur.

    Ich glaube nicht an einen Gott als eine Art Übervater, der beschützt oder bestraft, der das Böse oder Leid bewusst "verordnet". Dann wären wir Marionetten, gefangen in unseren Gefühlen.
    Ich glaube an die Unsterblichkeit der Seele, an die allumfassende Liebe eines Wesens jenseits meines Horizontes und habe Vertrauen. Manchmal verliere ich dieses Vertrauen und denke, nach dem Tod ist alles aus. Empfinde ich dann nicht als schlimm, dann ist es eben so. Finde ich jedoch dieses Vertrauen wieder, ist das Leben leichter und lebenswerter, ja vielleicht wie eine Droge wie Karl Marx erkannte "Religion ist Opium fürs Volk".



    Das kann ich verstehen.
    Denn wenn ich das Vertrauen verloren habe oder zweifle kann ich das nicht mit meinem Verstand ändern. Dann muss ich warten, bis das Vertrauen eventuell wieder kommt.
    Anne: sehr schön geschrieben !
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von ernesto_01 Beitrag anzeigen
    ja, weil Religion aus meiner Sicht u.A. auch ganz grundsätzlich etwas ist, für Menschen die Angst haben, etwas fürchten. Nicht nur im Schützengraben.
    Ja, und alle "Ungläubigen" haben nie Angst- schon klar...
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  7. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Was die interessante Frage öffnet, wie denn die Welt beschaffen sein müsste, dass sowas wie Gott für dich relevant werden könnte?
    Gute Frage, ich denke mal darüber nach.

    Sie hat mir praktisch sehr wohl genützt, sie hat mich nämlich vor Psychiatrie oder Selbstmord bewahrt. Find ich eigentlich gar nicht so wenig. Und sie gibt mir den Mut, (mehr oder weniger kalkulierte) Risiken einzugehen und dabei immer noch gut zu schlafen. Echt - finde ich wirklich nicht wenig.
    Ja, im Ergebnis ist das für dich dann natürlich positiv.
    Wobei ich dein Handeln und deinen Mut in dieser Situation eher als selbsterfüllende Prophezeihung bezeichnen würde. Du bist also praktisch noch da, weil du glaubst das dich jemand/etwas getragen, gesichert hat und du dich entsprechend verhalten hast.

    Vermutlich weniger als hartgesottene Atheisten, die in den letzten, vielleicht furchtbaren oder schmerzhaften Stunden/Tagen ihres Lebens, einen Gott anfangen zu suchen?
    Im 1. WK hiess es, "im Schützengraben gibt es keine Atheisten". Sprich, wenn existenzielle Bedrohungen geschehen, ändert sich machmal eine Theologie oder deren Abwesenheit.
    gruss, barbara
    Ja, das ist richtig.
    Das halte ich aber für eine verständliche Reaktion der Psyche in einer hoffnunglos erscheinenden Situation, ni nicht für einen Beweis für irgendetwas.

  8. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    Das ist nicht logisch, Brausepaul.
    Für einen Ungläubigen stellt sich doch die Frage nicht, wie Gott das Leid zulassen kann, er glaubt doch nicht an Gott.

    Für einen Gläubigen stellt sich die Frage auch nicht, wenn er an eine unsterbliche Seele glaubt. Dann ist es doch egal, ob ein Mensch beispielsweise im Chiemsee ertrinkt oder von einer Bombe getroffen wird. Seine Seele ist unsterblich. Ich lasse nun mal die Trauer der Angehörigen außer acht. Aber mit dem eigenen Tod sowie den von Angehörigen und Freunden müssen wir uns doch alle, ob gläubig oder ungläubig, auseinandersetzen und schließlich abfinden.
    Korrekt, der zweite Teil meiner Aussage war rein hypothetisch.

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Gerade weil ich Gott vertraue, brauche ich nicht meine Schmerzen,Nöte und Sorgen in seine
    Hände legen- das setze ich einfach voraus.Wenn ich also viel durchmachen muss(te), versuche
    ich mein Bestes alles zu tun "da durch zu kommen".Falls es aber nicht so läuft wie erhofft, ver-
    traue ich trotzdem, dann sollte es so nicht sein wie ich wollte.Das mich einiges zweifeln ließ ist
    klar.Heute glaube ich das es mein Denken war, dass "Gott dafür verantwortlich ist" wenn mir
    Schlechtes widerfährt-aber das ist er nicht.
    Gott ist nicht unser "*Übervater"; davon habe ich mich befreit, ganz und gar.
    Gott ist für mich der Hintergrund der Leben, Leiden, Freude und Glück ermöglicht, er hat unser
    Universum geschaffen,er kann Wunder wirken, die wir nicht als solche empfinden, man fällt praktisch darüber
    und sieht sie nur nicht, aus "Blindheit". Die Welt ist voll davon, unendlich. (...)
    Gezeitenfrau, danke dafür! (hätte gerne den ganzen Beitrag zitiert, aber man soll ja keine Vollzitate machen, wegen dem Platz, und so, gell?)

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verstehe was du meinst ...
    Aber ob man das vergleichen kann?
    Dinge, die ich gerne tue, lese, schmecke, rieche, Erinnerungen ... wat ever ... die etwas in mir auslösen, sind greifbar, real. Sie können meine Stimmung heben oder mir z.B. Ruhe geben.
    Aber, sie helfen mir nicht praktisch, offenbar ebensowenig wie es Gott es bei vielen Menschen tut.
    Wenn es also "nur" um meinen Seelenzustand geht, gäbe es diverse (austauschbare) Möglichkeiten etwas für mich zu tun, dazu muss ich kein übergeordnetes Wesen erfinden. (...)
    Zuerst muss ich widersprechen: Etwas, das Dir Ruhe oder Freude gibt, hat den praktischen Nutzen, dass Du in der Verfassung der Ruhe und Freude sicher anders auf und in (schwierige) Situationen reagieren kannst, als wenn Du angespannt und traurig bist.

    Und dann muss ich Dir zustimmen: Die Möglichkeiten sind austauschbar. Hm.- Ich spüre z.B. dass ich, wenn ich z.B. schwimmen gehe, mich das auch in eine Stimmung von Freude und Ruhe versetzt. Das regelmäßige Atmen, die rhythmischen Arm- und Bein-Bewegungen tun sehr gut. Ein höheres Wesen brauche ich für diese Erfahrung nicht.

    Goethe (heute hab ich's aber mit den Zitaten) war's, der sagte doch so ähnlich: "Wer Musik und Kunst besitzt, der hat schon Religion. Wer diese beiden nicht besitzt, der habe Religion."

    Tja. -

    Den Glauben (auch wenn ich grad in einer Zweifelphase bin) möchte ich dennoch nicht missen.

    PS: Ich mag Deine Art der Argumentation.

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