Wir sollten vielleicht, wir sind's nicht wirklich. Technisch haben wir heute alle Gadgets, von denen man nur träumen kann, die Menschlichkeit hinkt in vielem leider noch massiv hinterher. Und ich mein damit jetzt auch gar nicht dramatische Kriege in fernen Ländern, ich mein den hiesigen, gewöhnlichen Alltag.
Lern- und Entwicklungsbedarf ist eindeutig vorhanden.
gruss, barbara
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13.04.2015, 07:50
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
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13.04.2015, 07:52
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13.04.2015, 07:53
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13.04.2015, 08:17
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13.04.2015, 09:25Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Ja - so sehe ich das auch. Man kann sich vielleicht mit Leid abfinden, aber nicht einen Sinn hineininterpretieren, das halte ich fast schön für Verhöhnung der Opfer.
Welchen Sinn macht es, dass ein Durchschnittsmensch am Bahnhof von irgendwelchen Typen ins Koma geprügelt wird?
Das ist das unvorstellbar Schwere: zu verstehen und zu akzeptieren, dass Leid ohne Grund über einen kommt - ohne Sinn und ohne einem irgendwas zu geben...
Bruenette:
es wäre immerhin ein schöner Gedanke, Gott solidarisiert sich mit uns in dem Leid, das wir uns selbst antun, weil er zu einem verletzlichen Menschen wird. ER stellt sich nicht über uns, sondern neben uns. (Das ist so, als würden wir uns wie 3jährige benehmen, aus Solidarität, statt aufzupassen, dass sie keinen Blödsinn machen)
Dennoch: er entscheidet sich dafür, seinen unschuldigen Sohn so entsetzlich leiden zu lassen, und das ist und bleibt mir unheimlich... Er ist unberechenbar und grausam..ist allmächtig - aber er nutzt seine Allmacht nicht um zu heilen oder der Entwicklung der Menschen einen Schub zu geben..Er hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen...wäre - wenn ich an ihn glauben würde, vielleicht die Erklärung dafür, wie er mit Menschen umgeht...
Mein Fazit daraus: wenn es ihn gibt, dann schützt er mich nicht. Er hat seinen eigenen Sohn foltern lassen, warum sollte er mit mir- einem unbedeutenden Etwas - anders umgehen?
Man kann nichts in "Gottes Hand" legen, sondern muss selbstverantwortlich leben, handeln und die Eigenschaften stärker entwickeln, die wir ihn zuschreiben: Liebe, Mitgefühl, Väterlichkeit (Mütterlichkeit)
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13.04.2015, 09:36
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Es ist Teil der menschlichen Erfahrung, Schmerzhaftes zu erleben, Zerstörung zu erleben, Abschied zu erleben... spätestens beim eigenen Tod. Aber eigentlich bei allen schon viel früher. Das ist ja die Bedeutung des Sündenfalls: dass wir gewählt haben (Adam und Eva taten es von sich aus! Wer sagt, "die Schlange war's" benutzt einfach eine billige Ausrede!), in eine Situation der Sterblichkeit zu kommen.
Ob es einem was geben kann und was es einem geben kann - müssen alle selbst herausfinden. Meine Haltung ist, dass ich finde: wenn ich schon eine schmerzvolle Situation erlebe, dann nehm ich auch mit, was ich daraus an Sinn und Weisheit gewinnen kann. Es waren in meinem Leben auch tendenziell die schmerzhaften Situationen, die Enttäuschungen, die Abschiede, die Desillusionierungen, die mich dazu motivieren, über meine eigenen Grenzen zu gehen und mich zu entwickeln.
gruss, barbara
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13.04.2015, 09:52Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
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13.04.2015, 09:55
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
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13.04.2015, 10:08Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
wenn man sich nach so einem Schicksalsschlag noch entscheiden kann...
Ich denke zB an Dominik Brunner - der konnte keine Weisheit mehr erlangen.
Die Menschen, die von IS geköpft werden, werden erfolgreich um jegliche Weiterentwicklung gebracht :-((. Welche, die schlimme Dinge überleben, sind so traumatisiert, dass sie ein Leben lang leiden, geistig, seelisch, emotional oder körperlich behindert zurück bleiben...
Der Sache einen Sinn zu geben, heißt, etwas Positives darin zu finden, es zu relativieren, letztlich Leid einen positiven Wert zu geben. Ich bin mehr der Typ, der Leid verhindern möchte...auch wenn manche es vermeintlich zur Weiterentwicklung "brauchen"...
Für mich ist dennoch klar, dass Leid zum Leben gehört. Sinnloses Leid, das man irgendwie überwinden muss. Ich lebe trotzdem und entwickele mich trotzdem, nicht wegen...Als Realist weiß ich, dass manche Dinge einfach keinen Sinn machen.
Dass da ein allmächtiger Gott ist, der all das lenkt, steuert und entscheidet...der es besser weiß als wir...das kann ich einfach nicht (mehr) glauben.
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13.04.2015, 10:20
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Sicher kann man. Erst mal ein Runde heulen, wüten, toben, hadern und Haare raufen, irgendwann nutzt sich das ab, und dann: aufstehen und weitergehn. (unter Umständen auch ohne Körper weiter gehn, wird uns allen früher oder später mal passieren).
Dies kannst du so annehmen, wenn du davon ausgehst, dass mit dem Tod des Körpers alles vorbei ist. Davon gehe ich nicht aus.Die Menschen, die von IS geköpft werden, werden erfolgreich um jegliche Weiterentwicklung gebracht :-((.
ich bin da wohl etwas schräg, ich fand Narben schon immer grossartig. Am liebsten hätte ich eine mitten übers Gesicht gehabt.Welche, die schlimme Dinge überleben, sind so traumatisiert, dass sie ein Leben lang leiden, geistig, seelisch, emotional oder körperlich behindert zurück bleiben...
Unsere Erlebnisse prägen uns natürlich, aber es ist in Ordnung, geprägt zu sein. Es ist auch in Ordnung, wenn diese Prägung, diese Geschichte sich als körperliche Besonderheit zeigt. (ich trag eine Brille. Mein Liebhaber hat ein amputiertes Bein. ein alter Mann in meiner Nachbarschaft hat keine Nase mehr. Ist alles in Ordnung so, wie es ist.).
Man kann üben und lernen, mit dem, was man erlebte, zu leben. So wie es für viele selbstverständlich ist, sich nicht körperlich gehen zu lassen (zB dass man auch während einer Phase von Arbeitslosigkeit nicht den ganzen Tag im Pyjama vor dem Fernseher rumlungert und Biere kippt), so kann man auch üben und lernen, sich geistig, mental nicht gehen zu lassen, sich nicht von Emotionen beherrschen lassen.
Das Christentum sagt, jeder Mensch solle sein Kreuz tragen. Es sagt nicht, jeder solle sich noch extra und absichtlich Kreuze schaffen und zusätzlich aufladen. Trag jene, die dir dein Leben gibt, das reicht völlig.Der Sache einen Sinn zu geben, heißt, etwas Positives darin zu finden, es zu relativieren, letztlich Leid einen positiven Wert zu geben. Ich bin mehr der Typ, der Leid verhindern möchte...auch wenn manche es vermeintlich zur Weiterentwicklung "brauchen"...
Denn auch wenn ein Mensch Mitgefühl hat und dies aktiv auslebt und andern hilft, so kriegt doch jeder seine Kreuze zu tragen.
Sinn ist immer eine Frage der Interpretation - Realismus ist, die Tatsachen als Tatsachen anzuerkennen. Sind für mich zwei sehr verschiedene Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.Als Realist weiß ich, dass manche Dinge einfach keinen Sinn machen.
Aber auf alle Fälle ist es richtig, als Erstes realistisch zu sein - und das nicht nur, um Missstände zu benennen (das wäre dann eher ein Pessimist, oder ein verbitterter Mensch), sondern auch das Gute zu sehen, das ja auch ständig geschieht.
Da auch du eine Facette Gottes bist, kann er's natürlich nicht besser wissen als du...Dass da ein allmächtiger Gott ist, der all das lenkt, steuert und entscheidet...der es besser weiß als wir...das kann ich einfach nicht (mehr) glauben.
gruss, barbara



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