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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke nicht, dass sich alle Menschen, die nicht an Gott glauben, gezielt davon ausschließen bzw. prinzipiell nicht zugänglich sind für neue Erfahrungen.
    Überzeugte Atheisten gibt es natürlich, aber es gibt auch solche, die Gott verloren haben bzw. von Gott verlassen fühlen.

    Wie kann das geschehen?
    Sehr oft so, dass Gottesbilder gelehrt werden, die mit der Realität (zB mit dem, was geschieht, wenn man in eine existenzielle Krise gerät) nichts zu tun hat. Da finden manche, sie hätten Gott verloren, wo sie bloss eine Illusion verloren hatten. Manche finden dann zu einem neuen, realitätsgerechteren Gottesbild, mit oder ohne Phase des Atheismus, andere halt nicht. Es ist ja leide auch so, dass viel religiöse Literatur entweder kindlich-naiv ist oder sonst akademisch-trocken. Mystiker, die fähig sind, tiefe Wahrheiten in einfachen Worten auszusprechen, sind selten.

    gruss, barbara

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Genauso frage ich mich dann "Wie wird man Atheist." Oder wie ist es wenn man sich von Gott verlassen fühlt? Atheismus geht für mich auch sehr mit materialistischem Denken ein.

    Ich war schon immer Atheist, ich bin es nicht irgendwann geworden. Und jegliches materialistische Denken liegt mir fern. Hingegen kenne ich viele gottesgläubige Menschen, die sehr materialistisch denken.

    Ich habe mir die Wertmaßstäbe für mein Leben selbst geschaffen und lebe auch danach. Wenn ich Fehler mache, bin ich mir selbst verantwortlich. Wäre ich Katholikin, könnte ich zur Beichte gehen, Buße tun und schon wäre wieder alles im Lot.

    Da ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, muß ich mein jetziges Leben sehr bewußt leben. Und ich muß mich auch damit auseinandersetzen, daß der Tod eines mir nahestehenden Menschen und mein eigener Tod das Ende bedeuten. Das braucht sehr viel Kraft und innere Stärke. Der leichtere Weg ist hier, den Weg des Glaubens zu gehen.
    Hinfallen, Krone richten, weitergehen.

  3. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Bleibt noch der Ansatz, dass Gott im Herzen ist bzw. in der Seele... doch wie kommt er da hin?
    Und warum kommt er dahin bei den einen und bei den anderen nicht?
    "Gott" ist für mich materialisiertes Bewusstsein.

    "Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen." indisches Sprichwort

    Kennst Du den Film "What the Bleep do we know!? Der war vor einigen Jahren sehr populär und erklärt einiges.
    Geändert von Inaktiver User (22.03.2015 um 10:11 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Da ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, muß ich mein jetziges Leben sehr bewußt leben.
    Das Eine schließt das Andere nicht aus!

  5. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Sehr oft so, dass Gottesbilder gelehrt werden, die mit der Realität (zB mit dem, was geschieht, wenn man in eine existenzielle Krise gerät) nichts zu tun hat.
    z.B.?

    Das klingt so nach: wenn dein Glaube nicht funktioniert, dann hast du eben das falsche geglaubt bzw. irgendetwas falsch gemacht. Was ja wohl auch so ist.... nur: dann fällt man doch u.U. ganz schnell aus Gottes Hand... die einen dann eben auch nicht auffängt.

    Da finden manche, sie hätten Gott verloren, wo sie bloss eine Illusion verloren hatten.
    Da machst du es dir recht einfach.

    Manche finden dann zu einem neuen, realitätsgerechteren Gottesbild, mit oder ohne Phase des Atheismus, andere halt nicht.
    Genauso könnte man sagen: sie ersetzen eine nicht funktionierende Illusion durch eine, die (besser) funktioniert.
    Die Qualität einer Illusion ändert nichts daran, dass es dann doch eine Illusion ist.

    Es ist ja leide auch so, dass viel religiöse Literatur entweder kindlich-naiv ist oder sonst akademisch-trocken. Mystiker, die fähig sind, tiefe Wahrheiten in einfachen Worten auszusprechen, sind selten.
    Religion ein Club für Eingeweihte? Nein, danke.

  6. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kann man das auch einfach mal so stehen lassen und aushalten, ohne sich gegenseitig runter zu machen?
    Gilt für beide Fraktionen...
    Ja, das faende ich auch gut.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das hat doch dann mehr mit der Bereitschaft des Einzelnen zu tun als mit der Überzeugungskraft der Glaubensinhalte.
    Ja, ich glaube auch, dass das eine Rolle spielt.
    Und ich finde das auch völlig legitim. Ich denke schon, dass es Menschen gibt mit Glaubenssehnsucht, mit einem Bedürfnis nach spirituellen Inhalten. Und es gibt ja auch Menschen, die wirklich suchen, Religionen vergleichen, ausprobieren, kritisch prüfen.

    Ich bin (entspannt) katholisch aufgewachsen und habe immer an Gott geglaubt. Für mich war das eine Kraftquelle und gerade das Gebet möchte ich nicht missen.
    Aber natürlich kenne ich auch Phasen des Zweifelns und wenn man manche christliche Glaubensinhalte mal 'so neutral" anschaut, dann ist manches ja auf den ersten Blick ziemlich 'unglaublich'.

    Warum soll Jesus Gottes Sohn sein, warum kam der auf einmal und warum war er nicht immer schon da?

    Und so kann man Tausende Fragen stellen.
    Man kann aber auch Tausende Antworten geben.

    "Einfacher" zu Glauben scheint mir dann noch so ein allgemeiner Gottglaube oder ein pantheistischer Ansatz ("Gott ist in allem und überall")

    Aber natürlich kann auch Jesus, das Neue Testament überzeugen, wenn man sich damit befasst ... und da bin ich ja nicht die einzige.

    Letzendlich glaube ich, dass ein aktiver Glaube aus einer Entscheidung heraus resultiert.
    Zugleich gibt es aber auch kulturelle Prägungen, natürlich.
    Ich finde das aber letzlich nicht schlimm, wobei ja tatsächlich das Christentum in Deutschland eher auf dem Rückzug ist und andere Religionen, z.B. der Buddhismus auf neues Interesse stoßen.
    Ich persönlich finde das zwar schade, weil ich denke, dass sich viele nur sehr oberflächlich mit dem Christentum befassen und unseren eigenen kulturellen und religiösen Reichtum nicht zu schätzen wissen, andererseits gibt es wohl eben diesen 'Wettbewerb'.
    Auch organisierte atheistische Vereinigungen sind ja auf dem Vormarsch mit Jugendweihe etcpp.
    Auch das, ganz klar, durch Menschen die in der DDR kulturell geprägt wurden und das nun weiter tragen.

  7. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Gott schläft im Stein, atmet in der Pflanze, träumt im Tier und erwacht im Menschen." indisches Sprichwort
    Das gefällt mir!

    Kennst Du den Film "What the Bleep do we know!? Der war vor einigen Jahren sehr populär und erklärt einiges.
    Nein, kenn ich nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Ich fände es übrigens schade, wenn Agnostiker und Atheisten in einen Topf geworfen würden.

    Ein Atheist schliesst die Existenz Gottes aus.

    Ein Agnostiker schliesst die Möglichkeit aus, eine Existenz Gottes zu (er)klären. Damit befindet er sich in der Mitte zwischen einem (möglichen) Glauben und dem Atheismus.

    Keine einfache Position aber für mich die richtige.

  9. gesperrt

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    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    z.B.?

    Das klingt so nach: wenn dein Glaube nicht funktioniert, dann hast du eben das falsche geglaubt bzw. irgendetwas falsch gemacht.
    nun ja, im kindgerechten Religionsunterricht wird schon mal was gelehrt à la "wenn du einen Wunsch hast, dann bete zu Gott, damit er erfüllt wird" - statt das korrektere "Wenn du einen Wunsch hast, so bete, das du mit dem Resultat zurecht kommst, egal wie es rauskommt".

    und dann folgt eben die Enttäuschung, wenn der Wunsch ist, einen bestimmten Menschen als Partner zu haben, eine Prüfung zu bestehen, bestimmte Dinge (Haus, Auto, Schmuck, whatever) zu besitzen... und dann klappt es nicht.


    Was ja wohl auch so ist.... nur: dann fällt man doch u.U. ganz schnell aus Gottes Hand... die einen dann eben auch nicht auffängt.
    Gottes Hand ist immer da und fängt einen auf, aber gelegentlich eben auf andere Art, als man es sich vorstellt. Gottes Hand heisst, dass man MIT allem, was passiert - auch mit Katastrophen - zurecht kommt und TROTZ der Katastrophen seinen Frieden findet. Es heisst eben nicht, dass man vor Krankheit, Armut oder andern Widrigkeiten des Lebens geschützt ist. Aber gelegentlich wird das durchaus so gesagt, oft auch ohne böse Hintergedanken.

    Da machst du es dir recht einfach.
    Es ist so einfach. Auch wenn es natürlich nicht leicht zu tragen ist. "einfach" und "leicht" sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.

    (Wenn man im Fussball gewinnen will, muss man "einfach" mehr Tore schiessen als der Gegner - das ist aber, besonders wenn man gegen FC Barcelona spielen sollte, alles andere als leicht.)


    Genauso könnte man sagen: sie ersetzen eine nicht funktionierende Illusion durch eine, die funktioniert.
    Die Qualität einer Illusion ändert nichts daran, dass es dann doch eine Illusion ist.
    In der Bibel steht, Jesus zugeschrieben - "ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

    Man kann natürlich argumentieren, dass alles, was in Sprache gefasst werden kann, lediglich unterschiedliche Ebenen von Illusion ist - aber es gibt ja auch nonverbales Erkennen von Wahrheit, und es ist etwas, das festen Boden und Solidität bringt, wenn man endlich merkt, was Sache ist. Das befreit in der Tat.


    Religion ein Club für Eingeweihte? Nein, danke.
    niemand muss sich irgendwelchen Einweihungen unterwerfen, um Mystiker zu lesen.

    Dass man, um Zugang zu diversen Insitutionen oder Positionen zu erhalten, sich erst qualifizieren muss, ist schliesslich das Normalste der Welt. Warum sollte das bei Religionen auf einmal anders sein? Es darf sich schliesslich auch nicht jeder ein Dr. med. vor den Namen schreiben, sondern muss sich in einem langen, SEHR langen, jahrelangen Ritual in mehreren Stufen dafür geeignet erweisen. Und das ist gut und richtig so.

    gruss, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Ich finde das aber letzlich nicht schlimm, wobei ja tatsächlich das Christentum in Deutschland eher auf dem Rückzug ist und andere Religionen, z.B. der Buddhismus auf neues Interesse stoßen.
    Ich persönlich finde das zwar schade, weil ich denke, dass sich viele nur sehr oberflächlich mit dem Christentum befassen und unseren eigenen kulturellen und religiösen Reichtum nicht zu schätzen wissen, andererseits gibt es wohl eben diesen 'Wettbewerb'.
    Wettbewerb würde ich das nicht nennen. Das passt auch so gar nicht zum Buddhismus.
    Der Grund warum viele Menschen umschwenken ist wohl eher, dass das Christentum nicht ausreichend Antworten bietet. Der Buddhismus bietet Hilfe zur Selbsthilfe durch zahlreiche praktikable, alltagstaugliche Techniken zur Selbsterkenntnis und Lebensgestaltung.
    Ich finde das was aus dem asiatischen Raum zu uns gekommen ist sehr bereichernd.

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