Sehr oft so, dass Gottesbilder gelehrt werden, die mit der Realität (zB mit dem, was geschieht, wenn man in eine existenzielle Krise gerät) nichts zu tun hat. Da finden manche, sie hätten Gott verloren, wo sie bloss eine Illusion verloren hatten. Manche finden dann zu einem neuen, realitätsgerechteren Gottesbild, mit oder ohne Phase des Atheismus, andere halt nicht. Es ist ja leide auch so, dass viel religiöse Literatur entweder kindlich-naiv ist oder sonst akademisch-trocken. Mystiker, die fähig sind, tiefe Wahrheiten in einfachen Worten auszusprechen, sind selten.
gruss, barbara
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Ergebnis 481 bis 490 von 968
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22.03.2015, 09:11
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
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22.03.2015, 09:40
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Ich war schon immer Atheist, ich bin es nicht irgendwann geworden. Und jegliches materialistische Denken liegt mir fern. Hingegen kenne ich viele gottesgläubige Menschen, die sehr materialistisch denken.
Ich habe mir die Wertmaßstäbe für mein Leben selbst geschaffen und lebe auch danach. Wenn ich Fehler mache, bin ich mir selbst verantwortlich. Wäre ich Katholikin, könnte ich zur Beichte gehen, Buße tun und schon wäre wieder alles im Lot.
Da ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, muß ich mein jetziges Leben sehr bewußt leben. Und ich muß mich auch damit auseinandersetzen, daß der Tod eines mir nahestehenden Menschen und mein eigener Tod das Ende bedeuten. Das braucht sehr viel Kraft und innere Stärke. Der leichtere Weg ist hier, den Weg des Glaubens zu gehen.
Hinfallen, Krone richten, weitergehen. 
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22.03.2015, 10:01Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Geändert von Inaktiver User (22.03.2015 um 10:11 Uhr)
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22.03.2015, 10:06Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Das Eine schließt das Andere nicht aus!Da ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube, muß ich mein jetziges Leben sehr bewußt leben.
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22.03.2015, 10:10Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
z.B.?
Das klingt so nach: wenn dein Glaube nicht funktioniert, dann hast du eben das falsche geglaubt bzw. irgendetwas falsch gemacht. Was ja wohl auch so ist.... nur: dann fällt man doch u.U. ganz schnell aus Gottes Hand... die einen dann eben auch nicht auffängt.
Da machst du es dir recht einfach.Da finden manche, sie hätten Gott verloren, wo sie bloss eine Illusion verloren hatten.
Genauso könnte man sagen: sie ersetzen eine nicht funktionierende Illusion durch eine, die (besser) funktioniert.Manche finden dann zu einem neuen, realitätsgerechteren Gottesbild, mit oder ohne Phase des Atheismus, andere halt nicht.
Die Qualität einer Illusion ändert nichts daran, dass es dann doch eine Illusion ist.
Religion ein Club für Eingeweihte? Nein, danke.Es ist ja leide auch so, dass viel religiöse Literatur entweder kindlich-naiv ist oder sonst akademisch-trocken. Mystiker, die fähig sind, tiefe Wahrheiten in einfachen Worten auszusprechen, sind selten.
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22.03.2015, 10:16Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Ja, das faende ich auch gut.

Ja, ich glaube auch, dass das eine Rolle spielt.
Und ich finde das auch völlig legitim. Ich denke schon, dass es Menschen gibt mit Glaubenssehnsucht, mit einem Bedürfnis nach spirituellen Inhalten. Und es gibt ja auch Menschen, die wirklich suchen, Religionen vergleichen, ausprobieren, kritisch prüfen.
Ich bin (entspannt) katholisch aufgewachsen und habe immer an Gott geglaubt. Für mich war das eine Kraftquelle und gerade das Gebet möchte ich nicht missen.
Aber natürlich kenne ich auch Phasen des Zweifelns und wenn man manche christliche Glaubensinhalte mal 'so neutral" anschaut, dann ist manches ja auf den ersten Blick ziemlich 'unglaublich'.
Warum soll Jesus Gottes Sohn sein, warum kam der auf einmal und warum war er nicht immer schon da?
Und so kann man Tausende Fragen stellen.
Man kann aber auch Tausende Antworten geben.
"Einfacher" zu Glauben scheint mir dann noch so ein allgemeiner Gottglaube oder ein pantheistischer Ansatz ("Gott ist in allem und überall")
Aber natürlich kann auch Jesus, das Neue Testament überzeugen, wenn man sich damit befasst ... und da bin ich ja nicht die einzige.
Letzendlich glaube ich, dass ein aktiver Glaube aus einer Entscheidung heraus resultiert.
Zugleich gibt es aber auch kulturelle Prägungen, natürlich.
Ich finde das aber letzlich nicht schlimm, wobei ja tatsächlich das Christentum in Deutschland eher auf dem Rückzug ist und andere Religionen, z.B. der Buddhismus auf neues Interesse stoßen.
Ich persönlich finde das zwar schade, weil ich denke, dass sich viele nur sehr oberflächlich mit dem Christentum befassen und unseren eigenen kulturellen und religiösen Reichtum nicht zu schätzen wissen, andererseits gibt es wohl eben diesen 'Wettbewerb'.
Auch organisierte atheistische Vereinigungen sind ja auf dem Vormarsch mit Jugendweihe etcpp.
Auch das, ganz klar, durch Menschen die in der DDR kulturell geprägt wurden und das nun weiter tragen.
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22.03.2015, 10:20Inaktiver User
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22.03.2015, 10:21Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Ich fände es übrigens schade, wenn Agnostiker und Atheisten in einen Topf geworfen würden.
Ein Atheist schliesst die Existenz Gottes aus.
Ein Agnostiker schliesst die Möglichkeit aus, eine Existenz Gottes zu (er)klären. Damit befindet er sich in der Mitte zwischen einem (möglichen) Glauben und dem Atheismus.
Keine einfache Position aber für mich die richtige.
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22.03.2015, 10:21
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
nun ja, im kindgerechten Religionsunterricht wird schon mal was gelehrt à la "wenn du einen Wunsch hast, dann bete zu Gott, damit er erfüllt wird" - statt das korrektere "Wenn du einen Wunsch hast, so bete, das du mit dem Resultat zurecht kommst, egal wie es rauskommt".
und dann folgt eben die Enttäuschung, wenn der Wunsch ist, einen bestimmten Menschen als Partner zu haben, eine Prüfung zu bestehen, bestimmte Dinge (Haus, Auto, Schmuck, whatever) zu besitzen... und dann klappt es nicht.
Gottes Hand ist immer da und fängt einen auf, aber gelegentlich eben auf andere Art, als man es sich vorstellt. Gottes Hand heisst, dass man MIT allem, was passiert - auch mit Katastrophen - zurecht kommt und TROTZ der Katastrophen seinen Frieden findet. Es heisst eben nicht, dass man vor Krankheit, Armut oder andern Widrigkeiten des Lebens geschützt ist. Aber gelegentlich wird das durchaus so gesagt, oft auch ohne böse Hintergedanken.Was ja wohl auch so ist.... nur: dann fällt man doch u.U. ganz schnell aus Gottes Hand... die einen dann eben auch nicht auffängt.
Es ist so einfach. Auch wenn es natürlich nicht leicht zu tragen ist. "einfach" und "leicht" sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.Da machst du es dir recht einfach.
(Wenn man im Fussball gewinnen will, muss man "einfach" mehr Tore schiessen als der Gegner - das ist aber, besonders wenn man gegen FC Barcelona spielen sollte, alles andere als leicht.)
In der Bibel steht, Jesus zugeschrieben - "ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."Genauso könnte man sagen: sie ersetzen eine nicht funktionierende Illusion durch eine, die funktioniert.
Die Qualität einer Illusion ändert nichts daran, dass es dann doch eine Illusion ist.
Man kann natürlich argumentieren, dass alles, was in Sprache gefasst werden kann, lediglich unterschiedliche Ebenen von Illusion ist - aber es gibt ja auch nonverbales Erkennen von Wahrheit, und es ist etwas, das festen Boden und Solidität bringt, wenn man endlich merkt, was Sache ist. Das befreit in der Tat.
niemand muss sich irgendwelchen Einweihungen unterwerfen, um Mystiker zu lesen.Religion ein Club für Eingeweihte? Nein, danke.
Dass man, um Zugang zu diversen Insitutionen oder Positionen zu erhalten, sich erst qualifizieren muss, ist schliesslich das Normalste der Welt. Warum sollte das bei Religionen auf einmal anders sein? Es darf sich schliesslich auch nicht jeder ein Dr. med. vor den Namen schreiben, sondern muss sich in einem langen, SEHR langen, jahrelangen Ritual in mehreren Stufen dafür geeignet erweisen. Und das ist gut und richtig so.
gruss, barbara
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22.03.2015, 10:23Inaktiver User
AW: Nach dem Tod - ewiges Leben, Himmel/Hölle ... gar nichts?
Wettbewerb würde ich das nicht nennen. Das passt auch so gar nicht zum Buddhismus.
Der Grund warum viele Menschen umschwenken ist wohl eher, dass das Christentum nicht ausreichend Antworten bietet. Der Buddhismus bietet Hilfe zur Selbsthilfe durch zahlreiche praktikable, alltagstaugliche Techniken zur Selbsterkenntnis und Lebensgestaltung.
Ich finde das was aus dem asiatischen Raum zu uns gekommen ist sehr bereichernd.



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