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  1. User Info Menu

    AW: Meine Gedanken

    Hallo zusammen,

    das Thema Loslassen beschäftigt mich im Moment auch ganz stark. Ganz konkret, fünf Wochen nach dem Tod meines Vaters, natürlich ihn loszulassen bzw. die Vergangenheit, die eben nicht mehr ist und ihn als lebenden Menschen, der nicht mehr ist. Auf der einen Seite bin ich mir sicher, dass im Loslassen, im Annehmekönnen auch Frieden sein wird und Geborgenheit. Auf der anderen Seite erscheint mir das Loslassen im Moment noch wie Verrat, wie Untreue. So als wäre Loslassen auch ein Stück weit vergessen, was natürlich nicht stimmt.

    Und von diesem Punkt aus überlege ich auch, was ich sonst noch alles loslassen muss im Leben: Bindungen, Ziele, Wünsche, auch immer wieder mein Selbstbild, wenn ich, wie bruenette es so treffend beschreibt, mal wieder feststelle, wie geschönt es oft ist.

    Im Grunde ist das ganze Leben ein einziges Loslassen. Aber ich sehe im Loslassen immer auch Hingabe, sprich, ich lasse nicht einfach los, sondern gebe das, was ich loslasse, in andere Hände ab und vertraue, dass es dort gewandelt wird und ich frei und heil werde. Das ist ein lebenslanger Prozess, aber ich glaube, wenn man das kann und immer wieder einübt, dann kann man auch irgendwann gut sterben.

    Gruß,

    Malina

  2. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Da muß ich dir recht geben, es ist schwer.
    Geändert von Inaktiver User (28.08.2012 um 15:50 Uhr)

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    AW: Meine Gedanken

    Liebe Malina!

    Mein aufrichtiges Beileid!

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich, was das Loslassen angeht, auf einem guten Weg bin, auf dem ich bereits einiges an Wegstrecke hinter mir gelassen habe.

    Den Tod meiner Eltern fürchte ich jedoch sehr. Auch wenn ich (theoretisch) genau Deiner Meinung bin, wird es sich höchstwahrscheinlich (praktisch) ganz anders anfühlen.

    Ich wünsche Dir von Herzen die richtige Richtung auf Deinem Weg, und immer liebe Menschen, die Dich trösten und stärken, die einfach bei Dir sind.

    Alles Liebe

    Aurora

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    AW: Meine Gedanken

    Hallo Alberta,

    loslassen in Bezug auf meinen Vater heißt für mich: akzeptieren, dass er tot ist und die Zeit mit ihm hier auf Erden zu Ende. Darauf vertrauen, dass er bei Gott geborgen ist und ich mir um ihn keine Sorgen machen muss. Nicht mehr fragen, warum er jetzt schon sterben musste und nicht noch wenigstens fünf oder zehn gute Jahre mit uns haben durfte. Darauf vertrauen, dass ich an dieser Erfahrung des Loslassens reifen kann. Darauf vertrauen, dass die Beziehung zu meinem Vater nicht zu Ende ist, sondern transformiert wird.

    Festhalten hieße für mich: nicht wahrhaben wollen, zurückhaben wollen, mit dem Fuß aufstampfen, aus der Traurigkeit nicht mehr herausfinden, nicht annehmen können.

    Vielleicht macht es das deutlicher.

    Gruß,

    Malina

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Ja, ich habe verstanden. Auch von mir mein herzliches Beileid.

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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    das Thema Loslassen beschäftigt mich im Moment auch ganz stark. Ganz konkret, fünf Wochen nach dem Tod meines Vaters, natürlich ihn loszulassen bzw. die Vergangenheit, die eben nicht mehr ist und ihn als lebenden Menschen, der nicht mehr ist. Auf der einen Seite bin ich mir sicher, dass im Loslassen, im Annehmekönnen auch Frieden sein wird und Geborgenheit. Auf der anderen Seite erscheint mir das Loslassen im Moment noch wie Verrat, wie Untreue. So als wäre Loslassen auch ein Stück weit vergessen, was natürlich nicht stimmt.

    Und von diesem Punkt aus überlege ich auch, was ich sonst noch alles loslassen muss im Leben: Bindungen, Ziele, Wünsche, auch immer wieder mein Selbstbild, wenn ich, wie bruenette es so treffend beschreibt, mal wieder feststelle, wie geschönt es oft ist.

    Im Grunde ist das ganze Leben ein einziges Loslassen. Aber ich sehe im Loslassen immer auch Hingabe, sprich, ich lasse nicht einfach los, sondern gebe das, was ich loslasse, in andere Hände ab und vertraue, dass es dort gewandelt wird und ich frei und heil werde. Das ist ein lebenslanger Prozess, aber ich glaube, wenn man das kann und immer wieder einübt, dann kann man auch irgendwann gut sterben.

    Gruß,

    Malina
    Malina, fünf Wochen sind nun aber nicht so furchtbar lang... sage ich mal aus meiner subjektiven Warte aus.
    Gib Dir soviel Zeit, wie Du brauchst, um Dich dem Prozess der Trauer, des Loslassens, aber auch der Erinnerung hinzugeben. Irgendwann wirst Du dann erstaunt wahrnehmen, dass sich das Andenken an Deinen Vater in Freude und in ein stilles Empfinden von Frieden gewandelt hat.

    Hingabe... da hast Du etwas ziemlich Wichtiges angesprochen...


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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Malina, fünf Wochen sind nun aber nicht so furchtbar lang... sage ich mal aus meiner subjektiven Warte aus.
    Ja, das sage ich mir einerseits auch. Andererseits schlafe ich in den letzten Wochen sehr unruhig, bin oft wach, morgens entsprechend müde. Und irgendwie denke ich, wenn ich innerlich mehr loslassen könnte, dann würde es besser. Gestern war es auch ein Stück weit so. Die innere Anspannung hat einfach nachgelassen, und prompt hab ich auch besser geschlafen. Aber forcieren will ich nun auch nix.

    Gruß,

    Malina

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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ja, das sage ich mir einerseits auch. Andererseits schlafe ich in den letzten Wochen sehr unruhig, bin oft wach, morgens entsprechend müde. Und irgendwie denke ich, wenn ich innerlich mehr loslassen könnte, dann würde es besser. Gestern war es auch ein Stück weit so. Die innere Anspannung hat einfach nachgelassen, und prompt hab ich auch besser geschlafen. Aber forcieren will ich nun auch nix. (..)
    Unruhiger Schlaf...Das kenne ich derzeit auch, wenn auch aus anderen Gründen

    Ich mache grade die Erfahrung, dass dann ganz pragmatische, einfache Dinge helfen, anstatt sich zum inneren Leid auch noch dazu bringen zu wollen (und bitte nun und gleich! ) innerlich loszulassen.

    Ich sag nur: Bachtropfen und Sich_beim_Sport_verausgaben (bei mir ist es das Schwimmen) wirken Wunder!

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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Ich sag nur: Bachtropfen und Sich_beim_Sport_verausgaben (bei mir ist es das Schwimmen) wirken Wunder!
    Zum Sport bin ich momentan fast immer zu müde - wegen Schlafmangel . Und Baldrian, was sonst mein Allheilmittel gegen Schlaflosigkeit ist, hilft gerade auch nicht wirklich. Ich merke, dass es um was Inneres geht, was sich gerade lösen muss. Schwer zu erklären, aber es ist kein gewaltsame Hauruck-Aktion, sondern ein notwendiger Schritt von vielen, der gerade ansteht, vor dem ich aber noch zurückzucke. Ich glaube, wenn ich den getan habe (und ein Halbschritt war gestern), dann wird es ein bisschen leichter.

    Manchmal bin ich da wie ein verletztes Tier in der Höhle. Ich merke, dass draußen jemand steht, der helfen kann und will. Dass ich nur ja sagen und den Kopf aus der Höhle strecken muss. Und ich will die Hilfe ja auch, brauche sie tatsächlich. Aber erst mal igel ich mich trotzdem misstrauisch ein und fauche ein wenig. Bis ich dann vorsichtig doch den Kopf mal rausstrecke und merke, ja, es tut mir gut. Muss aber halt meine Höhle verlassen. Und irgendwann weiß ich, dass das Bleiben schmerzhafter ist, als das Rausgehen, auch wenn beim Rausgehen auch wieder der eine oder andere Schritt weh tun wird.
    Also lass ich im Grunde meine Höhle los und damit das alte Leben, das es ja ohnehin nicht mehr gibt.

    Vielleicht ist das ja irgendwie verständlich

    Gruß,

    Malina

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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    (...) Vielleicht ist das ja irgendwie verständlich
    Sehr!

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