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  1. gesperrt
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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allerdings mache ich mir natürlich meine Gedanken, kenne Menschen, die anderen Weltanschauungen, Religionen angehören und habe eine kritische Distanz zu Strömungen, die davon sprechen, dass man sich von seinen Ich-Anhaftungen oder wie immer sie es nennen, lösen muß.
    man müsste sich genauer mit solchen Strömungen befassen. was meinen die denn mit "Ich-Anhaftungen abstreifen", das könnte immerhin auch im positiven gemeint sein: nämlich im Falle von "Ich-Anhaftungen im Sinne von unerwünschten Persönlichkeitsmerkmalen"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würde man seine Persönlichkeit abstreifen, seine seelischen Empfindungen verleugnen, denn das bedeutet das Ganze, macht man sich willenlos und wird gefügig.
    insoweit gebe ich dir recht. die Frage ist nur, ob das wirklich so gemeint ist?

  2. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    das könnte immerhin auch im positiven gemeint sein: nämlich im Falle von "Ich-Anhaftungen im Sinne von unerwünschten Persönlichkeitsmerkmalen"
    Das stimmt an sich, finde ich auch. Allerdings, ich habe jetzt ein paar Beiträge von aurora11 hier im Strang gelesen, und auch mir kommt der Gedanke, das geht in Richtung das Selbst zurücknehmen bis hin zur Ich-Aufgabe. Und nochmal allerdings, habe ich von anderen Beiträgen hier im "Religionsforum" an sich den gleichen Eindruck, nur nicht ganz so extrem.

    Die Crux liegt wahrscheinlich in dieser ständigen Dankbarkeit und Demut. Wofür und warum denn? Muß man dankbar sein, daß man lebt? Daß die Natur schön ist, und einen verzaubert, daß sie Kraft spendet? Wem muß man ständig demütig sein, und wofür denn? Daß man überhaupt lebt? Weil die Natur schön ist?
    Warum sollte man nicht stolz sein dürfen auf eigene Leistungen? Die Natur und ihre Schönheiten einfach genießen, ohne Dank und Demut, die diese Erquickung gleich wieder schmälern?
    Naja, ich sehe das halt alles ein Stück anders. Ich bin ein Egoist.
    Geändert von Inaktiver User (30.07.2012 um 18:15 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Ja, einen strang mit der Thematik finde ich auch interessant. Auf jeden Fall würde ich mitlesen.

    Also nur mal ganz kurz, ich freue mich auch, wenn mir etwas gut gelingt, wenn ich etwas geschafft habe, was schwierig war . Dieses Gefühl von Dankbarkeit und Demut ergreift mich manchmal einfach, wenn ich z.B. etwas wunderschönes sehe oder erlebe. Das ist nichts, wofür ich mich entscheide, es entsteht ohne mein Zutun.

    @kai - wer entscheidet, was unerwünschte Persönlichkeitsmerkmale sind, manchmal sind unangenehme Eigenschaften Überlebensstrategien, die durchaus Sinn machen. Und wenn man selbst das Gefühl hat, dass man manches Verhalten an sich selbst nicht mag, kann man es auch ändern, man braucht sich deshalb nicht völlig zurückzunehmen und die eigene Persönlichkeit aufzugeben.

  4. gesperrt
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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @kai - wer entscheidet, was unerwünschte Persönlichkeitsmerkmale sind, manchmal sind unangenehme Eigenschaften Überlebensstrategien, die durchaus Sinn machen. Und wenn man selbst das Gefühl hat, dass man manches Verhalten an sich selbst nicht mag, kann man es auch ändern, man braucht sich deshalb nicht völlig zurückzunehmen und die eigene Persönlichkeit aufzugeben.
    das sehe ich genauso, Floralina. nur müsste man halt wissen, was solche Religionen/Glaubensrichtungen genau damit meinen, wenn es heißt "Ich-Anhaftungen abstreifen". und sagte nicht übrigens auch Jesus: "wer sich nicht selbst verleugnet, ist meiner nicht wert"? so oder so ähnlich habe ich das mal irgendwo gelesen. was bedeutet das denn?

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Der ganze Absatz lautet:

    Matthäus 16,24-26
    (24)Von der Nachfolge
    Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne
    sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. (25)Denn
    wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert
    um meinetwillen, der wird's finden. (26)Was hülfe es dem Menschen,
    wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
    Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?


    Ich kann das jetzt nicht so gut erklären. Lies mal hier:

    http://trier.feg.de/index2.php?optio...d=63&Itemid=89

    oder

    http://www.cvjm-ergste.de/it_s_my_life.html
    Geändert von Inaktiver User (29.07.2012 um 12:59 Uhr)

  6. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Guten Morgen!

    Ich hoffe, es geht Euch gut!

    Die Diskussion hat mich beeindruckt, und ich möchte in jedem Fall sagen, dass es mir nicht darum geht, abhängig und nicht lebensfähig im Leben rumzupendeln. Die Dinge, die ich meine, betreffen nicht in erster Linie das "Tagesgeschäft", wenn Ihr hoffentlich versteht, was ich meine. Es hat höchstens Auswirkungen auf den Alltag dann. Ich gehöre im Übrigen auch von klein auf der christlichen Kirche und ihrem Glauben an.

    So richtig was Neues gibt es auch nicht bei mir, oder vielleicht doch. Ich weiß nicht, ob es in direktem Zusammenhang steht, aber bei einem (für mich nicht ganz einfachen) Gesprächstermin habe ich (ohne zu Überlegen) eine Haltung eingenommen, die klar und unmissverständlich war. Die schlicht war. Ich war nicht angreifend, ich war nicht berechnend, ich war einfach. Das war okay so. Auch wenn mir das Thema insgesamt unangenehm und sogar schmerzhaft war. Und die eingenommene Haltung nicht populär war.

    Das hätte ich vor einiger Zeit noch vergeigt.

    Was mir noch wichtig ist: Ich für mich glaube nicht, dass man dankbar sein muss. Und demütig schon gar nicht. Das kann bestimmt auch Gefahren bergen. Aber wenn ich es sein möchte, und aus diesem Wunsch heraus bin, oder annehme, es zu sein, wenn ich es einfach bin, dann halte ich es für okay und gut.

    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Vor zwei Tagen habe ich frühmorgens bereits den Herbst gesehen. Und gerochen. War aber nur ein kurzer Moment

    Aurora

  7. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von aurora11 Beitrag anzeigen
    ich möchte in jedem Fall sagen, dass es mir nicht darum geht, abhängig und nicht lebensfähig im Leben rumzupendeln.
    Hallo aurora11,
    schön, daß Du Dich meldest, und schön, wenn es wohl nicht so dramatisch um Dich ist, wie hier befürchtet wurde.

    Wobei ich was Du sonst schreibst, nicht so recht verstehe, aber ich muß nicht alles verstehen, das ist schon in Ordnung, wenn Du das nicht genauer schreiben magst.
    Lieben Gruß

  8. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo, Libentia,

    vielleicht drücke ich mich auch ungenau aus. Ich finde, bei so komplexen und wenig greifbaren Themen muss ich eine relativ hohe Anstrengung aufbringen, um mich gut auszudrücken - da schluder ich manchmal. Wenn Du etwas Konkretes nicht verstehst, antworte ich gern auf Deine Fragen; für die allgemeinen Dinge (in diesem Strang) gilt: Ich bin ja selbst auf dem Weg und habe das eine und andere noch nicht so genau ausgemacht. Wird aber, das merke ich.

    Viele Grüße

    Aurora

  9. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Hallo Aurora,

    durch Zufall bin ich heute auf Deinen Strang gestoßen und hab ihn mit Interesse durchgelesen. Sehr interessante Idee, sich vorsätzlich etwas weg vom Ego zu entfernen. Bei mir zieht sich eher die umgekehrte Idee wie ein roter Faden durch mein Leben, dass ich lerne, mir etwas mehr Egoismus zuzugestehen. Darf ich mal fragen, wie Du darauf gekommen bist?
    Bislang hatte ich immer den Eindruck, dass Menschen mit einem starken Ego nicht eben von Selbstzweifeln geplagt sind.

    Versteh mich bitte nicht falsch, das soll keine Polemik sein. Ich hab so eine Idee, dass wir vielleicht gegenseitig etwas voneinander lernen könnten. Einen Versuch wär's ja wert

  10. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo, Letstalk,

    ein interessanter Gedankenanstoß!

    Die Frage, die m.E. nach näher zu beleuchten ist, ist erstmal:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Menschen mit einem starken Ego
    Was ist das?

    Ich habe es bei Dir so verstanden, dass Du ein starkes Ego eher Menschen zuordnest, die sich nehmen, was sie brauchen, die nicht an sich zweifeln.

    Erstens sind das für mich eher Menschen mit schwachem Ego in dem Sinne, wie Du es womöglich meinst. Und zweitens war das nicht die Ausgangsbasis, von der ich "losgegangen" bin.

    Für mich war nicht die Frage, "was ist ein starkes Ego?", sondern: "was erreiche ich wodurch?" bzw. "was wird durch welches Handeln/Sein ausgelöst?"

    Also, bildlich (und auch ein bisschen realistisch) gesprochen: Was erreiche ich, wenn ich ein Haus kaufe, viele Dinge als Einrichtung anspare und dann einen Zaun darum ziehe und eine hohe Versicherung dafür abschließe?

    Antwort (von meinem Ausgangspunkt aus gesehen): Ein verhärmtes Herz, das argwöhnisch über seinen "Besitz" wacht, einen neidischen, traurigen Nachbarn, eine gut verdienende Versicherung und wenig eigene Lebensqualität.

    Und was ist, wenn ich da wohne, wo es sich anbietet, mich bescheiden halte und davon ausgehe, dass das, was uns auf der Welt zur Verfügung steht, nicht mir "gehört"?

    Antwort: In meiner Umgebung befinden sich mir von Herzen zugetane Menschen, die ähnlich denken, mich unterstützen, wo ich es brauche; meine Aufmerksamkeiten werden nicht von Materiellem gebunden und ich denke, ich nehme einen "richtigen" Platz ein.

    Liebe Letstalk, meine Eigenwahrnehmung ist nicht so, dass mein Sein und Handeln von (großem) Egoismus geprägt ist. In dieser Hinsicht glaube ich also, kann ich Dir nicht weiterhelfen. Aber ich habe oft unter Menschen gelitten, die sich (auch auf meine Kosten) nahmen, was sie brauchten (nicht nur Materielles). Heute leide ich nicht mehr darunter, hat es mir doch einen für mich viel erfüllenderen Weg gezeigt. Also wenn ich mal der "Looser" war, hab ich mir nachher die Frage gestellt, ob ich lieber auf der Seite der "Gewinner" stehen wollte. Und die Antwort war klar: Nein. Und besonders nicht zu diesem Preis.

    Außerdem sehe ich immer wieder eine Frage. Ich stelle sie mir schon sehr lang, aber erst seit kurzem mit "erweitertem Blick": Wie kommen wir eigentlich darauf, hier so zu leben, als gäbe es keine hungernden Menschen? Steht es uns zu, hier geboren zu sein und nicht in einem ärmeren Land?

    Ich habe oft Auseinandersetzungen mit anderen Menschen, wenn ich einem Bettler Geld gebe. Es kommen dann Argumente wie: Er vertrinkt es bloß. Oder: Er ist gar nicht arm. Weißt Du, wieviel der als Bettler "verdient"? Oder: Er könnte arbeiten, wenn er wollte. Oder: Ich habe selbst nicht genug.

    Mit Ego zurücknehmen meine ich: Die vielen Egos sehen. Nicht bewerten. Die Gemeinschaft, die eine gute ist, zu leben und dabei so zu gestalten, dass etwas Richtiges enstehen kann.

    Und heute fange ich an, mehr zu sehen von dem, was möglich sein könnte. Ich habe viel mehr Kenntnis von der Energie, die von einer kleinen, scheinbar unwichtigen Handlung ausgehen kann. Ich spüre, dass ich selbst nicht so wichtig bin, wie ich vielleicht einmal dachte, dass es aber anstelle dessen etwas sehr Wichtiges gibt.

    Von einem Gelehrten habe ich (angelehnt) geklaut: Die Welle ist das Meer und das Meer ist die Welle. Sprich: Ohne die Welle gibt es gar kein Meer. Und ohne Meer...

    Oder: Der Bettler ist für mich da und nicht ich für ihn. Er ist der Segen für mich und nicht ich für ihn.

    Aurora
    Geändert von aurora11 (15.08.2012 um 14:32 Uhr)

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