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  1. Avatar von Alles
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo Aurora,

    Aurora, war das nicht die Walt Disney-Figur, die aus dem Dornröschenschlaf erwacht?

    Hast Du es schonmal mit Phänomenologie versucht? Eine sehr deutsche Weise, sich zurückzunehmen. Es geht kurz gesagt darum, Objektivität zu erhalten. Dies wird dadurch erreicht, dass die Subjektivität, d.h. subjektive Wertungen, ganz bewußt zurückgenommen wird.

    Schau mal nach bei Edith Stein und Edmund Husserl.

    Gefährlich ist das aber, denn es gibt das letzte Stadium dieser Methode: Die Rückholung, also, das Wieder-Egoistisch-und-lebenstüchtig-Sein danach! Ob Dir das gelingen wird? Mir fiel es sehr schwer.

    War Husserl der "Erfinder" der psychosomatischen Krankheitslehre? The Work of Byron Katie geht - so denke ich - ( sehr kommerziell ... und Deine Auferstehung preisen wir ...) in eine ähnliche Richtung.
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    Geändert von Alles (14.01.2012 um 10:17 Uhr)

  2. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo, Alles!

    Vielen Dank für den Hinweis. Puh, jetzt habe ich fleissig "studiert", wobei der Ansatz (oder die Beschreibungen) der Edith Stein mir leichter aufzunehmen schienen. Ich bin noch ganz beeindruckt und werde das für mich weiter verfolgen.

    Auf jeden Fall scheint mir die Sache mit dem Ego-Zurücknehmen nicht mal so nebenbei erledigt zu sein. Das (jedenfalls meines) Ego ist eine hartnäckige Sache und scheint gegen intellektuelle Attacken gut aufgestellt.

    Ob der Nutzen hieraus gut ist?

    Überhaupt. Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Entscheidungen. Manche fallen uns leicht, andere schwer. Falsch können alle sein, und ein Teil ist es auch. Immer. Unabhängig davon, welche Entscheidung man getroffen hat.

    Wenn ich mich so bewusst erlebe, wenn ich z.B. Materielles für mich "sichern" will, und/oder das, was ich "habe", "behalten" will, dann denke ich schon, dass es mit meinem Intellekt nicht so weit her sein kann. Weiß ich doch, dass das "Sichern" nicht geht. Erstens, weil ich nackt und mittellos, jedenfalls was das Materielle angeht, sterben werde, und zweitens: Haben wir mehr als Glück, wenn wir ziemlich reich, verglichen mit einem Großteil unserer Mitmenschen, leben? Ich denke nicht. Also kann auch nur sogenanntes Glück uns so reich erhalten. Und keine Versicherung. Oder unsere gute Planung.

    Am Ende ist es gar kein Glück, glücklich zu sein.

    Aurora

  3. Avatar von Alles
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo Aurora,

    das Sichern ist doch existenziell. Kein Mensch kann intellektuelle Ziele verfolgen, solange sein Körper hungert oder friert oder er nicht weiß, wo er heute abend schlafen soll. Erst wenn man sich einigermaßen sicher fühlt, kann man sich anderen Zielen zuwenden. Sei froh, dass Du etwas zum Sichern hast und sichere es auch wirklich.

    Du musst nicht für immer Dein Ego ausschalten, nur dann, wenn Du es brauchst, heute so, morgen so, gerade Frauen schwanken in ihren Anschauungen so wie sie es gerade brauchen, während Männer eher "straight" ein Ziel verfolgen und darin tagtäglich nicht nachlassen.

    Probiere verschiedenes aus bis Du Dir wirklich sicher bist.

    Eine einfach Übung um das Ego zurückzunehmen, ist beispielsweise, Etwas, das Du gerne magst, genauer zu betrachten.

    Beispiel: Der Morgenkaffee. Warum mag ich eigentlich Kaffee, er schmeckt bitter? Seit wann trinke ich Kaffee? Das Ego zurückzunehmen bedeutet hier, eine Bestandsaufnahme der Qualität einer Sache zu unternehmen. Qualität ist auch ein Stück Objektivität, man findet sie also oft in der Witschaft. Qualität bedeutet, sich zu fragen: Was ist das?

    Qualität (lat.: qualitas = Beschaffenheit, Merkmal, Eigenschaft, Zustand) hat zwei Bedeutungen:
    a) neutral: die Summe aller Eigenschaften eines Objektes, Systems oder Prozessesb) bewertet: die Güte aller Eigenschaften eines Objektes, Systems oder Prozesses

    Quelle: Wikipedia.
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  4. Avatar von Alles
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    AW: Meine Gedanken

    Zitat Zitat von aurora11 Beitrag anzeigen
    Haben wir mehr als Glück, wenn wir ziemlich reich, verglichen mit einem Großteil unserer Mitmenschen, leben?
    Sei dankbar!

    http://www.youtube.com/watch?v=p9P_LzQK_8M
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    Geändert von Alles (22.01.2012 um 11:00 Uhr)

  5. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Guten Morgen, Alles!

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    gerade Frauen schwanken in ihren Anschauungen so wie sie es gerade brauchen,
    Ach, echt? Ich dachte ehrlich, das wäre nur bei mir so. Ich kenne auch viele Frauen, die sind eher straight. Ich kann zwar (in mir wichtigen Dingen) langatmig hartnäckig sein, aber ich erlebe auch oft ein Verzetteln bei mir, wenn es um den "richtigen" Weg geht. Wobei ich hinterher oft feststelle, dass mich das Verzetteln genauso schnell ans Ziel gebracht hat wie "Straightheit".

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Probiere verschiedenes aus bis Du Dir wirklich sicher bist.
    Ja, da bin ich bei. Und wirklich sicher...? Ich bewundere meine Mutter. Sie weiß einige Dinge "sicherer" als ich. Allerdings sind auch bei ihr die unsicheren Dinge nicht weniger geworden.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Beispiel: Der Morgenkaffee.
    Du lachst, aber den trinke ich grade. Es käme mir sehr komisch vor, diesen Umstand genauer zu beleuchten und zu hinterfragen und dadurch mein Ego zurückzunehmen. Ich werde es durch Deine Anregung mal probieren und berichten.

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Sei dankbar!
    Das bin ich.

    Einen netten Gruß!

    Aurora

  6. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Meine Mutter sagte heute zu mir:

    Der Lohn für unsere Bemühungen ist nicht, was wir dafür bekommen, sondern was wir dadurch werden.

  7. Avatar von aurora11
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    AW: Meine Gedanken

    Guten Morgen.

    "Ich habe das Böse erkannt, und nun domestiziere ich es, um es zu kontrollieren."

    Dieser Satz kam aus mir heraus und ich möchte ihn etwas genauer beleuchten.

    Vordergründig sticht mir in die Gedanken, dass wohl ein Schutzbedürfnis der Sinn dieses Satzes ist.

    Denn das Böse, was deutlich böse aussehend daher kommt, kann man ja leicht erkennen und sich meist auch gut schützen. Was ist aber mit dem Bösen, das gut aussieht? Oder gar das Böse in uns selbst spiegelt, und damit für uns nicht böse aussieht?

    Überhaupt. Das Böse in uns selbst. Das ist ja eine schlechte Sache, die ich gern (über)relativiere. Oder gänzlich ausblende. Verleugne. Da liegt ja eine Riesengefahr. (Wobei ich auch wieder beim Ego ankomme.)

    Und eine scheinbare Entlastung erfahre ich, wenn ich das Böse woanders "erkenne", dort also meinen Focus habe, und den dann auch dort halte.

    Ich muss mich nicht mit dem Bösen in mir selbst beschäftigen.
    Ich brauche mich nicht vor dem Bösen zu ängstigen, da ich es ja (scheinbar) im Focus/im Griff habe.
    Ich habe ein Machtgefühl.

    Das schlechte daran ist, dass es intellektuell von mir als unrealistisch erkannt wird, so zu denken. Außerdem bindet es Energien. Und ich möchte bewusst in eine andere Richtung.

    Was ist meine Motivation?

    Ich denke, es ist Angst. Und etwas, was ich Ego nenne.

    Das Ausblenden von Bösem hat genau solange in meinem Leben geklappt, bis es mir deutlich spürbar widerfahren ist. Das Ausblenden war damals eine gute Sache und hat mir gute Gefühle gemacht, bzw. keine schlechten. Es klappt nicht mehr seit meinen bösen Erfahrungen.

    Wo geht jetzt mein Weg her? Sollte ich forschen, woher meine Angst kommt, um sie zu besiegen/verringern? Oder sollte ich die Angst annehmen als meine und Strategien entwickeln, um mit ihr zu leben? Soll ich das "Böse" an sich erforschen nach dem Motto "Wissen ist Schutz"? Das halte ich für mich ungeeignet, denn ich bin schon immer in eine Art Schonhaltung gegangen, wenn ich nur Böses gehört oder gesehen habe. Alle meine Versuche, den Grund für Böses zu erfahren, waren unbefriedigend.

    So, jetzt entfleuche ich erstmal wieder in das "richtige" Leben und wünsche einen schönen Tag!

    Aurora

  8. Avatar von Alles
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    AW: Meine Gedanken

    Hallo Aurora, guten Morgen,

    sicher muss jeder Mensch das Böse einmal betrachtet haben, um zu erfahren, was es ist. Dann aber, denn es ist die pure Wertung zum schlechten hin, wende Dich ab.

    Wie Deine Mutter schon sagt, "Du wirst, was Du denkst.", o.ä..

    Das Böse wirst Du am besten los, indem Du es nicht beachtest, wie einen Stalker. Schüttle es ab. Wende Dich stattdessen gezielt dem Guten zu.

    Und, hast Du den Morgenkaffee schon näher betrachtet?
    ... living next door to ...
    Geändert von Alles (20.02.2012 um 11:12 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Liebe Aurora,

    Deine Fragen sind mir sehr nahe, und ich lese Dich auch gern.

    Dabei verwirrt mich ein wenig das Ego-Wort oder meine Assoziationen damit, weil das so fröstelig klingt, als müsse etwas verringert werden, das ungut da ist. Dabei ist doch Deine Suche nach dem Ichsinn, nach dem, was sich für Dich richtig, sinnreich lebbar anfühlt, etwas, was Dir zuwächst.. und nicht den Ego-ismus nährt.

    Ein schöner Satz Deiner Mutter. -

    - Manchmal denk ich, es gibt auf dem inneren Pfad die angstauslösende Stelle, an der man zögert, weitergehen, weitersehen zu wollen, da dort zu spüren ist, dass es wahrlich einsam wird.

    Auch innerhalb einer geliebten Familie und geborgener Freundschaften wird es schwer, darüber zu kommunizieren, was man im Kern der eigenen Einsamkeit an ureigenen Erfahrungen machen kann. Sie spielen sich nur im Inneren ab. Es fehlen einem die Worte, denn ausgesprochen fangen sie für andere nicht ein, was sie dem eigenen Leben bedeuten können.
    Sonderbarer- wunderbarerweise schafft das Aushalten dieses Einsamseins eine neuartige Nähe. Für mich zu Gott, zu den Liebsten, auch zu den Fernen. Irgendwie ist es wie ein Zurechtstutzen statt Aufblähen der eigenen Person, kann's nicht anders ausdrücken.
    Was das Böse anbelangt - ein weites Feld -, die Tarnung sehr vielseitig, der Rat sich abzuwenden, umzudrehen ist schon gut.
    Dir alles Liebe

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Gedanken

    Liebe Aurora,

    beschäftigst du dich vielleicht ein bißchen zu sehr mit dir selbst? Dann kann es nämlich leicht passieren, dass man sich dauernd im Kreis dreht und gar nicht sieht, was um einen herum passiert, wo man gebraucht wird, wer einen liebt, was es zu tun gibt. Ich möchte dir sagen: gehe mit offenen Augen durch die Welt, seh dich um, entdecke, was dir entgegenkommt, was um dich ist und öffne die Arme. Dein Herz wird leichter und ein bißchen hüpfen vor Aufregung, aber ganz sicher auch vor Freude.

    Liebe Grüße

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