Umweltschutz und Würde der menschlichen Arbeit ist Bestandteil der kath. Soziallehre:
319. Der Mensch, der berufen wurde, den Garten der Welt zu bebauen und zu hüten (vgl. Gen 2, 15), hat eine besondere Verantwortung für die Lebensumwelt, das heißt für die Schöpfung, die Gott in den Dienst seiner persönlichen Würde, seines Lebens gestellt hat: Verantwortung nicht nur in bezug auf die gegenwärtige Menschheit, sondern auch auf die künftigen Generationen. Die ökologische Frage-von der Bewahrung des natürlichen Lebensraumes der verschiedenen Tierarten und der vielfältigen Lebensformen bis zur "Humanökologie" im eigentlichen Sinne des Wortes-findet in dem Bibeltext eine einleuchtende und wirksame ethische Anleitung für eine Lösung, die das grobe Gut des Lebens, jeden Lebens, achtet. In Wirklichkeit ist "die vom Schöpfer dem Menschen anvertraute Herrschaft keine absolute Macht noch kann man von der Freiheit sprechen, sie zu 'gebrauchen oder mißbrauchen' oder über die Dinge zu verfügen, wie es beliebt" (SRS, Nr. 34).
(Evangelium Vitae, Nr. 42)
320. Die Unternehmensleiter sind gegenüber der Gesellschaft für die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen ihrer Tätigkeiten verantwortlich. Sie sind verpflichtet, auf das Wohl der Menschen und nicht nur auf die Steigerung der Gewinne Bedacht zu nehmen. Gewinne sind jedoch notwendig. Sie ermöglichen Investitionen, die die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze sichern.
(KKK, Nr. 2432)
321. Mit der Förderung der Menschenwürde ist das Recht auf eine gesunde Umwelt verbunden. Denn dadurch wird die Dynamik der Beziehungen zwischen Einzelperson und Gesellschaft deutlich. Ein Paket internationaler, regionaler und nationaler Normen in bezug zur Umwelt gibt diesem Recht allmählich juridische Form. Dennoch genügen die gesetzlichen Maßnahmen für sich allein nicht.... Die Gegenwart und die Zukunft hängen vom Schutz der Schöpfung ab, wegen der endlosen gegenseitigen Abhängigkeit der Menschen und deren Umwelt. Das menschliche Wohlergehen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit für die Umwelt zu stellen ist augenblicklich der sicherste Weg, die Schöpfung zu schützen.
(Botschaft zum Weltfriedenstag, 1999, Nr. 10)
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Thema: Lehre der Kirche?
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24.09.2011, 14:04
AW: Lehre der Kirche?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.09.2011, 14:44
AW: Lehre der Kirche?
Schön. Nur leider keine Erfindung der Kirche, sondern Jahrtausende alte, der Bibel entnommene Weisheit.Der Mensch, der berufen wurde, den Garten der Welt zu bebauen und zu hüten (vgl. Gen 2, 15), hat eine besondere Verantwortung für die Lebensumwelt, das heißt für die Schöpfung, ….
Ach? Hat er das? Klar, die Kirche lehrt das, und zwar seit zweitausend Jahren, unermüdlich…… die Gott in den Dienst seiner persönlichen Würde, seines Lebens gestellt hat:
"Alles in den Dienst des Menschen"... Nur der Mensch und sonst nichts... blabla
Und was da unter „gebrauchen“ und „missbrauchen“ fällt, entscheidet wer und wie? Doch nicht etwa die Kirche, welche Tieren "sicherheitshalber" schon mal die Seele abgesprochen hat, damit ja niemand auf ketzerische Gedanken kommt....Die ökologische Frage-von der Bewahrung des natürlichen Lebensraumes der verschiedenen Tierarten und der vielfältigen Lebensformen bis zur "Humanökologie" im eigentlichen Sinne des Wortes-findet in dem Bibeltext eine einleuchtende und wirksame ethische Anleitung für eine Lösung, die das grobe Gut des Lebens, jeden Lebens, achtet. In Wirklichkeit ist "die vom Schöpfer dem Menschen anvertraute Herrschaft keine absolute Macht noch kann man von der Freiheit sprechen, sie zu 'gebrauchen oder mißbrauchen' oder über die Dinge zu verfügen, wie es beliebt" (SRS, Nr. 34).
(Evangelium Vitae, Nr. 42)
Aha, haben wir’s. Es geht also, wenn hier Aufmerksamkeit für die Umwelt eingefordert wird, ausschließlich um das menschliche Wohlergehen, von Würde der Schöpfung keine Spur. Alles was dem menschlichen Wohlergehen förderlich ist, ist demnach "umweltverträglich".Das menschliche Wohlergehen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit für die Umwelt zu stellen ist augenblicklich der sicherste Weg, die Schöpfung zu schützen.
(Botschaft zum Weltfriedenstag, 1999, Nr. 10)
Was für eine abgrundtiefe Heuchelei ...
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24.09.2011, 14:54
AW: Lehre der Kirche?
ich verspreche Dir, Tessie, mit Dir nicht mehr zu diskutieren. Du willst, dass ausschließlich Deine Meinung über die kath. Kirche hier im Forum bestätigt wird. Da ich nun einmal eine ganz andere Auffassung vertrete, ist es nicht mehr nötig, dass wir uns an die Köppe fahren.Was für eine abgrundtiefe Heuchelei ...
Tschüß alles Gute.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.09.2011, 15:00
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24.09.2011, 15:40
AW: Lehre der Kirche?
Dass es, neben den obigen, auch aufrichtige ökologische Bestrebungen von theologischer Seite her gibt, beweist das hier, aber es ist wohl leider die Ausnahme:
Wir protestieren gegen die inflationären Kotaus der Kirche vor einer gesellschaftlichen wie ethischer Minderheit
Keine Kirchenagende sieht die Segnung der Jagd vor, die weder ethisch noch ökologisch vertretbar ist.
Hubertus, warum verfolgst Du mich? – diese Frage stellt in der Legende Christus in Gestalt eines Hirsches – dem Jäger Hubertus im 7. Jahrhundert.
Hubertus verzichtete ab dem – zu jagen. Abermillionen von Wildtieren stellen diese Frage heute noch. In frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben – Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt ausgeschlossen – bis heute ist der Priesterberuf im kath. Kirchenrecht unvereinbar mit berufsmäßigen Tötung von Tieren – wir denken, mit der - „vergnügungsmäßigen - ebenso.
Theologe Eugen Drewermann: „Die Kirche macht sich mitschuldig an Massenmorden unschuldiger Kreatur und den wahnsinnigen Greueltaten die man Tieren antut.“
Der überwiegende Teil der Bevölkerung spricht sich aus ethischen und ökologischen Gründen gegen die Jagd aus.
Warum ausgerechnet die Kirche der millionenfachen Tötung von Mitlebewesen durch flächendeckende Hubertusmessen und vor allen Dingen, ihr in inflationärer Weise zustimmt - sie unterstützt – jetzt auch die Ludwigskirche in Saarbrücken – ist weder ethisch noch rational nachzuvollziehen.
Wir weisen hier ausdrücklich auf die Diskrepanz zwischen der christlich begründeten Ethik und die Handhabung der Kirchen hin – protestieren gegen die Vereinnahmung der Kirchen durch die Jägerschaft und fordern die Kirche auf
- zu „Hubertus“ Gottesdienste zu gestalten, die nicht zur nostalgischen Verklärung und Verschleierung von unendlichem Tierleid führt,
- die permanent „kirchliche Anerkennung“ der Jagd zu revidieren
- mit Tierschützern „Hubertus“ zu gedenken
(...)
In den frühen christlichen Gemeinden galt die Jagd als unvereinbar mit dem Glauben. Jäger wurden nach der Kirchenordnung des Hippolyt aus den Gemeinden ausgeschlossen. Bis heute ist der Priesterberuf im katholischen Kirchenrecht unvereinbar mit der berufsmäßigen Tötung von Tieren.
(...)
Die Jagd ist nicht mehr zeitgemäß,
ethisch nicht vertretbar
ökologisch – irreversibel schädlich
Die stets angeführte Notwendigkeit einer Wildbestandskontrolle zum Schutz des ökologischen Gleichgewichts, greift bei näherer Betrachtung nicht und wäre außerdem bei einer ethischen Abwägung kein „Rechtfertigungsgrund“
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27.09.2011, 17:37
AW: Lehre der Kirche?
@Opelius
"eine Lösung, die das grobe Gut des Lebens, jeden Lebens, achtet."
Aber gegen die Todesstrafe haben sie nix. Was ist mit diesen Leben? Überflüssig?
Wie immer, schöne Worte, und nichts dahinter.
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27.09.2011, 19:39
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28.09.2011, 07:18
AW: Lehre der Kirche?
Hallo zusammen,
ich war am Sonntag in Freiburg bei der Abschlussmesse. Und was soll ich sagen, es war richtig schön. Und zwar nicht, weil der Papst sie gehalten hat. Ob der nun da vorne am Altar steht oder der Pfarrer aus Pusemuckel ist mir als winzigem Pünktchen in Sektor B3 ziemlich egal, den seh ich eh nicht ohne Fernglas. Aber mit 100.000 Menschen gemeinsam zu beten und zu singen, und vor allem still zu werden, das hat wirklich was. Vor allem die Stille hat mich sehr beeindruckt. Das ist wirklich besonders. Und ich bin froh, dass ich einer Gemeinschaft angehöre, wo solche Erlebnisse möglich sind. Und waren keine katholischen Taliban unterwegs, jedenfalls nicht erkennbar, sondern lauter ganz normale Wald- und Wiesenkatholiken, die sicherlich nicht jedes Wort der katholischen Lehre unterschreiben würden.
Ich gebe zu, dass ich mich tasächlich auch geärgert habe, dass nämlich der Papst nicht nur die Messe auf Latein las, wie er es schon in Berlin gemacht hat, sondern auch das Vaterunser auf Latein beten ließ, was ich unmöglich finde. Damit nimmt man, finde ich, der Gemeinde, die die Sprache nicht wirklich beherrscht, dieses so zentrale Gebet. Und obwohl ich es auf Latein sogar aufsagen kann, ist es nicht dasselbe. Es sind dann nur auswendig gelernte Worte.
Aber so ist das im Leben in einer großen Gemeinschaft, es gibt eben auch immer mal wieder Anlass, sich zu ärgern. So lange aber noch die schönen Erlebnisse überwiegen, verbuche ich solche Vorkommenisse unter Altersstarrsinn und kann damit leben. Irgendwer hat gesagt, der Papst sei ein großer Theologe, aber ein ängstlicher Mensch. Und ich glaube, das trifft es ganz gut. Und mit Ängstlichkeit kann ich zumindest leben, auch wenn ich mir manchmal anderes wünschen würde. Von jemandem zu verlangen, dass er das, woran er sechzig Jahre lang geglaubt und was er ehrlichen Herzens vertreten hat, so spät im Leben noch über Bord werfen soll, ist auch sehr viel verlangt. Da sollte sich auch jeder mal fragen, ob er selbst dazu bereit wäre. Es gibt solche Menschen, und ihnen gehört meine volle Bewunderung. Aber verlangen kann man das nicht, finde ich.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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09.10.2011, 21:53
AW: Lehre der Kirche?
Und soviel zur kirchlichen Heuchelei "Nächstenliebe":
Als einen „Widerspruch in sich“ bezeichnen die „Freien Christen für den Christus der Bergpredigt“ den 1. Kirchentag „Mensch und Tier“ vom 27.-29. August in Dortmund, der von der Gruppe AKUT e.V., Aktion Kirche und Tiere, veranstaltet wird. „Zwar ist grundsätzlich jedes Engagement für die gequälten Tiere begrüßenswert, doch wird auf einem ‚Kirchentag’ dabei der Bock zum Gärtner gemacht“, so Sprecher Dieter Potzel, ein ehemaliger evangelischer Pfarrer, der aus der Kirche ausgetreten ist. Denn beide Großkirchen in Deutschland rechtfertigen bis heute Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachthöfe, Tierversuche und die Jagd, und sie sprechen den Tieren die unsterbliche Seele ab.
Unter dem Motto „Rettet die Tiere vor der Kirche!“ klären die „Freien Christen für den Christus der Bergpredigt“ in einer Stellungnahme zum Kirchentag über die Tierliebe von Jesus und über die Schuld der Kirche am Leid der Tiere auf. Wörtlich heißt es in dieser Stellungnahme: „Wird hier nicht ehrliches Engagement für die Tiere dazu missbraucht, der Institution Kirche als Feigenblatt zu dienen, um deren grauenhafte Kirchenlehre und Feindseligkeit gegen die Tierwelt zu verdecken?“
Der Hoffnung der Veranstalter des Kirchentages auf eine neue tierfreundliche Theologie in der Kirche widerspricht der ehemalige Pfarrer Dieter Potzel: „Damit möglichst wenige austreten, will es die Kirche auch in Zukunft allen Interessengruppen mit nennenswerter Anzahl an Kirchenmitgliedern recht machen. Und dazu gehören nun einmal Jäger, Angler, Metzger, Viehzüchter, Massentierhalter, Schlachthofbesitzer, Schlächter, Betreiber von Tierversuchslabors, überzeugte Fleischesser usw.“
Dass die Kirche der falsche Ort für ein Engagement zugunsten der Tiere ist, musste auch die ehemalige Pfarrerin und Gründerin des Vereins AKUT e.V., Christa Blanke, erkennen. 15 Jahre setzte sie sich innerhalb der Kirche für die Rechte der Tiere ein, kritisierte die Ausrichtung der Kirche auf den Menschen und forderte von ihr klare Stellungnahmen gegen die Ausbeutung und Missachtung von Tieren. Als sich jedoch die Haltung der Kirche nicht änderte, zog die engagierte Theologin im Jahr 2000 die Konsequenzen und trat aus der Kirche aus.
Quelle
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10.10.2011, 17:43Inaktiver User
AW: Lehre der Kirche?
Es ist schade, dass Christa Blanke und andere, die sich für eine sinnvolle Sache eingesetzt und engagiert gekämft haben, der Kirche den Rücken zugewendet haben. Vielleicht hätten sie mit der Zeit doch etwas erreichen können. Sicher wären es nur kleine Schritte gewesen, aber die würden ja evtl irgendwann, nach vielen Jahren, zum Ziel führen. Mit dem Austritt ist die Hoffnung für eine Veränderung aufgegeben worden und vielleicht sogar der feste Glaube, der Berge versetzen kann.
Auf der anderen Seite denke ich, dass die Kraft für diesen beharrlichen Kampf einfach nicht ausgereicht hat. Wahrscheinlich gab es schwere Angriffe von seiten der Kirche, in welcher Form auch immer, Ignoranz oder verbale Angriffe, die so geschwächt haben, dass es nicht mehr möglich war weiterzumachen. Denn es gibt ja noch vieles andere im Leben wofür man stark sein muß.


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