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  1. gesperrt

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Voraussetzung für eine solche Deutung ist aber doch wieder der Glaube an die höhere Macht, oder auch "Gott" genannt, die sich wie auch immer vermittelt in der Bibel äußert - was aber, wenn eben dieser Glaube sich nicht einstellen will?

    Ich weiß es nicht.
    In dem Fall ist es immer noch möglich (und in meinen Augen sehr sinnvoll), Glaube Glaube sein zu lassen, und sich erst mal an die wichtigen Verhaltensregeln zu halten. Also an die zehn Gebote, an die Werke der Barmherzigkeig (Matthäus 25). Und dann, durchaus in wissenschaftlichen Geist, an sich selbst zu prüfen:

    - habe ich diese Richtlinien heute befolgt?
    - wenn ja, wie ist es mir damit gegangen?
    - in welchen Situationen habe ich sie nicht befolgt? Warum nicht?

    Der Glaube - was ich verstehe als Vertrauen ins Leben, ein sich-geborgen-fühlen in der Welt, trotz aller Widrigkeiten, die es gibt - wird aus einer solchen Auseinandersetzung notwendigerweise von selbst entstehen. Es mag sein, dass es lange dauert und es mag sein, dass zuerst erst mal alles komplizierter, aufwendiger und emotionaler wird, aber auf lange Frist lohnt es sich, auf lange Frist wird das Leben einfacher, klarer, zielgerichteter, angenehmer, sinnvoller.

    grüsse, barbara

  2. gesperrt

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Tabea Beitrag anzeigen
    Der Teufel hat die Bibel mitgeschrieben? Das höre ich zum ersten Mal.
    Weiß zwar nicht, was es da zu lachen gibt. Aber dass du das zum ersten mal hörst, glaub ich dir unbenommen. Wenn der Befehl zum Töten von Homosexuellen, um bei dem Beispiel zu bleiben, nicht von widergöttlichen Mächten ausgeht, von welchen dann?

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Und wer sagt mir, was teuflisch und was göttlich ist?

    Nee, lass mal. Ich denke, wenn ich die Bibel mit Herz und Hirn lese und vor allem im geschichtlichen Kontext und dann noch ein paar Dinge den jeweiligen Übersetzungen schulde - dann komme ich damit schon ganz gut zurecht.
    Bis auf Weiteres a.D.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Ich selber habe meinen christlichen Glauben im Zuge der mehrjährigen Beschäftigung mit christlichem Schrifttum verloren. (Vielleicht war er auch nie richtig da und ich habe das erst durch die Beschäftigung damit gemerkt.) Empfinde dies aber nicht als Verlust - es war eben so.

    Die zentralen theologischen Überzeugungen der Kirche, in die ich hineingeboren wurde (evangelisch) vermag ich nicht nachzuvollziehen - der Gedanke, dass es einen Weltenlenker gibt (Gott), sowie die Opfer- und Erlösungstheologie.


    Einige Grundgedanken des christlichen Glaubens finde ich aber nach wie vor wunderbar:

    - der Gedanke dass mir meine Schuld vergeben wird, wenn ich sie eingestehe, sodass ich unbelastet "neu anfangen" kann

    - die Idee der bedingungslosen Liebe, auch der Feindesliebe

    - die Überzeugung, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.

    Ich kann ganz gut damit leben, dass ich mir aus dem christlichen Glauben das herausnehme, was mir gut gefällt - das theologische Drumrum brauch ich nicht.
    Hm, das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Du glaubt nicht an die Existenz Gottes, aber Dir gefällt der Gedanke, dass vor diesem nicht-existenten Gott alle Menschen gleich sind
    Dass man dem Gedanken der bedingungslosen Liebe oder der Vergebung der Schuld auch ohne den Glauben an Gott etwas abgewinnen kann, kann ich ja noch nachvollziehen. Wobei ich beides ohne diesen Glauben deutlich schwieriger finde, weil beides wohl in letzter Konsequenz das menschliche Vermögen übersteigt, es sei denn, man ist zufällig ein Heiliger.

    Ich habe ohnehin den Eindruck, dass in den christlichen Konfessionen derzeit in der Verkündigung eine Akzentverschiebung stattfindet, dass man sich mehr darauf fokussiert, den Menschen zu vermitteln, dass sie von Gott gewollt und bedingungslos geliebt sind, weg von einer sehr schuldzentrierten Verkündigung, wie sie oft noch bis in die 70er Jahre hin üblich war.

    Zudem gibt es ja auch immer noch die mystische Richtung, die die persönliche Erfahrung Gottes in den Vordergrund stellt. Und ich merke für mich, die ich ansonsten wahrlich ein Büchermensch bin, dass ich mir Religion ohne Mystik schlichtweg nicht vorstellbar ist. An einem Gott, den ich nur aus Büchern erfahren kann, hätte ich wohl massive Zweifel. Und gerade weil es eben auch diese andere Seite gibt, kann ich manche Ungereimtheiten und Dogmen gut beiseite legen, ohne gleich den ganzen Bezugsrahmen Kirche aufzugeben.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. gesperrt

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Und ich merke für mich, die ich ansonsten wahrlich ein Büchermensch bin, dass ich mir Religion ohne Mystik schlichtweg nicht vorstellbar ist. An einem Gott, den ich nur aus Büchern erfahren kann, hätte ich wohl massive Zweifel.
    Ja.

    Das Schreiben heiliger Bücher inkl. Bibel fängt ja auch immer an mit der mystischen Erfahrung eines Menschen, der dann versucht, seine Erfahrung in Worte zu fassen.

    Doch damit ist es so ein bisschen wie mit dem Gefühl des Verliebt-Seins: wer es noch nie erlebt hat, kann es sich nicht wirklich vorstellen... und wer es erlebt hat, erkennt sich sofort in einer guten Beschreibung.

    Heilige Texte sind wohl am hilfreichsten dafür, schon gemachte mystische Erfahrungen einzuordnen und in einen sinnvollen Kontext zu setzen. Wobei ich ergänze: mystische Erfahrungen sind nichts Aussergewöhnliches, ich nehme an, dass alle Mesnchen hin und wieder eine solche machen... und sie halt nur nicht so benennen. Zustände von absoluter Freude und Leichtigkeit, Situationen, in denen alles genau richtig ist... jeder Mensch kennt das.

    grüsse, barbara

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    so ist es. widersprüche sind etwas sehr menschliches, und so ist auch die bibel, das stört mich nicht sondern es freut und beruhigt mich.
    hallo
    bin die yvonne, 50 jahre alt, gross, schlank, ein paar graue haare, sonst braunes haar. bin recht gebildet, bestimmt nicht eingebildet, transsexuell, aber das spielt hier nun wirklich keine rolle.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Heilige Texte sind wohl am hilfreichsten dafür, schon gemachte mystische Erfahrungen einzuordnen und in einen sinnvollen Kontext zu setzen. Wobei ich ergänze: mystische Erfahrungen sind nichts Aussergewöhnliches, ich nehme an, dass alle Mesnchen hin und wieder eine solche machen... und sie halt nur nicht so benennen. Zustände von absoluter Freude und Leichtigkeit, Situationen, in denen alles genau richtig ist... jeder Mensch kennt das.

    grüsse, barbara
    Das ist wohl wahr. Man darf die Mystik nicht zu einer Disziplin für Hochleistungschristen veklären, die erst mal jahrelang einsam in der Wüste meditieren müssen.

    Wobei es sicherlich auch spirituell begabte Menschen gibt, die offener sind für solche Erfahrungen und sie daher müheloser machen, auch ohne sie zu suchen. Aber ich bin davon überzeugt, dass jeder, der die Sehnsucht danach verspürt, und in seinem Inneren dafür offen ist, mystische Erfahrungen machen kann.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  8. Inaktiver User

    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Ich bin gerade dabei, zu entdecken, dass das ganze Leben aus Widersprüchen besteht. Aber dass diese Erfahrung wiederum kein Widerspruch zum Leben bedeutet, sondern, dass Widersprüche sein MÜSSEN, weil von verschiedenen Warten her jeweilige tiefe Seinsfragen beleuchtet werden. Da Menschen aber immer nur Ausschnitte von dem was ist sehen und erfahren können, ist es logisch, dass, da die Sicht auf das Ganze fehlt, diese Puzzleteile den "Anschein" haben, sie wären widersprüchlich. Könnte man das "Ganze" tatsächlich schauen, würde sich alles "fügen".... (aber dann wäre man kein Mensch mehr)

    Damit meine ich jetzt aber nicht solche Widersprüche wie z.B. die Frage nach der Bewertung Homosexualität Ja oder Nein, gut oder schlecht. Die Widersprüche, die sich auf dieser oberflächlicheren, meist kulturellen Ebene ansiedeln, sind m.E. vom Menschen hausgemachte Widersprüche in denen er sich selbst verstrickt.

    So z.B. fasziniert mich momentan ganz besonders der Widerspruch, dass das Leben eines jeden einerseits unheimlich kostbar ist, weil es niemals ein zweites Exemplar eines Menschen geben wird. In all' den Milliarden Jahren wird es nur ein einziges Mal eine malina, eine Tabea, einen _maddin_ eine tessie eine bae eine bruennette geben. Nur ein EINZIGES Mal!!

    Andererseits kann dieses Leben aber unheimlich leicht verloren werden, so, als sei es nichts wert. Die Natur ist verschwenderisch und schüttet jeden Tag erneut ihr Füllhorn aus, oder/und löscht einen Teil dieser Fülle wieder aus. An einem einzigen Kirschbaum treiben in einem Frühjahr hunderte, ja vielleicht tausende von Blüten. Wer stand nicht schon mal unter einem blühenden Kirschbaum? Aber: Kommt ein Wind, fallen so viele zu Boden und nur wenige "schaffen" es bis zur Kirsche. Aber für die Natur ist dieses Nehmen und Geben alles kein Problem.

    Naja,-

    Sorry, wurde grad ein wenig "philosophisch"...


    Ansonsten:

    maddin, ich habe den Eindruck, dass Du immer noch (D)einen Glauben "machen" willst. Das geht aber nicht. Auch wenn Du beschließen solltest, ab jetzt jeden Tag 10 Vaterunser zu beten, das wird so nicht funktionieren. Denn Glaube ist Gnade und wird geschenkt (und hat nur sehr wenig mit logischem, wissenschaftlichen Denken zu tun )

    Ich habe leider auch kein "Rezept", was Du machen könntest, außer, Dich innerlich auf "Empfang" zu stellen, und all' das, was schon hier im Strang angesprochen wurde, zu probieren, bzw., Dir das herauszupicken, wo Du spürst, "JA, genau da werde ich neugierig... genau DA möchte ich mal sehen, was das ist..."

    Und abschließend:
    Wenn ich mich auf Frère Roger berufen darf: Er sagte, dass schon in dem Moment, wo Du Sehnsucht nach einer göttlichen Gegenwart verspürst, diese Gegenwart schon DA ist....

    Gruß!
    Geändert von Inaktiver User (13.09.2011 um 11:08 Uhr)

  9. Moderation

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Denn Glaube ist Gnade und wird geschenkt
    Tja, und da frage ich dann wieder: warum manchen, und anderen nicht? Was hat sich Gott dabei "gedacht"?
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  10. gesperrt

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Tja, und da frage ich dann wieder: warum manchen, und anderen nicht? Was hat sich Gott dabei "gedacht"?
    Wohl dasselbe, warum es Leute mit einem Talent für Buchhaltung und andere Leute mit einem Talent fürs Klavierspielen gibt.

    Es scheint, Gott mag Vielfalt.

    grüsse, barbara

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