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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo tessie,

    Deine Interpretation dieser Stelle des dreimaligen Verleugnens habe ich noch nie in diesem Licht gesehen. Sehr interessant!

    Allerdings möchte ich anmerken, dass ich diese Stelle keineswegs banal empfinde. Auch ohne diesen Hinweis auf den erwartbaren Verlauf der Geschichte der Kirche & ihrer Päpste finde ich sie zutiefst beeindruckend und von gleicher sinnhafter Tiefe wie so gut wie alles, was in den Evangelien festgehalten ist.
    (...)
    Liebe Bruennette, du hast recht, die Geschichte hat es, abgesehen von der vom damaligen Standpunkt aus gesehen weit in die Zukunft reichenden Tragweite, auch für sich alleine genommen schon in sich. Legt sie doch die Abgründe des menschlichen Wesens offen. Sehe ich jedenfalls auch so.

    Was im Kopf von Petrus im Moment seiner Verleugnung vorgegangen ist, wissen wir nicht. Aber ich denke nicht, dass es einfach nur Angst um sein Leben war, niemand von den Aposteln wurde ja im Zusammenhang mit der Verhaftung und Verurteilung Jesu umgebracht.
    Was hat Petrus aber dann zu seinem Verhalten geführt? Petrus war gewiss ein Mensch, der von der Existenz Gottes überzeugt war. Nur an was für einen Gott glaubte er? Man muss bedenken, dass Petrus die von Jesus ausgehende und nicht in Worte fassbare Liebe aus erster Hand erleben durfte, während wir das heute nur noch vom Hören-Sagen und aus den begrenzten Ausführungen der Bibel nachempfinden können. War nun Petrus, trotz seiner Erlebnisse, wirklich im Innersten davon überzeugt, dass Jesus der verheißene Messias, ja Gott selbst war? Ich denke, die Geschichte mit der Verleumdung lässt erahnen, dass es nicht so war. Als die Geschehnisse um Jesus eine Wende nahm, die so ganz und gar nicht seinen Vorstellungen entsprach, zweifelte er an Jesus. Fühlte er sich von ihm betrogen und glaubte, einem falschen Messias - was ja ohnehin die damals vorherrschende Meinung war - aufgesessen zu sein? War es ihm nun peinlich, das zuzugeben? Ja, ich denke, so könnte es gewesen sein. Der Grund war demnach, dass er von der Liebe, die Gott ist, nicht im Innersten überzeugt war, sie noch nicht verinnerlicht hatte. Zu viele Götzenbilder von Gott waren damals im Umlauf, und hier zeigt sich wieder die Parallele zur später gegründeten Kirche: Man sollte sich nichts vormachen, auch das von der Kirche vermittelte Gottesbild schwankt hin und her zwischen Götzenbildern und den wahren Gott, der die Liebe ist. Die durch und durch verlogenen und geheuchelten Moralvorstellungen, welche von Irrlehrern der Kirche in die Welt gesetzt und bis zum heutigen Tage wie Sauerbier verbreitet werden, legen davon Zeugnis ab. Wohl dem, der sich nicht davon in die Irre führen lässt.
    Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen, wie Homosexuelle, aus der Liebe Gottes, nur wegen ihrer Andersartigkeit, ist nur ein Beispiel für die Verleugnung der von Jesus gelehrten Gottes- und Nächstenliebe, und damit von Jesus selbst, welcher niemals irgendwelche Teile der Schöpfung aus seiner Liebe ausgrenzen würde.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von tessie_10 Beitrag anzeigen

    Was im Kopf von Petrus im Moment seiner Verleugnung vorgegangen ist, wissen wir nicht. Aber ich denke nicht, dass es einfach nur Angst um sein Leben war, niemand von den Aposteln wurde ja im Zusammenhang mit der Verhaftung und Verurteilung Jesu umgebracht.
    Hmm, ich dachte, die Überlieferungen Petrus wären lange nach dem Leben Jesu durch Überlieferung entstanden...
    Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen, wie Homosexuelle, aus der Liebe Gottes, nur wegen ihrer Andersartigkeit, ist nur ein Beispiel für die Verleugnung der von Jesus gelehrten Gottes- und Nächstenliebe, und damit von Jesus selbst, welcher niemals irgendwelche Teile der Schöpfung aus seiner Liebe ausgrenzen würde.
    Und wie erfüllt er dann das Gesetzt Gottes? Nein, bitte keine Antwort.

    Verstehe mich nicht falsch - dies sollte eben kein Fred sein, der die Gegensätze und Widersprüche zum Inhalt hat, sondern das, was man tun kann ---- ja, um irgendwie dies alles auszublenden. Ich weiß auch nicht, wie ich das formulieren kann.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von _maddin_ Beitrag anzeigen
    Hmm, ich dachte, die Überlieferungen Petrus wären lange nach dem Leben Jesu durch Überlieferung entstanden...
    Und was soll das jetzt mit den Überlieferungen des Petrus zu tun haben? Mit welchen?

    Zitat Zitat von _maddin_ Beitrag anzeigen
    Verstehe mich nicht falsch - dies sollte eben kein Fred sein, der die Gegensätze und Widersprüche zum Inhalt hat, sondern das, was man tun kann ---- ja, um irgendwie dies alles auszublenden. Ich weiß auch nicht, wie ich das formulieren kann.
    Ich weiß nicht, was du willst. Wenn du die Gegensätze und Widersprüche ausblenden willst, kannst du dich ja an den Papst oder seine Lassallen wenden, die tun genau das.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    tessie, warum auf einmal so giftig?
    Bis auf Weiteres a.D.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Tabea Beitrag anzeigen
    tessie, warum auf einmal so giftig?
    Wieso giftig? Darf man keine komischen Fragen hinterfragen?

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Hm. Villeicht habe ich einen falschen Tonfall bei Dir "gehört"...
    Bis auf Weiteres a.D.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Tabea Beitrag anzeigen
    Hm. Villeicht habe ich einen falschen Tonfall bei Dir "gehört"...
    Vielleicht hast du aber auch nur die Seltsamkeit der Fragen von maddin überhört. Tut mit leid, ich kann damit nichts anfangen. Falls du was damit anfangen kannst, kannst du ja gerne an meiner Stelle darauf eingehen, meinen Segen hast du.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von _maddin_ Beitrag anzeigen
    Viele stellen die Frage, was ich denn glaube. Ich denke, in letzter Konsequenz an eine höhere Instanz. Aber, und das ist ganz gegen mein naturwissenschaftliches Wesen, es gereicht mir nicht zum Sinn des Lebens.

    Der christliche Glaube ist der, den ich gelehrt bekommen habe. Allerdings hatte diese Lehre nie die Widersprüche zum Inhalt. Man hat die sehr schön ausgeklammert.

    Widersprüche machen mir aber Probleme. Und der Rest ist dann noch selbsterklärend. Also wackelt alleine schon der Glaubenswille.
    Maddin,

    wenn ich dich richtig verstanden habe, suchst du einen Zugang zum christlichen Glauben, um einen Sinn in deinem Leben erkennen zu können? Oder möchtest du Dingen, die dir widerfahren sind, einen Sinn geben können und hoffst, diesen über den Umweg des christlichen Glaubens zu finden?

    Aber die Widersprüche in der Bibel hindern dich daran, weil du im Grunde ein naturwissenschaftlich denkender Mensch bist?

    Die Widersprüche in der Bibel erklären sich daraus, dass es sich um ein Buch handelt, das Texte unterschiedlicher Autoren mit unterschiedlichen Hintergründen versammelt, die in einem mehr als ein Jahrtausend dauernden Prozess geschrieben, abgeändert, kopiert, immer wieder neu gemixt und schließlich übersetzt wurden. Wie kann man von einem derart heterogenen Werk Einheitlichkeit und Widerspruchsfreiheit erwarten?

    Die meisten Richtungen von Juden- und Christentum lehren, dass Gott die biblische Überlieferung gelenkt und inspiriert hat, ihre Schreiber also vom Heiligen Geist bewegt und vor schwerwiegenden Fehlern bewahrt wurden. Sie fassen ihre Bibelversion aber nicht direkt und vollständig als Ergebnis göttlicher Eingebung oder göttlichen Diktats auf, sondern als menschliches Zeugnis, das Gottes Offenbarungen enthält, reflektiert und weitergibt.

    Im Katholizismus, in jüdischer und lutherischer Orthodoxie galt zeitweise die Theorie der Verbalinspiration. Manche Evangelikale und Freikirchen setzen den Bibeltext unmittelbar mit Gottes Offenbarung gleich und schreiben seinem Wortlaut daher eine „Irrtumsfreiheit“ (Inerrancy) zu. Sie reagieren damit auf die als Angriff auf ihren Glauben empfundene historische Bibelkritik seit der Aufklärung. Diese Auffassung wird oft als Biblizismus oder biblischer Fundamentalismus bezeichnet.
    (Quelle: Wikipedia)


    Glaubt man daran, dass in den Geschichten, von denen die Bibel berichtet, in irgendeiner Weise eine höhere Macht gewirkt hat, könnte man sämtliche Widerspüche als menschliche Fehlleistung wegerklären. Am Beispiel Homosexualität, das Tessie nannte: der Autor beurteilte, seinem geschichtlichen Hintergrund entsprechend, Homosexualität negativ - es fehlte ihm an dieser Stelle an göttlicher Inspiration. (In Wirklichkeit verhält es sich noch etwas komplizierter, siehe hier)

    Voraussetzung für eine solche Deutung ist aber doch wieder der Glaube an die höhere Macht, oder auch "Gott" genannt, die sich wie auch immer vermittelt in der Bibel äußert - was aber, wenn eben dieser Glaube sich nicht einstellen will?

    Ich weiß es nicht.
    (Ich frage mich allerdings auch im Verlaufe dieses Threads immer wieder: warum willst du es unbedingt? Wenn es dir um die Frage nach dem Sinn geht - es gibt soviele Möglichkeiten, sie zu beantworten, ohne dafür einen Gott zu bemühen.)


    Ich selber habe meinen christlichen Glauben im Zuge der mehrjährigen Beschäftigung mit christlichem Schrifttum verloren. (Vielleicht war er auch nie richtig da und ich habe das erst durch die Beschäftigung damit gemerkt.) Empfinde dies aber nicht als Verlust - es war eben so.

    Die zentralen theologischen Überzeugungen der Kirche, in die ich hineingeboren wurde (evangelisch) vermag ich nicht nachzuvollziehen - der Gedanke, dass es einen Weltenlenker gibt (Gott), sowie die Opfer- und Erlösungstheologie.


    Einige Grundgedanken des christlichen Glaubens finde ich aber nach wie vor wunderbar:

    - der Gedanke dass mir meine Schuld vergeben wird, wenn ich sie eingestehe, sodass ich unbelastet "neu anfangen" kann

    - die Idee der bedingungslosen Liebe, auch der Feindesliebe

    - die Überzeugung, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.

    Ich kann ganz gut damit leben, dass ich mir aus dem christlichen Glauben das herausnehme, was mir gut gefällt - das theologische Drumrum brauch ich nicht.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Glaubt man daran, dass in den Geschichten, von denen die Bibel berichtet, in irgendeiner Weise eine höhere Macht gewirkt hat, könnte man sämtliche Widerspüche als menschliche Fehlleistung wegerklären.
    Stimmt, das wäre eine mögliche Erklärung. Und eine noch andere Erklärung wäre die Annahme, dass in den Geschichten der Bibel neben Gott auch noch andere, widergöttliche Mächte (mit)gewirkt haben. Unter dieser Voraussetzung lassen sich die Widersprüche nicht nur erklären, sie sind geradezu zu erwarten.

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    AW: Wie bekommt man Zugang zum CHRISTLICHEN Glauben?

    Der Teufel hat die Bibel mitgeschrieben? Das höre ich zum ersten Mal.
    Bis auf Weiteres a.D.

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