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Thema: Das Böse....

  1. Inaktiver User

    Das Böse....

    Hallo,
    es ist zwar nicht direkt ein religiöses Thema,auch kein nur philosophisches: woher kommt das abgrundtief
    Böse im Menschen ?
    Wie kommt es, das mir nichts dir nichts, biedere Familienväter zu "Monstern" mutieren, auf Befehl einer
    Regierung oder Religion oder anderer "Instanz".Ich meine ausdrücklich nicht psychisch kranke Kindermörder
    oder andere "forensische" Täter.
    Kann jede/r so werden, unter bestimmten Bedingungen, ist es einfach "da", in uns verankert und kann,
    wie ein schlafender Hund, geweckt werden, wenn wir uns irgendwelche Vorteile davon versprechen.
    Z.B. Macht, Besitz,Dominanz, Anerkennung ?!
    Nicht die kleinen Sauereien im Leben sind hier, wohlgemerkt, gemeint. Die gibt es in jedem und überall...
    Ich meine zB. das kalte, leidenschaftslose Morden, im Namen irgendeiner Ideologie, das Töten wildfremder, "unschuldiger" Menschen, ohne Ansehen der Person.Wie bei den Nazis zB.Oder bei Stalin.
    Lebt "Eichmann" in uns allen ?
    Und: wie kann man "danach", wieder ins Leben zurück kehren, sofern man selber überlebt hat und einfach weiter machen, mit dem Biedermann/Biederfrau Leben, so als habe es das alles nie gegeben ?!
    Ohne jedes Gefühl für Schuld und Eigenverantwortung, ohne Grauen beim Blick in den Spiegel...
    Egal ob man "nur "Schreibtischtäter war, oder mit eigener Hand mordete.
    Noch eine interessante Frage: gibt es Menschen die nur böse sind, an denen nie ein "gutes Haar IRGENDWAS SYMPHATISCHES, "Gutes" war ??
    Provokativ: hatten Hitler, Stalin und Co auch "gute Seiten"!?
    Habe gerade einige Bücher zu der Thematik gelesen, die mich auch nicht wirklich schlauer machten,
    es scheint alles abzuprallen an den harten Fakten, wohl weil niemand die Antworten kennt....
    Habt Ihr welche ?

  2. gesperrt

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    AW: Das Böse....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo,
    es ist zwar nicht direkt ein religiöses Thema,auch kein nur philosophisches: woher kommt das abgrundtief
    Böse im Menschen ?
    Wie kommt es, das mir nichts dir nichts, biedere Familienväter zu "Monstern" mutieren, auf Befehl einer
    Regierung oder Religion oder anderer "Instanz".Ich meine ausdrücklich nicht psychisch kranke Kindermörder
    oder andere "forensische" Täter.
    Kann jede/r so werden, unter bestimmten Bedingungen, ist es einfach "da", in uns verankert und kann,
    wie ein schlafender Hund, geweckt werden, wenn wir uns irgendwelche Vorteile davon versprechen.
    Z.B. Macht, Besitz,Dominanz, Anerkennung ?!
    Nicht die kleinen Sauereien im Leben sind hier, wohlgemerkt, gemeint. Die gibt es in jedem und überall...
    Ich meine zB. das kalte, leidenschaftslose Morden, im Namen irgendeiner Ideologie, das Töten wildfremder, "unschuldiger" Menschen, ohne Ansehen der Person...
    Die Frage stelle ich mir auch. Dass es das Böse wirklich gibt, belegt schon die Kriminalgeschichte mit ihren immer wieder auftauchenden Tatbeständen, in denen kaltblütig gemordet und misshandelt wird. Ich denke, es hat etwas mit Nächstenliebe zu tun, oder besser gesagt mit dem Fehlen dieser. Oder was auf dasselbe hinauskommt - mit dem fehlendem Mitgefühl mit anderen Menschen bzw. anderen Lebewesen überhaupt. Wenn das nicht oder mangelhaft vorhanden ist, müssen nur noch die entsprechenden äußeren Umstände hinzukommen und fertig ist das Verbrechen.
    Wo kommt aber die Nächstenliebe bzw. das Mitgefühl überhaupt her? Obwohl ein allgegenwärtiges und alltägliches Phänomen - ich gestehe, die Frage nicht beantworten zu können. Es handelt sich wohl um eines der geheimnisvollsten Eigenschaften des Bewusstseins überhaupt. Und gewiss nicht zufällig hatte Jesus die Nächstenliebe als Inbegriff des (wahren) göttlichen Gesetzes bezeichnet, wonach auszurichten er uns gebot.

  3. Inaktiver User

    AW: Das Böse....

    "Das Böse" ist ja erst mal eine Frage der Dualität: wo Licht ist, ist auch Schatten.

    Das Böse im Menschen, der anderen Menschen schlimmes Leid zufügt, nach objektiven Kriterien - das ist vermutlich (noch) nicht geklärt, woher das kommt und ob es ein Keim ist, der in uns allen schlummert und nur geweckt werden muß.

    Mir erscheint es nachvollziehbar, dass Menschen, die in ihrer Kindheit Schaden genommen haben durch Gewalt und Missbrauch, besonders anfällig sind für Grausamkeit gegenüber sich selbst oder anderen.

    Alice Miller hat dazu eine interessante Theorie: die Generationen, die unter besonders rigiden Erziehungsmethoden aufwuchsen, welche aufgrund von "Wissenschaftlichkeit" auch breiten Anklang fanden in der Bevölkerung (z.B. Moritz Schreber), bestritt das "Personal" des 1. und 2. Weltkriegs.

    Das ist nur ein Aspekt. "Das Böse", wenn man es als Phänomen betrachtet, besteht aus vielen Teilen.

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    AW: Das Böse....

    ich bin davon überzeugt, dass ich zu jeder bösen Tat fähig wäre.
    Das Potential habe ich in mir. Ich müsste mich nur an die Wand gedrückt fühlen, damit es zum Ausbruch käme. Oder ich fiele auf markante Sprüche eines Leitwolfs herein. Dann könnte meine bürgerliche Fassade bröckeln.

    Ich frage mich manchmal, was wäre aus mir geworden, wenn ich in Nazideutschland sozialisiert worden wäre. Wäre ich ein begeisterter HJ-Führer geworden, ein überzeugter Judenhasser?
    Was wäre aus mir geworden, wäre ich in der DDR sozialisiert worden? Wäre ich überzeugter MfS-Mitarbeiter geworden, nur um nicht benachteiligt zu werden? Ich weiß es nicht, ich fürchte nur, ich wäre diesen Weg ohne Gewissenbisse gegangen.

    Die wenigen Straftaten, die ich in meinem Leben begangen haben, sind nie aufgedeckt worden, außer ein paar Strafmandaten im Verkehrsbereich.

    Ich glaube nicht, dass es besonderer Anlässe bedarf, dass ein Mensch etwas Böses tut. Er muss nur in der Situation einen Vorteil in seinem bösen Tun sehen. Oder derart in eine ausweglose Situation geraten, dass er nur noch zwei Lösungen sieht: psychisch krank werden oder krimininell.

    Ein weiterer Aspekt kommt noch hinzu: insbesondere die üblichen Straftaten der sogenannten "kleinen" Leute sind in unserem Rechtssystem sanktioniert. Die Straffolgen anerkannt und gut geheißen. Aber strafwürdiges Verhalten unserer Führungseliten und Prominenten werden heiß diskutiert, zum Teil sogar kleingeredet - bis auf die Schadenfreude, wenns dann doch mal einen von denen erwischt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Das Böse....

    Es ist doch ein Faktum,dass auch Menschen die keinerlei "Vorbilder"in Sachen Bösartigkeit hatten oder haben auch zum Bösen tendieren können.Denn sonst wären wir ja,die wir die Nachkriegsgeneration sind etc.(oder auch die Jugend heutzutage)wunderbar aus dem Schneider.Ich denke,es gibt Menschen die vom Bösen so fasziniert sind und es eben tun.Warum auch immer entzieht sich dann auch.Das ist beunruhigend,deshalb braucht der Mensch immer wieder Gründe warum etwas so sei wie es sei.Aber ich fürchte,es gibt oft keinen Grund.Oder auch nur den,einmal zu etwas JA zu sagen wo man NEIN sagen muß.

  6. Inaktiver User

    AW: Das Böse....

    Zitat Zitat von tessie_10 Beitrag anzeigen
    Die Frage stelle ich mir auch. Dass es das Böse wirklich gibt, belegt schon die Kriminalgeschichte mit ihren immer wieder auftauchenden Tatbeständen, in denen kaltblütig gemordet und misshandelt wird. Ich denke, es hat etwas mit Nächstenliebe zu tun, oder besser gesagt mit dem Fehlen dieser. Oder was auf dasselbe hinauskommt - mit dem fehlendem Mitgefühl mit anderen Menschen bzw. anderen Lebewesen überhaupt. Wenn das nicht oder mangelhaft vorhanden ist, müssen nur noch die entsprechenden äußeren Umstände hinzukommen und fertig ist das Verbrechen.
    Wo kommt aber die Nächstenliebe bzw. das Mitgefühl überhaupt her?
    Obwohl ein allgegenwärtiges und alltägliches Phänomen - ich gestehe, die Frage nicht beantworten zu können. Es handelt sich wohl um eines der geheimnisvollsten Eigenschaften des Bewusstseins überhaupt. Und gewiss nicht zufällig hatte Jesus die Nächstenliebe als Inbegriff des (wahren) göttlichen Gesetzes bezeichnet, wonach auszurichten er uns gebot.
    Mitgefühl kann man nur empfinden wenn man sich selbst (alle Anteile) angenommen und lieben gelernt hat. Hat man diese Basis nicht durch die bedingungslose Liebe der Eltern erfahren, ist es mitunter schwierig und mühsam sich dies später zu erarbeiten.
    Erfahrene Gewalt in der Kindheit (die beginnt bereits mit kleinen verbalen Äußerungen) und Mißbrauch (auch hier bereits der subtil, emotional eingesetzte) setzt sich bei eigenen Kindern, Mitmenschen, Tieren und nicht zuletzt in der Ausbeutung und Verschmutzung der Natur fort.
    Es fehlt an Respekt, Achtung, Wertschätzung vor dem Leben an sich.

    Wut, Hass, Rache, Mordgelüste gehören zu unserem Gefühlsspektrum. Manche Menschen haben dies nicht unter Kontrolle bzw. nicht gelernt konstruktiv damit umzugehen d.h sich ihren Ohnmachtsgefühlen, Ängsten und Schmerzen auf andere Weise zu stellen.

    Gestern kam in den Nachrichten das in D jeden zweiten Tag ein Kind ermordet wird, meist von den eigenen Eltern.....
    Diese Eltern projezieren ihre eigenen verletzten kindlichen Anteile auf den Nachwuchs, bekämpfen sie im außen und töten....Nur wer sich von seinen Mitgefühl und Herzen abgeschnitten hat, wahrscheinlich eine Überlebensstrategie, ist zu sowas fähig.
    Meine Meinung.
    Geändert von Inaktiver User (28.05.2011 um 16:23 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Das Böse....

    Mir fällt dazu der Mordfall des Täters Magnus Gäfgen ein.
    Gäfgen stammt aus einfachen Verhältnissen, wuchs im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen auf und engagierte sich dort als Jugendbetreuer in einer katholischen Kirchengemeinde. Er legte 1995 das Abitur an der Carl-Schurz-Schule ab. Anschließend absolvierte er seinen Zivildienst in der Altenpflege. 1996 nahm er an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ein Studium der Rechtswissenschaft auf.

    Um seinen aufwändigen Lebensstil weiter finanzieren zu können, lockte er am 27. September 2002 den elfjährigen Bankierssohn Jakob von Metzler unter einem Vorwand in seine Wohnung und tötete ihn dort durch Ersticken.

    An dem Mörder ist nichts zu erkennen, dass in seiner Entwicklung etwas Auffälliges passierte. Gäfgen stammt aus einer Durchschnittsfamilie: der Vater gelernter technischer Zeichner und Bauingenieur, seit langem schon Frührentner, die Mutter Erzieherin, der ältere Bruder Sonderschullehrer. Man leistete sich nur das Zweckmäßige und Günstige. Die Kinder fuhren mit der katholischen Jugend in die Sommerferien. Noch vor zwei Jahren nahm Gäfgen als Betreuer an solchen Fahrten teil.

    Die unselige Entwicklung muss begonnen haben, als Gäfgen von einem jungen Adligen in Kreise eingeführt wurde, deren Lebensstil ihn faszinierte. Häuser auf Ibiza, Boote, Partys, Clubs, Vernissagen. Die jungen Leute aus gutem Haus hatten Geld, Geschmack, sie kauften in anderen Läden ein, als Gäfgen es gewohnt war, sie gaben sich selbstbewusst und unbeschwert. Er wollte unbedingt auch so sein. Natürlich reichten seine Mittel dafür nicht. Dann lernte er noch die 16jährige Katja kennen, markierte den erfolgreichen Anwalt, fuhr mit ihr 4 Wochen nach Florida. Nach dem Urlaub war er buchstäblich pleite, da reifte in ihm der Plan einer Entführung, um an Geld zu kommen.

    Dieser Mann ist geltungssüchtig ohne Ende, noch aus dem Knast heraus, führte er Prozesse u.a. gegen das Land Hessen wegen der Gewaltandrohung während seines Polizeiverhörs. Klagte bis zum Europäischen Gerichtshof, versuchte eine Stiftung für Kinder einzurichten. Er kann es nicht ertragen, dass man ihn eines Tages im Knast vergessen könnte, was vielen Mördern ja passiert.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Inaktiver User

    AW: Das Böse....

    Danke für eure interessanten Ansichten zu diesem seltsamen Thema.
    Ich habe neulich ein Buch von Hannah Arendt über Eichmann gelesen, und ihre Art der Darstellung hat mich sehr fasziniert, ihre Theorie von der "Banalität des Bösen" .
    Dieses Morden können aus "Leidenschaft", Eifersucht, Hass usw. wird jeder irgendwie zumindest ansatzweise nachvollziehen können,oder wenn sich jahre -bis jahrzehntelanger Frust plötzlich Bahn bricht. Wie zB. bei einem jungen Mann hier in der Nähe, der vor ca. 20 Jahren seine Eltern erschlug, die ihn pausenlos kontrolliert und drangsaliert hatten (Einzelkind).
    Aber wie kann man am Schreibtisch sitzen und mit ein paar Zeilen verordnen, dass Menschen die man gar nicht kennt, die einem nie begegnen würden, einfach "ausgelöscht" werden ? Menschen die einem nichts getan haben ?! Ist es gerade das: man sieht nicht was man anrichtet ?!
    Oder diese KZ- Schergen, die abends mit ihren kleinen Kindern spielten und tagsüber Menschen, die ihnen auch nichts getan hatten, umbrachten, quälten, demütigten.....
    Diese Täter kamen ja meist aus ganz normalen Berufen, keiner kam mit dem Stempel "Mörder" auf die Welt.
    Wie hätten sie gelebt, hätte es kein Nazireich gegeben, wäre dann die Bestie gar nicht erst erwacht ?!
    Ist es die schwarze Pädagogik, die solche Monster produziert , oder ist das Monster, mehr oder weniger, in uns allen ?!Erschreckend, wie leicht es ist, Volksgruppen aufeinander zu hetzen, die oft Generationen als friedliche Nachbarn im gleichen Ort gelebt haben.Bestialisch, was zB. im ehemaligen Jugoslawien passiert ist.
    Was wäre heute ( und hier), würde eine bestimmte Personengruppe für "vogelfrei" erklärt, wer zuerst da ist, darf sie als erster tot schlagen und sich das Vermögen aneignen.....klar gäbe es Menschen, die da nicht mitmachen würden, aber wie viele ?!
    Mir ist neulich eingefallen, dass mein Bruder und ich als Kinder ernsthaft darüber nachgedacht haben, unseren Vater umzubringen, klingt furchtbar, ist aber so.Wir wollten einmal ein dünnes Seil aufspannen,
    über das er auf Betonboden stürzen sollte, wenn er (angetrunken) nachhause kommt, auch übers "Vergiften" machten wir uns Gedanken. Klar, es waren nur Gedanken und wir waren Kinder, die auch
    gelitten haben,aber heute gruselt es mich.Dennoch wurden wir keine Mörder oder "Bestien".
    Es muss irgendeinen Punkt, eine Grenzlinie, geben, die man als Mensch überschreitet und wo es kein "zurück" mehr geben kann. Meine Theorie.......

  9. User Info Menu

    AW: Das Böse....

    ich denke, jeder von uns trägt das Monster in sich.
    Zu dem Phänomen der Täter im 3. Reich gibt es ja den Film "das Experiment" mit Moritz Bleibtreu. Es beruht auf dem Standford-Prison-Experiment 1971.
    Es werden von einem einem Institut Freiwillige gesucht für ein Experiment. Per Zufall werden diese Personen in Gefangene und Wächter eingeteilt. Die verliehene Macht und der Verdacht der Revolte lässt die Wärter sehr schnell zu brutalen Menschen werden. Das Stanford-Experiment musste nach 6 Tagen abgebrochen werden, der Film endet mit Mord.
    Die Motivation der Versuchspersonen liegt nur in der Aufforderung des Professors das Gefängnis lebensecht darzustellen.
    Echt erschreckend!

    Die bei dem Standford-Experiment beteilgten Studenten (die Wächter) wurden ein Jahr nach dem abgebrochen Experiment noch einmal zusammengebracht. Niemand zeigte psychische Folgen auf.

    Wir können das alle auch!
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Das Böse....

    es gibt noch so eine Studie das Milgram-Experiment.

    Das Milgram-Experiment ist ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführtes psychologisches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram entwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen. Der Versuch bestand darin, dass ein „Lehrer“ - die eigentliche Versuchsperson - einem „Schüler“ (ein Schauspieler) bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzte. Ein Versuchsleiter (ebenso ein Schauspieler) gab dazu Anweisungen. Die Intensität des elektrischen Schlages sollte nach jedem Fehler erhöht werden. Diese Anordnung wurde in verschiedenen Variationen durchgeführt.

    Der Versuch bestand darin, dass der „Lehrer“ dem „Schüler“ bei Fehlern in der Zusammensetzung von Wortpaaren jeweils einen elektrischen Schlag versetzte. Dabei wurde die Spannung nach jedem Fehler um 15 Volt erhöht. In Wirklichkeit erlebte der Schauspieler keine elektrischen Schläge, sondern reagierte nach einem vorher bestimmten Schema, abhängig von der eingestellten Spannung.
    Wollten sich die "Lehrer" weigern, das Experiment fortzusetzen, ergingen die Ansagen von dem "Wissenschaftler":
    Satz 1: „Bitte, fahren Sie fort!“ Oder: „Bitte machen Sie weiter!“
    Satz 2: „Das Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!“
    Satz 3: „Sie müssen unbedingt weitermachen!“
    Satz 4: „Sie haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!“
    - also nicht einmal drohend.
    Selbst als von dem "Schüler" keine Reaktion mehr zu hören war, machten die Versuchspersonen weiter.

    26 Personen gingen in diesem Fall bis zur maximalen Spannung von 450 Volt und nur 14 brachen vorher ab.

    Das Experiment wurde vielfach als Beleg dafür verstanden, dass fast jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen bereit ist, nicht seinem Gewissen zu folgen, sondern einer Autorität. Daher wird es zur Erklärung der Frage herangezogen, warum Menschen foltern oder Kriegsverbrechen begehen. Wegen seiner spektakulären Ergebnisse wurde das Experiment in einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Die New York Times titelte zum Beispiel: „Fünfundsechzig Prozent folgen in einem Test blind dem Befehl, Schmerzen zuzufügen“. Die Times erkennt die Gefahr einer ungebremsten Gehorsamsbereitschaft an und sieht in dem Experiment eine Erklärung für die Verbrechen der Nationalsozialisten und amerikanische Greueltaten in Vietnam. (aus Wikipedia)
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