Wenn wir schon christliche Argumentation machen, so fällt mir das bekannteste Gebet ein, dass wir gemeinsam sprechen: Das Vater-Unser.
Darin heißt es: "... und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom dem Bösen."
Darin wird akzeptiert, dass Böses in uns ist (und nicht von außen kommt). Wir bitten in diesem Gebet, dass uns Ereignisse erspart bleiben sollen, die uns zum Bösen führen. Nach meiner Überzeugung sollten wir nicht nach dem Bösen bei anderen suchen, oder gar meinen, das Böse sei ausrottbar. Ich halte uns alle für fähig (aber insbesondere mich selbst), dass wir sehr böse sein können und handeln, wenn wir in Ausnahmesituationen kommen.
Wer von sich behauptet, er sei nie böse und habe das Ganze unter Kontrolle, erscheint mir als im wahrsten Sinne des Wortes "schein-heilig".
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Thema: Das Böse....
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01.06.2011, 10:12
AW: Das Böse....
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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01.06.2011, 10:41
AW: Das Böse....
Die Frage ist hier nur, wie sieht das Böse aus, das hier angesprochen wird. Ist es diese Erbsünde oder etwas ganz anderes.
Bittet man wirklich darum, dass einem solche Ereignisse erspart bleiben, oder dass man den Verführungen dieser Ereignisse Stand hält.
Ja, das denke ich auch.
Es sind so ziemlich die größten Verbrechen der Menschheit begangen worden, mit dem Anspruch, das Böse zu bekämpfen. Ob Hexenverbrennung, Judenvernichtung etc.Ich bin, also denke ich
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01.06.2011, 10:44
AW: Das Böse....
Ich habe kürzlich gelesen, dass es in der aramäischen Urform wohl wörtlich übersetzt heißt: Und führe uns in der Versuchung.
Das erscheint mir auch irgendwie stimmiger zu sein, weil ich sonst annehmen müsste, dass Gott mich ganz bewusst in Versuchung führen würde, wenn ich ihn nicht bäte, das zu unterlassen...
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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01.06.2011, 10:47
AW: Das Böse....
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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01.06.2011, 12:01
AW: Das Böse....
Entschuldige bitte, aber das ist für mich schlicht naiver
Kinderglaube!
Ich finde, gerade wenn es um das "Böse" geht muss man
auch mal das Menschsein fern von irgendeiner Religion
betrachten können.
Eher so vom evolutionären Standpunkt aus...also
vom Säugetierkörper, den wir ja nun mal haben.
In der Todesangst sind wir dem Tier näher als
dem entwickelten Homo sapiens...und da liegt
für mich der Ursprung.
Lieber aus der Rolle fallenals in eine Falle rollen
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01.06.2011, 17:53
AW: Das Böse....
Für einen Nicht-Gläubigen ist jede 'Betrachtungsweise des Bösen (und des Guten) aus religiöser Sicht'
naiver Kinderglaube.
Für einen Gläubigen gibt es sehr wohl eine klare Trennlinie zwischen Gut und Böse, welche uns von Jesus ganz klar aufgezeigt wurde.
Für einen (viele) Ungläubige(n) sind Gut und Böse untrennbar und Natur-gegeben miteinander verbunden.
Für manche Ungläubige gibt es Gut und Böse gar nicht.
Als ich zum ersten Mal jemanden sagen hörte, Gut und Böse gäbe es nicht, war das für mich, als würde mir jemand weismachen wollen, der Schnee sei grün.
Für mich war und ist es schon immer eine unverrückbare Selbstverständlichkeit:
Katze streicheln = Gut
Katze schlagen = Böse
u.s.w.
Man wird doch wohl in der Lage sein, Gut und Böse zu unterscheiden,
- sich zu entscheiden, ob ich lieb zu jemandem bin oder böse!
Aber, solange so viele Menschen erst mal darüber nachdenken müssen, ob es Gut und Böse überhaupt gibt, und was das sein soll, wundert es mich nicht, dass es so viel Böses auf der Welt gibt.
Wieso fragt man sich da noch, woher das Böse kommt?!
Die Antwort ist doch ganz klar:
Viele Menschen wissen nicht, dass das was sie tun, böse ist. Sie machen sich keine Gedanken darüber. Es ist ihnen schlicht egal. Manche Menschen denken ganz einfach nur an ihren eigenen Vorteil. Schluss - aus - Ende.
Ich wage zu behaupten, mindestens vier Fünftel davon würden nichts Böses mehr tun, wüssten sie, dass das etwas Böses ist, was sie da tun.
Das restliche Fünftel gehört zu denen Menschen, die sich bewusst und absichtlich, aus Lust und Laune und aus Freude daran, für das Böse entschieden haben.
Ja, auch solche Menschen gibt es.
Das Böse ist so vielseitig wie die Menschheit.
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01.06.2011, 18:20
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01.06.2011, 18:24
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01.06.2011, 19:38Inaktiver User
AW: Das Böse....
Menschen kann man nie fern von Religionen betrachten. Jeder hat seinen Glauben. Es gibt sogar einen Glauben, der sagt, gut und böse sind eins, weil alles eins ist. Gott ist sowohl gut als auch böse. Ich verneine diese Glaubensrichtung auf das heftigste. Mich schüttelt es richtig, wenn ich an solcherlei Auswüchse denke.
Wo liegt für dich der Ursprung und von was? Für das Böse, weil es die Todesangst gibt? Willst du damit sagen, dass es das Böse gibt, weil es die Todesangst gibt? Das halte ich für sehr weit hergeholt, aber ich bin mal neugierig, was du dazu schreibst um es zu erklären.
Nur noch mal nebenbei: nicht jeder Sterbende ist von Todesangst gezeichnet. Ich kenne Menschen, die ganz ruhig in die Ewigkeit gingen.
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01.06.2011, 19:58
AW: Das Böse....
Das glaube ich nicht, dass Todesangst etwas mit Gewissenbildung und dem Gerechtigkeitssinn zu tun hat.Eher so vom evolutionären Standpunkt aus...also
vom Säugetierkörper, den wir ja nun mal haben.
In der Todesangst sind wir dem Tier näher als
dem entwickelten Homo sapiens...und da liegt
für mich der Ursprung.
Menschen haben immer im Verband gelebt, denn allein ist der Mensch Jahrtausende nicht überlebensfähig gewesen. Und jeder Stamm, jede Familie legt seine Regeln fest. Es ist alles verboten und auch böse, was der Sippe schadet. Jede Familie kann ein Lied davon singen, wie schwer es manchmal ist, das Kindern beizubringen.
Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass es eines ganzen Dorfes bedarf, um ein Kind zu erziehen. Eltern ganz auf sich gestellt würden häufig Schiffbruch erleiden.
Bei der Erziehung der Kinder stellt sich zumindest bei Geschwisten sehr schnell ein Gerechtigkeitsdenken ein. Und für Kinder ist Gerechtigkeit nur vorhanden, wenn sie gleich behandelt werden. Was nicht immer möglich ist.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel


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