um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher ob, eine natürliche Abscheu vor dem Töten tatsächlich für alle Menschen zutreffend ist. sagen wir mal, es ist im Normalfall so. verräterisch ist aber in der Tat die bei manchen Menschen nicht vorhandene Scheu, Tiere zu töten, sofern das die entsprechenden Gesetze nur straffrei zulassen. die Frage ist aber, wurde bei diesen Menschen die natürliche Abscheu vor dem Töten nur ausgeblendet, unterdrückt? oder war diese von Anfang an nicht vorhanden? eine Frage, die schwer zu beantworten sein dürfte
das würde ich 100%ig unterschreiben![]()
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Thema: Die zehn Gebote
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09.07.2012, 09:20
AW: Die zehn Gebote
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09.07.2012, 09:23Inaktiver User
AW: Die zehn Gebote
Das ist m.E. der Kernsatz. Wessen Geist und Gemüt aber geschädigt wurde, wie kann er geistig gesund sein (wenn die Schädigungen noch bestehen)? Der Normalfall wäre aber ein gesunder Verstand.
Kürzlich kam ein Beitrag über Hirnforschung, ich meine auf arte, in dem ein Prof. sagte, daß es keine Dissozialen gibt, die nicht in der Kindheit schwer geschädigt wurden (sinngemäß). Das ist auch meine Beobachtung. Dissozial wird man gemacht, nicht geboren.
Und was hat das mit dem Thema zu tun? Das Gebot, die Eltern zu ehren ist m.E. verkehrt herum aufgezogen, wie hier auch schon mal gesagt wurde, und da nutzt auch alles zurechtbiegen nicht. Verhalten sich die Eltern ihrem Kind gegenüber normal, wird das Gebot überflüssig. Es wäre sinnvoller, das Gebot würde die normalen Elternpflichten auferlegen (als Gebot für die, die nicht normal genug sind, ganz natürlicherweise ihre Elternpflichten wahrzunehmen).
@Bae
Ehren heißt achten, mehr sogar als das. Eltern, die mißhandelt haben, weiterhin zu ehren, führt genau dazu, daß die Wut, die eigentlich den Eltern gilt, anderswo ausagiert wird. Also zu dissozialem Verhalten. Dissozial bedeutet nämlich nicht, jemanden abzulehnen (und nicht zu ehren, sondern zu verachten), der einen schädigt oder geschädigt hat, sondern es bedeutet, in sozialverträglichen Situationen, also völlig grundlos, selber andere zu schädigen. Wie es die Eltern mit demjenigen ja auch getan haben, als er Kind war. Der Kreis wäre durchbrochen, indem dieses Gebot nicht beachtet wird.
Beurteile jeden nach seinen eigenen Taten, wäre vielleicht ein sinnvolleres Gebot. Ist leider nicht vorhanden in diesen.
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09.07.2012, 09:48
AW: Die zehn Gebote
nein, das ist doch nicht so. Wie kommst du zu diesem Schluss?
Ehren heisst Anerkennen, und das Erkannte kann doch durchaus in Gegenwart der Eltern ausgesprochen werden. Genau das zeichnet doch die Beziehung von erwachsenen Kindern zu Eltern aus, dass die Kinder eben nicht mehr Kinder sind, sondern Erwachsene auf Augenhöhe, die auf erwachsene Weise diskutieren, auch mit den Eltern. Und die auf erwachsene Weise für sich selbst einstehen. Ehren heisst auch ehrlich sein - was auch heisst, die eigene Wahrheit auszusprechen. inklusive schmerzhafte Wahrheiten.
Das Gebot, die Eltern zu ehren (und nicht, sich ihnen zu unterwerfen wie einem Diktator), führt nicht zu dissozialem Verhalten. Es fordert auch nicht dazu auf, eine falsche Harmonie vorzuspielen, wo gar keine ist.
grüsse, barbara
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09.07.2012, 10:07Inaktiver User
AW: Die zehn Gebote
Ehren heißt in Wahrheit anerkennen, untertan machen in Wahrheit pflegen. Ach so.
Ich glaube doch, daß die Menschen damals auch reden konnten, und ihre Gedanken klar in Worte fassen. Vielleicht besser sogar als heute. Die großen Denker, sie waren ja sogar aus vorchristlicher Zeit. Niemand muß sie durch Wortsinnänderungen deuten, man muß sie höchstens nachvollziehen, verstehen. Was bringt einen aber dazu, Worte nicht als das zu nehmen, was sie sind, sondern sie inhaltlich umzudeuten? Und ist das in diesem Fall nicht auch Blasphemie?
Zum Wort Ehrung:
Eine Ehrung ist eine Auszeichnung für eine besondere Leistung. Eine besonders gute natürlich, für besonders schlechte Leistungen wird man nicht geehrt, wenn sie auch besonders ist. Es ist insofern schon eine Anerkennung, geht aber weit darüber hinaus.Geändert von Inaktiver User (09.07.2012 um 10:12 Uhr)
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09.07.2012, 10:17
AW: Die zehn Gebote
nun, die Originaltexte sind alle nicht auf Deutsch. Und das Deutsch der Übersetzungen ist teils schon mehrere hundert Jahre alt und entspricht nicht unserer Umgangssprache. Da hat es wenig Sinn, die erstbeste Deutungsmöglichkeit einer Übersetzung zu nehmen und dann zu meinen, man hätte verstanden, was der Autor im Original vor ein paar tausend Jahren sagen wollte. Ich bin der Auffassung, dass jeder Text so viel Respekt verdient, dass man sich nicht bloss mit den Gespenstern eigener Vorurteile auseinander setzt, sondern mit dem Text selbst.
Sicher konnten sie das. Unser Leben ist allerdings in der Sprache und der Gestaltung des Alltags und den Redensarten so weit weg von den Verfassern biblischer Texte, dass es zum Verstehen einiges an Arbeit braucht.Ich glaube doch, daß die Menschen damals auch reden konnten, und ihre Gedanken klar in Worte fassen.
Wir lesen eigentlich alle nur Übersetzungen, und "traduire c'est trahir" - jede Übersetzung ist ein Verrat am Original und schon eine Deutung.Niemand muß sie durch Wortsinnänderungen deuten, man muß sie höchstens nachvollziehen, verstehen. Was bringt einen aber dazu, Worte nicht als das zu nehmen, was sie sind, sondern sie inhaltlich umzudeuten? Und ist das in diesem Fall nicht auch Blasphemie?
Aber du kannst hier sehr gerne uns nahebringen, wie man das hebräische Original am besten lesen und den Wortsinn ins Deutsche übersetzen soll, ich kann das leider nicht.
grüsse, barbara
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09.07.2012, 10:56Inaktiver User
AW: Die zehn Gebote
Dafür waren und sind Bibelkundler, entsprechende Übersetzer, und vielleicht die Päpste, als letzte Instanz, zuständig. Wenn die es nicht für nötig halten sollten, daß die Texte korrekt wiedergegeben (bzw. übersetzt) sind, dann fände ich das schon bedenkenswert.
Daß da Fehler unterlaufen sind und beibehalten worden sein sollen, habe ich z.B. mal in einer Talkshow im Fernsehen gehört. Dort sagte Heiner Geißler (erzogen übrigens in einem Jesuiteninternat), das allenthalben gepredigte 'Tuet Buße' hieße in Wahrheit 'Denkt nach'. Nur interpretiert er nicht, sondern behauptet, er habe jetzt korrekt übersetzt. Nachprüfen können die wenigsten weder das eine, noch das andere. Angenommen, 'Denkt nach' wäre hier nun schließlich die korrekte Übersetzung, wenn man immer alles interpretieren könnte, auch gerne völlig anders als der gegebene Wortsinn, so könnte man hier dann immer noch argumentieren, gemeint sei aber 'Tuet Buße'. Ist das so?
Diese Übersetzungsfehler, die bei korrekter Übersetzung zu einem völlig anderen Sinn führen, scheint es außerdem bei den ja ebenso übersetzten alten Denkern so nicht zu geben. Könnte einem zu denken geben.
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09.07.2012, 11:13
AW: Die zehn Gebote
Die alle übersetzten sicher nach bestem Wissen und Gewissen, das gestehe ich ihnen gerne zu. Aber es gibt nun mal nicht DIE richtige Übersetzung. Jeder Übersetzer ist von seinem Zeitgeist, seinen Vorurteilen, seinem Menschenbild, seinem technischen und wissenschaftlichen Wissen, seinem Beruf, seiner Familie etc geprägt. Übersetzen ist immer subjektiv, und wenn sich die Zeiten ändern, so ändern sich auch die Schwerpunkte.
So wurde vor wenigen Jahren die Bibel neu übersetzt "in gerechter Sprache", wobei darauf geachtet wurde, die Übersetzung so zu gestalten, dass Minderheiten auch sichtbar wurden - vor alllem betraf das Frauen, aber auch andere Nuancen, die bisher eher unter den Tisch fielen. Eine solche Übersetzung wäre vor fünfzig Jahren schlicht nicht möglich gewesen. Typisches Beispiel ist, dass Jesus nicht nur von Jüngern, sondern auch Jüngerinnen begleitet wurde. Die vielen Frauen rund um Jesus werden in vielen Übersetzungen nicht genügend gewürdigt.
und dann liegt der hebräische bzw griechische Text auch immer in verschiedenen Varianten vor, aus denen gewählt werden muss, die gewichtet werden müssen.
Der durchschnittliche euorpäische Mensch assoziiert wohl mit dem Wort "Busse" eine Geldstrafe im Zusammenhang mit leichten Verfehlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz. Also eine Kategorie, die wohl weder für Luther noch für Jesus und schon gar nicht für Abraham Bedeutung hatte.Daß da Fehler unterlaufen sind und beibehalten worden sein sollen, habe ich z.B. mal in einer Talkshow im Fernsehen gehört. Dort sagte Heiner Geißler (erzogen übrigens in einem Jesuiteninternat), das allenthalben gepredigte 'Tuet Buße' hieße in Wahrheit 'Denkt nach'. Nur interpretiert er nicht, sondern behauptet, er habe jetzt korrekt übersetzt.
Ansonsten gibt es in griechischen, hebräischen und lateinischen Anwendungen und Übersetzungen mehrere Varianten:
Buße (Religion)
Was verstehst du denn unter "Busse tun"? einer Institution Geld zahlen für eine Verfehlung gegen deren Regeln?Nachprüfen können die wenigsten weder das eine, noch das andere. Angenommen, 'Denkt nach' wäre hier nun schließlich die korrekte Übersetzung, wenn man immer alles interpretieren könnte, auch gerne völlig anders als der gegebene Wortsinn, so könnte man hier dann immer noch argumentieren, gemeint sei aber 'Tuet Buße'. Ist das so?
Doch doch, diese Übersetzungsvarianten und Bedeutungsvielfalt ist ein übliches Phänomen und Thema, sobald von einer Sprache in die nächste übersetzt wird. Und wenn dann noch Literaturwissenschaftler dahinter sind, wirds je länger je schlimmer und subtiler.Diese Übersetzungsfehler, die bei korrekter Übersetzung zu einem völlig anderen Sinn führen, scheint es außerdem bei den ja ebenso übersetzten alten Denkern so nicht zu geben. Könnte einem zu denken geben.
grüsse, barbara
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13.07.2012, 13:24
AW: Die zehn Gebote
Wenn es so relevant ist, in welcher Sprache etwas geschrieben ist, dann würde mich mal die bayerische Version der Bibel interessieren

Die mal zu hören, müsste doch lustig sein, oder?
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Mir ist mal aufgefallen, Polen lachen über was anderes als die Deutschen, und die Bayern lachen wieder über andere Dinge wie die Hamburger.
Nicht nur die Sprache ist unterschiedlich, sondern auch die Denkweise.
Der Kern einer Aussage bleibt aber immer der Gleiche.
Der Kern wird geprägt vom Autor einer Aussage.Geändert von Streuner (13.07.2012 um 13:31 Uhr)
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17.07.2012, 01:09
AW: Ist Missionieren etwas Schlechtes?
[...]
Es gibt da ein Thema, über das auch ich am liebsten mit Gott verhandeln würde, wenn das ginge.
Soll und kann man alle Gebote Gottes blind befolgen, auch wenn man den Sinn des einen oder anderen Gebotes nicht verstanden hat? Ich finde, nein.
Gott hat nicht ein Wort ohne Bedacht gewählt.
Er sagt nicht, "Du darfst..." (nicht mit 180 in die Kurve fahren).
Jedes der zehn Gebote (und alles was Jesus sagte) hat seinen Sinn.
Ich habe lange gebraucht, um den Sinn jedes Gebotes zu verstehen, und erst recht, sie zu befolgen.
Und ab und zu habe ich noch heute Schwierigkeiten mit dem Einen oder Anderen.
Mit einem der zehn Gebote hatte ich noch bis vor Kurzem Probleme, den Sinn dessen zu verstehen.
Man wird vielleicht nicht mehr mit Sicherheit sagen können, das wievielte es ist und auch nicht, wie es genau lautet.
Ob Du sollst nicht... "...Unkeuschheit treiben", oder "...Ehe brechen" oder "...Begehren Deines Nächsten Weib" - jeder weiß was gemeint ist. Probleme, den Sinn zu verstehen hatte ich immer deswegen, weil ich mich fragte, 'warum hat Gott uns so geschaffen wie wir sind, wenn wir nicht sein dürfen wie wir sind?'
Aber wenn man lange genug darüber nachdenkt und sich überlegt, was passiert, wenn niemand dieses Gebot befolgt und wenn man bedenkt, zu welchen Taten der Sex manche/viele Menschen verführen kann (manchmal Menschen, die eigentlich sonst niemandem etwas Böses tun würden) dann weiß man: Dieses Gebot hat wie alle anderen einen praktischen Nutzen für den Alltag und das friedliche Zusammenleben in einer Gemeinschaft.
Nun sagt sich vielleicht der Eine oder Andere (ich auch lange Zeit), 'aber ich kenne doch meine Grenzen.'
Der EINE mag vielleicht seine Grenze ziehen können. Aber wozu das führen kann, wenn speziell in dieser Angelegenheit jeder seine eigenen Grenzen selber definiert, das kann sich jeder ausmalen. Auch, wenn man jede mögliche Konsequenz bedenkt, von dem was man da tut.
Bleibt noch die Frage, was ist, wenn man mit sich alleine ist und dieses Gebot missachtet.
Kann das auch negative Auswirkungen haben? Vielleicht auf einen selbst? Vielleicht, wenn man die Häufigkeit bedenkt? Vielleicht, wenn man bedenkt, was 'Es' mit einem selber macht, wenn man es immer wieder macht?
[...]Geändert von Analuisa (17.07.2012 um 20:44 Uhr) Grund: Hauptteil des Postings in den thematisch passenden Strang verschoben
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24.07.2012, 03:43
AW: Philosophie
Müssen wir wirklich erst die Bundeslade, ein Stück Materie (Akazienholz mit Gold beschlagen), finden, um zu glauben, 'die zehn Gebote machen Sinn'?
Würde, wer sie findet, Macht an sich reißen können - vielleicht missbräuchlich?
Aber warum gibt es sie dann, wenn wir sie nicht finden sollen?



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