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    AW: Die zehn Gebote

    In beiden Fällen ergibt es keinen Sinn für mich, weiter mit Dir zu diskutieren
    Akzeptiert. Es ist wirklich verwirrend mit Logik die Hintergründe von Religion ergründen zu wollen.
    Und ich bin in der Tat kein guter Erklärer oder vielleicht auch verwirrt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Inaktiver User

    AW: Die zehn Gebote

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Akzeptiert. Es ist wirklich verwirrend mit Logik die Hintergründe von Religion ergründen zu wollen.
    Und ich bin in der Tat kein guter Erklärer oder vielleicht auch verwirrt.
    Ebenfalls akzeptiert.

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    AW: Die zehn Gebote

    Als ich mich an diesem Gebot (und an so einigem anderen) einmal gestoßen habe (ist schon länger her) , meinte ein bekennender Christ, mit dem ich mich darüber unterhalten habe, zu mir: Es heißt, du sollst Vater und Mutter ehren. Es heißt nicht: Du sollst sie lieben. Das ist ein Unterschied.

    Und so interpretiere ich dieses Gebot also für mich:
    Meine Eltern haben mir das Leben geschenkt. Sie haben weiterhin dafür gesorgt, dass ich ein Dach über dem Kopf hatte, versorgt wurde und ja, sie habe sich darum bemüht, mir einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und mich so gut es ihnen eben möglich war, unterstützt. Das darf ich ruhig anerkennen und dankbar dafür sein. Das ist für mich schon "Vater und Mutter ehren".

    Dass nun auch einiges schief ging und ich vor allem zu meinem Vater keine gute Beziehung aufbauen konnte, das darf ich ebenso anerkennen und akzeptieren. So war es eben. Und ich brauche mich nun nicht verbiegen und mich dazu zwingen, ihn irgendwie "lieben" zu müssen, obwohl mein Vater in seinen Idealvorstellungen gerne eine innigere Beziehung zu mir gehabt hätte, die ich aber aus den verschiedensten Gründen nie erwidern konnte.

    Mein Vater starb vor einigen Jahren einen schnellen Herztod. Meine Geschwister und ich haben zusammen die Beerdigung organisiert und jeder hat dabei einen Aufgabenbereich übernommen. Abgesehen davon, dass es sich stimmig und gut anfühlte, fällt für mich auch dieses Handeln unter die Kategorie "Vater und Mutter ehren."

    Und so fasse ich für mich zusammen, dass ich meinen Eltern gegenüber einigen Verpflichtungen als Tochter nachkommen kann (wie z.B. dafür zu sorgen, dass sie im Alter gut versorgt werden, auch wenn ich das nicht selbst persönlich übernehmen kann oder will, wie Pflege, etc.), ihnen sogar einiges an Aufmerksamkeit und Anerkennung entgegenbringen kann, aber deswegen nicht verpflichtet bin, sie zu lieben.

    Ich kann allerdings auch sehr gut nachvollziehen, dass sich z.B. Kinder, die eine sehr schwere Kindheit (wie z.B. Missbrauch) durchmachen mussten, völlig von ihren Eltern abwenden.

    Aber auch diese Möglichkeit ist für mich in den 10 Geboten enthalten, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

    Begründen kann ich es aber damit:

    1.
    Bei den 10 Geboten besteht eine Reihenfolge, die einzuhalten sehr wichtig ist, vor allem, was das erste Gebot angeht, das ja jenes ist, in dem man dazu aufgefordert wird, keine anderen Götter neben dem einen Gott zu haben.

    Das ist das wichtigste Gebot und die anderen gehen alle aus diesem Gebot hervor, bzw. basieren auf diesem.

    So ist die Anerkennung Gott als den EINEN sowie meine Beziehung zu ihm das wichtigste überhaupt. (Mit "Gott" meine ich nicht nur jenes "Du", das z.B. im brennenden Dornbusch zu erfahren war, sondern auch die Begriffe wie Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Schönheit, Das Gute; das gehört für mich alles zusammen)

    So kann und darf ich mich also auch von meinen Eltern abwenden, wenn sie sich zwischen mir und "Gott" drängen, bzw. mich davon abhalten, zur Wahrheit, etc. (s.o.) zu finden.

    2.
    Die 10 Gebote dürfen nicht unabhängig und kontextlos von der Lehre Jesu (die für Christen das eigentlich Bindende ist) betrachtet werden. Dieser hat die 10 Gebote durch die Bergpredigt und das Gebot der Nächstenliebe und Feindesliebe erweitert, dadurch viel strenger und - paradoxerweise - gleichzeitig flexibler interpretiert. Denn, wenn es schon heißt: "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst" , dann ist das ziemlich harter Tobak. Und dazu gar noch: "Liebe Deine Feinde!" Das hieße ja dann auch folglich, dass ich ebenso mich darum bemühen müsste, meine Eltern zu lieben, auch wenn sie mir Böses getan haben, denn auch sie sind meine Nächsten.

    Insofern hat Jesus das Gesetz strikter interpretiert, denn, es geht ja nun nicht nur mehr nur um "Ehre" sondern und vor allem, um Liebe. Und damit immer um den konkreten Menschen, denn Liebe ist immer konkret. So sind für Jesus die Gesetze für den Menschen gemacht und nicht umgekehrt. Er rupft ja auch beispielsweise mit seinen Jüngern am Sabbat Ähren, bricht damit das Gesetz der Sabbatruhe, aber, der Hunger des einzelnen, konkreten Menschen ist wichtiger, als ein unpersönliches Gesetz. Und somit macht Jesus die alten Gesetze flexibler, weil es immer und zuallererst um Liebe und um Güte geht, die einem Bedürftigen (gleich welcher Art) entgegengebracht wird (und werden soll), ungeachtet dessen, was ein Gesetz besagt.

    Und so kann man die Sache mit den Eltern und der Ehre auch von einer anderen Perspektive her sehen: Kinder müssen also ihre Eltern nicht ehren, bzw gar lieben, wenn sie immer noch so verletzt sind, dass sie sich zu etwas zwingen müssten. Solange noch Schmerz und Zwang vorherrscht, existieren weder Liebe noch Wahrhaftigkeit. Da ist es besser, sich (als Kind) zuerst einmal zurückzuziehen (und so den wahren Gefühlen, nämlich Abneigung und Schmerz und evtl. auch das Bedürfnis nach Selbstschutz, zu folgen) Oder, vom ersten Gebot her gesprochen: Wenn die Eltern noch so sehr in meiner Gefühlswelt vorherrschen, dass sie sich zwischen mir und Gott drängen, mich also davon abhalten, zur Wahrheit, zur Liebe und zum inneren Frieden zu finden, darf ich mich von ihnen abwenden.

    *************
    Just my 2 pences.
    *************

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    AW: Die zehn Gebote

    danke, besser erklärt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. gesperrt

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    AW: Die zehn Gebote

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    und wo bleibt da dein immer wieder gepriesene Menschenverstand?
    du hattest soeben davon Gebrauch gemacht, gratuliere. nur das Gebot macht nicht Gebrauch davon

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Die zehn Gebote sind und waren für die Israeliten die erste Verfassung, hatten also generelle Geltung. In keiner Verfassung sind die Ausnahmesituationen detailliert beschrieben. Und Mißbrauch von Kindern besteht nirgendwo generell, sondern ist eine Ausnahmesituation.
    es geht ja nicht nur um Kindesmißbrauch, das war nur ein Beispiel. es kann auch sein, dass Eltern ihre Kinder wegen jeder Kleinigkeit schlagen, zur irgendwelcher Arbeit zwingen und vieles andere mehr. wenn ein Gebot erlassen wird, wonach Kinder ihre Eltern ehren sollen, wäre doch erst mal Voraussetzung dem ein Gebot voranzustellen, welches einen liebevollen Umgang der Eltern mit den Kindern fordert. wo bleibt das denn?

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    AW: Die zehn Gebote

    Braucht es denn dafür ein Gebot? Das tun die "normalen" Eltern doch sowieso.

    Man kann immer zu allen Geboten, Verboten, was auch immer, eine Situation konstruieren, in der das Gebote/Verbot nicht greift, nicht passt, paradox ist. Das heißt aber nicht, dass das Gebot an sich verkehrt wäre. Selbst "Du sollst nicht töten" bietet solche Ausnahmen (Selbstverteidigung!), und trotzdem halte ich es für ein sinnvolles Gebot. Und das gilt für alle anderen Gebote m.E. auch - keines davon gilt so absolut, dass man sich selbst schweren Schaden zufügen müsste, um es zu befolgen. (Das sagt - sinngemäß - auch Jesus, im Beispiel des Sabbat-Gebots!)

  7. gesperrt

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    AW: Die zehn Gebote

    Zitat Zitat von Willhelmine Beitrag anzeigen
    Braucht es denn dafür ein Gebot? Das tun die "normalen" Eltern doch sowieso.
    wenn es um den Normalfall ginge, brauchte solche Gebote kein Mensch, auch nicht das Gebot die Eltern zu ehren. "normale" Kinder achten ihre Eltern von sich aus, es sind immer nur die Ausnahmefälle, welche zu einer Abweichung hiervon führen. oder am Beispiel des 5. Gebotes (nicht morden ), zu was bedarf es dieses Gebotes? der Mensch hat von sich aus eine natürliche Abscheu zu töten. was übrigens nicht nur auf das Töten von Menschen zutrifft, sondern ebenso auf das Töten von Tieren

  8. Inaktiver User

    AW: Die zehn Gebote

    Zitat Zitat von kai_77 Beitrag anzeigen
    wenn es um den Normalfall ginge, brauchte solche Gebote kein Mensch, auch nicht das Gebot die Eltern zu ehren. "normale" Kinder achten ihre Eltern von sich aus, es sind immer nur die Ausnahmefälle, welche zu einer Abweichung hiervon führen. oder am Beispiel des 5. Gebotes (nicht morden ), zu was bedarf es dieses Gebotes? der Mensch hat von sich aus eine natürliche Abscheu zu töten. was übrigens nicht nur auf das Töten von Menschen zutrifft, sondern ebenso auf das Töten von Tieren
    Jawoll, das ist für mich der beste Beitrag in dem ganzen Strang. Daher möchte ich den einfach nochmal zitieren.

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    AW: Die zehn Gebote

    glaubst du wirklich der Mensch hat eine natürliche Abscheu zu töten?Oder halten die meisten nur die strengen Gesetzte davon ab?Die Angst vor Strafe?
    Und es gibt Generationen von Kindern die würdelos geschlagen wurden ,von den Eltern,gibt es da keine natürliche Abscheu vor?Die Menschen die am lautesten ensetzt schreien, wenn auf der Strasse ein Mensch zusammengeschlagen wurde,scheuen sich oft nicht davor zu Hause die Kinder zu verhauen und ihre Seelen zu brechen.Unter dem Vorhalt"es hat noch niemenden geschadet"Und wie das schadet wenn ein Kind so gedehmütigt wird,diese Demütigung trägt es sein Leben weiter.
    Du sollst deine Eltern ehren sollte kein Gebot sein.Man sollte jeden Menschen ehren,jeder sollte von klein auf ehrbar behandelt werden,damit er nicht glaubt wenn er gross ist diese Gewalt weiter tragen zu müssen.

  10. gesperrt

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    AW: Die zehn Gebote

    Zitat Zitat von bruennette_2 Beitrag anzeigen
    Es heißt, du sollst Vater und Mutter ehren. Es heißt nicht: Du sollst sie lieben. Das ist ein Unterschied.
    Ja, das ist ein wichtiger Unterschied.

    Bei Jean-Yves Leloup habe ich gelelesn: die Eltern zu ehren bedeutet: gib ihnen ihr volles Gewicht. Anerkenne, dass dich deine Eltern enorm und auch häufig im Unbewussten beeinflusst haben, einfach darum, weil ein Mensch die Lebensjahre als Kleinkind und Kind eng mit ihnen verbringt, und in diesem Lebensalter werden wichtige Weichen gestellt und Prägungen geprägt.

    Dies kann auch in der Anerkennung der Tatsache bestehen, dass Eltern ihren Kindern durch Gewalt oder Missbrauch oder Gleichgültigkeit oder reine Leistungsorientierung ihren Kindern einen schweren Rucksack durchs Leben zu tragen geben.

    grüsse, barbara

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