Was ist Seele? Ein schwammiger Begriff, der nirgendwo klar definiert ist und daher für alles und nichts hergenommen wird. Für mich ist Seele der Kern der Persönlichkeit eines Lebewesens (sofern eine Persönlichkeit vorhanden ist). Mit der Fähigkeit zu Empathie hat das, so gesehen, nichts zu tun.
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05.08.2011, 07:51
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
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05.08.2011, 07:58
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05.08.2011, 12:13
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
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Segne die Gegenwart
Vertraue Deinem Selbst
Erwarte das Beste

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05.08.2011, 20:19
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Ausnahmen bestätigen die Regel, würde ich sagen.
Dem durchschnittlichen Soldaten zB muss die Tötungshemmung und die Empathie aufwendig abtrainiert werden, mit Massnahmen von Drogenkonsum über das zum-Tier-Erklären des Gegners bis zur Androhung schwerer Konsequenzen. Wirklich funktionieren tut's dann aber auch erst, wenn ein, zwei Kameraden gestorben ist und das Trauma des Kampfes alle feineren Empfindungen niedertrampelt und nur noch Rachegelüste übrig lässt. Es gibt Vietnamveteranen, die noch heute jede Nacht im Albtraum den ersten Menschen sehen, den sie im Krieg getötet haben...
Leute wie Breivik, die offenbar tatsächlich und genuin keinerlei Empathie haben, sind relativ selten.
grüsse, barbara
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06.08.2011, 08:26
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Doch welche Gründe führen denn zu einer derartigen vollständigen Empathielosigkeit eines Menschen, wie in dem von dir genannten Fall?
Die emotionale Empathie scheint ja ein im Leben eines Menschen eher feststehender, unveränderbarer Faktor zu sein, d.h. der Mensch hat entweder viel oder wenig davon, im schlimmsten Fall gar nichts.
Aber wie ist das mit der kognitiven Empathie, die es ja wiegesagt auch noch gibt und die lediglich auf der verstandesmäßigen Ebene beruht? Dazu sollte doch eigentlich jeder Mensch in der Lage sein, oder? Ausgenommen nur schwerwiegende Intelligenz-/Denkstörungen, aber das dürfte ja dann wirklich äußerst selten der Fall sein.
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06.08.2011, 09:46
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das weiss ich auch nicht. Es scheint, es gibt Menschen, die einfach so geboren sind und das von Anfang an in mit sich tragen.
ich gehe davon aus, dass sowohl emotionale wie kognitive Empathie durch Üben massiv verbessert werden kann. Ausser eben in jenen Fällen, wo durch schwerwiegende Abwesenheit entweder von Denkfähigkeit oder von "sich-berühren-lassen-Fähigkeit" es unmöglich ist. Es sagt auch viel, und nichts Schmeichelhaftes, über unsere Gesellschaft, dass fehlende Denkfähigkeit schon im frühen Alter als Störung oder gar Krankheit erkannt und behandelt wird - die Unfähigkeit sich auf andere Menschen einzustimmen, allerdings während langer Zeit übersehen werden kann und mit wissenschaftlichen Methoden auch nur sehr schwer fassbar ist, solange der Betroffene Intelligenz hat und es ihm ein Anliegen ist, seine fehlendes Mit-Fühlen zu verstecken. Leute wie Breivik haben ja durchaus kognitive Empathie, wobei die regelrecht die Körpersprache und Gestik auswendig lernen und auch auswendig lernen, welches Verhalten ihrerseits welches Verhalten beim Gegenübe erzeugt. Aber sie fühlen es nicht, es kommt nicht spontan wie bei den meisten.
Allerdings, auch dort, wo die Grundlagen zum Erwerb von Empathie theoretisch vorhanden sind, wird praktisch längst nicht in allen Fällen daran gearbeitet. Viele fühlen nicht den Bedarf, oder wissen nicht, dass Üben möglich ist, und sagen sich einfach "so bin ich halt" - während Leute, die das ABC nicht können, nicht einfach in Ruhe gelassen werden mit einem "so sind sie halt", sondern da wird jahrelang geübt, bis es geht.
grüsse, barbara
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06.08.2011, 11:04
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das scheint nach meinem Kenntnisstand möglich, weil die normalen Mitleidsempfindungen durch abgrundtiefen Hass, sich persönlich in eine ausweglose Situation befindend, das Gefühl an einer Mauer ohne Ausweichmöglichkeit zu sein oder ideologisch gerechtfertigt abhanden kommen kann. Das sind sehr persönliche Motive, in die sich ein Außenstehender nicht hineinversetzen kann und auch nicht verstehen kann.
Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns zu solch einer Tat fähig ist, wenn die Motivation stark genug ist. Sonst gäbe es keine Mütter, die ihre Kinder unmittelbar nach der Geburt töten, Kinder, die ihre Eltern oder Großeltern erschlagen, um an ein bißchen Geld zu kommen.Geändert von Opelius (06.08.2011 um 11:39 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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06.08.2011, 21:48
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Man muss bei Tötungsdelikten wohl unterscheiden zwischen Verzweiflungstaten, Totschlag im Affekt, Notwehr und ähnliches auf der einen Seite sowie geplanter/wohlüberlegter Todschlag unschuldiger Opfer (ohne Vorliegen einer Notsituation) auf der anderen Seite.
Zu der ersten Variante ist sicher jeder Mensch fähig, wenn nur die entsprechenden äußeren Umstände zusammenkommen. Zu der zweiten Variante ist meines Erachtens allerdings nicht jeder Mensch fähig, hier spielt die Empathie - ob vorhanden oder nicht - eine ausschlaggebende Rolle.
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07.08.2011, 02:25Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
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07.08.2011, 02:34Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Bei diesen Taten spielt Emphatie keine Rolle.
Die ist da schlichtweg nicht vorhanden.
Da kommen ganz andere Gedanken, sorry eher Triebe ins Spiel.
Und hier Emphatie ins Spiel zu bringen finde ich fast als etwas beleidigendes.
Bei Emphatie geht es um Verständniss. Jemand der versucht jemand anderen zu verstehen macht sowas nicht. Das Wort Emphatie hat hier nichts zu suchen. Gar nichts.
Ob vohanden oder nicht???? Muß man das verstehen? Wenn sie eine ausschlagebende Rolle spielen soll obwohl sie nicht vorhanden ist?Geändert von Inaktiver User (07.08.2011 um 03:00 Uhr)



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