Ich hatte dieses Gefühl nur das eine mal damals im Petersdom. Ich fühlte mich dort von Männern dominiert, die mir ein Weltbild aufstülpen wollen, das ich nicht richtig finde. Und die sich selbst verherrlichen indem sie Geschichten und Tugenden in der Welt verbreiten die von ihnen als unumstößlich hingestellt werden.
Dieser Dom ist eine Machtdemonstration sondergleichen und daher nicht mit einem prunkvollen Schloss vergleichbar. Ich kann die vermeintlichen Machtansprüche der Weltreligionen nicht ausstehen.
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28.03.2011, 14:40
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Garstige Bratkartoffeln! (Gollum)
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28.03.2011, 14:59
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Danke, jetzt verstehe ich es.
Meine Mutter, die allem Anschein nach schon immer gläubig war, es jedoch erst nach dem Tod meines Vaters lebt, und ja evangelisch ist, regt sich auch immer über die Verlogenheit der Kirchenoberen auf, da nach dem Motto "Brot für die Welt, Kuchen für mich" verteilt würde....
Ich muss aber sagen, dass sie die katholische Kirche als noch einen Tick verlogener empfindet....
Wobei, wenn ich an meinen Konfirmationspfarrer denke, der mich wegen einer dusseligen Frage rausgeschmissen hat, Jahre später aber ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau anfing...
Gut, die haben später geheiratet, aber astrein ist bei mir anders!
Aber benehmen sich nicht mehr oder weniger alle "Oberen" der Welt (vornehmlich alte Männer!
) so? Siehe auch die Regierungen der sozialistischen Staaten etc.
Ich bin wahrscheinlich nächstes Jahr um die Zeit in Rom, ich werde mir den Petersdom mal von diesem Gesichtspunkt her näher betrachten.
Zum Thema triggern: zu der Zeit als ich mich so über den Pfarrer und den Rektor aufgeregt habe, habe ich mich jahrelang geweigert, Kirchen auch nur zu betreten. Heute gehe ich rein, wenn es etwas zu besichtigen gibt, weil es geschichtliche Bauwerke/Sehenswürdigkeiten sind wie alle anderen Gebäude auch. Ich verhalte mich ruhig, respektiere, dass es ein besonderer Ort für manche Menschen ist, auch wenn ich es weder nachvollziehen kann noch etwas empfinde.
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28.03.2011, 15:14
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Islabonita
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28.03.2011, 15:16
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Na gut, ich will es dann nochmal erklären. Die Vorstellung von einem allgütigen, allwissenden und allmächtigen Gott resultieren als Gesamt-Fazit aus meinem (christlichen) Verständnis der Bibel - sie sind für mich die Grundpfeiler, auf denen mein Gottesglaube gründet. Die Frage ist nun aber, wie das mit dem Leid in der Welt zu vereinbaren sein soll und ob überhaupt... Oder anders gesagt: Könnte Gott in das Weltgeschehen eingreifen, um dem Leid ein Ende zu machen? Ich sage ja, er könnte. Und genau das wird auch geschehen, und zwar zu dem von ihm festgelegten Zeitpunkt.
Warum aber nicht sofort?, bzw. warum nicht schon früher? Dieser Frage gleichkommend wäre: Warum hat Jesus, als er vor 2000 Jahren auf der Erde wirkte, nicht das Leid generell beseitigt? Er heilte viele Kranke, aber bei weitem nicht alle und wenn überhaupt, dann nur unter den Juden, nicht unter den Heiden. Warum nicht? Weil der Zeitpunkt noch nicht gekommen war. Gott gibt den Menschen Zeit zum Wachstum - vergleichbar mit einem Weinstock, dessen Trauben erst noch reif werden müssen (dieses Gleichnis gebrauchte ja Jesus selbst). Die damaligen Wunder-Heilungen hatten hingegen lediglich symbolischen Charakter - sie sollten zeigen, zu was Gott in der Lage ist und dass Jesus tatsächlich der von den Juden erwartete Messias war – mehr nicht. Einen bleibenden Effekt hatten sie nicht, die ‚geheilten‘ Menschen verstarben alle - womöglich erkrankten sie auch wieder, das wissen wir nicht. Wenn Gott eingreifen wollte, noch bevor „die Trauben reif“ sind, müsste er ständig aufs neue überall und immer eingreifen - ich denke aber nicht, dass das in der Intention Gottes liegt. Gott will freie und selbständige Menschen, und nicht welche, denen er ständig mit dem Notrettungspäckchen hinterherlaufen muss.
Ich gesteh aber, verstehen kann man das alles erst, wenn man den Gedanken an eine unsterbliche Seele bzw. an Reinkarnation zulässt. Würde der Mensch nur ein einziges Mal leben und dann nichts mehr, wie das leider oft behauptet wird, ergeben sich zwangsläufig unlösbare gedankliche Widersprüche, so dass die Theodizee-Frage zum unlösbaren Problem wird. Für mich wurde die Bibel eben aus diesem Grunde ja überhaupt erst nachvollziehbar, nachdem ich die Vorstellung von unsterblicher Seele und Reinkarnation gedanklich angenommen und verinnerlicht hatte. Zuvor war für mich die Bibel ein eher widersinniges und nicht nachvollziehbares Buch – ähnlich wie das auch viele ehemals Gläubige hier beschrieben haben (da finde ich mich durchaus selbst wieder…
) und sich aus diesem Grunde von Religion und Gott abgewandt haben. Im Gegensatz dazu hatte ich allerdings so die Kurve zu Gott doch noch bekommen, ansonsten wäre ich wohl jetzt eher in der Versammlung der Atheisten und Agnostiker zu finden.
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28.03.2011, 15:56
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Du meinst Gott - so eine Art Energiequelle, wie elektrischer Strom aus der Steckdose? Nein, dieses Bild wäre mir zu wenig und hoffnungslos unvollständig. Gott hat nach meiner Vorstellung Gefühle wie wir, von Liebe bis Zorn ist da alles drin. Nicht umsonst heißt es, dass er Menschen nach seinem Bilde schuf. Und in Gottes Geist ist unermessliche Weisheit, eine Weisheit, mit der die Welt und allem was in ihr ist, entstanden ist. Wer an eine zufällige Entstehung all dessen glaubt, mag das tun - mit erscheint das geradezu absurd.
Zur Frage von Naturkatastrophen usw. betreffend siehe meine obige Erläuterung zum Theodizee-Problem.
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28.03.2011, 16:06
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
@Tessie
Du hast also auch einen kleinen Umweg gemacht (ich auch)
Das wäre zB ein Teil einer Antwort auf Deine Frage: es gibt viele Wege.... und jeder muss seinen ganz persönlichen finden. Individuell für sich. Das setzt aber auch voraus, daß er ihn finden will.
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28.03.2011, 16:12
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28.03.2011, 16:23
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Ok!

Meist brauche ich bei solchen monumentalen Dingen sowieso Stunden länger als andere, weil ich so ein Detailfreak bin. Und dann erst diese "Ehrfurcht" vor all dieser Geschichte. Ich weiß noch wie ich ehrfürchtig im Amphitheater in Delphi gesessen habe, mir die Ausbuchtungen der Steine anschaute und dachte: "Ob sich hier schon Aristoteles, Platon und Sokrates den Allerwertesten plattsaßen?" Und dann bin ich ganz ergriffen...
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28.03.2011, 18:06
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Vielen Dank an briony, balalala und sinn-sucht, dass das Thema auf den Gottesdienst und die Kirchenbauten kam.
Ich stimme dem zu, aber ich glaube lieber an den Osterhasen als an Gadaffi. Ich meine, ich verehre lieber den Osterhasen als Gadaffi, ich meine, ich laufe manchmal lieber dem Osterhasen hinterher als den Nachrichten.
Damit will ich sagen, die Gemeinschaft der Gläubigen vollzieht wöchentlich in ihrem Gottesdienst ein umständliches Ritual, das die Menschen in ihrem Gedenken an das Leid des Jesus einen soll. Mir gefällt diese Form des Erinnerns.
Ich meine damit nicht, dass ich das notwendig brauche, mich hat mein Sohn gefragt, ob ich den Kommunionsunterricht für ihn halte, und ich tus, weil ich tolerant und offen bin und voll Empathie.
Es hat auch mit Respekt zu tun. Obwohl ich die Predigt nicht immer toll finde, muss ich bis zu Ende zuhören. Und ich liebe die christlichen Symbole und darf während des Gottesdienstes vielleicht schmunzeln, aber nicht laut lachen.
Und dann bemühe ich mich, Gott oder Jesus zu spüren.
Respekt vor den Christen der Vergangenheit, die das alles aufgebaut und interpretiert haben. Vielleicht ist der Gottesdienst auch deswegen interessant, weil ich ein Stück weit teilhaben darf an dem Ganzen. Ist es nicht eine Kunst, sich vorstellen zu können, dass JETZT Jesus unter uns ist, das soll ja nämlich während der Kommunion passieren.
Was kann dem gleichkommen? Ein Theaterbesuch? Eine Demo? Der Besuch einer Kunstausstellung? Ein interessantes oder uninteressantes Buch lesen?Geändert von Alles (28.03.2011 um 21:16 Uhr)
... living next door to ...
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28.03.2011, 18:17
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Selbst wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, ist die Theodizee-Frage unlösbar.
Zitat von tessie
Ein glückliches Leben darnach (im Himmel oder einer Reinkarnation) löscht vorhergehendes Leiden nicht aus. Und nach wie vor ist die Frage, warum Gott nichts dagegen tut, unbeantwortet.
Kann er nicht - ist er nicht allmächtig.
Will er nicht - ist er nicht gütig.Geändert von 3146 (28.03.2011 um 18:22 Uhr)



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