Mal ganz dumm gefragt, Alaska: Warum genügt es dir nicht, subjektiv zu glauben?
Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es mir piepegal, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie mir meinen Glauben lassen. Es fügt meiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.
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23.03.2011, 13:48Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
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23.03.2011, 13:57Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
WER denkt denn so ?! Gottlos= gleich unmoralisch ?!Ich kenne da niemanden und "monströs" klingt an den Haaren herbei gezogen,albern.Das müssen schon Hardcore-Fundamentalisten sein, aber die gibt es auch unter den Areligiösen. Ich hörte mal Jutta Ditfurth in einer Diskussion, die war sowas von verbohrt und "Fundi",
unfassbar. Diese Frau mag alles sein, aber nicht religiös.....
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23.03.2011, 13:58
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Zitat von Inaktiver User
Es gibt ja diese Theorie von der Suchtpersönlichkeit: Wenn ein Mensch mit einer solchen Suchtpersönlichkeit aufhört zu rauchen, sucht er sich eine Ersatzsucht, isst mehr oder trinkt mehr Alkohol.
Ich zum Beispiel bin keine Suchtpersönlichkeit: ich kann ab und an rauchen (zwei- bis dreimal im Jahr), ab und an Alkohol trinken (zwei bis dreimal im Monat), und brauche auch nicht regelmäβig Schokolade oder Schuhe.
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23.03.2011, 14:02Inaktiver User
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23.03.2011, 14:08
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das ist halt die Frage. Wenn Du aus welchen Gründen auch immer überzeugt sein solltest, die Erde ist eine Scheibe, dann wird es Dir vermutlich nicht piepegal sein, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie Dir Deinen Glauben lassen. Dennoch gilt auch hier: Es fügt Deiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.
Vermutlich wirst Du sagen: Der Unterschied ist hier die Vermittelbarkeit der 'intersubjektiven naturwissenschaftlichen Wahrheit' von der Kugelerde, die bei 'intersubjektiven religiösen Wahrheiten' eben fehlt, daher zuächst der Vorschlag mit der Liste. Ein anderer Unterschied könnte sein, dass der Scheibenerde-Glaube gegenüber dem Kugelerde-Glaube irgendwie spürbare Vor- oder Nachteile mit sich bringt, unabhängig davon, ob er von anderen geteilt wird, oder nicht.
Und eigentlich habe ich auch gar kein Problem damit, rein subjektiv etwas zu glauben, letztlich ist 'intersubjektiv' ja auch nur eine Art von Glauben. Wenn auf einem Popkonzert alle dieselbe Band hören, und nachher sagen 'das war toll', dann meint das der eine mehr, der andere weniger, ein dritter meint das nur, weil es die anderen meinen, ein vierter meint das gar nicht und sagt es trotzdem und ein fünfter ist taub und schliesst sich der Mehrheit an. Dennoch wird beispielweise Zeugenaussagen vor Gericht oder Ergebnisberichten von naturwissenschaftlichen Experimenten ja auch eine über das rein subjektive und womöglich willkürliche hinaus gehende Aussagekraft eingeräumt.
Mir geht es also im Grunde darum - wie weiter oben schon gesagt - zwischen Deinen Polen 'beweisbar' und 'rein subjektiv oder willkürlich erfunden' noch ein oder zwei Zwischenstufen einzufügen.Geändert von Alaska (23.03.2011 um 14:14 Uhr)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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23.03.2011, 14:56
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Umgangssprachlich ist das Wort "gottlos" ganz klar negativ besetzt und steht für verwerflich, lästerlich und frech. Für mich ist dadurch der Bezug von gottlos zu unmoralisch sehr deutlich erkennbar.
Ich glaube nicht an Gott, verwehre mich aber dagegen, als gottlos bezeichnet zu werden, weil mir durch das Wort subtil liederlichkeit unterstellt wird.Garstige Bratkartoffeln! (Gollum)
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23.03.2011, 15:55
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
45 von 54 von Synonymen für "gottlos" haben eine negative Bedeutung oder Konnotation:
Bedeutung: Gott leugnend:pietätlos, ruchlos, atheistisch, lästerlich
Bedeutung: atheistisch:freidenkerisch, glaubenslos, ungläubig, irreligiös, heidnisch, gottesleugnerisch, freigeistig, religionslos, unreligiös
Bedeutung: blasphemisch:gotteslästerlich, sündhaft
Bedeutung: niederträchtigverrucht, infam, gemein, elend, niedrig, lumpig, kümmerlich, hinterlistig, frevelhaft, amoralisch, bösartig, hinterhältig, scheußlich, knapp, geldgierig, gewissenlos, verbrecherisch, abscheulich, frech, schändlich, schäbig, minderwertig, schmählich, heillos, anrüchig, böse, nichtswürdig, schlecht, knauserig, habsüchtig, brutal, ehrfurchtslos, boshaft, gehässig, scheinheilig, kleinlich, berechnend
Bedeutung: ohne Glauben:konfessionslos, vom Glauben abgefallen
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23.03.2011, 16:07
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
'Gottlos' ist ein Ausdruck, der häufig in verschiedenen Übersetzungen der Bibel auftaucht und der in diesem Zusammenhang durchweg negativ besetzt ist - er steht für verwerflich, frech, bösartig usw. Doch wird das fälschlicher Weise zuweilen mit 'ungläubig' bzw. 'nicht an Gott glaubend' verwechselt, was meines Dafürhaltens aber falsch ist.
Man könnte 'Gottlosigkeit' vielleicht am besten als Abkehr von Gott bezeichnen - und zwar nicht, weil man nicht an ihn glauben kann, sondern weil man nicht an ihn glauben will - und da ist ein wesentlicher Unterschied.
Ein Atheist muss demnach noch lange nicht 'gottlos' sein, während ein 'Gläubiger' noch lange keinen Freifahrtschein hat, nicht dennoch als 'gottlos' zu gelten. Du musst dir also keine Sorgen machen.
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23.03.2011, 16:15Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das sehe ich auch so.
Ich kann mir ganz gut vorstellen, wie es ist, zu glauben - ich kenne das von früher und es gibt auch Gutes dabei: wenn es funktioniert, fühlt man sich beschützt und aufgehoben.
Ich denke, die wenigsten "gottlosen" Menschen sind Atheisten, sondern eher Agnostiker (wie ich).
Das nimmt viel von einer Festlegung, die zu missionarischem Eifer führen kann.
Ich bin nach wie vor eher neugierig und offen für Erfahrungen anderer mit Gott oder Religion.
Und wenn es einmal nicht so ist - dann ist es auch kein Thema für mich, denn was andere glauben, ist deren Sache, solange sie niemandem damit schaden.
Kann sich aber ein religiöser Mensch vorstellen, wie es ist, nicht zu glauben?
Ich meine nicht, an Gott zu zweifeln, sich verlassen zu fühlen von ihm, mit ihm zu hadern - sondern seine Existenz für eine Fantasievorstellung zu halten?
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23.03.2011, 16:19Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das finde ich interessant.
Ich kann mir auch vorstellen, dass ein "gottloser Mensch" zwar an Gott glaubt - sich aber bewusst auf die "andere Seite" stellt. Z.B. im Fall einer sog. "Versuchung", oder wenn er sich von Gott enttäuscht fühlt.
Ein Grund, warum Selbsttötung ein Tabu ist - denn es ist die völlige Abkehr von Gott, der als das Leben gilt. Und es ist auch eine (bewusste oder unbewusste) menschliche Machtdemonstration: Gott kann seine Existenz nicht beenden....


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