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  1. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Mal ganz dumm gefragt, Alaska: Warum genügt es dir nicht, subjektiv zu glauben?

    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es mir piepegal, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie mir meinen Glauben lassen. Es fügt meiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.

  2. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für dich vielleicht nicht. Ich finde sie manchmal schon lustig.
    Die Gleichung gottlos = amoralisch zum Beispiel.
    Wobei ich natürlich gerne zugebe, daß meine Moral etwas eigenwillig ist; aber ich muß mich ja auch nicht an religiöse Gebote halten. Wenn man nur sich selbst Rechenschaft schuldig ist, kann man manches etwas legerer handhaben.
    Jeenfalls amüsiert es mich, für wie monströs man gehalten wird, wenn man gott-los lebt. So als wäre Religion ein Firnis, der uns davon abhielte, zu Bestien zu werden. Fehlt nur noch, daß man nach Vampirzähnen und Teufelsmalen abgesucht wird.
    Oder als müsse man sich vor lauter Sinnlosigkeit die Kugel geben und die Leute staunen, daß man überhaupt lebt. dabei komme ich mit der Erkenntnis, daß das Leben womöglich gar keinen tieferen Sinn hat, bestens zurecht.
    WER denkt denn so ?! Gottlos= gleich unmoralisch ?!Ich kenne da niemanden und "monströs" klingt an den Haaren herbei gezogen,albern.Das müssen schon Hardcore-Fundamentalisten sein, aber die gibt es auch unter den Areligiösen. Ich hörte mal Jutta Ditfurth in einer Diskussion, die war sowas von verbohrt und "Fundi",
    unfassbar. Diese Frau mag alles sein, aber nicht religiös.....

  3. gesperrt

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Aber nicht bei allen.
    Ich halte es für eine Mär, daß der Mensch per se ein Bedürfnis nach Religion habe.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stimmt !Manche begnügen sich auch mit Ersatz-Religionen ! Angebot ist da vielfältg, von Atheismus bis "Zalando"-Shopping..........

    Es gibt ja diese Theorie von der Suchtpersönlichkeit: Wenn ein Mensch mit einer solchen Suchtpersönlichkeit aufhört zu rauchen, sucht er sich eine Ersatzsucht, isst mehr oder trinkt mehr Alkohol.

    Ich zum Beispiel bin keine Suchtpersönlichkeit: ich kann ab und an rauchen (zwei- bis dreimal im Jahr), ab und an Alkohol trinken (zwei bis dreimal im Monat), und brauche auch nicht regelmäβig Schokolade oder Schuhe.

  4. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mal ganz dumm gefragt, Alaska: Warum genügt es dir nicht, subjektiv zu glauben?

    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es mir piepegal, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie mir meinen Glauben lassen. Es fügt meiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.
    Das ist richtig, Menschen missionieren bringt nichts.
    Gilt aber genauso umgekehrt,auch fundamentalistische Atheisten sollten das nicht versuchen....

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es mir piepegal, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie mir meinen Glauben lassen. Es fügt meiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.
    Das ist halt die Frage. Wenn Du aus welchen Gründen auch immer überzeugt sein solltest, die Erde ist eine Scheibe, dann wird es Dir vermutlich nicht piepegal sein, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie Dir Deinen Glauben lassen. Dennoch gilt auch hier: Es fügt Deiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.

    Vermutlich wirst Du sagen: Der Unterschied ist hier die Vermittelbarkeit der 'intersubjektiven naturwissenschaftlichen Wahrheit' von der Kugelerde, die bei 'intersubjektiven religiösen Wahrheiten' eben fehlt, daher zuächst der Vorschlag mit der Liste. Ein anderer Unterschied könnte sein, dass der Scheibenerde-Glaube gegenüber dem Kugelerde-Glaube irgendwie spürbare Vor- oder Nachteile mit sich bringt, unabhängig davon, ob er von anderen geteilt wird, oder nicht.

    Und eigentlich habe ich auch gar kein Problem damit, rein subjektiv etwas zu glauben, letztlich ist 'intersubjektiv' ja auch nur eine Art von Glauben. Wenn auf einem Popkonzert alle dieselbe Band hören, und nachher sagen 'das war toll', dann meint das der eine mehr, der andere weniger, ein dritter meint das nur, weil es die anderen meinen, ein vierter meint das gar nicht und sagt es trotzdem und ein fünfter ist taub und schliesst sich der Mehrheit an. Dennoch wird beispielweise Zeugenaussagen vor Gericht oder Ergebnisberichten von naturwissenschaftlichen Experimenten ja auch eine über das rein subjektive und womöglich willkürliche hinaus gehende Aussagekraft eingeräumt.

    Mir geht es also im Grunde darum - wie weiter oben schon gesagt - zwischen Deinen Polen 'beweisbar' und 'rein subjektiv oder willkürlich erfunden' noch ein oder zwei Zwischenstufen einzufügen.
    Geändert von Alaska (23.03.2011 um 14:14 Uhr)
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    WER denkt denn so ?! Gottlos= gleich unmoralisch ?!
    Umgangssprachlich ist das Wort "gottlos" ganz klar negativ besetzt und steht für verwerflich, lästerlich und frech. Für mich ist dadurch der Bezug von gottlos zu unmoralisch sehr deutlich erkennbar.

    Ich glaube nicht an Gott, verwehre mich aber dagegen, als gottlos bezeichnet zu werden, weil mir durch das Wort subtil liederlichkeit unterstellt wird.
    Garstige Bratkartoffeln! (Gollum)

  7. gesperrt

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von briony Beitrag anzeigen
    Umgangssprachlich ist das Wort "gottlos" ganz klar negativ besetzt und steht für verwerflich, lästerlich und frech. Für mich ist dadurch der Bezug von gottlos zu unmoralisch sehr deutlich erkennbar.

    Ich glaube nicht an Gott, verwehre mich aber dagegen, als gottlos bezeichnet zu werden, weil mir durch das Wort subtil liederlichkeit unterstellt wird.

    45 von 54 von Synonymen für "gottlos" haben eine negative Bedeutung oder Konnotation:

    Bedeutung: Gott leugnend:pietätlos, ruchlos, atheistisch, lästerlich

    Bedeutung: atheistisch:freidenkerisch, glaubenslos, ungläubig, irreligiös, heidnisch, gottesleugnerisch, freigeistig, religionslos, unreligiös

    Bedeutung: blasphemisch:gotteslästerlich, sündhaft

    Bedeutung: niederträchtigverrucht, infam, gemein, elend, niedrig, lumpig, kümmerlich, hinterlistig, frevelhaft, amoralisch, bösartig, hinterhältig, scheußlich, knapp, geldgierig, gewissenlos, verbrecherisch, abscheulich, frech, schändlich, schäbig, minderwertig, schmählich, heillos, anrüchig, böse, nichtswürdig, schlecht, knauserig, habsüchtig, brutal, ehrfurchtslos, boshaft, gehässig, scheinheilig, kleinlich, berechnend

    Bedeutung: ohne Glauben:konfessionslos, vom Glauben abgefallen

  8. gesperrt

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von briony Beitrag anzeigen
    Umgangssprachlich ist das Wort "gottlos" ganz klar negativ besetzt und steht für verwerflich, lästerlich und frech. Für mich ist dadurch der Bezug von gottlos zu unmoralisch sehr deutlich erkennbar.

    Ich glaube nicht an Gott, verwehre mich aber dagegen, als gottlos bezeichnet zu werden, weil mir durch das Wort subtil liederlichkeit unterstellt wird.
    'Gottlos' ist ein Ausdruck, der häufig in verschiedenen Übersetzungen der Bibel auftaucht und der in diesem Zusammenhang durchweg negativ besetzt ist - er steht für verwerflich, frech, bösartig usw. Doch wird das fälschlicher Weise zuweilen mit 'ungläubig' bzw. 'nicht an Gott glaubend' verwechselt, was meines Dafürhaltens aber falsch ist.
    Man könnte 'Gottlosigkeit' vielleicht am besten als Abkehr von Gott bezeichnen - und zwar nicht, weil man nicht an ihn glauben kann, sondern weil man nicht an ihn glauben will - und da ist ein wesentlicher Unterschied.

    Ein Atheist muss demnach noch lange nicht 'gottlos' sein, während ein 'Gläubiger' noch lange keinen Freifahrtschein hat, nicht dennoch als 'gottlos' zu gelten. Du musst dir also keine Sorgen machen.

  9. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich ist das nicht nachvollziehbar. Wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es mir piepegal, ob andere diese Einstellung teilen oder nicht, so lange sie mir meinen Glauben lassen. Es fügt meiner Überzeugung nichts dazu, wenn andere sie teilen und es nimmt ihr auch nichts weg, wenn sie es nicht tun.
    Das sehe ich auch so.

    Ich kann mir ganz gut vorstellen, wie es ist, zu glauben - ich kenne das von früher und es gibt auch Gutes dabei: wenn es funktioniert, fühlt man sich beschützt und aufgehoben.

    Ich denke, die wenigsten "gottlosen" Menschen sind Atheisten, sondern eher Agnostiker (wie ich).
    Das nimmt viel von einer Festlegung, die zu missionarischem Eifer führen kann.
    Ich bin nach wie vor eher neugierig und offen für Erfahrungen anderer mit Gott oder Religion.
    Und wenn es einmal nicht so ist - dann ist es auch kein Thema für mich, denn was andere glauben, ist deren Sache, solange sie niemandem damit schaden.

    Kann sich aber ein religiöser Mensch vorstellen, wie es ist, nicht zu glauben?
    Ich meine nicht, an Gott zu zweifeln, sich verlassen zu fühlen von ihm, mit ihm zu hadern - sondern seine Existenz für eine Fantasievorstellung zu halten?

  10. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von tessie_10 Beitrag anzeigen
    Man könnte 'Gottlosigkeit' vielleicht am besten als Abkehr von Gott bezeichnen - und zwar nicht, weil man nicht an ihn glauben kann, sondern weil man nicht an ihn glauben will - und da ist ein wesentlicher Unterschied.
    Das finde ich interessant.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass ein "gottloser Mensch" zwar an Gott glaubt - sich aber bewusst auf die "andere Seite" stellt. Z.B. im Fall einer sog. "Versuchung", oder wenn er sich von Gott enttäuscht fühlt.

    Ein Grund, warum Selbsttötung ein Tabu ist - denn es ist die völlige Abkehr von Gott, der als das Leben gilt. Und es ist auch eine (bewusste oder unbewusste) menschliche Machtdemonstration: Gott kann seine Existenz nicht beenden....

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