Also wäre beispielsweise Genitalverstümmelung als in Deinem Sinne ein auf religiöser Anschauung basierendes Ritual insofern richtig. Und für Dich existiert zwischen künstlerischer Phantasie und religiöser Praxis im Grunde kein Unterschied, es sind beides kreative Formen des Umgangs mit der Wirklichkeit. Anders verhält es sich mit Wissenschaft, deren Methoden gewährleisten einen verbindlicheren Wirklichkeitsbezug ihrer Erzählungen. Du kannst nicht mit höheren Wesen kommunizieren, schliesst das aber auch für alle anderen Menschen aus oder hältst solche Fragen seltsamerweise für nicht beantwortbar oder möchtest lieber nicht darüber reden, lieber soll jeder doch seine Privatreligion betreiben. Na gut, dann sei's drum.
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16.03.2011, 20:25
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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16.03.2011, 20:38
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16.03.2011, 23:09Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Ähm, ich habs doch gerade zuvor erklärt: ich fand dein Radio-Beispiel interessant mit deiner Beschreibung wissenschaftlicher Erkenntnis, und ich habe dir die andere Seite (Glauben) dazu, aus meiner Sicht, beschrieben. Darauf bist du aber überhaupt nicht eingegangen, sondern hast dich mit einem Vorwurf des Angriffs zurückgezogen.
Letzteres hat mich gestört - nicht dein Beispiel.
Da hab ich dann sofort ein: "Wieso?" auf der Zunge.....Zum Beispiel die Aussage 'Gott ist Geist'.
Tut mir leid, damit kann ich nichts anfangen, bin ich zu einfach gestrickt für.
Eine solche Aussage über ein geheimnisvolles Wesen (Gott) erscheint mir beliebig: ich könnte auch sagen, Gott ist hellgrün. Widerlege mich, wenn du kannst....
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17.03.2011, 03:10Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Aus dem was du schriebst siehst du Genitalverstümmelugen als etwas Gottgegebenes an. Weil alle glauben das das sein muß. Eins will ich dir abschreiben, das du Wissenschaft auch nur in einem Bruchteil für dich in Anspruch nimmst.
Ich sehe das du eine Privatreligion hast. So wie du es geschrieben hast. Dann sei glücklich dabei.
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17.03.2011, 07:11
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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17.03.2011, 07:53
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Menschenopfer waren in vielen Religionen erforderlich und richtig....
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17.03.2011, 08:25Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Kommunikationsfähigkeit (wohlgemerkt eine, die nur der Empfänger und kein Dritter feststellt) als Beweis für die Existenz höherer Wesen? Nun ja, C.G.Jung hat das von seinem Philemon sicher auch gedacht und jeder Schizophrene, der Stimmen hört, glaubt auch an die Existenz dieser Stimmen.

Das verstehst du unter "spirituellem Ritual"? Und welcher Religion gehört dieser "Ritus" an?
Wenn dieses verunglückte Beispiel dazu dienen soll, die Brutalität von religiösen Gruppen zu demonstrieren, hättest du besser die Inquisition, Folter und Mord an "Ketzern" und die Kreuzzüge anführen sollen. Da ist der religiöse Hintergrund klar (ich empfehle die Lektüre des "Hexenhammers"
)
Durchaus. Beide Praktiken befassen sich mit "subjektiven Wirklichkeiten", die für den Einzelnen hohe Relevanz haben.
Ich staune immer wieder, warum viele Gläubige um jeden Preis bestätigt haben wollen, dass ihre religiösen Vorstellungen im naturwissenschaftlichen Sinne real sein müssten. Was spielt das denn für eine Rolle? Auch innere Wirklichkeiten sind in einem nicht-materiellen Sinne "real", sie bestimmen unser Denken und Handeln. Warum genügt das nicht?
Weil es auf dieser subjektiven Basis keinen vertretbaren Grund gibt, Macht auszuüben, andere zu missionieren oder als "Ungläubige" zu verfolgen?
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17.03.2011, 08:33
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Bei dieser Frage würde ich mich als Agnostiker dem Kenntnisstand seriöser Wissenschaftler/ Historiker/ Religionswissenschaftler anschliessen.
Keine Ahnung, wie dieser im Augenblick ist.
Mal schnell gegoogelt: Wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Existenz der historischen Person „Jesus“ geschätzt wird, hängt offensichtlich von der Bewertung der vorhandenen Quellen ab. Hundertprozentig abgesichert durch unumstöβliche Quellen seine Existenz wohl nicht.
Es gab zu dieser Zeit jede Menge Wanderprediger in der Gegend.
Auch hier wieder:
Statt unumstöβlicher Wahrheiten und Dogmen, Wahrscheinlichkeiten.
Mir reicht das.
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17.03.2011, 09:07
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Keine Ahnung, den Begriff 'Beweis' habe ich nicht ins Spiel gebracht. Und bei einigen religiösen Ritualen können ja durchaus mehrere Beteiligte gleichzeitig an der Kommunikation teilnehmen, nur eben nicht notwendig jeder beliebiger Dritter.
Du sprachst doch von "religiösem Ritual" und "spirituellem Wert", oder? Unter religiösen Ritualen verstehe ich Handlungen, die spezifisch für eine bestimmte Religion sind, also Handlungen, die für Angehörige der jeweiligen Religion im Sollen-Sinne sogar verbindlich sein können, beispielweise Tieropfer, Waschungen, Pilgerreisen, Vorschriften zur Essenzubereitung, Taufe, Kommunion und Konfirmation, Beichte, Gebet, Meditation usw.
Vielleicht ist die Motivation der Fragestellung nicht so klar geworden. Du stelltest fest:
Und da ist mir die Idee gekommen, dass sich Erzählungen allgemein vielleicht in (mindestens) diese drei Kategorien einteilen lassen:
1. Erzählungen basierend auf wissenschaftlichen Erkentnnissen.
2. Erzählungen basierend auf religiösen Erfahrungen.
3. Erzählungen basierend auf kreativer Phantasie.
Und ob und wie sich diese drei Arten von Erzählungen jeweils unterscheiden (lassen)."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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17.03.2011, 09:30Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Die Genitalverstümmelung hat keinerlei religiösen Grundlagen, Zitat: Keine Religion befürwortet Mädchen- und Frauenbeschneidung Es ist geradezu grotesk, dass du diese Praxis in eine Reihe mit Taufe, Kommunion oder Konfirmation stellst.
Was die "Erzählungen" und "Sprachspiele" betrifft, wurden Wittgensteins Theorien von Lyotard weiter entwickelt. Zitat:
Lyotard geht dementsprechend von einer Vielfalt von Diskursformationen aus, die als nicht ineinander "übersetzbare" Sprachspiele oder als "inkommensurable Vernunftarten" beschrieben werden. Es gebe keinen integrierenden "Metadiskurs".
Religiöse Inhalte können also nicht im naturwissenschaftlichen "Sprachspiel" bewiesen werden, und ebenso wenig haben religiöse Begriffe in den naturwissenschaftlichen Erzählungen irgend welche Relevanz. Das gilt im Übrigen auch für die Philosophie und alle anderen Geisteswissenschaften.
Interessanterweise hat die Philosophie im Gegensatz zur Theologie auch nie versucht, ihre Inhalte ganzen Bevölkerungen aufzuzwingen. Das liegt wohl daran, dass sie nicht mit "göttlichen Wahrheiten" operiert. Philosophie befindet sich im Gegensatz zur Theologie in einem dauernden Diskurs, sie setzt sich mit neuen Denkweisen auseinander statt sie zu bekämpfen (wie es viele Religionen tun).Geändert von Inaktiver User (17.03.2011 um 09:53 Uhr)



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