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16.03.2011, 10:23
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
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16.03.2011, 10:29
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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16.03.2011, 10:38
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Doch natürlich, es sind beides Methoden, die zu Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen führen können, welche wiederum Ausgangspunkt für Berichte und Schlussfolgerungen oder eben "Erzählungen" sein können.
Das sind aber sehr idealisierte Forderungen an das Wesen eines Experimentes. Genau genommen kann ein Experiment nur ein einziges Mal mit bestimmten Bedingungen durchgeführt werden und es gibt auch Phänomene, die durch mehr oder weniger reproduzierbare Experimente gar nicht nachgestellt werden können. Und auch die Erfahrungen und Erlebnisse, die beim Beten gemacht werden, beispielweise was die spürbare Nähe eines 'höheren Wesen' dabei angeht, können sich ähneln und verglichen werden. Letztlich ist es eine subjektive Entscheidung, welcher Methode hinsichtlich welcher Fragestellung welche Aussagekraft beigemessen wird.
Kunst und Wissenschaft sind sich auch sehr ähnlich. Aus einzelnen Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen konstruiert Wissenschaft oft mit viel Phantasie eine "Erzählung", die sie solange als "zutreffend" betrachtet, wie es keine neue Erfahrungen, Erlebnisse und Beobachtungen gibt, die dagegen sprechen."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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16.03.2011, 10:47
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Deine Aussagen zum "Experiment" sind unhaltbar.
Bitte nicht Wissenschaft und Märchenerzählen durcheinanderwerfen.
Ein Experiment unterscheidet sich von der reinen Betrachtung dadurch, dass zunächst eine genau definierte Situation präpariert wird. Anschließend wird das Verhalten des präparierten Systems beobachtet beziehungsweise gemessen, und mit den Voraussagen des zugrunde liegenden Modells verglichen. Auf diese Weise kann eine in einer Theorie gemachte Behauptung (These/Hypothese) untersucht werden und das Experiment kann diese entweder stützen oder widerlegen.
Experiment ? Wikipedia
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16.03.2011, 10:59
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Ja, sage ich doch, es ist ein Märchen oder eine Idealisierung, dass ein Experiment unter identischen Bedingungen mehrmals durchgeführt werden kann. Allerdings kann man unterschiedlicher Auffassung sein, wie änhlich Bedingungen sein müssen, damit man von 'reproduzierten' Experimenten sprechen kann.
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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16.03.2011, 11:00Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Diese Meinung teile ich ganz und gar nicht. Zum Wesen eines naturwissenschaftlichen Experiments gehört eine methodisch angelegte Untersuchungsanordnung und diese ermöglicht Kausalaussagen.
Das gilt für das Gebet nicht. Wie jemand betet, ist äußerst subjektiv, ebenso wie das, was er dabei erlebt. Religiöse Praxis und Kunst haben viel mit einander zu tun, die Naturwissenschaften sind in ihrer Methodik nicht vergleichbar.
Nein. Kunst hat keine "Ergebnisse", die verglichen werden könnten und auf denen so etwas wie eine "Entwicklung" aufbaut (auch wenn die Avantgarde in ihrer Technikbegeisterung so etwas proklamierte). Im Gegensatz dazu gilt für die Wissenschaft, dass nachfolgende Experimente die vorher gehenden entweder verifizieren oder falsifizieren. In der Naturwissenschaft "funktioniert" etwas, oder es funktioniert eben nicht, dann ist es obsolet.
Für Erzählungen, Religion und Kunst gilt weder die Voraussetzung der experimentellen Nachvollziehbarkeit noch haben sie etwas mit Richtig oder Falsch zu tun. Sie sind subjektive Erlebensmöglichkeiten. Auch wenn sie in der Gruppe statt finden, ist das Erlebnis jedes Einzelnen subjektiv.
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16.03.2011, 11:03
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16.03.2011, 11:13
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das ist Esoterik, was du erzählst.
Hier ist eine Reihe von jederzeit wiederholbaren Experimenten:
# Galileo Galilei – Versuche (1623) zum freien Fall
# Otto von Guericke (1663) Magdeburger Halbkugeln (Effekte des Luftdrucks)
# Benjamin Franklin – Nachweis (1752), dass Blitze eines Gewitters elektrische Effekte sind
# Cavendish – Experiment (1797) zur Messung der Gravitationskonstante
# Thomas Young – Doppelspaltexperiment (1802) zum Nachweis von Welleneigenschaften von Licht
# Michael Faraday – Versuchsreihe (1831) zu Elektrizität und Magnetismus
# Kreuzungsversuche (1865) mit Erbsen von Gregor Mendel
# Michelson-Morley-Experiment (1881) zur Messung der Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit von der Bewegung der Erde
# Heinrich Hertz – Nachweis (1886) der Übertragung elektromagnetischer Wellen
# Wilhelm Conrad Röntgen – Entdeckung (1895) der Röntgenstrahlen
# Schwärzung eines Films durch Radioaktivität (Becquerel 1896)
# Millikan-Versuch (1910) zur Messung der Elementarladung von Robert Andrews Millikan
# Ernest Rutherfords Streuversuche (1910), mit denen er den Atomkern nachwies
# Iwan Pawlows Experiment der Konditionierung von Hunden (bedingter Reflex)
# Uranspaltung (1938) von Otto Hahn und Lise Meitner
Experiment ? Wikipedia
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16.03.2011, 11:25
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Da stimme ich Dir zu, aber es ist eine Illusion, dass ein und dasselbe Experiment zweimal durchgeführt werden kann. Allerdings kann dieser Umstand mal mehr und mal weniger Bedeutung für die Aus- und Vorhersagekraft einer "wissenschaftlichen Erzählung" (Theorie) haben, die aus Experimenten abgeleitet wird.
Möglicherweise ist auch das eine Illusion bzw. von begrenzter Aus- und Vorhersagekraft:
"Hume stieß erstmals auf dieses Problem bei Untersuchungen über die Kausalität: Nach seiner Auffassung ist die einzige Rechtfertigung für unseren Schluss von der Ursache auf die Wirkung der Glaube an die Gleichförmigkeit der Natur. Wir halten Ereignisse für Ursachen und Wirkungen, weil wir sie wiederholt aufeinander folgen sehen und glauben, dies sei auch in Zukunft so zu erwarten. Die Grundlage der Kausalität ist also die Annahme, dass sich die Dinge in der Zukunft genauso verhalten, wie die in der Vergangenheit ..."
Trotzdem wird es auch für Gebete einige zumindest formale Voraussetzungen geben.
Praxis ist ein gutes Stichwort. Verschiedene Praktiken führen zu verschiedenen Erlebnissen und so zu verschiedenen "Erzählungen" über die Wirklichkeit.
Die Aussage lautete ja auch: Nicht nur Kunst speist sich aus Phantasie, sondern auch die Erzählungen von Religion und Wissenschaft. Beispielsweise ist für die Relativitätstheorie eine Menge Phantasie vonnöten, selbst wenn man sie sich nicht selbst ausdenken wollte.
Das stimmt. Allerdings können auch Gebete eine bisherige Erzählung untermauern oder als unglaubwürdig erscheinen lassen.
Nicht unbedingt. Moses soll die zehn Gebote ja im Gespräch mit Gott genannt bekommen haben. Das mag stimmen oder nicht, aber auf jeden Fall haben sie etwas mit Richtig oder Falsch zu tun.Geändert von Alaska (16.03.2011 um 11:40 Uhr)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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16.03.2011, 11:39
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Vielleicht drücke ich mich missverständlich aus? Zu einem Zeitpunkt kann eine Kugel an einem bestimmten Punkt nur einmal fallengelassen werden und es ist stets eine Näherung anzunehmen, eine andere Kugel an einem andern Ort zu einer anderen Zeit fallenzulassen sei eine Wiederholung des ersten Experiments. Es sicher ein neues Experiment, was aber womöglich sehr ähnlich zu vorherigen Experimenten ist.
Und bei dieser Art von Experimenten gibt es ja auch relativ wenig Streit über ihre Aussagekraft. Das sieht bei anderen Experimenten beliebig anders aus, wenn beispielsweise aus dem Miller-Urey-Ursuppe-Experiment eine "Erzählung" über die nicht reproduzierbare Situation auf der Erde vor vielen Milliarden Jahren generiert wird."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')





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