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  1. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Wenn wir von Religion reden, dann ist das immer auch der Wissensstand von vor über 2000 Jahren, denn seitdem haben wir nichts mehr von Gott gehört, es hieß sogar, er sei tot..
    Religion hat nichts mit historischen Dimensionen zu tun. Sie unterliegt auch keinem wie immer geartenen "Fortschritt".
    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Von daher war Religion die Antwort auf viele Existenzfragen, sonst hätte sie nicht so großen Zulauf. Ich kann ein Ritual nicht ausführen, wenn ich nicht verstehe, was und wozu ich das gerade tue.
    Ich muss eine Bedeutung damit verbinden, das ist klar. Aber das hat mit "verstehen" im naturwissenschaftlichen Sinne gar nichts zu tun.
    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Ich behaupte mal, das Transzendenz wertvoll ist, während Wissenschaft wertfrei, gefühlsfrei ist, von daher eigentlich moralischer.
    Wozu diese Bewertungen? Religion und Wissenschaft sind das, was Wittgenstein unter (unterschiedlichen) "Erzählungen" verstand. Die beiden Denksysteme sind nicht vergleichbar.

    Es gibt nicht DIE Formel für die Welt, es existieren viele verschiedene Zugänge. Sie müssen nicht kompatibel sein. Wenn jemand krampfhaft versucht, alles über einen Kamm zu scheren, mag das der eigenen Angstminimierung dienen, es bedeutet aber eine massive Einschränkung unserer Denk- und Lebensmöglichkeiten.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von balalala
    „Er war schon immer da“
    Genausogut kann man sagen, das Universum war schon immer da.

    Same difference.

  3. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Alles Beitrag anzeigen
    Manche Geschichten sind auch nur noch teilweise erhalten und wurden nie gefunden oder wurden vernichtet - daher natürliche Auslese. Das was vor 2000 Jahren war, viel ist nicht mehr aus der Zeit erhalten, daher natürliche Auslese.
    Das hat mit "natürlicher" Auslese nicht das Geringste zu tun. Die Kanonisierung war eine bewusste Auslese, die von einigen wenigen Funktionären durchgeführt wurde. Die Basis hatte keinen Einfluss darauf.

    Die Apokryphen wurden bewusste ausgesondert. Geschichten über Frauen (Susanna im Bade, Judith) wurden auch nicht voll in den Kanon aufgenommen. Zwar finden sie sich noch in einigen alten Bibeln als "Legenden", aber es war klar, dass die männliche Hierarchie in der katholischen Kirche sie nicht als vollwertig akzeptierte.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von balalala Beitrag anzeigen
    Es geht doch wohl nur darum, ob ein Mensch damit leben kann, dass es keine letzte Antwort gibt, oder ob er sich eine Antwort bastelt, um sich sicher und sinnvoll zu fühlen.
    Das scheint für mich auch der Kern des Ganzen zu sein.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Opelius
    ich frage mich allerdings, weshalb Du nicht akzeptieren kannst, dass ich Dinge anders sehe als Du.
    Natürlich kann ich das akzeptieren. Ich kann mich nicht erinnern, je etwas anderes gesagt zu haben.

    Meiner Meinung nach besteht aber ein Unterschied zwischen der Aussage
    Die Frage stelle ich mir nicht.
    und
    Ich finde aber keine Antwort darauf.
    Ersteres verstehe ich als: Ich mache die Augen ganz fest zu, und dann existiert das Problem nicht.
    Wenn du sagst, du hättest keine Antwort, dann gibst du zu, dass da ein Problem ist, hast aber keine Lösung.
    Es gibt vieles, wo ich auch keine Antwort weiss....

    Nur habe ich es so noch von keinem Kleriker gehört.
    Wenn es um die Frage des Leids in der Welt geht, wird lang und breit herumgeschwafelt - die Antworten sind dann "selber schuld", "wir sind zu doof, um Gottes großartigen Plan zu verstehen", "im Himmel kriegen die dann eine Extraportion Seligkeit" etc etc.

    Eine so dumm wie die andere.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat:
    Zitat von balalala http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...s/viewpost.gif
    Es geht doch wohl nur darum, ob ein Mensch damit leben kann, dass es keine letzte Antwort gibt, oder ob er sich eine Antwort bastelt, um sich sicher und sinnvoll zu fühlen.

    Das scheint für mich auch der Kern des Ganzen zu sein.
    http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...ser_online.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...ons/report.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...tons/quote.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...iquote_off.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...quickreply.gif
    Dem kann ich nur zustimmen.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Religion und Wissenschaft sind das, was Wittgenstein unter (unterschiedlichen) "Erzählungen" verstand. Die beiden Denksysteme sind nicht vergleichbar.
    Die unterschiedlichen "Erzählungen" ergeben sich aber auch aus unterschiedlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen, die wiederum auf unterschiedliche Methoden zurückzuführen sind. Beispielsweise gibt es bei einigen Religionen die Methode 'Gebet' und bei einigen Wissenschaften die Methode 'Experiment'. Darüber hinaus gibt es als Quelle von Erzählungen noch die Phantasie, welche beispielsweise vor allem bei der Kunst bemüht wird.
    "...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
    (Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')

  8. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen

    Nur habe ich es so noch von keinem Kleriker gehört.
    Wenn es um die Frage des Leids in der Welt geht, wird lang und breit herumgeschwafelt - die Antworten sind dann "selber schuld", "wir sind zu doof, um Gottes großartigen Plan zu verstehen", "im Himmel kriegen die dann eine Extraportion Seligkeit" etc etc.

    Eine so dumm wie die andere.
    Genau. Und von vielen Gläubigen hört man deswegen auch - wenn ich mal tot bin wird alles besser. Im Hier und Jetzt zu leben um seine Situation zu verbessern muß man dann nicht, wenn man auf das "Paradies" wartet oder wie?

    Und klar können die Kleriker nichts zu dem Leid der Welt sagen oder wieso deren Gott es nicht ändert - es gibt ihn nicht, nur will das niemand wahrhaben. Und einfach so tot sein und das war es dann? Dann doch lieber die Hoffnung auf ein besseres "Leben" nach diesen Leben....

    ne ,ohne mich!

  9. Inaktiver User

    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen
    Ich mache die Augen ganz fest zu, und dann existiert das Problem nicht.
    Wenn du sagst, du hättest keine Antwort, dann gibst du zu, dass da ein Problem ist, hast aber keine Lösung.
    Es gibt vieles, wo ich auch keine Antwort weiss....
    Eben. Es gibt nicht auf alles eine Antwort oder für alles eine Lösung. Trotzdem muss man sich mit dem Thema befassen.
    Rituale sind ein legitimer Versuch, mit Dingen umzugehen, die man nicht kontrollieren kann. Sie verringern unser Ohnmachtsgefühl

    Vielleicht besteht unsere Schwierigkeit mit der Religion vor allem in unserem eigenen Kontroll- und Machbarkeitswahn.
    Leider wird diese Tendenz von den Kirchen verstärkt; sie verkaufen ganze "Systeme", obwohl die Vorstellung eines geschlossenen Systems dem Wesen von Religion widerspricht. Die Transzendenz ist per se unfassbar, sie lässt sich nicht in Schubladen pressen.

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Die unterschiedlichen "Erzählungen" ergeben sich aber auch aus unterschiedlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen, die wiederum auf unterschiedliche Methoden zurückzuführen sind. Beispielsweise gibt es bei einigen Religionen die Methode 'Gebet' und bei einigen Wissenschaften die Methode 'Experiment'. Darüber hinaus gibt es als Quelle von Erzählungen noch die Phantasie, welche beispielsweise vor allem bei der Kunst bemüht wird.
    Gebet und Experiment sind überhaupt nicht vergleichbar. Das Wesen des Experiments besteht darin, dass ein Versuch unter gleichen Bedingungen immer zum objektiv gleichen Ergebnis kommen muss. Davon werden die Naturgesetze abgeleitet. Gebete sind etwas sehr Persönliches und Subjektives, sie lassen sich nicht unter einander vergleichen.

    Kunst und Religion sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied besteht fast nur in der Themenstellung. Kunst befasst sich auch mit profanen Themen.

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    AW: Gottlos - Leben ohne Religion

    Zitat Zitat von marta Beitrag anzeigen

    Meine Güte, hier wird ja doch gnadenlos missioniert. Und gewertet. Wer der Wissenschaft glaubt, ist vemessen. Soso.

    Es läuft doch immer wieder darauf hinaus, dass der gläubige Mensch der bessere Mensch ist. Amen.
    Tatsächlich? Ich verstehe die panische Angst nicht, dass hier jemand missionieren könnte. Wir reden über Glauben und wir reden über Nichtglauben. Sobald jemand seinen Glauben darlegt, wird er mit dem Vorwurf des Missionieren abgestraft.
    Was ist das für eine Diskussion.

    Zitat Zitat von Valencia1603 Beitrag anzeigen
    Nur weil ich auf Religion verzichte, heisst das noch lange nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin, keine Richtlinien habe, nicht weiss was gut und boese, richtig und falsch ist.
    Keiner behauptet hier, dass areligiöse Menschen schlechte Menschen sind. Ich bin Christ und beanspruche nicht für mich, ein besserer Mensch zu sein. Ich kenne genug Atheisten, die mit Sicherheit wertvolleres in ihrem Leben zustande gebracht haben als ich.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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