Religion hat nichts mit historischen Dimensionen zu tun. Sie unterliegt auch keinem wie immer geartenen "Fortschritt".
Ich muss eine Bedeutung damit verbinden, das ist klar. Aber das hat mit "verstehen" im naturwissenschaftlichen Sinne gar nichts zu tun.
Wozu diese Bewertungen? Religion und Wissenschaft sind das, was Wittgenstein unter (unterschiedlichen) "Erzählungen" verstand. Die beiden Denksysteme sind nicht vergleichbar.
Es gibt nicht DIE Formel für die Welt, es existieren viele verschiedene Zugänge. Sie müssen nicht kompatibel sein. Wenn jemand krampfhaft versucht, alles über einen Kamm zu scheren, mag das der eigenen Angstminimierung dienen, es bedeutet aber eine massive Einschränkung unserer Denk- und Lebensmöglichkeiten.
Antworten
Ergebnis 161 bis 170 von 1036
-
16.03.2011, 09:31Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
-
16.03.2011, 09:32
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Genausogut kann man sagen, das Universum war schon immer da.
Zitat von balalala
Same difference.
-
16.03.2011, 09:37Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Das hat mit "natürlicher" Auslese nicht das Geringste zu tun. Die Kanonisierung war eine bewusste Auslese, die von einigen wenigen Funktionären durchgeführt wurde. Die Basis hatte keinen Einfluss darauf.
Die Apokryphen wurden bewusste ausgesondert. Geschichten über Frauen (Susanna im Bade, Judith) wurden auch nicht voll in den Kanon aufgenommen. Zwar finden sie sich noch in einigen alten Bibeln als "Legenden", aber es war klar, dass die männliche Hierarchie in der katholischen Kirche sie nicht als vollwertig akzeptierte.
-
16.03.2011, 09:48
-
16.03.2011, 09:49
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Natürlich kann ich das akzeptieren. Ich kann mich nicht erinnern, je etwas anderes gesagt zu haben.
Zitat von Opelius
Meiner Meinung nach besteht aber ein Unterschied zwischen der AussageundDie Frage stelle ich mir nicht.Ersteres verstehe ich als: Ich mache die Augen ganz fest zu, und dann existiert das Problem nicht.Ich finde aber keine Antwort darauf.
Wenn du sagst, du hättest keine Antwort, dann gibst du zu, dass da ein Problem ist, hast aber keine Lösung.
Es gibt vieles, wo ich auch keine Antwort weiss....
Nur habe ich es so noch von keinem Kleriker gehört.
Wenn es um die Frage des Leids in der Welt geht, wird lang und breit herumgeschwafelt - die Antworten sind dann "selber schuld", "wir sind zu doof, um Gottes großartigen Plan zu verstehen", "im Himmel kriegen die dann eine Extraportion Seligkeit" etc etc.
Eine so dumm wie die andere.
-
16.03.2011, 09:56
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Dem kann ich nur zustimmen.Zitat:
Zitat von balalala http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...s/viewpost.gif
Es geht doch wohl nur darum, ob ein Mensch damit leben kann, dass es keine letzte Antwort gibt, oder ob er sich eine Antwort bastelt, um sich sicher und sinnvoll zu fühlen.
Das scheint für mich auch der Kern des Ganzen zu sein.
http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...ser_online.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...ons/report.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...tons/quote.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...iquote_off.gif http://woman-bfriends.brigitte.de/fo...quickreply.gif
-
16.03.2011, 10:02
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Die unterschiedlichen "Erzählungen" ergeben sich aber auch aus unterschiedlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen, die wiederum auf unterschiedliche Methoden zurückzuführen sind. Beispielsweise gibt es bei einigen Religionen die Methode 'Gebet' und bei einigen Wissenschaften die Methode 'Experiment'. Darüber hinaus gibt es als Quelle von Erzählungen noch die Phantasie, welche beispielsweise vor allem bei der Kunst bemüht wird.
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
16.03.2011, 10:07Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Genau. Und von vielen Gläubigen hört man deswegen auch - wenn ich mal tot bin wird alles besser. Im Hier und Jetzt zu leben um seine Situation zu verbessern muß man dann nicht, wenn man auf das "Paradies" wartet oder wie?
Und klar können die Kleriker nichts zu dem Leid der Welt sagen oder wieso deren Gott es nicht ändert - es gibt ihn nicht, nur will das niemand wahrhaben. Und einfach so tot sein und das war es dann? Dann doch lieber die Hoffnung auf ein besseres "Leben" nach diesen Leben....
ne ,ohne mich!
-
16.03.2011, 10:16Inaktiver User
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Eben. Es gibt nicht auf alles eine Antwort oder für alles eine Lösung. Trotzdem muss man sich mit dem Thema befassen.
Rituale sind ein legitimer Versuch, mit Dingen umzugehen, die man nicht kontrollieren kann. Sie verringern unser Ohnmachtsgefühl
Vielleicht besteht unsere Schwierigkeit mit der Religion vor allem in unserem eigenen Kontroll- und Machbarkeitswahn.
Leider wird diese Tendenz von den Kirchen verstärkt; sie verkaufen ganze "Systeme", obwohl die Vorstellung eines geschlossenen Systems dem Wesen von Religion widerspricht. Die Transzendenz ist per se unfassbar, sie lässt sich nicht in Schubladen pressen.
Gebet und Experiment sind überhaupt nicht vergleichbar. Das Wesen des Experiments besteht darin, dass ein Versuch unter gleichen Bedingungen immer zum objektiv gleichen Ergebnis kommen muss. Davon werden die Naturgesetze abgeleitet. Gebete sind etwas sehr Persönliches und Subjektives, sie lassen sich nicht unter einander vergleichen.
Kunst und Religion sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied besteht fast nur in der Themenstellung. Kunst befasst sich auch mit profanen Themen.
-
16.03.2011, 10:21
AW: Gottlos - Leben ohne Religion
Tatsächlich? Ich verstehe die panische Angst nicht, dass hier jemand missionieren könnte. Wir reden über Glauben und wir reden über Nichtglauben. Sobald jemand seinen Glauben darlegt, wird er mit dem Vorwurf des Missionieren abgestraft.
Was ist das für eine Diskussion.
Keiner behauptet hier, dass areligiöse Menschen schlechte Menschen sind. Ich bin Christ und beanspruche nicht für mich, ein besserer Mensch zu sein. Ich kenne genug Atheisten, die mit Sicherheit wertvolleres in ihrem Leben zustande gebracht haben als ich.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



Zitieren