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25.01.2011, 15:31Inaktiver User
AW: Schuld und was heißt es zu verzeihen?
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25.01.2011, 15:36Inaktiver User
AW: Schuld und was heißt es zu verzeihen?
Das verstehe ich nicht. Wenn mich jemand schlägt, hat er ein Gefühl ausgelöst ... aber das war ja eben vorher nicht vorhanden, davor gibt's mir prima und jetzt ist das blaue Auge da ...

Macht das das Verzeihen leichter oder eben schwieriger? Im "Ich konnte nicht anders" steckt ja auch ein "Ich würde es bei gleichen Vorbedingungen jederzeit wieder genauso tun."
Aber das ist natürlich eine Frage des Blickwinkels. Wenn man den Schmerz des anderen ganz unverständlich findet, fällt es auch schwerer, um Verzeihung zu bitten - warum sollte man auch?
Grüße, Cariad
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25.01.2011, 15:39Inaktiver User
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25.01.2011, 15:41
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25.01.2011, 15:42
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25.01.2011, 15:42Inaktiver User
AW: Schuld und was heißt es zu verzeihen?
Genau, denn dann kann keine Reue da sein. Ein um Verzeihung bitten, wäre dann nicht echt und wahrhaftig, sondern diente nur dem Zweck, die Beziehung nicht zu gefährden. Und schon ist die Angelegenheit schal. Es funktioniert also nur so, indem Du akzeptierst, daß der andere ein anderes Wertesystem hat und kannst für dich entscheiden, ob Du damit leben kannst oder nicht.
Eigentlich ist ein Nichtumentschuldigung bitten, wenn die Handlung nicht gegen die eigenen Werte steht, aufrichtig.
Wie sagt Anselm Grün: Der Mensch begegnet sich an seiner Grenze. Also gerade auch im Konflikt.
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25.01.2011, 15:46Inaktiver User
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25.01.2011, 16:09Inaktiver User
AW: Schuld und was heißt es zu verzeihen?
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25.01.2011, 16:10
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25.01.2011, 16:13
AW: Schuld und was heißt es zu verzeihen?
Mir wäre Verzeihen auch dann nur möglich, wenn derjenige, der mich verletzt hat mit mir über diese seine Grenzen, das Woher und Warum, und auch warum diese Grenzen seiner Meinung nach weiterbestehen bleiben werden, und seinen Umgang mit den Folgen und Konsequenzen seiner Grenzen bei mir, sprechen würde, und zwar ohne dass ich dieses Gespräch einfordern müsste.
Wäre dies Voraussetzung nicht gegeben, könnte ich vielleicht auch verzeihen, würde aber den Kontakt abbrechen, weil ich eine solche „Sprachlosigkeit“ dann als eine Schranke/Grenze ansehen würde, die befriedigenden und sinnvollen Kontakt für mich ausschliessen würde.
Ich habe meinem Vater in gewissen Punkten nie verziehen, und ich finde es schadet meiner Seele nicht, denn weder das, was er getan hat, noch der Groll den ich auf ihn habe, beeinflussen mein tägliches Leben, oder meinen Umgang mit anderen Menschen, oder meine Lebensfreude. Ich finde dieser Satz ist ein unbelegtes Paradigma. Woher dieses Paradigma kommt, und seit wann es besteht und sozusagen Allgemeingut geworden ist, wäre interessant zu erfahren (christliche Prägung, Freud?)Und es tut einem selbst sehr gut, auch so etwas verzeihen zu können. Denn verbleibender Groll schadet der eigenen Seele. Bedingung ist aber, das schuldhafte Handeln ist beendet und Vergangenheit.



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