Ich war nicht weg, bzw. ich hab nur getauscht.
Das ist nicht der Glaube, den ich meine. Du beschreibst eine "Wissensvermittlung".Natürlich lässt sich Glauben eintrichtern.
Den meisten von uns ist das in der Kindheit passiert. Da nimmt man noch so ziemlich alles kritiklos an, was die Erwachsenen einem beibringen.
Du kommentierst mich aus dem Zusammenhang gerissen. Es ging darum, ob nur greifbares Wissen zählt, oder es möglich ist, sich auf etwas zu berufen, was sich nicht "mathematisch" beschreiben läßt.Der Mensch ist zu vielem fähig. Muss er aber nicht alles tun.
Warum stellst Du diese Frage? Ich habe nichts dergleichen gefordert.Warum sollte man alles als richtig und wahr akzeptieren, was die Eltern sagen? Hast du das getan?
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08.01.2011, 16:42
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
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08.01.2011, 18:44
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Richtig, mir völlig unverständlicherweise trichtern Eltern ihren Kindern nicht nur "ihren" Glauben, nein schlimmer sie zwingen ihnen sogar eine Sprache auf, um ihnen das deutlich sagen zu können. Jedes Baby brabbelt nur vor sich hin oder brüllt, wenn es Hunger hat oder die Hosen voll. Das ist doch unmißverständliche Sprache!
Es gibt Kinder, die das Sprechenlernen verweigern, sie landen mit Sicherheit bei einem Logopäden. Die Eltern zwingen ein Kind etwas zu lernen, was es nicht will.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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08.01.2011, 18:51
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
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08.01.2011, 21:36
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Ja, so ist es, ich kann das von dir gesagte aus eigenem Erleben bestätigen. Glauben kann aus Wissen hervorgehen, muss es aber bei weitem nicht.
Bei mir z.B. war der Religionsunterricht an der Schule halt einfach Wissensvermittlung, von Glauben bestimmt nicht die Spur. Oder treffender - es war für mich die reinste ‚Gähn-Veranstaltung’
, und ich verstand nichts wirklich. Vielleicht lag es an der Art und Weise des Unterrichts, keine Ahnung. Zum Glauben bin ich allenfalls später gekommen, u.a. durch verschiedene persönliche Umstände und Erlebnisse, die ich gar nicht alle aufzählen könnte. Ohne diese würde ich mich jetzt vielleicht als ‚gläubig’ bezeichnen, aber es wäre nichts weiter wie eine leere Floskel. Aber ohne das gelernte Wissen, wer weiß ob ich da jemals zum Glauben gekommen wäre…
Freut mich übrigens auch, wieder von dir zu hören, maddin.
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08.01.2011, 21:40
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Hören? Dabei bin ich doch ganz still...
Danke!
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich ohne Wissen den Glauben trotzdem in mir trug. Alleine um Ordnung zu schaffen - dazu soll so manche Lektüre hilfreich gewesen sein.
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08.01.2011, 22:08Inaktiver User
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Flau, da Du auch aus einem Beitrag von mir zitiert hast, hier noch mal meine Gedanken dazu:
Für mich ist es genau dieses "ganz oder gar nicht", wenn ich mich damit beschäftige, ob ich mich für eine Sache einsetzen will oder nicht. Halbheiten akzeptiere ich höchstens bei Dingen des täglichen Tuns, bei Konsum (wenn es mir nicht so wichtig ist) oder bei Pflichten, denen ich eh nicht entgehen kann (putzen
).
Bei so etwas Wichtigem wie meiner Lebensanschauung möchte ich nicht ständig Teile des Wissens über diese Lebensanschauung ausblenden müssen (frei nach dem Motto: der liebe Gott hat es bestimmt nicht so gemeint). Ich weiß über die christliche Religion und wie sie gemeint ist, nun mal nur das, was in der Bibel steht, es ist nach christlichem Glauben ein Buch, das Gott höchstpersönlich hat schreiben lassen. Um mich zu beeindrucken, hätte es etwas weniger blutig zugehen und wesentlich freundlicher in der Grundhaltung sein dürfen. Ach so: etwas Weisheit hätte auch nicht geschadet.
Fazit: ich suche mir alles zusammen, was ich über eine Sache nur zu fassen bekommen kann, bevor ich eine wichtige Entscheidung treffe. Im Falle des Christentums war mir das, was ich zu wissen bekam, zu unsympathisch.
Mir daraus meine eigene Religion zu basteln: wozu? Ich kann auch ohne Religion so werthaltig leben wie ich mir das vorstelle, und da stecke ich doch viel lieber meine Energie hinein als in ein Konzept, das mir wenig durchdacht erscheint und in dem ich an jeden Tag meines Lebens mehr Schlaglöcher zu umfahren habe als dieser ganze lange Winter produzieren wird.
Aber Gott hat sie schreiben lassen, oder findet die Kirche inzwischen, dass dem nicht so ist? Ich bin schon lange nicht mehr intern, vielleicht habe ich aktuelle Entwicklungen verpasst?
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09.01.2011, 01:33
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Hallo zusammen,
ich möchte dazu das Buch "Die Vielfalt religiöser Erfahrungen" von William James empfehlen, es hat mich, wenn ich micht recht erinnere, zu dem Gedanken veranlasst: Gott sitzt im Gerhirn.
Das Gerhirn ist sowohl Ursprung von Fantasie als auch von Religion.
Zu Gefühlen:
Gefühle sind Illusionen. Wie Gedanken ziehen sie vorbei und sind nicht direkt greifbar.
Zum Thema Auferstehung möchte ich folgenden Link beitragen:
Mysterienkult
Herzliche Grüße... living next door to ...
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09.01.2011, 08:12
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Das kommt darauf an. Zum Einen auf die jeweilige Kirche, dann auf verschiedene Strömungen und Auslegungen in dieser.
Zitat von Inaktiver User
Im Prinzip ist es natürlich überall Gottes Wort, aaaber....
Meist hat sich doch herumgesprochen, dass nicht alles wortwörtlich wahr sein kann.
Und da kommen dann die Exegeten und Hermeneutiker mit nebulösen Wortschwaden, um es irgendwie in die Reihe zu kriegen (und das gemeine Volk bei der Stange zu halten).
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09.01.2011, 08:23
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Nein.
Zitat von Inaktiver User
Wissen darf kritisiert und hinterfragt werden. Glauben wird meist von den Eltern als absolute Wahrheit hingestellt, die jeweiligen Vorschriften müssen strikt befolgt werden, bei Verweigerung gibt es Strafsanktionen.
Das Gefühl der Angst spielt eine grosse Rolle.
Heute ist das nicht mehr sooo verbreitet, in meiner Kindheit war das allgemein üblich.
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09.01.2011, 09:45
AW: Glauben "willkürlich zusammenfantasieren"
Sorry, diesen Beitrag kann ich nicht so stehen lassen.
Mag ja sein, dass Deine christlich katholische Erziehung so abgelaufen ist. Aber Du formulierst es so, als sei dies die "normale" und einzig mögliche christliche Erziehungsform. Dem muss ich widersprechen, es war auch vor Jahrzehnten keineswegs üblich.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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