Ich bin neugierig:
Einige von euch haben ja offensichtlich einschlägige Erfahrungen mit den diversen Gruppen und Kreisen der evangelischen Gemeinden gemacht.
Geht ihr da noch hin? Engagiert ihr euch? Geht ihr regelmäßig in die Kirche?
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Thema: Muß Kirche wirklich sein?
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22.12.2010, 10:45
AW: Muß Kirche wirklich sein?
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22.12.2010, 11:01
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Ich habe frueher Kindergottesdienst (mit)gemacht (daher meine zahlreichen einschlaegigen Erfahrungen mit Toepfern, Meditieren und Batiken
). Nach laengerer Pause bin ich inzwischen wieder aktiv und habe ein Ehrenamt in meiner Gemeinde - einer anglikanischen, da ich nun im UK lebe. Ich fuehle mich da superwohl und bin auch mit der bei uns gelebten Theologie wunschlos gluecklich. Aber konvertieren will ich nicht. Ist auch voellig unnoetig - wir sind eher stolz auf unsere Vielfalt (ich bin nicht die einzige Aktive, die nicht anglikanisch ist), und unser Pfarrer streicht bei jeder Gelegenheit heraus, dass ich lutherisch bin, wenn er mich wem vorstellt.
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22.12.2010, 11:02Inaktiver User
AW: Muß Kirche wirklich sein?
ich halte mich distanziert, weil ich einfach nach jahrelangem Bemühen und Suchen nicht mehr mag. Und zwar mag ich nicht mehr nach dem suchen, was an Überzeugung der Pastor vertritt, die er der Gemeinde auf welchen Wegen auch immer überzustülpen versucht. Ich bin konsequent dafür, dass Pastor sagt, was drinsteckt. Und so lange das sich nicht durchsetzt in der evangelischen Kirche bleibe ich "in Deckung".
Ich bin eigentlich für Ökumene in den christlichen Kirchen. Jeder sagt,woran er glaubt, jeder sucht sich frei seine Gruppe, wird akzeptiert und anerkannt und kann mit jedermann das Abendmahl halten. Die Hauptsache ist der Glaube an Jesus Christus. Dann kann das Kämpfen und Missionieren aufhören.
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22.12.2010, 11:08
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Absolut, das sehe ich genauso! Das ist eine Sache, die mir bei den Anglikanern (bei vielen Missstaenden) sehr gut gefaellt: Bei einer Taufe / Konfirmation oder aehnlichen Anlaessen, bei denen die Anglikanische Kirche als Institution hervortritt (eben um z.B. ein neues Mitglied aufzunehmen) wird gesagt: "Die anglikanische Kirche ist Teil der allgemeinen Kirche Christi..." Kein alleiniger Erloesungsanspruch, kein "wir allein wissen wie's geht", sondern Einbettung in die grosse Gemeinde der Geschwisterkirchen - das finde ich immer super.
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22.12.2010, 13:03Inaktiver User
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Da bin ich raus. Sowas habe ich nicht.

Als Kind und jugendlicher habe ich so manchen Nachmittag in der Gemeinde verbracht.
War immer sehr schön. Wir waren im Sommer viel im Neandertal und haben die Mundorgel rauf und runter gesungen.
Als Spätfolge habe ich immer noch diverse Auflagen.
Später habe ich insgesamt 14 Jahre im Presbyterium verbracht.
Heute mache ich eigentlich nichts mehr in der Kirche. Bin ja auch noch nicht so lange hier in Düsseldorf.
Im Moment mache ich nur noch politische Arbeit.
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22.12.2010, 13:20Inaktiver User
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Ich bin katholisch und eine Agape gibt es bei uns als Abschluss der "Exerzitien im Alltag", die übrigens ökumenisch gehalten werden. Es ist halt eine gemeinsame Mahlfeier.
Ansonsten gibt es bei uns schon auch Tendenzen zur "Modernisierung", z. B. mit besonders gestalteten Kindergottesdiensten, die aber mehr eine Spielstunde sind. Ich bin da immer ein bisschen skeptisch, dass es in "Theater" abgleitet. Es ist halt eine Gratwanderung zwischen "kindgerecht" und "Schau". Schlimm finde ich in dem Zusammenhang, dass da Eltern, Großeltern usw. mit Fotoapparat auftauchen, wenn das Kind eine Fürbitte liest oder so und dass am Schluss geklatscht wird, wenn die Kinder gesungen haben. Ist oft mehr "Aufführung" als Gottesdienst.
Ab kommendem Jahr möchte unsere evangelische Gemeinde das "Frauenfrühstück" ökumenisch gestalten. Den Weltgebetstag der Frauen machen wir ja schon seit Jahren gemeinsam, hat aber nichts mit "Batiken gegen ..." zu tun.
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22.12.2010, 13:26
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Ich bin in meiner Jugend nach der Konfirmation ziemlich aktiv gewesen und habe an Gruppen teilgenommen und irgendwann dann auch geleitet und Freizeiten begleitet und so.
Hat mir immer Spaß gemacht, ich merke aber, dass ich mich als Erwachsene von den andern Erwachsenen in dieser Umgebung doch deutlich unterscheide. Das fängt bei der allgemeinen Lebenseinstellung an und hört beim Outfit nicht auf...
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22.12.2010, 13:34
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Wir gehen nicht regelmäßig in die Kirche, da der Dienstplan im Pflegedienst der Diakonie meine Frau jeden zweiten Sonntag beansprucht. Allein zu gehen habe ich keine Lust.
Ich habe bis vor 4 Jahren in unserer kleinen Landeskirche die Gemeindeausflüge und - reisen organisiert. Das waren vor allem Studienfahrten ins Heilige Land, Seniorenerholung für annähernd 1200 Menschen und Kinder- und Jugenderholungsreisen in den Sommerferien. Ersteres hat mit der 2. Intifada aufgehört, die im September 2000 begann und ich die Weihnachtsreisen stornieren konnte. Als ich in den Ruhestand ging, wurde meine Stelle gestrichen und die Erholungsarbeit beendet.
Es durften an den Maßnahmen jedermann teilnehmen, wir haben nie nach der Religionszugehörigkeit gefragt.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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23.12.2010, 16:20Inaktiver User
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Ich gehe ziemlich regelmässig zur Kirche.
Das Problem ist, die Kirche die ich besuche (der Dom in der Stadtmitte) ist nicht meine Gemeinde.
Und ich finde, das sollte schon zusammen passen. Gemeindezugehörigkeit und Besuch entsprechender Gruppen.
In meiner Gemeinde predigen entweder ausländische Pfarrer die ich kaum verstehe und sorry, irgendwelche Schlafmützen.
Das ist in der Kirche die ich besuche genau das Gegenteil.
Auf die Pfarrer trifft das Wort Geistlicher zu. Mir gefällt diese Mischung aus biblischem Bezug zu aktuellen Anlässen. Und oft habe ich den Eindruck, das trifft auch immer ein aktuelles Thema bei mir.
Wenn ich denn gehe dann ausgesprochen gern, nix mehr mit Pflicht.
Danach fühle ich mich klar, energetisch aufgeladen und irgendwie fit für die Woche.
Wenn ich mal richtig Kummer habe meide ich die Kirche eher.
Dann empfinde ich alles zu schwülstig und meine Gefühle verstärkend. Für solche Anlässe gehe ich unter der Woche mal zur Marienstatue und zünde ne Kerze an.
Mein soziales Engagement findet eher nicht in der Kirche statt. In diesem Jahr möchte ich mir ein Ehrenamt suchen.
schönen Tag noch von
wining-girl
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08.01.2011, 23:52
AW: Muß Kirche wirklich sein?
Hallo Majolika,
ich bin aus der Kirche ausgetreten, aber ich gehe in die Kirche, werde diesen Frühling sogar Kommunionkinder unterrichten. Für mich ist es wichtig, Kirche zu verstehen, sonst kann ich das nicht vertreten.
Natürlich kann man auch ohne Kirche sozial aktiv sein, aber für mich hat es nicht diesen Hintergrund. Wozu tue ich etwas Gutes, engagiere mich sozial? Für viele Menschen ist es natürlich, ich brauche diesen Hintergrund dafür, das Belohnungssystem.
Habe mal gelesen, dass es im Gehirn auch eine Zentrum für das Religiöse gibt, das ist beim einen stärker ausgeprägt als bei anderen und kann dann auch noch speziell angesprochen werden, z.B. mit Trance.
Ich will damit sagen, dass der Mensch ein religiöses Wesen ist. Der Mensch braucht die Religion, er braucht hin und wieder Antworten auf Fragen, zu denen es keine Beweise gibt.
Er muss zum Beispiel auch "Auferstehen", wenn es ihm schlecht geht, daher bevorzuge ich die christliche Religion.
Umfasst Dein Begriff von Kirche alle Religionen? Ich finde, in einer globalisierten Welt sollte das schon so sein. Könnte die Frage auch lauten: Muss Religion wirklich sein?
Viele Grüße... living next door to ...


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