Der Grund ist auch etwas kompliziert. Manche machen es sich einfach, entweder ist das Herumlaufen mit gänzlicher Verschleierung total abzulehnen oder es ist egal, weil jeder so machen soll, wie er will.
So einfach ist es aber nicht.
Wir haben in Europa eine Geschichte, eine soziale, kulturelle und religiöse. Die Europäer sind in einer bestimmten Weise sozialisiert.
Das heißt, über mittelalterliche Kleiderordnungen wird bis heute der Kleidung und das öffentliche Auftreten damit eine Bedeutung zugeordnet.
Man drückt mit seiner Kleidung etwas aus. Z.B. einen Jugend- und Protestkultur (wir trugen damals BW-Parka und lange Haare, oder Ethnokleidung), der Adel erkennt sich an einer bestimmten Art der Kleidung; Minirock, Highheels und starke Schminke wollen auch etwas aussagen, ebenso wie eine Tracht, usw.
Man sieht zuerst die Kleider, dann den Menschen. Anders geht es nicht, so lag es immer nahe, Kleidung zum Symbol zu machen. Über frühere Jahrhunderte gibt es in diesem Zusammenhang viele wissenschaftliche Abhandlungen.
"Kleider machen Leute", denkt man an den Hauptmann von Köpenick, dann weiß man, was eine Uniform bewegen kann.
Angeheftete Streifen oder Sterne lassen sofort erkennen, mit wem man zu tun hat.
Hier ist man es gewohnt, Schlüsse aus der Kleidung zu ziehen. Ich denke, in anderen Kulturen ist es nicht anders.
Was in Europa als bedrohlich empfunden wird, ist das Sichverhüllen, eine Maske tragen (außer zu Karnevalszwecken und das hat seinen Grund), oder eine Kapuze über den Kopf ziehen (es könnte ein Bankräuber sein).
Sich mit vielen Leuten in der Öffentlichkeit zu bewegen, heißt auch, dass man sich nicht unter feindlich Gesinnten aufhält.
Für eine Europäer bedeutet das, dass man seinem Gegenüber ins Gesicht sehen kann. Das man Blickkontakt aufnehmen und auch einen Fremden ansprechen kann.
Jemand, der sich verbirgt, dem Blick ausweicht oder dessen Hände ich nicht sehen kann, wirkt auf mich bedrohlich.
Eine Frau, die hier mit einem Ganzkörperschleier herumläuft, macht mir als Person keine Angst, da ich weiß, weshalb sie es macht und ich soweit multikulturell gebildet bin, dass ich die Hintergründe kenne.
Was mich aber außerordentlich unwohl fühlen lässt, ist die Botschaft, die hinter dieser Verhüllung steht.
Weshalb missachtet diese Frau die gesellschaftlichen Gepflogenheiten des Landes, in dem sie lebt. Hat sie sich mit der Kultur dieses Landes auseinandergesetzt? Dann wüsste sie, dass sie unangenehm auffällt und vielleicht sogar ungebildete Leute sie als Bedrohung empfinden.
Sie weiß sicher, dass im umgekehrten Falle (also eine Europäerin in einem islamischen Land) die Frau zu einer bestimmten Kleiderordung gezwungen wird, um keine Bedrohung der dortigen Kultur zu sein.
Weshalb gilt es nicht für sie in diesem Land (ich meine nicht das Zwingen), sich anzupassen?
Weshalb dieser Unterschied? Was steckt dahinter?
Wenn es eine Wertigkeit wäre, dann fühlte ich mich angegriffen, provoziert und somit bedroht.
Mit Wertigkeit meine ich, eine verhüllte Frau ist eine anständige (?) Frau, eine unverhüllte eine nun ja.......?
Und weitergeführt, was wird unter einer "anständigen Frau" verstanden?
Ich habe mich eine Zeitlang in einer Stadt aufgehalten, die als Hochburg des Islams in Deutschland gilt. Was mir (unangenehm) aufgefallen ist, dass viele tiefverschleierte Frauen nur unter sich sind und auch jeden Blickkontakt verweigern.
Im Bus, im Cafe, im Geschäft, sie sehen durch einen hindurch.
Das ist nur eine persönliche Bemerkung von mir, es fiel mir auf.
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Thema: Islam
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12.12.2013, 14:27Inaktiver User
AW: Islam
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12.12.2013, 14:34Inaktiver User
AW: Islam
Das ist doch Unfug.
Niemand wird hier an den Rand gedrängt und sei froh, wenn im Kindergarten kein Schweinefleisch ausgegeben wird.
Kinder sollten solchen Antibiotikaschund sowieso nicht essen.
Mach' Dir keine Sorgen, Du wirst schon noch weiter leben können, wie bisher. Wovor hast Du wirklich Angst? Dass Du keine Schnitzel mehr kaufen kannst? Lächerlich. Das essen Dir die Moslems schon nicht weg.
Einfach nur billige Vorurteile schüren, finde ich daneben.
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12.12.2013, 14:55
AW: Islam
ist er? Kultur ist nichts festgeschriebenes, es ist wandelbar und ändert sich ständig. Du bis hier in dieser Kultur zu Hause und kannst zunächst einmal nur vor diesem Hintergrund auf Leute schauen, die sich anders verhalten, kleiden etc- eben einen anderen kulturellen Hintergrund haben.
Das ist das, wie du sagst, etwas was mit unserer Kultur zu tun hat- nicht mit der Person, die sich - ihrerseits aufgrund ihrer Kultur, nicht an Deine (unsere) Vorstellungen von Kleiderordnung hält. Die Schwierigkeit ist vielleicht, diesen Widerspruch auch aushalten zu können.Was in Europa als bedrohlich empfunden wird, ist das Sichverhüllen, eine Maske tragen (außer zu Karnevalszwecken und das hat seinen Grund), oder eine Kapuze über den Kopf ziehen (es könnte ein Bankräuber sein).
das kann ja nicht die Alternative sein. Du hast eine bestimmte Erwartung an Menschen, die in unseren Kulturkreis kommen. Aufgrund ihrer Kultur jedoch werden diese Menschen Deine Erwartungshaltung wenigstens nur schwer nachvollziehen können. (Religiösität ist nicht mein Spezialgebiet, aber da scheinen eine Aspekte einfach stärker verwurzelt zu sein, als wir es kennen).Sie weiß sicher, dass im umgekehrten Falle (also eine Europäerin in einem islamischen Land) die Frau zu einer bestimmten Kleiderordung gezwungen wird,Geändert von ernesto_01 (12.12.2013 um 15:03 Uhr)
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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12.12.2013, 15:07Inaktiver User
AW: Islam
Ja, ich habe die Erwartung, dass diese Menschen sich mit der Kultur auseinandersetzen, in die sich hineinbegeben.
Dass sie Verständnis und auch Respekt vor der fremden Kultur haben.
Und da fängt es an, für mich bedrohlich zu werden.Aufgrund ihrer Kultur jedoch werden diese Menschen Deine Erwartungshaltung wenigstens nur schwer nachvollziehen können.
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12.12.2013, 15:35Inaktiver User
AW: Islam
Auf mich wirkt deine Schreibe etwas alarmistisch und atemlos. Aber abgesehen davon - hier
hätte ich ganz ohne irgendein "Islam-Tamtam" ebenfalls angerufen. Paketzustellung ist Geschäftsverkehr, und in diesem möchte ich nicht mit Albernheiten konfrontiert werden - egal, wie "luschtig" die Verkleidung gemeint ist.
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12.12.2013, 15:58
AW: Islam
Ich hoffe nur, in irgendeinem übertragenen Sinne, denn eine reale Bedrohung geht von diesen Menschen tatsächlich nicht aus. Wenn es für sie aus Gründen, die ich zugegebenermaßen nicht nachvollziehen kann (weil andere Kultur), es wichtig oder mindestens bevorzugt ist, sich so oder so zu kleiden, bin ich da sehr gelassen. Es gibt schon Regeln, auf deren Einhaltung ich auch immer bestehen würde- die Kleidung gehört für mich nicht dazu (ok, wenn es nicht der Postbote ist...).
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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12.12.2013, 16:06
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12.12.2013, 16:24Inaktiver User
AW: Islam
Natürlich ist es eine Bedrohung im übertragenen Sinne, es geht um Inhalte, nicht um das äußere Erscheinungsbild.
Kleidung im übertragenen Sinne hat eben eine Bedeutung. Wenn Muslima sich bedecken wollen, können sie hier einen langen Mantel, Kopftuch und Handschuhe tragen, sie würden nicht besonders auffallen und trotzdem ihrer Kultur/Religion gerecht werden.Wenn es für sie aus Gründen, die ich zugegebenermaßen nicht nachvollziehen kann (weil andere Kultur), es wichtig oder mindestens bevorzugt ist, sich so oder so zu kleiden, bin ich da sehr gelassen.
Warum eine Ganzkörperverschleierung? Das fällt extrem auf. Was steht dahinter?
Kleidung an sich nicht, nur wenn sie symbolhaft verwendet wird.Es gibt schon Regeln, auf deren Einhaltung ich auch immer bestehen würde- die Kleidung gehört für mich nicht dazu (...)
Und wird sie das? Ich vermute ja.
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12.12.2013, 16:25
AW: Islam
Hast du tatsächlich diese Angst oder befürchtest du nur, andere könnten sie haben?
Andersrum - ich glaube eher, dass es den Weihnachtsbaum auch dann noch geben wird, wenn immer weniger Menschen sich dem Christentum zugehörig fühlen. Immerhin ist er inzwischen schon in China bekannt, obwohl dort nur 2% der Bevölkerung dem christlichen Glauben angehören.Bald gibt es keine Weihnachtsbäume mehr, absurd?
Dann ist es doch gut.
Ich bezweifele, dass von westlichen Frauen, sollten sie nach Afghanistan reisen, verlangt wird, dass sie dort die Burka anlegen. Ich glaube auch nicht, dass du dies tun würdest, sollte es dich dorthin verschlagen.
Von Frauen, die als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, fände ich es etwas viel verlangt, zu erwarten, dass sie sich vor der Einreise mit der hiesigen Kultur auseinandergesetzt und diese dann sogar noch adaptiert haben. Sie haben sich Deutschland nicht unbedingt als Wohnort ausgesucht, sie hatten in der Regel ernste Gründe, aus ihrer Heimat zu fliehen.Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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12.12.2013, 16:29
AW: Islam
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
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