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    Frage Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Liebe Mitglieder,

    ich suche hier Antwort auf eine Frage, die mir wahrscheinlich nur "Insider" beantworten können wird.
    Der Text wird wahrscheinlich etwas lang, trotzdem wäre mir sehr geholfen, wenn Jemand mit Ahnung mir antworten könnte.

    Und zwar war ich 2008 auf einem Austausch in Neuseeland bei einer sehr netten Familie und bin jetzt wieder hier auf Besuch für 8 Monate.
    Im Vorhinein war meine Austauschschülerin 3 Monate bei mir und hatte mich da mal nebenbei gefragt, ob ich religiös sei.
    Als ich das verneinte, meinte sie, sie wäre ebenfalls nicht gläublig.
    Ich hab mir da noch nichts weiter bei gedacht.
    Komisch wurde es erst, als sie hier einmal die Woche ein Treffen mit 2 älteren (sehr netten) Damen hatte, zu dem ich nicht dabei sein durfte.

    In ihrem Zimmer lag dann der "Watchtower" rum und da war mir dann klar, dass sie Bibelstunden von den Zeugen Jehovas bekam.
    Was aber das Seltsame war - sie hat nie drüber gesprochen, sie wollte unbedingt, dass ich nichts davon mitkriege und hat sich - genauso wie der Rest der Familie (eine Mutter, Vater ist gestorben, 6 Kinder) nicht im geringsten so verhalten, wie man es von ihrer Religion erwartet hätte.
    Dazu gehört beispielsweise, dass sie mit 15 abgetrieben hat, dass sie mit ihrem Freund ein Pornofilmchen gedreht hat, dass sie bei ihrem Freund übernachtet mit Wissen und Einverständnis ihrer Mutter, Alkohol, Parties, Stress mit ihrer Mutter.

    Auch ihre älteren Geschwister sind z.T. geschieden, feiern gerne, trinken auch mal was.
    Bis auf einen Bruder, bei dem zu Besuch durften wir davon nichts erzählen.
    Die Mutter, bei der ich auch jetzt wieder wohne, lebt seit dem Tod des Vaters vor 14 Jahren wieder in einer neuen Beziehung, betont aber die ganze Zeit, dass das was "lockeres" ist und sie eher aus Spaß aus ist, deswegen wohnt ihr Freund auch nicht hier. Sie liebt ihre Unabhängigkeit.

    Sie hat mich auch mal darauf angesprochen, ob ich an Jesus Christus glaube und als ich verneint habe, meinte sie, sie würde "im Moment" auch nicht glauben.
    Dazu kommt, dass ich in ihrem alten Zimmer wohne und in meinem Schrank alte Briefe gefunden habe, die sie ihrem Mann nach dessen Tod geschrieben hat. Darin stand wirklich für mich absurdes Zeug, dass sie es nicht erwarten kann, dass Jehovah sie wieder vereint, Gerede von der "new order", von "Ungläubigen", dass sie losgezogen ist um zu missionieren und er sicher stolz auf sie wäre...
    Das passt absolut nicht zusammen mit meiner Gastmutter wie sie heute ist. Sie fährt Motorrad, sie hat engen Kontakt mit mehreren Männern, flirtet, macht auch gerne mal einen derben Witz.

    Der "Watchtower" liegt hier zwar auch rum, aber zusammengeknüllt in der letzten Schublade.
    Es ist noch kein Versuch gekommen, mich zu überzeugen, außer von den zwei Bibelstunden-Damen, was ja eigentlich auch nicht passt, wenn sie immer noch glauben würde. Gleichzeitig lädt sie diese Frauen ein, spricht mit ihnen. Sind das nur "Überbleibsel" aus der Zeit, in der sie noch aktiv war? Irgendwas passt da nicht zusammen.

    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand von so tiefem Glauben alles umkrempelt und jetzt ein absolut gegenteiliges Leben führt.
    Ich könnte noch viele Beispiele bringen.

    Meine Frage ist jetzt konkret, ob es möglich ist Zeuge Jehovahs zu sein UND sich so wie oben beschrieben zu verhalten, selbstbestimmt und individuell zu leben, auf Parties zu gehen, das Sexualleben frei zu leben und gleichzeitig Bibelstunden der Tochter (die jetzt jedoch auch aus- und damit von den Bibelstunden weggezogen ist) ???
    Ich denke immer, so einen tiefen überzeugten Glauben kann man doch nicht abschalten.
    Meines Wissens nach kann man sich aber als Zeuge auch nicht so wie oben beschrieben verhalten.

    Ganz liebe Grüße aus Neuseeland und Danke fürs Lesen

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    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Zitat Zitat von Papamoa Beitrag anzeigen
    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand von so tiefem Glauben alles umkrempelt und jetzt ein absolut gegenteiliges Leben führt.
    Ich könnte noch viele Beispiele bringen.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass man seinen Glauben einfach verliert, vor allem wenn der Partner verstorben ist. Vielleicht war er die treibende Kraft um zu den ZJ zu gehen.

    Sie hat möglicherweise sich neu orientiert und lebt jetzt ein Leben, mit dem sie besser zurecht kommt als zuvor.

    Das soll sogar strammen Katholiken und glühenden Prostestanten so gehen.

    Ergänzung: Es schwingt in deinem Post ein wenig moralische Wertung über ihren Lebenswandel mit. Bedenke, dass die Frau Witwe ist. Auch nach streng religiöser Auslegung ist sie damit frei. "... bis dass der Tod Euch scheidet." Sie braucht keine Jungfräulichkeit mehr für eine Ehe aufsparen.
    Geändert von Opelius (18.10.2010 um 14:03 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Hallo!

    Ein Beispiel: Meine Oma bekam bis zu ihrem Tod Besuch von ZJ.
    Und das über 50 Jahre lang...
    Sie las regelmäßg den Wachtturm und Erwachet. Sie betete und war im Grunde genommen gläubig.

    Doch sie ließ sich nie taufen und wurde somit keine ZJ.
    Sie feierte alle möglichen Feiertage, sie ging zwischendurch auch in die Kirche usw.

    Ein Außenstehender würde denken, sie wäre eine ZJ.
    Und würde sich gleichzeitig wundern, warum sie nicht so lebt, wie es bei ZJ eigentlich üblich ist.

    Und so geht es doch vielen. Manche haben regelmäßig Kontakt mit ZJ.
    Die alles wissenden Nachbarn sagen, der sei "bestimmt ein ZJ" und wundern sich, warum er nicht so lebt, wie ein ZJ...

    Solche Geschichten habe ich schon persönlich zu hören bekommen.

    Wer Bibelstunden nimmt, lernt doch erst Gottes Gesetze und Moralvorstellungen kennen. Manche machen das auch über einen sehr langen Zeitraum.
    Es heißt aber noch lange nicht, dass er sie auch in seinem Leben wirklich umsetzen will.

    Und wer den Wachtturm liest und Bibelstunden nimmt und die Zusammenkünfte der ZJ besucht, muß noch lange kein ZJ sein.

  4. gesperrt

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    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Also ich weiß, dass ZJ ihren "Opfern" raten, Freunde und Familie nicht zu erzählen, dass sie sich mit der Lehre der ZJ beschäftigen.

    So haben sie leichteres Spiel.

    Ich habe nichts gegen die ZJ. Denn die von Tür zu Tür ziehen, das sind Leute, die wirklich aus Überzeugung handeln.

    Mir macht das nur Sorge, dass wenn man einmal in dem Verein drin ist, man nicht mehr viel zu lachen hat.

    Eine Bekannte von mir ist depressiv geworden, ihre Tochter hat psychosomatische Leiden. AAAAAber NEIIIIIIN, das kommt nicht davon, dass sie ihre Sexualität und Lebensfreude unterdrücken müssen und andauernd bei jedem Wort und bei jedem Schritt hinschielen müssen, ob das "Jehova" gefallen könnte oder nicht...

  5. Inaktiver User

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    und es geht dich eigentlich gar nichts an oder?

    Und Briefe anderer zu lesen finde ich wirklich frech!

    Im Grunde sehe ich es wie Majolika - ich hatte auch schon Bibelstunden bei einer ZJ und las den Wachturm. Ich bin Agnostiker, aber ich beschäftige mich mit verschiedenen Religionen.

    So what?

    Jeder kann doch leben wie er möchte.

    Und wie steht es schon in der Bibel und ist zudem ein Spruch von Jesus: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!!

  6. User Info Menu

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Zitat Zitat von Papamoa Beitrag anzeigen

    Dazu gehört beispielsweise, dass sie mit 15 abgetrieben hat, dass sie mit ihrem Freund ein Pornofilmchen gedreht hat, dass sie bei ihrem Freund übernachtet mit Wissen und Einverständnis ihrer Mutter, Alkohol, Parties, Stress mit ihrer Mutter.

    ...

    ... und ich find´s immer wieder verwunderlich, wenn das Leben anderer im Internet - wahrscheinlich ohne deren Wissen - *ausgebreitet* wird ...




    Dazu kommt, dass ich in ihrem alten Zimmer wohne und in meinem Schrank alte Briefe gefunden habe, die sie ihrem Mann nach dessen Tod geschrieben hat. Darin stand wirklich für mich absurdes Zeug ...



    ... erzähl Deiner *Gastmutter* einfach, dass Du ihre - sehr privaten - Briefe liest ...






    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass jemand von so tiefem Glauben alles umkrempelt und jetzt ein absolut gegenteiliges Leben führt.

    Ich könnte noch viele Beispiele bringen.

    ... gut, dass jeder ein eigenes Leben hat, um dass *er* sich kümmern kann ...

  7. User Info Menu

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Und Briefe anderer zu lesen finde ich wirklich frech!






    ... ich find´s auch *total daneben* ...

  8. User Info Menu

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Also, erstmal danke für die schnellen Antworten.

    Ich wollte mit meiner Frage absolut nicht den Lebenswandel meiner Gastmutter kritisieren, im Gegenteil.
    Wir haben total viel Spaß zueinander, sie sagt ich bin eine Tochter für sie, wir gehen abends zusammen aus etc... mich irritieren halt nur diese anderen Tatsachen, die dazu kommen.

    Das mit den Briefen habe ich nicht ausführlich beschrieben, weil es nur ein Beispiel sein sollte, aber ich wäre niemals ungefragt an ihre Sachen gegangen.
    Sie hatte mir in einem Gespräch gesagt, sie könne nicht mit mir darüber sprechen, aber ich solle mal in der und der Schublade gucken, dann könnte ich es verstehen.

    Mir ist es nicht wichtig, ob sie ZJ ist oder nicht, ich liebe sie und wir kommen sehr gut miteinander klar.
    Ich merke bei dem Thema nur, dass irgendwas nicht stimmt, dass sie einerseits Andeutungen macht, sich dann wieder zurückzieht, nie ganz klar sagt, was jetzt Sache ist, aber auch nichts komplett verheimlicht.

    Und das Leben anderer im Internet ausbreiten tut fast jeder in den Beziehungsforen, Schwiergmütter-Berichten etc. Ich nenne doch keine Namen und Einzelheiten.

    Es sollte einfach nur ne ganz normale Frage sein, ohne Kritik, ohne Schnüffeln, ohne Arroganz. Tut mir leid, wenn das anders rübergekommen ist

    Also, Dankeschön und eine gute Nacht

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    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Hallo Zusammen,
    ich nochmal.

    Ich hab jetzt den ganzen Morgen über eure z.T. kritische Antworten nachgedacht und möchte meine Entschuldigung für etwaige Missverständnisse zurückziehen.
    Ich habe nichts unrechtes getan und ich weiß, ich bin meiner ehemaligen Gastmutter absolut zugetan in Liebe und Zuneigung.
    Darum ging es aber auch gar nicht. Vielleicht habe ich zu viele Details geliefert.

    Das einzige, was ich wollte, war eine Antwort von Jemandem, der Ahnung hat, ob sich diese beiden Lebensstile vereinen lassen, oder ob es nur entweder- oder gibt.
    Auch wenn jetzt manche meinen, das ginge mich nichts an.
    Sie hält mich ja nicht vollkommen davon weg. Sie macht Andeutungen, zieht sich wieder zurück, macht neue Andeutungen.
    Sagt mir: "Guck in der Schublade nach, da findest du Antworten". Tage später traue ich mich das, das wirkt dann auf mich aber noch konfuser und dann will sie wieder nichts dazu sagen, wenn ich sie darauf anspreche.

    Die Antwort über die alte Dame, die sich zwar mit den ZJ beschäftigt, aber deswegen noch keiner war, hat mir sehr geholfen, ich war nämlich der Ansicht, dass man nur entweder drin sein kann, oder ausgeschlossen ist. Auch ist es interessant zu wissen, dass "Außenstehende" nicht eingeweiht werden, das würde bei mir evtl zutreffen.

    PS. Hab grade meinen Text nochmal gelesen und gesehen, dass das mit den Briefen sehr missverständlich formuliert war.
    Das tut mir natürlich leid.
    Das sollte nur ein Beispiel sein, deswegen habe ich da nicht so viel Zeit für Erklärungen genommen.
    Also entschuldige ich mich dafür und möchte nochmal klarstellen, dass ich kaum etwas so achte wie fremdes Eigentum. Dafür sind mir selber damit schon zu schlimme Geschichten passiert.

    Liebe Grüße
    Geändert von Papamoa (19.10.2010 um 02:09 Uhr) Grund: falsch gelesen

  10. Inaktiver User

    AW: Zeugen Jehovahs- ja oder nein?

    Zitat Zitat von Papamoa Beitrag anzeigen

    Das einzige, was ich wollte, war eine Antwort von Jemandem, der Ahnung hat, ob sich diese beiden Lebensstile vereinen lassen, oder ob es nur entweder- oder gibt.
    Es gibt bei ZJ Zugehörigkeit nur entweder-oder. Ich denke sie gehört nicht zu den ZJ, sondern ist nur (aus welchen Gründen auch immer) daran, an den ZJ oder an der Bibel oder am Glauben generell, interessiert.

    Ich würde dir empfehlen dich da nicht einzumischen und auch nicht weiter nachzufragen, denn du wirst wahrscheinlich keine "plausible" Antwort erhalten. Ausserdem wirst du dich nicht um sie kümmern können, da du nur zeitlich begrenzt bei ihr bist. Je tiefer zu du in ihren einen innerlichen Zwiespalt eintauchst, desto schwieriger wird es für dich 1. damit umzugehen und 2. dich nicht "vereinnahmen" zu lassen.

    Deshalb "Finger weg" in deinem und auch in ihrem Interesse.

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