führ doch mal n ernsthaftes Gespräch mit deinem Pfarrer. ich kann mir nicht vorstellen dass der dich abwimmelt wenn du über geschichtliche hintergründe bescheid wissen willst.
was ich schade finde ist dass manche Theologen den Austausch auf Bibelwissenschaftlicher ebene scheuen weil sie Angst haben ihr gegenüber zu verunsichern.
aber Gottseidank sind die nicht alle so.
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Thema: Kain und Abel
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15.10.2010, 19:36Inaktiver User
AW: Kain und Abel
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15.10.2010, 19:46Inaktiver User
AW: Kain und Abel
Aus meinem Religionsunterricht kenne ich es ganz anders. Die biblischen Geschichten wurden ausgelegt, für die heutige Zeit interpretiert. Die Geschichten erzählen ja von uralten menschlichen Verhaltensweisen und Problemen, die auch jetzt noch aktuell sind. Der mensch hat sich ja im Laufe der Jahrhunderte oder Jahrtausende mit all seinen Bedürfnissen nicht verändert. Früher wie heute gab und gibt es Mißgunst, Neid, Verbrechen und Liebe, Fürsorge, Anteilnahme.
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15.10.2010, 19:48Inaktiver User
AW: Kain und Abel
"Mein" Pfarrer ist mit mir schon bei unserem letzten Gespräch nicht auf einen Konsens gekommen, nachdem ich knapp 5.000 € Schwarzgeld auf eine offizielle kirchenvereinliche Kasse überwiesen habe, mit dem Vermerk "...-geld zur offiziellen Verwaltung" und Aufforderung per Rückschein jeweils an meine Kirchlich-gebundene-vereinsleitung, Kirchenpflegerin, beide Pfarrer und Kirchgemeinderatsvorsitzenden zur schriftlichen Bestätigung, dass dieses Geld nach rein kirchen-, finanzrechtlich- oder sonstigen rechtlichen Zwecken verwendet werde. Natürlich nach vorherigen erfolglosen Gesprächen von meinerseits aus, die mich zur Überweisung bewegten.
Insofern ist das Pfarrer-herbstblatt2-Verhältnis seit ca. 2 Jahren unterkühlt. Wir fanden kein Verständnis füreinander. Zumal - wie er sagte, sogar der Dekan solch eine Kasse habe - alles für soziale Zwecke angeblich. Während meine Recherchen dies nicht bestätigen konnten.
Natürlich zweifle ich nicht daran, dass er die historischen Hintergründe weiß. Aber in den Predigten wird dies nur sehr rudimentär herübergebracht. Und ist auch nicht der Sinn. Der Sinn ist ja Gottes Wort zu predigen - und dass Gott makellos ist - und wir nicht und deshalb Gottes Beistand bedürfen.
Wobei ich wichtig finde, dass, da Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf, Gott nicht makellos sein kann, sondern mit menschlischen Eigenschaften versehen. Wie gesagt, falls man/frau an Gott glaubt. Was für mich vom Grunde her okay ist, auch wenn ich selbst es nicht tu'.
Die Kain-Abel-Gott-Geschichte ist ein gutes Beispiel, dass mehrere hier religiöse Stränge sind (abgesehen von einigen anderen):
- einer, der ist historisch begründet und nachvollziehbar
- einer, der läuft auf der Glaubenslinie und unserer heutigen Gläubigkeit, Kirchen ... und nach dieser hat Gott in der Kain-Abel-Gott-Geschichte unaufhörlich menschlisch gefehlt - viel mehr noch als Kain, weil er in der hierarchisch höheren Position war, also Fürsorgepflicht hatte. Zurückhaltend ausgedrückt. Das sind die Kirchen nicht fähig anzuerkennen.
Für einen Pfarrer ist er wirklich gut, unser Pfarrer!
.Geändert von Inaktiver User (15.10.2010 um 20:36 Uhr)
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15.10.2010, 21:06
AW: Kain und Abel
Habe mir den Strang jetzt doch durchgelesen.
In die Kain-Abel-Geschichte einen tieferen psychologischen Sinn zu deuten, halte ich für mühselig. Natürlich kann man in alles einen psychologischen Sinn hineindeuten, aber so etwas ist und bleibt Spekulation. Aber was die Geschichte ohnehin widersinnig macht, ist der fragwürdige Sinn von Opfergaben überhaupt.
Aus späteren Schriften der Bibel, bereits aus Schriften späterer alttestamentlicher Propheten, geht hervor, dass Gott keine Opfer will (ausgenommen unser Leben selbst...). Was ja durchaus Sinn macht: Zu was auch sollte Gott Opfergaben wollen, wo ihm ohnehin alles gehört?
Die Frage müsste also lauten: Wieso stellt sich der Gott in früheren Schriften der Bibel so viel anders dar wie in späteren? Hat sich Gott geändert? Oder ist es nicht derselbe Gott? Ich weiß, das sind provokative Fragen. Aber sie harren ihrer Beantwortung.
Geändert von tessie_10 (15.10.2010 um 21:22 Uhr)
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15.10.2010, 23:40Inaktiver User
AW: Kain und Abel
nicht gott verändert sich im lauf der Zeiten sondern wir ihn.
der bleibt immer gleich.
vielleicht kommt uns manches fremd vor weil -- wir ja gelesen haben - manche Geschichten aus anderen Religionen stammen.
ich beanspruche nicht eine altTestamentliche Geschichte im ihrer ganzen tiefe verstehen zu können.wie soll ich da ein gerechtfertigtes aha-Erlebnis haben?
das kann nur an der Oberfläche passieren die sich mit meiner schneidet. und diese schnittfläche ist aufgrund der kulturellen und zeitlichen unterschiede doch meistens sehr gering.
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16.10.2010, 08:48Inaktiver User
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16.10.2010, 09:14
AW: Kain und Abel
Wie ich das mit meinen Augen sehe, darauf kommt es nicht an, Majolika.
Was der Opferkult in den Augen der Israeliten bzw. in den Augen der Anhänger anderer, heidnischer Religionen zumeist bedeutete, kann man in der Bibel, ebenso wie in vielen anderen religiösen Quellen heidnischen Ursprunges nachlesen: Speiseopfer, Trankopfer, Tieropfer, Rauchopfer, Brandopfer usw., alles (materielle) Gaben an den Gott/die Götter, den/die Religionsangehörigen anbeteten, um diese 'milde' zu stimmen.
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16.10.2010, 09:25
AW: Kain und Abel
Der Opferkult der Israeliten, ebenso wie so manch andere uns heute merkwürdig erscheinenden religiösen Praktiken - allesamt Auswüchse von ‚Fremdgehen’ der Israeliten mit anderen heidnischen Religionen/Gottheiten? - in der Tat eine plausible Erklärung für so manche Ungereimtheiten der Bibel.
Das Fatale daran: Dieses ‚Fremdgehen’ der Israeliten beginnt bereits unmittelbar nach dem Sündenfall, nämlich mit der Geschichte von Kain und Abel und zieht sich dann durch die gesamte Bibel hindurch.
Damit hätten wir dann auch die eigentliche Bedeutung der Kain-Abel-Story: Sie legt erstmalig Zeugnis davon ab, wie die Israeliten bzw. deren Vorfahren Opfer religiöser Vorstellungen/Praktiken von heidnischen Völkern wurden.
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16.10.2010, 09:48Inaktiver User
AW: Kain und Abel
wir kennenja nicht die zeitliche abfolge der gesammelten geschichten. chronologisch geordnet sind die nicht.
aber es ist durchaus denkbar dass es die begegnung mit einer andwren religion dokumentiert. wenn auch voellig entstellt.
trotzdem klingt das was du schreibst für mich ein wenig so als hätten die hebräer vor der Begegnung mit anderen kulten eine ganz und gar "reine "
Religion gehabt. wie soll die denn ausgesehen haben?
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16.10.2010, 10:12
AW: Kain und Abel
die religiösen vorstellungen werden stark von dem landschaftlichen- und ernährungsbedingungen geprägt. seit kurzem weiss die wissenschaft, dass weite teile der wüsten grün waren, wir wissen von der realen überschwemmung weiter teile der damaligen welt. uns sind aus den grossen katastrophen samt nachfolgend veränderten umwelt-und klimatischen bedingungen prägnante geschichten geblieben, die vertreibung aus dem (grünen urwald-) paradies, die daraus folgende notwendigkeit, ackerbau und viehzucht zu betreiben und die kollision der interessen beider gruppen in der kain und abel erzählung, die sintflut in der arche noah geschichte, die hungersnöte und die draus resultiernde vorratswirtschaft in der josefsgeschichte usw.
für den ackerbauer sind blitz und donner, regen und trockenheit, und das feuer die gefährlichsten erfahrungen, gott wird von ihm als jemand beschrieben, der in diesen gestalten berechnend und nicht vernichtend zu einem spricht, der viehzüchter leiht seine bilder aus seinem erfahrungsspektrum.
in jeder gemeinschaft gibt es solche mit praktischer, sportlicher, künstlerischer, mystischer ausstrahlung, viele werden als mitläufer, wenige als herrscherpersönlichkeit geboren, der profaneren machtentfaltung steht immer auch eine mystische ordnung, verwaltet von priestern oder zauberern bei. diese verwalten in der regel ein system der kontrolle und der materiellen forderungen. wer nicht genug opfert, wird als feind erkannt. gott wird den strafen, der sich den religiösen forderungen verweigert. die "ausgebildeten" priester halten die angst vor der strafe aufrecht, sie bieten gleichzeitig käufliche erlösung an. da es kein geld gibt, wird etwas aus ihrem besitz zur gabe, der ackerbauer gibt früchte, er zeigt ihre qualität beim verbrennen, der viehzüchter opfert ein tier, davon leben die religiösen führer sicherlich gut.
so stelle ich mir das vor.lg
legrain


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