Manchmal sind es kleine "Anstösse" von aussen, Vorkommnisse, sogenannte "Schicksalsschläge",
ein Text, ein Gedicht, ein Ausspruch im Fernsehen oder in der Zeitung,
die bewirken können, mal etwas tiefer "in sich" zu forschen.
Auf Entdeckungsreise in "sich selbst" zu gehen, ist wahrlich ein Abenteuer.
Spannenderes ist mir bislang nicht untergekommen.
Auf diesem Weg begegnete mir auch eines Tages ua.dieses Gedicht
von Hermann Hesse.
***
Das Leben, das ich selbst gewählt
Eh ich in dieses Erdenleben kam
Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.
Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
Die voller Licht und schöner Träume sind,
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.
Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
Ob ich dies zu leben mich getraute,
Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.
Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme —
»Dies ist das Leben, das ich leben will!« —
Gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme.
So wars als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
Denn ungeboren hab ich es bejaht.
Hermann Hesse
Lieben Gruss
Lyanna
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27.08.2010, 21:07
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
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28.08.2010, 08:23Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
Nein, es ist kein Konstrukt von mir. Ich habe fast alle 2000 Seiten gelesen, dei z.B. ein indischer Philosoph, der hier im Westen in den 20er Jahren sehr bekannt wurde, gelesen und natürlich n och weitere. (Namen gerne per PN) Dann ein unter orientalischen Gesichtspunkten durchgeführtes Studium der Bibel. Wobei: hier bin ich noch mittendrin und kann eigentlich nichts sagen.
Das "Konstrukt": Gott erschuf uns nach seinem Bilde (nachzulsen u.a. in der Bibel). Wir haben die Wahl, gut zu seon der böse und müssen das ausbaden, was wir angerichtet haben.
Wenn ich mir überlege, wieso ein Kind misshandelt wird, dann ist für mich eben der Grund, dass es wohl früher selber misshandelt habe. Dieser Gedanken darf aber im Alltag, imUmgang mit dem Kind keinen Platz einehmen. Im Alltag ist für mich ein misshandeltes Kind, dem ich unbedingt helfen muss, egal, was es getan hat.
Die Guten? Ich zähle mich noch gar nicht dazu. Ich weiss ja nicht, was ich früher getan habe und was noch alles schlummert, was mir noch bevor steht. Vielleicht habe ich nur gerade Pause. Unter diesem Gesichtspunkt gibt es eigentlich nur einen Guten: derjenigen, der sich bemüht, zu Gott zurückzufinden. Versuch doch etwas von deinem anerzogenen westlichen Kontext zurückzutreten . Kindsmissbrauch, darauf haben wir Westler uns ein wenig eingeschworen. Es ist ein Verbrechen, klar. Aer es gibt noch unzähliche Möglichkeiten, wie sich Menschen an anderen schuldig machen können.
Abgesehen davon: die meisten Probleme der Menschheit sind hausgemacht. Es ist kein rachsüchtiger Gott dafür verantortlich, dass Kinder misshandelt werden, Màdchen unter Schmerzen beschnitten, Menschen des Hungers sterben. Hören wir einfach auf, all diese Verbrechen zu begehen und tun wir unseren Teil. Mich nervt das ganze Geschwurbel von "Halbierung der Armut" etc. Wenn dies gewollt wäre, dann wäre schon morgen Schluss damit. Ist jetzt aber OT.
Gruss
Nalini
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28.08.2010, 08:27Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
Na, das ist am einfachsen zu erklären: früher sind die Seelen eben nur alle ca. 500 Jahre inkarniert, heute eben viel schneller. Wenn du 100 Leute in deiner Wohnung hast und dich jeweils im Wohnzimmer aufhälst, kannst du 80 ins Schlafzimmer schicken oder nur 50. Schickst du 80 ins Schlafzimmer, ddann sind eben entsprechend weniger im Wohnzimmer.
Ich kann viele Einwände gegen Reinkarnation ddurchaus verstehen, aber nicht diesen.
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28.08.2010, 08:38Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
Entschuldigung, das ich gewagt habe, hier mitzuschreiben. Und entschuldigung, dass ich gewagt habe, mich hier als Anhängeringdes Wiedergeburtsglaubens zu outen.
Für mich hat die Lehre von der Wiedergeburt nichts, aber auch gar nichts menschenverachtendes. ein missbrauchtes Kind ist für mich ein Mencsh, der leidet und dem geholfen werden muss. Nicht mehr, nicht weniger und ichb in die eltzte, die jemanden verurteilen würde. Ich weiss ja nicht, wer ich früher war, wills ehrlich gesagt auch gar nicht wissen und bemüh mich einfach, so gut es geht.
Und ja, die ERde ii s t ein Tollhaus: es verhungern Menschen, obwohl es vermieden werden könnte,. Wenn bei uns abgestimmt wird, ob wir weiterhin Waffen exportieren wollen, geht ein lautes Geschrei los, es würden Arbeitsplä$tze abgebaut etc. Lieber Arbeitsplätze, dafür in anderen Gegenden der Erde verkrüppelte Kinder? D a s ist menschenverachtend. Richtig verstanden gibt es keine Lehre, die die Würde des Menschen mehr achtet. Für mich hat jeder Mensch den göttlichen Funken in sich und dafür achte ich ihn, egal ob Landstreicher, Millionär oder pakistanischer Bauer.
An alll die, die nur an die Bibel glauben (und, mit Verlaub, diese wohl nicht mal richtig verstehen - ich tus auch noch nicht, übrigens) wenn es nur ein Leben und einen gerechtenGott gibt, wieso lässt er dann all das Unglück zu auf der Welt? Damit habe ich jetzt wieder meine Mèhe, gewaltig sogar.
Da kann ich mit Atheisten scon viel mehr anfangen.
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28.08.2010, 09:08Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
Ich habe auch einen Einwand: Der Glaube an die Reinkarnation ist in meinen Augen ein Glaube ohne Hoffnung, ohne Lebensfreude, einfach nur traurig, wie ein Hamster im Laufrad.
Es besteht ein großer Unterschied zwischen der Reinkarnation und der Hoffnung, die in der Bibel in Aussicht gestellt wird.
Reinkarnation: Wenn jemand stirbt, geht gemäß diesem Glauben die Seele, das „eigentliche Ich“, in ein besseres Leben über, sofern der Betreffende ein gutes und schickliches Leben geführt hat.
Weist er aber mehr schlechte als gute Taten auf, so geht sie möglicherweise in ein Tier über.
Man glaubt, jede Wiedergeburt bringe den einzelnen in dasselbe System der Dinge zurück, wo er weitere Leiden und schließlich den Tod zu erdulden habe. Der Kreislauf des Wiedergeborenwerdens wird praktisch endlos durchlaufen.
Ist das wirklich das, was man in der Zukunft zu erwarten hat?
Einige glauben, der einzige Ausweg sei das Ersticken jeglichen Begehrens nach Sinnenfreuden.
Was ist also ihr Ausweg? Das, was einige als unbewußtes Leben beschreiben.
Bibel: Gemäß der Bibel ist die Seele der ganze Mensch. Obwohl jemand in der Vergangenheit Böses verübt haben mag, wird Jehova Gott ihm vergeben, wenn er bereut und seine Wege ändert (Ps. 103:12, 13).
Stirbt jemand, so überlebt nichts. Der Tod ist wie ein tiefer, traumloser Schlaf. Es wird eine Auferstehung der Toten geben.
Das ist keine Reinkarnation, sondern dieselbe Persönlichkeit wird zum Leben zurückgebracht
(Apg. 24:15).
Für die meisten Menschen wird es eine Auferstehung zum Leben auf der Erde sein. Sie wird stattfinden, nachdem Gott das gegenwärtige böse System beseitigt haben wird.
Krankheit, Leid, ja sogar der Tod werden der Vergangenheit angehören (Dan. 2:44; Offb. 21:3, 4).
Diese Hoffnung gefällt mir sehr viel besser.
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28.08.2010, 09:37
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
... menschenverachtend ist manchmal das, was wir daraus *basteln* - "für" andere ...
... es geht mir nicht um irgendeine Lehre, sondern um Menschlichkeit - im Hier und Jetzt (speziell in Krisensituationen) ...
... es gibt auf dieser Welt Krieg, Mord, Gewalt, Vertreibung/Flucht/Verfolgung, Missbrauch, Hungersnöte, Lug & Betrug etc.etc. .
Es ist in meinen Augen ein Hohn Menschen, die traumatisiert wurden, mit einem "... och, das ist eben passiert, weil Du in Deinem letzten Leben Dieses und Jenes an Schlechtem getan hast." abzufertigen und dann selbst munter des Weges weiterzuziehen ... .
... Einen geschwächten - vielleicht verzweifelten - Menschen nicht noch mehr schwächen, und ihm irgendetwas überstülpen wollen, was verheerend auf ihn wirken kann !!
Ich bestimme selbst für mich, ob ich irgendetwas aus einer Lehre für mein Leben - für mich annehme, was jedoch nicht heißt, dass ich das Leid der anderen klein rede oder grauselige Erklärungsmodelle ihnen mit auf den Weg gebe - mit denen sie evtl. nichts anfangen können und die zusätzlich verunsichern können ... .
Vielleicht gibt es für so manches einfach keine Erklärung (?) - wo wir Menschen doch immer so gerne für alles eine Erklärung haben und suchensuchensuchen ... .
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28.08.2010, 09:38Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
sorry, aber ich habe einfach ;Mühe mit deiner Logik.
Sobald Gott das gegenwärtige böse System besiegt haben wird?
Den Gott, von dem ich überzeugt bin, der könnte diese in einem Bruchteil einer Sekunde, wenn er es dann wollte. Aber er tut es nicht, weil er uns den freien Willen verliehen hat. Er würde uns sofort jede erdenkliche Hilfe schicken, aber er drängt sich uns nicht auf.
Und wenn nach dem Tod nichts weiterlebt, wie soll dies denn mit der Auferstehung gehen?
Sorry, aber ich blick in deinem System nicht durch.
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28.08.2010, 10:02
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
In Reinkarnation sehe ich keine Hoffnung, nur ein Geschehen, das entweder stattfindet oder nicht.
Ein großer Unterschied besteht zwischen den beiden, klar. Aber kein Widerspruch.
Hier unterliegst du wohl einem Denkfehler. Was du da beschreibst, ist nämlich nicht Reinkarnation, sondern das, was Menschen daraus gemacht haben: also Religion, Buddhismus oder ähnliches ...
Das fände ich trostlos, sehe ich ebenso.
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28.08.2010, 10:14Inaktiver User
AW: Im falschen Moment am falschen Ort!?
Gott könnte in einem Bruchteil einer Sekunde all das Böse beseitigen. In der Bibel finden wir eindeutige Hinweise.
Doch dadurch würde er nur seine Macht beweisen.
Gottes andere Haupteigenschaften sind neben der Macht auch noch Gerechtigkeit und Weisheit. Seine Größte ist aber die Liebe.
Wenn Gott handelt, dann immer in Übereinstimmung mit all diesen Eigenschaften.
Gottes Plan war, dass gesunde Menschen hier auf der Erde in einem Paradies ewig leben. Doch es kam anders.
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben...
Im Himmel entstand eine Rebellion. Ein Geistwesen meinte schlauer zu sein, als Gott und maßte sich an, für sich selbst zu bestimmen, was richtig und falsch sei.
Er entwickelte einen Hang zur Unabhängigkeit und zog auch noch andere Geistwesen (Engel) hinter sich her.
(Da kann man übrigens auch sehen, dass jeder Engel eine eigenständige Persönlichkeit ist, mit eigenen freien Willen.)
Natürlich hat man dadurch eine Verantwortung übertragen bekommen.
Dieser böse abtrünnige Engel beobachtete, wie Gott die ersten Menschen erschuf und welchen Auftrag er ihnen gab.
Hinterlistig belog er Eva, dass sie niemals sterben würde, wenn sie Gott ungehorsam sei.
Außerdem würde Gott ihnen etwas vorenthalten, wozu sie ein Recht hätten.
Im Grunde stellte er Gottes Regierung in Frage und stellte Gott als Lügner dar....
So kam durch den Ungehorsam der ersten Menschen Adam und Eva der Tod über alle ihre Nachkommen.
Daurch wurden universelle Streitfragen aufgeworfen.
Um diese ein für allemal zu beantworten mußte Zeit eingeräumt werden.
Die Streitfragen lauten, ob Gott das Recht hat über die Menschen zu regieren und ob seine Art zu regieren gut und richtig ist.
Eine andere Streitfrage von universeller Bedeutung lautet, ob Menschen unter allen Umständen Gott treu bleiben können und wollen.
Die unschuldigen Nachkommen Adams mußten nun darunter leiden.
Darum hat Gott den Menschen tausende von Jahren Zeit gelassen, alle möglichen Regierungsformen auszuprobieren. Was dabei herausgekommen ist, siehst du ja.
Diese Zeit wird aber einmal enden. Dann wird er seine Regierung, sein Königreich aufrichten und alle Probleme der Menschen ein Ende bereiten.
Jesus Christus ist der von Gott eingesetzte König, der dann über die Menschen regieren wird.
Erst dann werden wir wieder so leben können, wie Gott es ursprünglich vorhatte. Ohne Kriege, ohne Altern, ohne Leid, ohne Krankheiten und ohne den schrecklichen Tod.
Gott ist ja schließlich ein Gott. Für ihn ist es kein Problem den Verstorbenen mit seiner eigenen individuellen Persönlichkeit wieder auferstehen zu lassen, damit er hier auf der Erde unter paradiesischen Verhältnissen leben kann...
Wahrscheinlich sind das alles neue Gedanken, die die Bibel vermittelt. Für mich sind sie es auch gewesen.
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28.08.2010, 10:20Inaktiver User



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