Epikur hat für mein Verständnis dieses Dilemma gelöst:
Entweder es gibt ein Leben nach dem Tod, dann muß man keine Angst vor dem Tod haben (höchstens vor einem schmerzvollen sterben), denn es geht ja weiter.
Und wenn es kein "danach" gibt - werden wir darüber kein Bewusstsein mehr haben, also keine Erkenntnis und darum auch kein Leid empfinden.
Antworten
Ergebnis 71 bis 80 von 518
-
28.05.2010, 19:11Inaktiver User
AW: Seelenwanderung und Faschismus
-
28.05.2010, 21:35Inaktiver User
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Interessanter Gedanke - die Absicherung überschaubarer Lebensrisiken könnte auch eine Kompensationsleistung sein. Wie der Versuch, das sterben zu vermeiden, indem man möglichst lange lebt.
Oha, das volle Programm....Ich versuche hier einfach logisch zu denken: an erster Stelle steht die Frage nach einem Gott. Gibt es einen? Gibt es keinen? Wenn nein, wie konnte dann das Leben entstehen? Wirklich nur durch Evolution? Reichte die Zeit dazu oder steht doch eine höhere Intelligenz dahinter?
Wenn es einen Gott gibt, der uns erschaffen hat: wann hat er uns erschaffen? Vor der jetzigen Existenz? Wenn ja, wo waren wir vorher? Wenn nein, wieso lässt er dann seine Gaben so ungleichmässig auf seine Kinder nieder?
Ich wollte diese Fragen früher auch immer logisch ergründen und kam dann zu dem Schluß, es kann keinen guten, bzw. persönlichen Gott geben, weil zuviele Widersprüche in der Herleitung aufkommen (Theodizee etc.).
Heute glaube ich an eine Art göttliches Prinzip; etwas, was in uns allen ist und uns allen gehört. Man muss nicht mal daran glauben...
Dieses Prinzip kennt keine Kategorien von Gut und Böse, oder Sünde/Schuld - wohl aber eine Verantwortung. Wenn wir uns selber als Teil einer göttlichen Prinzips sehen, dann tragen wir eben auch Verantwortung für uns und die anderen, für die Welt um uns.
Ach, ich hab heute irgendwie einen tranzendenten Tag....
Schönen Abend noch & gute Zeit!
-
28.05.2010, 23:14
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Ja, das ist ein Schluss zu dem man kommen kann. Es gibt aber einen Kniff der die Theodizee-Frage sehr einfach auflöst. Die Gnostiker gehen davon aus, dass die materielle Welt in der wir leben von einem niederen Gott, dem Demiurgen erschaffen wurde. Und diese Welt enthält Gut und vor allem auch Böse und ist erlösungsbedürftig: Alles zurück ins Pleroma, also zurück in die nichtmaterielle göttliche Ursuppe. Der Chef von Sophia , der "Mutter" des Demiurgen (die ihn nur egschaffen hat weil sie die Kraft dazu hatte) ist der "eigentliche" Übergott und perfekt. Sophia sieht was sie angerichtet hat, bereut und schämt sich. Sie und der "Übergott" lassen dann Christus in die Shpäre des Demiurgen (die materielle Welt) hineinwirken um die Welt zu erlösen - bisher ohne Erfolg muss man sagen
Man muss diese Gestalten auch nicht als personale Entitäten, sondern vielleicht eher als Kräfte verstehen denke ich.
Hätte die Kirche die vielen jetzt apokryphen Schriften in den Kanon aufgenommen, wäre ich sicher Christ geblieben. Dieses Zeug ist verdammt interessant.
Ich kann auch nicht an einen personalen Gott glauben, an sowas wie ein "Prinzip" eher. Wenn jemand sagt "Gott ist die Ursache von allem (allen Erscheinungen)" Dann kann ich mich mit diesem Gottesbegriff anfreunden. - (Wobei diese Ursache nicht bedeuten muss, dass er alles erschaffen hat - anderes Thema). Wir nehmen nur die Erscheinungen war, nicht das was die Ursache der Erscheinungen ist. Die Idee gibt es in den östlichen Religionen/ Philosophien auch, in Tao z.B. Den genaun Wortlaut weiss ich jetzt nicht, aber sinngemäß "Das Tao das Du siehst in nicht das wirkliche Tao".
Und dann die nächste sehr interessante Frage nach dem Monismus: Gibt es sowas wie Dualismus überhaupt? Also. z.B. die Trennung von Materie und Geist (und letztendlich alle Trennungen: gut/ böse. Mikrokosmos (Mensch) / Makrokosmos (Umwelt, Universum) usw.) oder liegt der Welt nur ein Prinzip zu grunde? Alles nur Materie? Alles nur Geist? Oder ist das "was die Welt im innersten zusammenhält", also die Ursache von allem weder das eine noch das andere und wir nehmen es nur als etwas Unterschiedlichens wahr?
Interessant denn: es gibt in sehr vielen Religionen (und Magierichtungen) den Versuch und das Ziel die Subjekt/ Objekt-Trennung/ Täuschung zu überwinden (z.B. Atman als Brahman, sollte Dir ein Begriff sein Viveka).
Und damit würde man dann sagen dass in allem göttliches steckt und alles sogar eins ist.
Ich auch, hahaGeändert von Atzel (28.05.2010 um 23:26 Uhr)
-
28.05.2010, 23:58
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Was heißt: die Westler? Fühlst Du Dich da nicht zugehörig?
Ich bin immer wieder dankbar dafür, dass wir "Westler" die Möglichkeiten haben, uns über andere Religionen und Glaubensrichtungen zu informieren und uns unsere eigenen Gedanken und Vorstellungen darüber zu machen.
laluna-x, das ist wunderbar formuliert.
Zitat von Inaktiver User
Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
29.05.2010, 08:30Inaktiver User
AW: Seelenwanderung und Faschismus
laluna
für deine beiträge.
und hier:
finde ich drückst du sehr klar aus, weshalb man vielem spirituellen oder esotherischen sehr skeptisch gegenüberstehen darf und wohl auch sollte.Engel, Seelenwanderung, Religion.... All dies sind für mich nur Benennungen und Denkstrukturen - oft harmlos, zum Teil sehr schön in ihrer Bildhaftigkeit. Es sind Wegweiser.
Ich finde allerdings, dass man auch an solchen Modellen nicht zu fest kleben soll. Es verführt, sich mit dem Modell zu identifizieren und aus den Augen zu verlieren, wofür sie stehen.
ohne deshalb "nicht-spirituell" zu sein.
noch zwei nachträge:
ih bin immer noch der meinung, das leben oder zeugung und geburt ein wunder ist.
für mich. genau so empfunden (!)
vielleicht ist das ja nur ein "spiritueller fachbegriff"
witzig finde ich die sichtweise allerdings nicht.
eher so, dass es für mich manches grade rückt...
und: ich denke, es ist nicht gut, sich in der weise mit dem tod auseinanderzusetzen, in dem man fragt, was vorher meiner geburt und nach meiner geburt mit mir ist bzw. war.
was nicht heißt, dass man sich mit der tatsache des todes nicht auseinandersetzen sollte. aber eben anders.
irgendwie gehts scheinbar um "zu viel ego"
ja, ich glaube das ist es...
-
31.05.2010, 09:32Inaktiver User
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Die Briefe an Menoikeus - ja ein ganz wunderbarer Text.

Deshalb hier mal diese Passage vollständig:
Seit ich das mit 18 gelesen habe, war das auch mein Lebensmotiv (diesbzgl.) und ich sah und sehe mich als Agnostikerin ..... Jetzt allerdings als "suchende Agnostikerin"Gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angeht. Denn alles Gute und Schlimme beruht auf der Wahrnehmung. Der Tod aber ist der Verlust der Wahrnehmung. Darum macht die rechte Einsicht, daß der Tod uns nichts angeht, die Sterblichkeit des Lebens genußreich, indem sie uns nicht eine unbegrenzte Zeit dazugibt, sondern die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit wegnimmt. Denn im Leben gibt es für den nichts Schreckliches, der in echter Weise begriffen hat, daß es im Nichtleben nichts Schreckliches gibt. Darum ist jener einfältig, der sagt, er fürchte den Tod nicht, weil er schmerzen wird, wenn er da ist, sondern weil er jetzt schmerzt, wenn man ihn erwartet. Denn was uns nicht belästigt, wenn es wirklich da ist, kann nur einen nichtigen Schmerz bereiten, wenn man es bloß erwartet.
Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr. Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr. Die Menge freilich flieht bald den Tod als das ärgste der Übel, bald sucht sie ihn als Erholung von den Übeln im Leben. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben. Denn weder belästigt ihn das Leben, noch meint er, das Nichtleben sei ein Übel. Wie er bei der Speise nicht einfach die größte Menge vorzieht, sondern das Wohlschmeckendste, so wird er auch nicht eine möglichst lange, sondern eine möglichst angenehme Zeit zu genießen trachten.
Wer aber dazu mahnt, der Jüngling solle edel leben und der Greis edel sterben, der ist töricht, nicht nur weil das Leben liebenswert ist, sondern auch weil die Sorge für ein edles Leben und diejenige für einen edlen Tod eine und dieselbe ist.
Noch viel schlimmer steht es mit dem, der sagt: «Das beste ist, nicht geboren zu sein - wenn man aber geboren ist, so eilig als möglich zu den Toren des Hades zu streben.» Wenn er das nämlich aus Überzeugung sagt, warum scheidet er dann nicht aus dem Leben? Dies steht ihm ja frei, wenn er wirklich zu einem festen Entschlusse gekommen ist. Wenn es aber bloßer Spott ist, so ist es ein einfältiger Spott bei Dingen, die Spott nicht vertragen
, auf dem Weg "back to the roots".
Was Du noch so über das g-ttliche Prinzip geschrieben hast, kommt dem, was ich denke, übrigens sehr nah.
An einen personifizierten G-tt kann ich nicht wirklich glauben, gerade auf Grund solcher Ungeheuerlichkeiten wie der Shoah.
Danke für Deine klaren Gedanken dazu.
@Atzel,
mit Verlaub: Du kannst Vivecas Gedanken ja gerne für "spinnert" halten - aber Dein aggressives, herablassendes Auftreten ihr gegenüber kann ich nicht so recht nachvollziehen.
Bist Du als Kind von einer esotherischen Mutter traktiert worden ?

@All,
die Info, daß manche Rückführungs-"Spezialisten" ihre Klienten manipulieren, fand ich recht interessant. Zumal keiner hier von denen, die sowas mal gemacht haben, über ähnliche Erfahrungen (= Opfer des Faschismus) gesprochen hat.
Ich denke, Hapes Rückführer hat die Leute also vermutlich wirklich manipuliert.
Das Trauma, ein vermeintliches Nazi-Opfer zu sein, rechtfertigt wahrscheinlich wirklich viele Macken, die man im jetzigen Leben rumträgt. Und somit kriegen die Leute das "geboten", was sie suchen (wie von Don't give up schon angedeutet).
Was ich nach wie vor nicht als Wertung über Re-Inkarnation ja/nein verstanden wissen möchte.
Geändert von Inaktiver User (31.05.2010 um 09:38 Uhr)
-
31.05.2010, 10:38
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Ja, das finde ich auch.
Und ich glaube auch, dass dies genauso mit dem Verstand des Menschen geschieht. Er wird verschwinden.
Anderseits ist der Verstand nur ein Teil unseres Daseins und wird von Gefühlen wie Liebe, Sehnsucht, Hass usw. beeinflusst.
Diese Gefühle sind haltbarer und wirken über den Tod hinaus.
Der Verstand kann schon zu Lebzeiten erlöschen. Da ich aber glaube, dass nichts auf dieser Welt verlorengeht, wird er nicht verschwinden sondern sich umwandeln in ich weiß nicht was. Vielleicht in Gefühle?
Und Gefühle in Energie? Keine Ahnung.
Ich kenne z.B. in ganz seltenen kurzen Momenten das Gefühl, mit allem verbunden zu sein. Natürlich kann das eine Sinnestäuschung sein (sagt mein Verstand).
Nun bin ich aber viel zu weit weg vom Strangtitel.
Ich werde mir das Buch von Hape Kerkeling besorgen, weil ich neugierig bin und zu wenig über die Geschichte kenne.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
31.05.2010, 11:06Inaktiver User
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Ja, das kenne ich auch. Und weiß genausowenig, ob das nur ein Endorphinrausch o.Ä. ist ...

Diese Re-Inkarnationsgeschichte ist nur eine Randepisode, aber das Büchlein als solches ist schon lesenswert.Ich werde mir das Buch von Hape Kerkeling besorgen, weil ich neugierig bin und zu wenig über die Geschichte kenne.Geändert von Inaktiver User (31.05.2010 um 11:58 Uhr)
-
31.05.2010, 11:54
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Natürlich macht unser Dasein mehr aus als der Verstand/ das Bewusstsein aus: z.B. Das Unterbewusstsein, der Körper und seine Funktionen usw. Aber Dinge wie Liebe, Sehnsucht, Hass, alle anderen Gefühle gibt es ausserhalb des Verstands nun mal nicht. Das sind alles Kontruktionen des Verstandes, von daher...
Über den Tod hinaus? Wie kommst Du darauf? Weil es wünschenswert wäre?
Ja, das ist ein wahnsinns Gefühl. Man spricht in diesem Fall von einem mystischen Erlebnis. Es gibt wohl Techniken diesen Zustand willentlich herzustellen.Geändert von Atzel (31.05.2010 um 12:15 Uhr)
-
31.05.2010, 12:00
AW: Seelenwanderung und Faschismus
Hi Lorelei,
habe ich ja schon mehrfach geschrieben: Die Sicherheit mit der sie Ihre kruden Theorien hier vertritt und so tut als ob sie irgendein Geheimwissen hätte - in Verbindung mit Sätzen wie "angesehene Physiker meinen auch, dass Evolution quatsch ist" (sinngemäß).
hahaha, ja das könnte man meinen oder? Nee, war nicht so.
Ich finde schade, dass es hier offenbar eher darum geht alles toll, richtig und "schön formuliert" zu finden und sich gegenseitig über´s Köpfchen zu streicheln als mal Stellung zu beziehen und auch mal vernünftig aneinander zu geraten um zu schauen ob am Ende etwas Interessantes herauskommt.
"Uschi: 1+1=3"
"Babsi: Das hast Du total schön formuliert und ich fühle, dass das für mich total wahr ist"
Geändert von Atzel (31.05.2010 um 12:04 Uhr)


Zitieren
