Na weil sie Jesu Anspielung verstehen, oder nicht?
Jesus setzt voraus, dass die Schriftgelehrten den Psalm kennen und den Umstand, dass David vom Messias spricht, ihn als Herr bezeichnet. Sonst würde es ja keinen Sinn machen, das als Zitat zu seiner Beweisführung (der Messias kann nicht gleichzeitig Herr und Davids Nachkomme sein) anzuführen.
Vermutlich war die Präexistenz zu Jesu Zeit schon verbreitet, ich dagegen meine, David spricht tatsächlich von einer Messias-vorstellung, nicht einer konkreten schon vorhandenen Person.
Das ordne ich jetzt aber mal tatsächlich meinem Glauben zu, da ich leider dazu nicht die nötige Literatur habe, um das zu belegen.
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Thema: Religionen im Vergleich
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07.06.2010, 00:14Inaktiver User
AW: Religionen im Vergleich
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07.06.2010, 01:24
AW: Religionen im Vergleich
Ganz sicher haben die Schriftgelehrten den Psalm gekannt, ohne Frage. Aber Kennen und Verstehen ist halt zweierlei.
Jesus hatte die Schriftgelehrten je gerade deshalb mit dem Psalm konfrontiert, weil sie ihn offenbar nicht verstanden hatten, sonst würde es ja keinen Sinn machen. Der verdotterte Eindruck, den sie nach der an sie gerichteten Fragestellung hinterließen, spricht allein Bände
, und ich bin mir noch nicht mal sicher, ob sie den Psalm nachher wirklich verstanden hatten, die Beantwortung der Frage ließ Jesus ja offen: "... Wenn also David ihn Herr nennt, wie kann er dann sein Sohn sein? Keiner konnte ihm darauf eine Antwort geben. Und von dem Tag an wagte es auch niemand mehr, ihm noch irgendeine Frage zu stellen." (Matthäus-Evangelium)
Dass diese Begebenheit überhaupt in den Evangelien überliefert wurde, ist dann eigentlich nochmal ein Beleg für die Präexistenz-These. Bei deiner Deutungs-Variante würde das doch keinen Sinn machen, es wäre eine Banalität, welche wohl kaum in einem Evangelium, noch dazu in allen drei, von Mk bis Lk überliefert worden wäre. Dahinter muss sich dann wohl doch eine bedeutsame Aussage verbergen, denk ich mal.
Ich befürchte, da wird dir noch so viel Literatur dazu nicht weiterhelfen, entweder du glaubst das eine oder das andere.
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07.06.2010, 16:18Inaktiver User
AW: Religionen im Vergleich
Aber man kann doch den David anhand seiner selbst verfassten Psalme ein bisserl analysieren und nach Wahrscheinlichkeit gehen, ob er auf einen Messias wartete oder ob diese Vorstellung erst später entstand oder was auch immer.
Ich möchte Sachen, mit denen sich Wissenschaftler schon lange beschäftigt haben, nicht außer acht lassen und einfach sagen, das ist dann doch wohl Glaubenssache.
Zitat von dir: Jesus hatte die Schriftgelehrten je gerade deshalb mit dem Psalm konfrontiert, weil sie ihn offenbar nicht verstanden hatten, sonst würde es ja keinen Sinn machen. Der verdotterte Eindruck, den sie nach der an sie gerichteten Fragestellung hinterließen, spricht allein Bände, und ich bin mir noch nicht mal sicher, ob sie den Psalm nachher wirklich verstanden hatten, die Beantwortung der Frage ließ Jesus ja offen.
Freilich. Jetzt verstehe ich das! Sorry, auf dem Schlauch stand.
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07.06.2010, 20:10
AW: Religionen im Vergleich
Ich weiß nicht, aber es würde mich nicht wundern, wenn selbst David die tatsächliche Bedeutung seines Psalms noch nicht kannte. Vielleicht sogar bezog er sich damit auf einen ganz anderen, die damalige Zeit und deren Gedankenwelt betreffenden Zusammenhang, um erst Jahrhunderte später in ihrer tatsächlichen Bedeutung offenbar zu werden?
Wäre jedenfalls sicher nicht das erste mal, dass Bibelschreiber Dinge aufgeschrieben haben, welche sie selbst noch nicht verstanden, oder wenigstens in einem ganz anderen Sinn-Zusammenhang verstanden haben, um erst zu einer viel späteren Zeit in ihrer tatsächlichen Bedeutung offenbar zu werden.
Falls Du etwas Erhellendes zu dem Thema herausbekommen solltest, würde ich mich auf jeden Fall über Mitteilung freuen.
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07.06.2010, 21:41Inaktiver User
AW: Religionen im Vergleich
Wenn ich mal wieder einen Theolgen treff, der auch noch das Examen gemacht hat
, werde ich den mit Sicherheit drauf ansprechen!!!
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07.06.2010, 22:34
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07.06.2010, 22:44Inaktiver User
AW: Religionen im Vergleich
Nöbinää, das wird ein Austausch rein geistiger Art, ich bin in festen Händen.
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07.06.2010, 22:58
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11.06.2010, 04:05
AW: Religionen im Vergleich
Irgendwie habe ich das Gefühl, Du glaubst in einer ähnlichen Weise an Gott wie ich.
Das ganze Drum-herum ist mir nicht so wichtig.
Vielleicht sollte ich mehr lesen, anstatt andere weniger.
Aber es ist aussichtslos - ich werde die Bibel, den Koran, oder was es sonst noch alles gibt, vermutlich nie lesen - zumindest nicht komplett.
Ich habe zu so viel Lesestoff einfach nicht die nötige Zeit und Geduld.
Was ich wissen will, erfrage ich mir.
Und was ich von dem was man mir sagt, glaube und was nicht, das entscheide ich nach meinem Gefühl und nach meiner Logik.
Wolfgang, auch ich bin unter anderem durch ein Erlebnis ein Stück näher zu der Überzeugung gekommen, dass es Gott gibt.
Auch bei mir hängt es damit zusammen, was sich ereignet hatte, als meine Mutter starb.
Ich weiß nicht, ob ich es hier schon mal erzählt habe.
Falls es Euch interessiert, lasst es mich wissen, dann erzähle ich es Euch.
Ansonsten behalte ich es für mich.
Ich bin davon überzeugt, DASS es Gott gibt - gestärkt durch diese Begebenheit.
Das reicht mir.
"Verstehst du nicht oder willst du nicht verstehen?"
ist ungefähr soviel wie:
"Stimmts oder habe ich Recht"
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11.06.2010, 04:24
AW: Religionen im Vergleich
Oberste Autorität hat bei mir grundsätzlich die Logik.
Wenn ich einen Spruch aus dem Koran höre, und es erscheint mir logisch, und mein Bauchgefühl sagt mir, das könnte mit der Realität zusammenhängen, dann kommt das in die engere Auswahl der Sprüche, die mich zu Wahrheit bringen.
Ehrlich gesagt, erlebe ich dies beim Koran sehr selten.
Aus dem Buddhismus habe ich kürzlich nur mal den einzigen Spruch gelesen: Glaube nicht an einen Gott...
Wie dieser Satz weiter ging, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls spürte ich einen Druck im Magen.
Der Buddhismus ist also nicht meine Religion.
Gibt aber auch Weisheiten aus dem Buddhismus, die ich erstens für richtig halte, die mir als logisch erscheinen, wo ich das gute Gefühl im Bauch habe und der auch mit einem ähnlichen Spruch in der Bibel sinngemäß übereinstimmt.
Um welche beiden Sprüche es sich dabei handelt, kann ich heute nicht mehr genau sagen.
Jedenfalls sagen Beide sinngemäß, was ich eigentlich schon immer tue - auch als ich diese Sprüche noch nicht kannte:
Man soll nicht nach den Buchstaben glauben sondern nach dem Geist und nach dem Herzen.
Das sagt die Bibel und auch Buddha - und ich
Also, liebe Majolika, ich wäre Dir schon dankbar, für jeden Bibelspruch.
Ob ich ihn dann annehme, wird sich zeigen.
Bisher hatte ich noch bei fast allen Bibelzitaten ein gutes Gefühl.
Als kleine Gegenleistung suche ich Dir dann die beiden Sprüche aus der Bibel und von Buddha - ok?


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