Wie ich das entschieden hab? Hm, wirklich ausdrücken kann ich das glaub ich kaum, ich versuch mich mal anzunähern, so dass es von außen verständlich ist.
Zunächst, es ist etwas sehr persönliches, d.h. ich habe gesucht, weil ich für mich Sinn finden wollte.
Ich habe mich intellektuell mit Glauben auseinandergesetzt, ich hab viel diskutiert, mit Gläubigen, Agnostikern und anderen "Suchenden". Mir hat das "Wir werden geboren, wir leben und wir sterben" irgendwie nicht gereicht. Da musste mehr sein, Gott? Hm, war mir nicht so ganz geheuer. Man muss dazu sagen, dass ich mit Gläubigen in meiner Kindheit viel Schlimmes erlebt hab. ("Wenn du nicht..., dann kommst du in die Hölle" oder schlimmer: "...dann kommen deine Eltern in die Hölle") Ich bin unter Agnostikern aufgewachsen, in meinem Freundeskreis war (und ist) es eher verpönt zu glauben.
Irgendwann habe ich für mich (!) verstanden, dass beides nebeneinander existieren darf, zu zweifeln und trotzdem zu glauben, nicht zu diskutieren, nicht zu intellektualisieren, einfach beides nebeneinander stehen zu lassen. Und entschieden, ich glaube, ich lasse mich darauf ein, nicht alles erklären zu können, ich lasse mich da auch ein Stück weit fallen. Ich wollte immer verstehen, aber Glauben ist nicht unbedingt ein Verstehen.
Zudem durfte ich über die Jahre einige sehr beeindruckende Menschen kennenlernen, ich war unter anderem in einem Kloster und konnte mich mit einigen Mönchen unterhalten. An den irrwitzigsten Ecken habe ich Glauben entdeckt (verschiedene Bücher, in denen ich verstehen konnte, was Glauben sien kann; ein 40-jähriger Punker aus Berlin, den ich in der Bahn getroffen hab - 3 Stunden tolle Unterhaltung über Glauben; das Gefühl, wenn du mitten in der Natur stehst und plötzlich eins mit der Welt mit dir selbst, mit allem bist; die Entscheidung:"Ich legs jetzt in deine Hand, ich hab soviel getan, ich komm nicht weiter, ich vertrau dir", und am nächsten Tag klingelt das Telefon und es kommt die ersehnte Botschaft - wie gesagt, ein kindlicher Glaube wohnt mir inne *zwinker*). Für mich gibt mir dieser Glaube an einen gütigen, verzeihenden, liebenden Gott das Gefühl, aufgehoben zu sein, dass mein Leben einen Sinn hat, mit allen Höhen und Tiefen. Der Glaube hat mir an bestimmten Punkten geholfen weiter zu leben, nicht aufzugeben, weil da jemand ist, den es kümmert, ob ich lebe oder nicht.
Majolika - wir alle machen uns nur einen Eindruck von Gott aufgrund der Erfahrungen und Gedanken, die wir machen. Aus meiner Sicht ist Gott etwas so Komlexes, dass kein Mensch ihn, sie, es ganz erfassen kann. Ich hab mir die Facette gesucht, die ich verstehe. Wenn das für dich kein echter Glaube ist, so kann ich damit gut leben, wie eben auch damit, dass andere Menschen gar nicht glauben. Vieles an deiner Art zu glauben, weckt meinen Widerstand, so ist das eben.
P.S.: Wird man daraus schlau?
Antworten
Ergebnis 441 bis 450 von 766
-
26.06.2010, 15:38Inaktiver User
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
-
26.06.2010, 16:07Inaktiver User
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
-
26.06.2010, 22:20Inaktiver User
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
Danke Ellipell
-
27.06.2010, 07:27
-
27.06.2010, 07:35Inaktiver User
-
27.06.2010, 07:56
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
Zur Ausgangsfrage: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein...
Monotheistische Religionen haben ein systemimmanentes Problem: wie soll sich überhaupt das Unvollkommene in Beziehung zum Absoluten setzten können? Denn die garstige kategoriale Differenz Mensch-Gott birgt ja nicht nur das Potential für Unglauben sondern auch für schlichtes Desinteresse.
Soviel ich weiß gibt es nur zwei Möglichkeiten dieses Problem zu lösen.
Die eine ist vor-modern und besteht in der Etablierung von "substantieller Sittlichkeit", z.B. in islamistischen Staaten. Man könnte dies die Holzhammer-Methode nennen.
Der zweite Lösungsansatz ist etwas subtiler, ein theologischer Trick: er besteht in der postulierten MENSCHWERDUNG
Gottes. Das ist ein Angebot, dass Unvollkommne natürlich schlecht ausschlagen können.
Die Vater-Sohn-Beziehung ist in dieser Hinsicht also keine fakultative Familienaffäre, sonder eine einfache Anschaunugsform der Menschwerdung.
...praeter gallum, qui cantat.
-
27.06.2010, 08:00
-
27.06.2010, 08:06Inaktiver User
-
27.06.2010, 09:15
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
eigntlich hab ich das ein bisschen anders gemeint...VIEL fieser
-
27.06.2010, 11:15
AW: Muss Jesus unbedingt Gottes Sohn sein, um glauben zu können?
Fies sein darfst du nicht. Das ist gegen die NUBs.



Zitieren



