Das ist genauso ein Schmonzes, wie wenn man sagt, ein Süchtiger braucht doch NUR das Suchtmittel meiden.
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09.02.2010, 13:10Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
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09.02.2010, 13:12Inaktiver User
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09.02.2010, 13:17
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
@Herrn Rhein
Vage? Unkonkret? Ja. Wir sind hier ein öffentliches Forum mit tausenden Mitlesern und ich mag nicht irgend einen Verrückten durch Details aufmerksam machen.Der Schlüsselsatz deiner Erlebnisse ist der ist der Zweite, nicht der Erste und nicht der Dritte.
Der Zweite, den finde ich interessant, wenn dieser mir auch nicht neu ist. Zumal dieser so vage wie nur irgend möglich ausfällt.
Er steht im Bezug zum Ersten und der Tatsache wie du durch wen maßgeblich geprägt wurdest.
Magst du den zweiten Satz weiter ausführen, oder ist das Thema für dich, mit deiner unkonkreten Aussage und als Fakt dargestellt somit öffentlich erledigt?
Zu deiner Frage: natürlich wurde ich von meinen Eltern geprägt und es war bei uns nicht Sitte, Kinder zu Zungenküssen zu nötigen. Es war auch nicht Brauchtum, von erwachsenen Männern betatscht zu werden.
Der Mann war angesehener Kaufmann. verheiratet, Familienvater und ich nicht sein einziges Opfer, sondern die halbe Schulklasse. Meine Geschichte fand nur einmal statt und verlief glimpflich, ich hatte Glück. Ein anderes, gleichaltriges Mädchen nämlich hat er vergewaltigt und schwer verletzt. Da ging er ins Gefängnis.
Wir haben alle nichts gesagt, weder den Eltern, schon gar nicht der Lehrerin, zu der hatten wir kein Vertrauen. Warum, das erfuhr ich später, die war nämlich selber pädophil. Die ließ die Schülerinnen in Ruhe, die fand ihre Opfer anderswo.
Ich fühlte mich beschmutzt, aber ich konnte das nicht zuordnen, abgesehen davon dass es mich grauste. Ich schämte mich zu Tode und wusste nicht, warum. Bitte, ich war 8 Jahre alt!
Opfer schweigen, auch heute noch. Das kann man sich nicht vorstellen.
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09.02.2010, 13:36
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
@Majolika,
Nach den mir autosuggestiv erscheinenden Fragen scheinst du deine Antwort bereits gefunden zu haben.Liegt es aber daran, dass man selbst entscheidet, wie man handelt?
Dann trägt der Täter die Schuld ganz alleine...
Meinst du, diese könnte in einem sachlichen Diskurs bestehen?
@3146,
Ist das Problem kaum (was ist kaum?) vorhanden, oder ist es kaum ein Thema?Es ist eine Tatsache, dass bei protestantischen Klerikern dieses Problem kaum vorhanden ist.
Hast du hierzu eine Quelle?
Grundsätzlich und die Sexualität insgesamt einbeziehend muss man hier wohl beipflichten, denn wo ansonsten kein anderer Sexualpartner vorhanden ist, wird der Trieb dort befriedigt, wo man ihn befriedigen kann. Im Männergefängnis gibt es weder Frauen noch Kinder, in Betreuung und schulischer Ausbildung überwiegt der Frauenanteil. Männer nutzen vermehrt das schmale private Umfeld.
@SpecialEdition,
Soziologie vs. Medizin ist nicht neu und zu begrüßen, wenn an einer Auflösung nur wissenschaftlich und zielorientiert gearbeitet würde.Das ist keine These von Frau Ranke-Heinemann, sondern wird von der Medizin als eine Störung der Sexualpräferenz angesehen. Ob das ein Gendefekt ist, wird so eindeutig zu beantworten sein, als die gleiche Frage die früher zur Homosexualität gestellt wurde.
Interessant und reichlich mutig, deine Gegenüberstellung von Pädophilie und Homosexualität.
Homosexualität ist gesellschaftlich anerkannt. Keine Disfunktion, keine Krankheit, nichts.
Zur Pädophilie stellst du fest, es handele sich um ein Störung der Sexualpräferenz. Woher? Gibt es zwischen den beiden Gruppen Überschneidungen in der Veranlagung/Sozialisation?
Vereinfacht: Wäre ein heute homosexueller Mensch nur einmal in der Zeit seiner Adoleszenz anders abgebogen, wäre dieser dann pädophil?
Muss jeder Mensch der sich heute hetero nennt dreimal auf Holz klopfen, nicht pädophil geworden zu sein, weil er das Glück hatte irgendwann einen gleichaltrigen Partner gefunden zu haben, der ihn nur einen Augenblick des Glücks hat auf seinen Weg geben können?
Die entscheidende Frage scheint mir also nicht unbedingt wo Kindesmissbrauch auftritt, sondern wie er zustande kommt.
Zudem gesellt sich die Frage nach den Opfern selbst.
Meine Frage an @Larissa06123 ist dann auch so zu verstehen, wie ich sie ihr stellte und ist nicht dadurch unzulässig, weil diese sich an ein Opfer selbst richtete.
Für Opfer ist es ebenso unerlässlich zur Aufarbeitung das Problem ganzheitlich zu betrachten und nicht ausschließlich die Tat über den Täter oder die Täterin.
Es gehört zur Tat auch meist ein Umfeld, das die Tat gestattet, denn weit überwiegend handelt es sich um Beziehungstaten.
In den kirchlichen Einrichtungen sind die Schutzbefohlenen den vermeintlich Schutz gewährenden ausgeliefert, insbesondere wenn es sich um Einrichtungen handelt, die von Daueraufenthalten geprägt sind.
Auch die Gesetzgebung sowie Elternhäuser spielen entscheidende Rollen und bleiben nicht ohne Auswirkung auf das Handeln aller Beteiligter, zum Tatgeschehen.Geändert von Herr_Rhein (09.02.2010 um 14:49 Uhr) Grund: Einen kleinen Knoten aufgelöst! :)
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09.02.2010, 13:41Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Und wie kommt deiner Ansicht nach, ein Süchtiger von seiner Sucht los? Bestimmt nicht indem er fleißig weiter trinkt, raucht, schnüffelt, spritzt...

Ein Alkoholsüchtiger, der von seiner Sucht freiwerden will, darf ganz bewußt keinen Alkohol mehr trinken.
Er wählt sich seinen Umgang, seine Freunde sehr bewußt aus und rennt nicht von einer Kneipe in die nächste...
Damit ist das Risiko schon mal sehr klein wieder rückfällig zu werden.
Das kann man auch auf Drogenabhängige anwenden.
Zusätzlich ist natürlich die Hilfe von Ärzten in Anspruch zu nehmen.
Ein Pädophiler könnte genau so handeln.
Er muß sich selbst sagen, dass er einfach nicht mit Kindern arbeiten darf.
Er will sich nicht mit Kinderfotos befassen, oder anderes befassen, was seine Neigung/Störung negativ beeinflußt.
Das könnte er erst einmal selbst tun.
Dann könnte er ärztliche Hilfe suchen. Eventuell Therapien machen oder Medikamente nehmen. Ich weiß nicht, was es bei dieser speziellen "Störung" alles gibt.
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09.02.2010, 13:57
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
@Larissa06123,
entschuldige bitte, aber deinen Beitrag habe ich erst eben gelesen.
Zunächst einmal einen herzlichen Dank, für deine Antwort.Zu deiner Frage: natürlich wurde ich von meinen Eltern geprägt und es war bei uns nicht Sitte, Kinder zu Zungenküssen zu nötigen. Es war auch nicht Brauchtum, von erwachsenen Männern betatscht zu werden.
Selbstverständlich liegt es mir fern von dir Details à la " Dann machte er dies und dann fühlte ich das..." zu erwarten.
Es geht mir darum was du im Quote schreibst.
Was, in Bezug auf deine Erziehung, war Sitte und Brauch?
Wie stark waren deine Eltern und wieviel Raum und selbstbewusstes Auftreten war dir zu dem Zeitpunkt möglich?
Wie zu den Täterprofilen gleichen oft auch die Opferprofile.
Was können z.B. Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder besser machen, um sie vor solchen Taten bestmöglich zu schützen?
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09.02.2010, 13:58Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Du hast das geschrieben:
Wenn eine Person diesen "Druck", wie du es nennst, spürt, liegt es an ihm persönlich, in welchem Umfeld er sich aufhält.
Aber er darf weiterhin im Supermarkt die Flaschen ansehen. Oder soll er sich die Augen verbinden?Ein Alkoholsüchtiger, der von seiner Sucht freiwerden will, darf ganz bewußt keinen Alkohol mehr trinken.
Oder soll er künftig Kneipen und Restaurants, Feiern und andere gesellschaftliche Ereignisse meiden?
Das ist zu kurz gedacht. Natürlich wird er sich nicht einem Trinkverein anschließen. Aber welcher Pädophile geht denn in einem Rudel Gleichgesinnter aus?Er wählt sich seinen Umgang, seine Freunde sehr bewußt aus und rennt nicht von einer Kneipe in die nächste...
Damit erreicht er nur, daß sein Drang weniger leicht ausgelebt wird. Vom Drang an sich kommt er dadurch überhaupt nicht los.Ein Pädophiler könnte genau so handeln.
Er muß sich selbst sagen, dass er einfach nicht mit Kindern arbeiten darf.
Was willst Du denn mit Willen? Der zieht da nur sehr eingeschränkt!Er will sich nicht mit Kinderfotos befassen, oder anderes befassen, was seine Neigung/Störung negativ beeinflußt.
Du weißt nicht, was überhaupt in solch einem Menschen vorgeht.Ich weiß nicht, was es bei dieser speziellen "Störung" alles gibt.
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09.02.2010, 14:07Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
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09.02.2010, 14:22Inaktiver User
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09.02.2010, 14:25Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
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Geändert von Inaktiver User (09.02.2010 um 15:05 Uhr)


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