Ich weiß nicht, wie du jetzt auf diese Frage kommst, wenn ich deine Frage beantworte, was ich in meinen Augen als die Hauptaufgaben der Kirche sehe, aber vielleicht habe ich dich nur falsch verstanden.
(der letzte Abschnit meines Posts war eh OT)
Natürlich weiß ich, dass gerade Missbrauchsopfer sich erst nach Jahren offenbaren können.
Aber ich behaupte mal, der Missbrauch fand nicht nur in den 60iger und 70iger Jahren statt, sondern auch schon früher.
Dann hätten ja z.B. in den 80iger Jahren, die Missbrauchsopfer aus den 40iger Jahren reden können.
Ich frag mich, warum das JETZT so hochgekocht wird und ich frage mich, ob hier nicht davon abgelenkt werden soll, was aktuell alles von Politik und Wirtschaft verbockt wird.
Ohne das Leid der Missbrauchten kleinreden zu wollen - im übrigen.
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08.03.2010, 17:57Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
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08.03.2010, 19:48
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Ich glaube, dass wir es in Deutschland einfach schwer haben, den 2. Weltkrieg und die Folgen dessen zu verarbeiten,. Wir kennen die Fakten, doch moechten nicht ueber die Folgen nachdenken - zumal es soviele Betroffene / Geschaedigte in so vielen Laendern / Kulturkreisen gibt, dass man vielleicht keinen Ueberschuss mehr hat, ueber die Folgewirkungen im eigenem Land nachzudenken.
Missbrauch hat es schon immer gegeben, es wurde darueber gesprochen, doch keiner hatte den Mut zuzuhoeren und zu reagieren. Jetzt ist es gesellschaftsfaehig und ich hoffe und wuensche mir, dass noch mehr Menschen stehen auf und sagen " ich auch" - einfach, damit es nicht wieder zum Tabu-Thema wird.
Ich glaube nicht, dass es sich um ein spezielles "Kirchen- oder Katholiken-Problem" handelt. Missbrauch findet dort statt, wo jemand Macht ausueben und missbrauchen kann. Wenn man nun meint, dass es bei den Priestern zu finden ist, so sind es irgendwann die Leiter eines Kindergartens, einer Sportgruppe usw. Sollen unsere Kinder dann nirgendwo mehr hingehen koennen?
Ich wusste, dass es falsch war. Ich habe darueber gesprochen. Dies mit der Kirche, einem noch immer populaerem Saenger (damals fuer RTL Radio Lux. unterwegs), einem Kinderheim, der Polizei. Ich komme aus einer damals genannten "guten Familie".
Im vergangenem Jahr verstarb meine Mutti. Da war es noch immer nicht "gesellschaftsfaehig" ueber Missbrauch zu sprechen. Der Pfarrer der Gemeinde fragte mich, wo ihr Ex-Mann begraben sei und wie sie "neben ihm" begraben werden koenne, NACHDEM ich ihm geschildert habe, wie froh ich war, dieses Wesen endlich aus meiner Welt entfernt zu haben und wie schwer es fuer meine Mutti war, als einzige "Alleinerziehende" im Ort mit dem Unverstaendnis ihrer Mutter zu agieren.
Ich denke, dass dieser junge Mann bei einem Gespraech heute anders reagieren wuerde.
Allein, da "wir" nicht nur darueber sprechen (das habe ich ja schon immer gemacht), sondern da "uns" geglaubt wird im Sinne, dass die Gesellschaft reagiert.
... ich habe kein Schild um den Hals und ich rede auch nicht mehr mit jedem darueber ... doch wenn man mich fragt, warum ich hier so und dort so reagiere, gebe ich eine Antwort.
Um auf meine Einleitung einzugehen: ich glaube, dass viele der "Taeter" selbst Opfer sind: eine Mutter, die Essen besorgen musste und der Vater gefallen oder als Unbekannter nach einigen Jahren vor der Haustuere mit Anspruechen usw.
Das Thema hat fuer mich mehr Facetten als "nur" die katholische Kirche - das waere nun doch zu einfach fuer die, die ihre Machtposition missbrauchen.

PS.: Ich haette mir als Kind einen Kinderanwalt ueber eine Hotline gewuenscht.
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08.03.2010, 19:50
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
PS.PS.: und eine laengere Verjaehrungszeit!!!!!
als ich endlich die Fotos gefunden hatte, war es zu spaet...!
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08.03.2010, 20:14Inaktiver User
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08.03.2010, 21:36Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Einspruch - schon die beiden nächsten Beiträge verweisen auf die umfassendere gesellschaftliche Problematik - siehe unten!
ich hatte mir vorgenommen, gerade wegen dieser "Scheuklappendenke" nicht mehr zu posten, aber jetzt muss ich einfach widersprechen:
1.
bereits im 2. Posting stellt Opelius völlig ohne Bezug (schon fast reflexartig) eine Verbindung zwischen Mißbrauch und Zölibat her, in dem ohne irgendwelche Vorbereitung sofort gepostet wird:
und dann allerdings relativierend fortgefahren wird:ich halte den Zölibat für falsch!
und im 4. Posting betont Larissa06123:Ich würde das Thema des Mißbrauchs allerdings nicht ausschließlich auf den Zölibat beschranken, es ist bekannt, dass Männer mit pädophilen Neigungen gerne in helfende und pädagogische Berufe gehen. Dabei ist es unerheblich, ob sie sich dieser Neigung bei der Berufswahl überhaupt bewußt waren oder gezielt in diese Berufe gehen....
aber auch hier wird im Mittelteil des Beitrags wieder kräftig auf die Kirche und das Zölibat gebolzt.Zum Thema: pädophile Neigung wird auch in einer Partnerschaft bestehen bleiben, das kann nicht am Zölibat festgemacht werden. Wie Opelius richtig meint, Männer dieser Neigung sind sehr häufig - auch - in weltlichen pädagogischen Berufen zu finden, auch im Sport (Trainer).
.....
Die schwersten Missbrauchsfälle finden lt. Auskunft der Kripo im Familienumfeld statt und das über Jahre.
Trauriges Thema .
2.
Seither dreht sich die Diskussion immer wieder um dieselben Pole
a) Mißbrauch = Kirche = Zölibat
b) Mißbrauch = allgemeines gesellschaftliches Problem
Auf dieser Grundlage kann (woa) nicht behauptet werden, "dies ist mal ein Strang über Missbrauch in der katholischen Kirche (siehe Eröffnungsbeitrag)" - denn schon die beiden nächsten Beiträge weisen auf die übergreifende Problematik von Mißbrauch auch ausserhalb de Kirche hin.
Wenn einige Diskutanten nur immer einen Bezug zwischen "Zölibat" und "Mißbrauch" behaupten, ohne die umfassendere gesellschaftliche Problematik überhaupt zur Kenntnis nehmen zu wollen, und ohne diese Behauptung auch nur im Ansatz zu belegen, dann emfpinde ich das als einseitig und damit zur Problemdiskussion unbefriedigend.
3.
Bisher habe ich noch keinen einzigen Beleg für die ständig aufscheibende Verbindung von "Zölibat" und "Mißbrauch" gesehen.
Behauptet und unterschwellig verbunden wird ständig,
belegt nichts,
und diese reflexartige Wiederholung von unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen stößt mich ab.
Das ist billige "Anti-Kirche-Polemik", aber kein Diskussionsniveau.
Und nur damit die Diskussion nochmal die Chance hat, vom "Kirchen-bashing" weg zu kommen.
Ich habe vieles über Mißbrauchsfälle erfahren, in der Familie, in der Nachbarschaft, im Sportverein und auch bei der Kirche.
Eine Verbindung zwischen Zölibat und Mißbrauch kann ich da einfach nicht feststellen.Geändert von Inaktiver User (08.03.2010 um 21:42 Uhr)
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09.03.2010, 02:00
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Vielleicht habe ich ja auch nur etwas von Dir missverstanden. Ich fand den Kontext einfach etwas irritieren. Ich müsste jetzt aber zu weit zurück scrollen und ... ähm.. das Bett ruft

Hätten sie.. ja.Aber ich behaupte mal, der Missbrauch fand nicht nur in den 60iger und 70iger Jahren statt, sondern auch schon früher.
Dann hätten ja z.B. in den 80iger Jahren, die Missbrauchsopfer aus den 40iger Jahren reden können.
Aber lies Dir doch mal die Geschichten von Wolfgang durch. Dann ahnst Du vielleicht warum das diese andere Generation noch nicht getan hat.
Wer kocht es denn Deiner Meinung nach hoch?Ich frag mich, warum das JETZT so hochgekocht wird und ich frage mich, ob hier nicht davon abgelenkt werden soll, was aktuell alles von Politik und Wirtschaft verbockt wird.
Du meinst, die Presse versucht auf andere Themen zu lenken?
Und selbst wenn es so ist, stellt sich die Frage für mich, ob dann diese Mißbräuche nicht thematisiert werden dürfen/sollen/müssen.
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09.03.2010, 07:24Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Es ist einfach nur schrecklich. Jetzt kommt immer mehr ans Licht.
Auch in Schulen, die nicht in kirchlicher Trägerschaft stehen, wurden (werden?)Kinder mißbraucht.
Wem kann man noch vertrauen?
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09.03.2010, 07:36Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Es wird sicher noch viel mehr ans Licht kommen, denn jetzt trauen sich die Opfer endlich zu sprechen. Natürlich auch von Schulen in nicht kirchlicher Trägerschaft - es war doch von Anfang an klar, dass sich der Missbrauch nicht auf die kath. Kirche beschränkt.
(Auch wenn das hier einige gern so hätten.
) Gestern in der Tagesschau wurde auch von Misshandlungen an autistischen Kindern durch Psychologen!!!!! in Einrichtungen der Diakonie berichtet. 
Genauso falsch wie die pauschale Verurteilung von Priestern wäre aber auch das pauschale Misstrauen gegen alle Lehrkräfte.
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09.03.2010, 08:59Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Hast Recht. Aber man schaut den Menschen nur vor den Kopf und ins breite Grinsen...

Ich habe einen süßen 8 jährige Enkel. (Ich will ihn nun nicht näher beschreiben...) Meine Tochter hatte schöne Fotos mit ihm und unserem Sheltiewelpen gemacht. Sie wollte sie auf ihrer HP veröffentlichen.
Doch als ich die Fotos sah, zog sich mein Magen zusammen.
Was, wenn einer dieser Pädophilen diese Bilder sieht?
Ist das nicht traurig, dass wir so auf unsere Kinder aufpassen müssen?
Mir klopft schon das Herz und mir wird ganz schlecht, wenn ich nur dran denke, dass meine kleine Enkelin bald eingeschult wird.
Aber wir können unsere Kinder doch nicht in Watte packen!
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09.03.2010, 18:53
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Wenn namhafte katholische Theologen das in Verbindung bringen, dann könnte man schon darüber nachdenken.
Zitat von Inaktiver User
Und diese habe ich zitiert.
Schon einmal erwähnt: in den USA wurden 5.000 katholische Priester wegen Missbrauch angeklagt.
Von den protestantischen Kirchen, die dort ja die Mehrzahl bilden, sind keine derartigen Horrorzahlen bekannt.Geändert von 3146 (09.03.2010 um 18:59 Uhr)



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