Jetzt versuchen wir uns mal in junge Männer hineinzuversetzen:
Da ist einer, der in der Jugend und im frühen Erwachsensein eine einigermaßen funktionierende Sexualität entwickeln konnte. Der hatte also die Zeit, sich zu entwickeln, genutzt. Glaubst du, dass ein junger Mensch, der erfahren hat, dass Sexualität ein Teil seiner Persönlichkeit ist, in Zukunft zölibatär leben möchte. Nein, ich glaube das nicht. Er wird, auch wenn er es interessant finden würde, als Priester zu arbeiten, auf diesen Teil seiner Persönlichkeit nicht verzichten. Für einen Mann mit einer einigermaßen " gesunden" Sexualität wird eine zölibatäre Zukunft nicht in Betracht kommen. Ausnahmen gibts bestimmt, das will ich auch nicht leugnen.
Und nun zu dem zweiten: Vielleicht hat er Probleme im zwischenmenschlichen Bereich oder mit der Sexualität, oder die Persönlichkeitsentwicklung ist aus anderen Gründen nicht so optimal verlaufen.
Da kann ich mir vorstellen, dass für diesen Mann eine zölibatäre Zukunft denkbar erscheint. Entweder, er hat schlechte Erfahrungen mit Partnerschaft oder Sexualität gemacht, und ist dermaßen frustriert, dass er ähnliche Erfahrungen in Zukunft vermeiden möchte, oder er hat keine Erfahrungen gemacht und denkt, dass es so in Zukunft weitergehen wird, oder er ist noch mitten in einer Entwicklung, und weiß nicht, dass er eines Tages doch lieber eine Partnerschaft möchte.
Ich glaube, dass der Zölibat an sich einen Mann nicht dazu bringt, sich später einmal an Kindern zu vergreifen. Ich glaube jedoch, dass durch den Zölibat die Männer mit "normaler" sexueller Entwicklung keine Chance haben, Priester zu werden, und Männer mit "problematischer" sexueller Entwicklung bei der KK große Chance dazu haben.
Antworten
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15.02.2010, 19:49
AW: Zölibat
Geändert von Wolfgang60 (15.02.2010 um 20:01 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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15.02.2010, 20:57
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Da ich mich an eurer Diskussion nicht mehr beteilige, aber die Beiträge noch immer voller Begeisterung mitlese, möchte ich die Gelegenheit nutzen euch mit den folgenden Fragen zu konfrontieren:
Was mag der Zweck sein, die Strukturen der katholischen Kirche jetzt zu reformieren bzw. die katholische Kirche zu demontieren?
Wer mag hiervon profitieren?
Wie sieht es derzeit in der Kirche, in Sachen Kindesmisshandlung/ -missbrauch aus?
Will fragen: Bei der jetzigen Welle müssten etliche topaktuelle Fälle mit an die Oberfläche gespült werden, sofern existent, und nicht nur bis zu 30 Jahre alte?
Ihr seid doch helle Köpfe, oder?
Bin schon wieder weg!
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15.02.2010, 20:59
AW: Zölibat
Nicht immer.
Zitat von Inaktiver User
Ein Verwandter von mir kam mit 10 Jahren in ein katholisches Gymnasium mit dem Plan, Priester zu werden. Natürlich war die ganze Erziehung dort (Internat) darauf ausgerichtet.
Was wusste vor 50 Jahren ein 10jähriger von Sexualität??? So gut wie nix.
Als er mit 25 dahinterkam, war es bald aus mit der Priesterkarriere.
Heute ist er ein glücklicher Ehemann, Vater und Opa.
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17.02.2010, 00:59
AW: Zölibat
Wenn ich bedenke wie lange sich bei mir die sexuelle Entwicklung hin zob, dann finde ich 23 Jahre nicht sehr viel. Besonders dann nicht, wenn es sich um junge Männer handelt, die ein mehr oder weniger großes Problem in dieser Richtung haben.
Ich glaube auch nicht, dass man sich - befindet man sich auf dem Weg zum Priester - dem Einfluss der Kirche gerade in diesem Bereich so ohne Weiteres entziehen kann. Ob das gelingt ist viel vom begleitenden Priester abhängig. Ergo eine reine Glückssache.
Übrigens ist in der kath. Kirche der Vikar die Vorstufe zum Priester, nicht der Diakon. Diakon steht einen Weihegrad unter dem Priester und kann - wie Du bereits angemerkt hast - verheiratet sein.Geändert von SpezialEdition (17.02.2010 um 01:03 Uhr)
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17.02.2010, 10:04
AW: Zölibat
Da hab ich mir doch die Augen gerieben: Der Augsburger Bischof Mixa sagte, dass die sexuelle Revolution der 60er mit schuld sei an den Verfehlungen innerhalb kirchlicher Organisationen sei. Dann erwähnte er auch noch, dass es Stimmen innerhalb der Gesellschaft gäbe, Sex zwischen Kindern und Erwachsenen zu legalisieren.
Aha, Herr Bischof weiß scheinbar, dass katholische Priester sehr anfällig sind, wenn es um Sex mit Kindern geht. Dann soll er doch endlich mal an den Strukturen der Kirche arbeiten und nicht die Gesellschaft anklagen.Ich bin, also denke ich
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17.02.2010, 11:08
AW: Zölibat
Wenn irgendwas in der KK schiefläuft, ist meistens "die Gesellschaft" schuld.
Das war schon immer so.
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17.02.2010, 11:13Inaktiver User
AW: Zölibat
Stimmt nicht.
Nach der Weihe ist der Priester zunächst Kaplan und dann nach einigen Jahren (frühestens 3) Pfarrer, d. h. er leitet eine eigene Pfarrei.
Das Studium der Theologie ist ein ordentliches Hochschulstudium und wird an einer theologischen Fakultät absolviert. ......
Nach dem theologischen Diplom erhalten die Priesteramtskandidaten in einem (meist zweijährigen) „Pastoralkurs“ das praktische Rüstzeug, um in den seelsorglichen Dienst des Priesters einzusteigen. Bis zur Priesterweihe umfasst die reguläre Ausbildungszeit im Normalfall sieben Jahre, nicht zu viel für diesen anspruchsvollen Beruf.
Quelle
Ein junger Mann kann also mit 26/27 Jahren zum Priester geweiht werden.
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17.02.2010, 12:00Inaktiver User
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17.02.2010, 12:34
AW: Zölibat
Ich sag' da nur
....
Pfarrvikar: Ein Pfarrvikar ist entweder ein Priester, der einem Pfarrer unterstellt ist und keine Alleinverantwortung für eine Pfarrei trägt (Hilfspriester, Kaplan oder Kooperator) oder ein einer Quasipfarrei (Pfarrvikarie, Pfarrrektorat, Pfarrkuratie) dauerhaft vorstehender Geistlicher. Im letzten Fall ist er dem Pfarrer rechtlich gleichgestellt. Bis zum Inkrafttreten des neuen kirchlichen Gesetzbuches 1983 gab es außerdem die Möglichkeit, dass juristische Personen (etwa Domkapiteln oder Ordensgemeinschaften) als Pfarrer fungierten. Der konkret bestellte Geistliche wurde in Vertretung der juristischen Person ebenfalls als Pfarrvikar bezeichnet. Rechtlich hatte auch diese Art von Vikaren alle Rechte und Pflichten eines wirklichen Pfarrers.[1] Seit 1983 kann nach Canon 520 des CIC 1983 eine juristische Person nicht Pfarrer sein, so dass mit der Rechtsänderung auch die damit verbundene besondere Form des Pfarrvikars weggefallen ist. Es kann zwar nach wie vor eine Pfarre auch einem Ordensinstitut übertragen sein, aber mit der Maßgabe, dass einer der Priester tatsächlich Pfarrer (und nicht bloß Vikar) ist. Pfarrvikare können diesem Pfarrer dann beigegeben sein, wenn es (can. 545 § 1 CIC 1983) zur gehörigen seelsorglichen Betreuung einer Pfarre notwendig oder angebracht ist.[2]
Quelle
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17.02.2010, 12:54Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Ich hab mich auf diese Aussage bezogen.Übrigens ist in der kath. Kirche der Vikar die Vorstufe zum Priester
Der Vikar/Kaplan ist nicht die Vorstufe zum Priester, sondern zum Pfarrer. Ein Vikar/Kaplan sind nämlich bereits Priester. 
Oder auch so: Jeder Pfarrer ist ein Priester, aber nicht jeder Priester ist ein Pfarrer.
Geändert von Inaktiver User (17.02.2010 um 13:00 Uhr) Grund: Ergänzung



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