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11.02.2010, 19:53Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
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11.02.2010, 20:09
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Oh nein! Ich bin nicht gekränkt.
Ich habe aber auch nicht gesagt, dass alle Nicht-Priester keine Werte haben. Ich wollte lediglich 2 extreme Positionen aufzeigen. Denn, ein Mensch der das Zölibat aus ideellen Gründen auf sich nimmt, nimmt eine extreme Haltung ein. Also macht es Sinn das andere Extrem dagegen zu stellen.
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11.02.2010, 20:15
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
aus dem Link ...
Katholische Kirche
Liste der Gewalt
Irland, Mai 2009: Der Ryan-Bericht deckt den massiven sexuellen Missbrauch sowie andere Misshandlungen an Kindern in der Obhut katholischer Orden seit den 1930er Jahren auf. Tausende Opfer sollen eine Entschädigung von mindestens 1,3 Milliarden Euro erhalten. Katholische Orden erklären sich bereit, rund ein Viertel dieser Summe zu zahlen. Für den Rest wird wohl die irische Regierung aufkommen müssen.
Ein halbes Jahr später der nächste Skandal. Zwei Weihbischöfe aus der Erzdiözese Dublin erklären an Heiligabend von ihren Ämtern zurücktreten zu wollen. Auch mehrere Diakone und Priester ziehen die Konsequenzen, nachdem ein Untersuchungsbericht mindestens 300 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern von 1975 bis 2004 aufgedeckt hatte. Die Kirche hatte versucht, diese Fälle zu vertuschen. Es ist ihr, wie viele andere Beispiele weltweit zeigen, über Jahre gelungen. Vollständig verschleiern ließen sich die Taten nie.
Kanada, August 2008: Ein Kirchensprecher spricht vom "wahrscheinlich schlimmsten Missbrauchsfall" in Kanada, nachdem sich Priester Charles Sylvestre schuldig bekennt, zwischen 1954 und 1984 insgesamt 47 Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Im April 2009 kommt der Papst mit einer Entschuldigung ins Land – gerichtet an die Ureinwohner.
Die sexuellen Übergriffe an katholischen Schulen zur Umerziehung von Indianern und Inuit dürften "nicht geduldet werden", sagt Benedikt XVI. rückwirkend. Das letzte Internat wurde 1984 geschlossen. Die kanadische Regierung kündigte 2006 an, die Opfer mit insgesamt zwei Milliarden Dollar zu entschädigen. Der Anteil der katholischen Kirche beträgt gut 79 Millionen Dollar.
Australien, Juli 2008: Papst Benedikt XVI. reist zum Weltjugendtag nach Sydney, doch sein Besuch wird von den Ergebnissen des Mullighan-Reports überschattet. Der hatte kurz zuvor Hunderte Missbrauchsfälle an Minderjährigen in staatlichen Einrichtungen aufgelistet, begangenen auch von Priestern. Der Papst entschuldigt sich zwar offiziell bei den Opfern, doch die Enthüllung ist nur die Spitze des Eisbergs.
Zu diesem Zeitpunkt sind in Australien bereits 107 Mitglieder der katholischen Kirche wegen sexueller Misshandlung von Minderjährigen in anderen Fällen rechtskräftig verurteilt. Die Dunkelziffer geht nach Angaben von Opferverbänden in die Tausende. Bereits 1997 hatte sich die katholische Kirche Australiens bei Missbrauchsopfern von Kirchenvertretern entschuldigen müssen. Daraus gelernt hat sie offenbar nicht.
USA, Februar 2004: Die katholische Kirche legt erstmals eine offizielle Statistik zu Kindesmissbrauch in den Vereinigten Staaten vor. Rund 4400 Priester wurden bis zu diesem Jahr des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, ein Jahr später war diese Zahl allerdings bereits auf über 5000 gestiegen. Mehr als zwei Milliarden Dollar hat die katholische Kirche in den USA seitdem an Missbrauchsopfer gezahlt, das Erzbistum Los Angeles allein über 600 Millionen Dollar
Seit 2002 wird das Land von einer Reihe von Missbrauchsskandalen erschüttert, die unter anderem zum Rücktritt des Erzbischofs von Boston, Kardinal Bernard Law, führten, der die beteiligten Priester versuchte zu decken. Nun treiben die Forderungen der vielen Geschädigten zahlreiche Diözesen in den Bankrott, auch die Erzdiözese Boston trifft es. Damit nicht genug. Bekannt sind sexuelle Übergriffe von Klerikern gegen Nonnen in 23 Ländern, vor allem afrikanischen Staaten, Missbrauch von taubstummen Kindern in Italien, Minderjährigen in Österreich oder Kindern in Polen. Diese Liste ließe sich leider noch lange fortführen. (Sebastian Gehrmann)
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11.02.2010, 20:54Inaktiver User
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11.02.2010, 22:34
AW: @err Rhein
[QUOTE]Nein, warum soll ich mich angegriffen fühlen? Und ja, ich bin katholisch und gehöre der Fraktion zu, die es dem Priester überlässt wie er leben möchte. Offiziell, denn inoffizell geschieht es bereits.
Ich wehre mich nur gegen diese Einseitigkeit: Pfarrer - Zölibat - hat einen an der Klatsche - gestörter Typ - Kinderschänder - eh klar.
So funktioniert das nicht und schau dich doch um: wieviele ganz normale Leute werden durch ganz normale Beziehungen kaputt gemacht?
Was, wenn nach ein paar Ehejahren die Verliebtheit dem grauen Alltag gewichen ist und der Mann zwar Lust hat, aber nicht mehr auf seine Frau. Die liebt er zwar, aber Lust? Leidenschaft?
Was dann? Geht er ins Puff, befriedigt er sich selbst, oder er hat eine heimliche Geliebte. Ist das keine Verlogenheit?
Oder aber er lässt sich scheiden, hinterlässt einen Scherbenhaufen und spielt das Spiel nochmal, soferne er nichts daraus gelernt hat.
Schau dich doch um auf den Beziehungsseiten.
Priester denken nicht Tag und Nacht nur an Sex. Sie haben einen, aufgrund des Priestermangels, übervollen Arbeitstag, kaum Urlaub, eine Menge Sozialkontakte, sollen ständig erreichbar sein, auch nachts (Sterbebegleitung, Notsituation).
Der Betreuungsradius eines Pfarrers umfasst im Durchschnitt 4000 bis 6000 Katholiken. Ein Glück, dass nur ein kleiner Teil aktiv ist.
Aber sterben müssen irgendwann alle und jetzt rechne dir aus, was dadurch allein Arbeit anfällt. Es reicht nicht, auf dem Friedhof aufzuschlagen, irgendwas zu faseln und dann wieder heimgehen. Eine Beerdigung wird durch Gespräche vorbereitet, anschließend folgt die Trauerbegleitung, falls es gewünscht wird - und es wird gewünscht.
Auch wenn es für dich lauter gestörte Typen sind: Priester sind Anlaufstellen für seelische Not und Krisen. Sie sind sehr am Leben dran.
Dazu kommt, dass sie nirgendwo Wurzeln schlagen können. Sie wechseln, zumindest alle 10 Jahre in einen anderen Seelsorgeraum, wohnen in Pfarrhof, verzichten auf vieles was durch Geld erreichbar wäre.
Zum Onanieren wird da nicht viel Zeit bleiben und eine Priesterfreundin braucht einen langen Atem. Nicht, weil er nicht zu ihr steht, das tun die meisten vor ihrer Gemeinde, sondern weil sie ihn kaum zu Gesicht bekommt, außer sie arbeitet mit ihm zusammen, was meist der Fall ist.
Einen kenne ich, der lebt seit vielen Jahren mit einer Frau und deren Kindern zusammen. Die Pfarre ist verwaist, aber nicht deshalb, weil ihn keiner mehr will, sondern weil er es einfach nicht schafft, Familie und diese Arbeit unter einen Hut zu bringen. Da gehen die Leute zu einem, der Zeit für sie aufbringt.
Es gibt tausende Priester ohne Amt im deutsprachigen Raum. Die haben für eine Zivilehe das Amt verloren. Würde man die zurückholen, wäre das eine unglaubliche Erleichterung und die kämen auf der Stelle zurück.
Nahezu jeder Priester leidet unter dem Verlust der Eucharistie. Grausam ist das.
Aber was rede ich. Ist sowieso sinnlos, wenn ich mir die Posts hier ansehe.
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11.02.2010, 23:15
AW: @err Rhein
Larissa, auch wenn du es nicht gerne liest, das Thema dieses Strangs ist Sex. Das Thema betrifft die letzten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche.
Und ich muss ehrlich sagen, mir ist ein Priester, der ins Bordell geht, der heimlich eine Geliebte hat, der sich Pornos übers Internet runterläd, um wenigstens alleine seinen Spaß zu haben 100mal lieber als einer, der sich an Kindern vergreift. Da dürftest auch du mir zustimmen.
Aber in einem gebe ich dir nicht Recht.
Ich finde, dass du den Priester bzw. den Beruf des Priesters überhöht, idealisiert ansiehst.
Einer der von morgens bis abends unterwegs ist, um seiner Gemeinde zu dienen, immer da, und dann auch noch mit ner günstigen Flatrate zu Gott und so weiter und so fort. Und gerade da, Larissa, ist ein ganz großes Problem für die Priester. Sie werden zu seelischen Krüppeln erzogen. keine Fehler machen, superanständig sein, der perfekte Mann ohne sexuelle Ambitionen, Lustlos, immer Gehör für arme Kranke und wen auch immer.
Zuerst mal sind sie in der Ausbildung, im Studium immer mit verschrobenen Ansichten zur Sexualität konfrontiert, und dann in der Gemeinde hält man sie dann für die perfekten asexuellen Seelsorger. Und dann will man (uns) Katholiken erzählen, dass das Zölibat etwas Gutes hat. Nein, ich glaube, das Zölibat ist etwas schreckliches.
Die Pfarrer leiden darunter, dass sie in den Gemeinden auf diesen Sockel gehoben werden. Und alle machen mit. Die Priester haben auch ihre Freizeit. Und gehören nicht 24 Stunden der katholischen Gemeinde. Und sie haben das perverse Zölibat bestimmt nicht verdient.Ich bin, also denke ich
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12.02.2010, 05:52
AW: @err Rhein
Wolfgang60, mir schleicht sich da ein Gefühl ein, dass bei eurer Auseinandersetzung ein erhebliches Missverständniss zugrunde liegt, welches darin besteht: Priester haben eine andere Sichtweise wie etwa Leute, welche nur an dieses begrenzte irdische Leben glauben, also daran, dass nach dem Tode alles aus und vorbei ist.
Für Menschen, welche an letzteres glauben, muss das Zöllibat freilich als etwas Schreckliches, Furchtbares und Menschenverachtendes erscheinen. Aber das ist etwa so, wie wenn man Äpfel mit Steinen vergleichen will.
Für Priester ist dieses irdische Leben nur ein Zwischenstadium auf dem Weg zu einem höheren Zweck, oder sollte es wenigstens sein ... Somit relativiert sich das "Problem".Geändert von tessie_10 (12.02.2010 um 06:02 Uhr)
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12.02.2010, 09:18
AW: @err Rhein
Ich glaube nicht, dass das für alle gilt. Nicht umsonst gibt es auch in der kath. Kirche Bestrebungen, das Zölibat zumindest aufzuweichen.
Im Übrigen gab es seit Einführung des Zölibats vor runden 1000 Jahren immer wieder Proteste dagegeben. Anfangs auch mit Gewalttätigkeiten.
Abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass ein junger Mensch zum Zeitpunkt seiner Entscheidung dafür überhaupt ermessen kann worauf er sich einlässt. Und danach? Danach ist es sehr schwer etwas daran zu ändern.
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12.02.2010, 21:53
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Ich habe mich hier nicht durchgelesen.
Aber ich würde sagen, wenn die KK mal das Zölibat abschaffen würde, dann gäbe es dort solche Vorfälle nicht mehr häufiger als in einem beliebigen anderen sozialen Berufsfeld.
Es wäre überfällig!
Solange aber frustrierte Kirchenoberhäupter dort das Sagen haben und nach dem Motto agieren: "die sollen es auch nicht besser haben, als wir es hatten", solange ist mein Wunsch wohl eine Illusion.
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12.02.2010, 23:07
AW: @err Rhein
Was heißt, es gilt nicht für alle? Muss ein Priester nicht an ein Leben nach dem Tod glauben? Muss er vielleicht noch nicht mal an Gott glauben? Findest du das normal?
Das Zölibat fände ich o.k., wenn es eine freiwillige Entscheidung des Priesters, und nicht von irgendwelchen Vorschriften der Kirche, wäre. Diese Entscheidung müsste von dem Priester außerdem jederzeit und problemlos wieder zurückgenommen werden können.
Die Einführung des Zölibates in der KK geht auf ein m.E. nach falsch interpretiertes Bibelzitat zurück, nämlich Matthäus 19,12:
"Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand nicht heiratet. Manche Menschen sind von Geburt an eheunfähig, manche - wie die Eunuchen - sind es durch einen späteren Eingriff geworden. Noch andere verzichten von sich aus auf die Ehe, weil sie ganz davon in Anspruch genommen sind, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichtet. Das sage ich für die, die es verstehen können.«
Hier ist aber offensichtlich nicht von einer Zwangsverordnung zur Ehelosigkeit von Priestern die Rede, sondern von einer selbst gewählten Ehelosigkeit, welche auf reiner Freiwilligkeit beruht und außerdem nicht nur auf Priester beschränkt ist, sondern für alle Menschen gilt. Jedes Zwanghafte macht aber den eigentlichhen Sinn der Aussage Jesu zunichte.Geändert von tessie_10 (12.02.2010 um 23:10 Uhr)



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