[QUOTE]Natürlich geht das am eigentlichen Thema vorbei und gipfelt in einer Glaubensdiskussion und das sage ich dir gleich, warum das so ist: wäre es um Täter aus irgend einem anderen Umfeld gegangen, ja, DAS ist was anderes! Da würde nach den Ursachen geforscht, getüftelt, bzw. wäre es überhaupt nicht zur Diskussion gestanden.
Aber es handelt sich um Priester der kath. Kirche. Das ist natürlich was anderes, da braucht keiner mehr zu forschen, das Übel ist schnell gefunden: der Zölibat war´s! Und ja, am besten austreten und sowieso und überhaupt.
Ich habe mich vor einigen Jahren mit dem Thema beschäftigt und ich weiß welch grauenvollen Verbrechen Kinder in der westlichen Welt ausgesetzt und das täglich. Von anderen "Welten" ganz zu schweigen, Kinderprostitution, Inzest, Kinder werden eigens für den Missbrauch "gezüchtet" - um sie verkaufen zu können an die Pornoindustrie, Babies sterben beim Missbrauch vor laufender Kamera.
Und dann geht eine her und schreit was "Zwangsentsexualisierung" und ortet daraus resultieredes Fehlverhalten und als ob es gang und gäbe wäre, dass Priester Kinder missbrauchen, weil sie "zwangsentsexualisiert" sind, was für ein Quatsch ist das doch.
Entschuldbar ist es trotzdem nicht, keinesfalls, ich vertrage nur keine Einseitigkeit.
Ich bin Kirchenmitglied, aber weit von der Gefangenschaft entfernt. Im Gegenteil, noch nie vorher fühlte ich so eine Befreiung/Freiheit wie durch das, was ich in dieser Gemeinschaft erlebe.Nur gut, dass ich kein Kirchenmitglied bin, sondern Mensch. Zwar christlich geprägt, aber eben nicht Gefangener, in meiner Konfession.
Hier gilt weit mehr Religion als Philosophie und es herrscht die Angst vor Offenbarungen.
Diese innere Freiheit erlaubt es mir durchaus, die katholische Kirche im kritischen Winkel zu betrachten. Das ist so üblich und warum soll ich Angst vor Offenbarungen haben? Die Kirche ist lediglich Überbringer der Evangelien, das Wort hat Jesus v. Nazareth.
Das habe ich schon vor Jahren herausgefunden und ja, ICH habe mich für den "aufgeblasenen Link" artig bedankt. Ich bin ein höflicher Mensch und bedanke mich für eine kleine Mühe. So aufgeblasen ist das nicht, abgesehen davon wird dort nicht von 500.000 missbrauchten Kindern gesprochen, sondern von misshandelten.Achso, um euch die einleitende Frage aber abschließend und knochentrocken zu beantworten: Es handelt sich um Ausnahmen, nicht um Regelfälle. Das kann man ganz leicht herausfinden, wenn man es nur wirklich will und sich nicht für einen Link zu einer aufgeblasenen Internetseite artig bedankt, in der von 500.000 jährlich missbrauchten Kindern die Rede ist oder "Wegsperren" schreit.
Misshandlung und Missbrauch geben sich die Hand, das hast du ja geschrieben.
Ich akzeptiere, dass du gehen willst von hier. Willst du noch mehr an Aufklärung beitragen, bist du herzlich eingeladen. Ich kann das nicht mehr.
Alles Gute dir!
Antworten
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10.02.2010, 22:41
@err Rhein
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10.02.2010, 23:31
AW: @err Rhein
Larissa, ich denke, du fühlst dich als Katholikin (?) angegriffen, wenn jemand das (oder den) Zölibat für einen Riesenfehler hält. Ich denke auch, dass der Zölibat sehr viel kaputtmacht, sowohl bei den Priestern als auch bei vielen Gläubigen.
Es sind 2 Punkte, die ich hierzu erwähne.
1. Die Entwicklung eines Menschen u.a. die sexuelle Entwicklung. Ein junger Mensch weiß doch gar nicht, wohin ihn sein sexueller Weg hinführen wird. Er ist gläubig und denkt in Zukunft ohne Sex mit einem Partner auskommen zu können.Oder er hat seine Probleme mit Sexualität und es passt ihm gerade gut ins Konzept, dass er in Zukunft frei sein könnte von fleischlichen Gelüsten. Schade, dass junge Katholiken mit "normal entwickelter" Sexualität keine Möglichkeit haben, in ihrer Kirche als Priester arbeiten zu können. Statistisch gesehen führt das Zölibat dazu, dass es vermehrt Priester mit "nicht normaler sexueller Entwicklung" gibt.
2. Die Lüge: Habe ich schon mal angesprochen. Entweder der Priester befriedigt sich selbst, geht ins Bordell, "treibt es mit Messdienern", oder er hat heimlich eine Frau.
Und auch wenn er es geschafft hat, sich einen Partner (oder Partnerin) zuzulegen, dann muss er jedoch in täglicher Lüge leben. Dann erzählt er Sonntags von den 10 Geboten und lügt den Leuten das Blaue vom Himmel vor.
Die, die seine Geschichte kennen, können ihn doch nur als armseliges Würstchen betrachten. Ein Riesenlügner, Angst davor, dass er zu seiner Partnerin stehen müsste.
Daher ist für mich das Zölibat ein Riesenschwachsinn und die perfekte Anleitung zum Lügen und 10-Gebote-Brechen.Ich bin, also denke ich
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11.02.2010, 00:17
AW: @err Rhein
Der eigentliche Sinn des Zöllibates liegt meines Erachtens nicht in einer generellen Sexualfeindlichkeit, sondern darin, dass der Priester sein ganzes Leben Gott zur Verfügung stellen soll bzw. er es möchte, denn es ist ja schließlich eine freiwillige Entscheidung des Priesters.
Ist doch klar, dass Ehe bzw. Familie davon ablenken. Wer sich mit seiner Partnerin beschäftigt, hat weniger Zeit zur Verfügung, sich mit Gott zu beschäftigen.
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11.02.2010, 01:29
AW: @err Rhein
das ist die heutige Argumentation ....
betrachtet man aber die Gründe die zum Zölibat geführt haben, dann kann man das doch nur als Augenwischerei betrachten. Der damalige Grund war, dass damit die Kinder von Geistlichen deren Besitz nicht mehr erben konnten. Mit dieser Maßnahme sorgte der Vatikan dafür, dass der Kirchenbesitz in seiner Hand blieb und das ersparte Vermögen des Priesters an die Kirche überging.
Eine Frage ist, wie sieht das heute mit dem Erbe von Priestern aus? Und ... erben Kinder von Priestern?
Und was die Ablenkung angeht. Nun, es gibt auch die These, dass das Unterdrücken der eigenen Sexualität mehr Energie kostet, als es ein Familienleben kosten kann.
Ob ein junger Mensch die ganze Tragweite seiner Entscheidung beurteilen kann, wage ich zu bezweifeln. Und viele Priester, die im Laufe ihres Lebens damit Probleme haben, trauen sich doch schon aus rein existenziellen Überlegungen nicht, das Priesteramt niederzulegen, denn die Kirche geht mit Priestern die heiraten möchten ziemlich erbarmungslos um. Da stellt sich schon die Frage, mit was ein ausgeschiedener Priester sein Geld verdienen soll.
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11.02.2010, 02:03
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11.02.2010, 07:54
AW: @err Rhein
Das war ein wichtiger Grund... Besitzstandmehrung bzw. Sicherung. Dazu kannst Du ausreichend Informationen finden. Ebenso darüber, dass auch noch lange Zeit nach Einführung des Zölibats die Kirche schlicht nur "Strafgelder" kassierte, wenn der Priester eine Geliebte hatte, während Priester die bei Einführung des Zölibats verheiratet waren von Amt und Besitzt enthoben wurden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Dass das heute kein Grund mehr ist kannst man nur vermuten. Immerhin können Priester Familienbesitz erben.
Die moderne, offizielle Argumentation pro Zölibat impliziert auch, dass der Einsatz der Priester von Kirchen die nicht dem Zölibat unterliegen geringer zu bewerten wäre als der im Zölibat lebenden Priester.
Abgesehen davon, dass das eine unbewiesene These ist mit deren Begründung man einem Menschen ein Grundbedürfnis (siehe maslowsche Bedürfnispyramide) aberkennt und der Zölibat auch innerhalb der Kirche von Anfang an stark umstritten war und nach wie vor ist. Darüber herrscht keine Einigkeit innerhalb der Kirche ... auch wenn das die kath. Kirche gerne suggeriert.
Das 2. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) im Priesterdekret Nr. 16 hat ausdrücklich festgehalten, dass die Ehelosigkeit nicht vom Wesen des Priestertums gefordert ist. Es war aber noch nicht so weit, mit einer jahrhundertlangen Tradition, und sei sie noch so falsch, zu brechen. Darum hielt die kath. Kirche den Priesterzölibat weiterhin aufrecht. Auch Papst Paul VI. war davon überzeugt, dass das Zölibatsgesetz geändert werden müsse, aber „er wolle nicht der Papst sein, der das tut“.
Was kaum jemand weiss: Trotzdem gibt es auch jetzt schon in der katholischen Kirche tausende kirchlich verheiratete Priester, die nach den Gesetzen der römisch-katholischen Kirche auch ihr Priesteramt ausüben dürfen. Wenn z.B. Priester der anglikanischen Kirche, die verheiratet sind, in die römisch-katholische Kirche übertreten, dürfen sie auch weiterhin verheiratet bleiben und ihr Priesteramt in der römischen Kirche ausüben. Römisch katholischen Priestern aber ist es weiterhin verboten. Das Gleiche gilt auch für die Priester der Ostkirchen.
Wir kommen aber erheblich vom Thema ab. Die Frage war hier "fördert der Zölibat Mißbrauch". Eine Frage die nicht nur aus der Glaubenssicht betrachtet werden kann.
.... aber jetzt muss ich erst mal an die Arbeit ...
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11.02.2010, 08:14Inaktiver User
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Kommt der Kindesmißbrauch in der EK oder andere Gemeinschaften, die nicht nach dem Zölibat leben, weniger häufiger vor?
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11.02.2010, 17:07
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
es ist nicht die Frage der Häufigkeit. Es stellt sich die Frage der Förderung.
Zumindest sehe ich das so. Denn ich gehe davon aus, dass ein Priester ein Mensch ist, der nach dem christlichen Glauben leben möchte. Und das sehr bewusst und mit großer Ernsthaftigkeit. Dem zur Folge gewichte ich eine derart üble Abweichung von den christlichen Werten schwerer, als wenn das ein Mensch tut, dem nichts heilig ist oder nur so in den Tag hinein lebt.
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11.02.2010, 17:38
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Dieser von dir konstruierte Widerspruch zeigt doch das Dilemma auf: die Priester erheben den Anspruch auf einen besonderen Vertrauensvorschuss - den sie nicht verdienen.
Andere Menschen misst du mit anderen Maßstäben und qualifizierst sie ab, Ihnen sei nichts heilig.
Ich bin bewußt Atheistin und würde nie einem Menschen zu nahe treten, gemäß dem Kantschen Prinzip "Handle so, dass die Maxime deines Handelns Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung sein Könnte" .
Bitte fasse das nicht persönlich auf, ich möchte dich nicht kränken, sondern nur diesen Widerspruch aufzeigen, den man ja sehr oft hört und sieht.
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11.02.2010, 19:05
AW: Mißbrauch - Regel oder Ausnahme ?
Wenn die Frage gestellt wird, ob bei protestantischen Klerikern der Kindesmissbrauch ebenso häufig ist - ich habe noch nicht von Skandalen mit tausenden Tätern gehört oder gelesen.
Entweder gibt es dort keinen Missbrauch in dieser Größenordnung oder sie halten es besser unter Verschluss....
Ich halte die erst These für wahrscheinlicher.



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