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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Manches ist ja doch ein bissel peinlich....

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und wenn ich etwas an der Kirche verändern will, dann kann ich das m. E. nicht von außen, sondern von innen, indem ich aktiv mitarbeite.
    Eine schöne Illusion.

    Da möchte ich dich an die österreichische Initiative "Wir sind Kirche" erinnern. Seit 1995 bemühen die sich um Veränderung. Erfolglos.

    Und ich kann nicht über die Kirche meckern, wenn ich nicht aktiv an der Veränderung arbeite.
    Natürlich kann ich die Kirche kritisieren - etwas verändern zu wollen, ist sowieso sinnlos.

    Wie Opelius mal bemerkte, haben sie 2.000 Jahre überlebt, indem sie starr an ihren Vorstellungen festhielten.
    Warum sollten sie ein Erfolgskonzept ändern?

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Ich finde es nur komisch, das ich noch von keinem Priester oder auch "nur" normalen Gläubigen auf diese Stelle in der Bibel hingewiesen wurde. Warum wohl?...
    Weil da in meinen Augen die Begründung nicht liegt, sondern vielmehr:
    Erst das Konzil von Nikaia 423 erließ erste Bestimmungen in Richtung generelles Pflichtzölibat. Schnell erkannten die Herrscher der folgenden Jahrhunderte dessen politische Vorteile in Form von Einflussmöglichkeiten beim Tod des Amtsinhabers. Dies war denn auch der Grund, warum im Rahmen des Ottonischen Reichskirchensystems Fürstenämter überwiegend an zölibatär lebende Personen vergeben wurden. Im weiteren Verlauf verboten Papst Benedikt VIII. und Kaiser Heinrich II. auf der Synode zu Pavia 1022 die priesterliche Heirat - unter Androhung von Kirchenstrafen sowie des Entzugs von Amt und Besitz, und 1059 wurde Priestern, denen ein notorisches Konkubinat nachgewiesen werden konnte, verboten, die Messe zu lesen. Zitat.

    Zölibatär lebende Amtsinhaber mussten keine Familie versorgen und konnten auch Ämter nicht vererben. Somit blieb die Kontrolle des Klerus aufrechterhalten. Ich muss in diesem Zusammenhang wohl nicht daran erinnern, dass die Medici-Päpste diesen Amt "erblich" machen wollten.

    Der berühmte Text „Das Weib schweige in der Gemeinde“ (1 Kor 14,33b-36)
    „Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. 35Wollen sie etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden. 36Oder ist das Wort Gottes von euch ausgekommen? Oder ist's allein zu euch gekommen?“
    kann in wortwörtlichem Verständnis nur als Anweisung verstanden werden, dass Frauen in Gemeindeversammlungen und in Gottesdiensten nichts zu sagen haben. Wenn man ihn historisch-kritisch auslegt, kommt man zu ganz anderen Einsichten. Folgendes
    spricht dafür, dass diese Zeilen nicht von Paulus selbst stammen, sondern später in 1 Kor eingefügt wurden:
    - Der Text ist nicht in allen Handschriften an dieser Stelle bezeugt.
    - Der Text unterbricht den Zusammenhang, in dem es um Zungenreden (eine form des ekstatischen Betens) im Zusammenhang mit anderen Anweisungen für ein geordnetes Gemeindetreffen geht.
    - Der Text widerspricht der Praxis in Korinth, wonach Frauen öffentlich in der Gemeinde verkündet haben (vgl. 1 Kor 11,
    5 Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebensoviel, als wäre es geschoren;
    prophetisch reden meint dabei predigen, vgl. die Definition in 1 Kor 14,3).
    Wer aber weissagt, der redet den Menschen zur Besserung und zur Ermahnung und zur Tröstung.
    .
    Also würde Paulus sich innerhalb 3 Kapiteln komplett widersprechen. Dazu kommt, dass Paulus in Gal 3,27 f. 27
    Denn wieviel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen 28Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu.
    die Gleichstellung von Mann und Frau in der christlichen Gemeinde betont.

    aus der Quelle die Bibeltexte von mir eingefügt.

    Ich sehe zwischen der korinthischen Gemeinde bis zum Konzil von Nicea ein Wandel in der Bedeutung der Frauen in der Öffentlichkeit. Während in den Urgemeinden sehr wohl Frauen Gemeindeämter inne hatten, hat sich das radikal innerhalb von 3 Jahrhunderten verändert. Die Konzilväter von Nicea konnten sich dem damaligen Zeitgeist entsprechend eine Beteiligung von Frauen am Gemeindeleben nicht mehr vorstellen. Diese Vorstellung hatte ja auch Bestand bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gehabt.
    Geändert von Opelius (19.02.2010 um 15:53 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  4. Inaktiver User

    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen
    Natürlich kann ich die Kirche kritisieren - etwas verändern zu wollen, ist sowieso sinnlos.
    Das kann nur jemand sagen, der es schon probiert hat. Es gibt viele Dinge, die aussichtslos erschienen und sich letztlich doch (vielleicht nur minimal) verändert haben. Und Kritik allein hilft schon mal gar nicht.

    Es gab z. B. einen ganz großen Aufbruch nach dem Konzil und da hat sich sehr viel verändert. Ich habe das insofern miterlebt, da ich als Kind eben noch die "alte" religiöse Erziehung "genossen" habe mit all ihren "Drohbotschaften". Ich habe dann später selbst viele Jahre Religionsunterricht erteilt und da eine völlig andere Form erlebt. Das war für mich übrigens auch eine Umstellung - aber es hat mich sehr bereichert. Ich weiß natürlich, dass es noch viele Anhänger des alten Systems gibt, aber denen möchte ich eben nicht das Feld überlassen.

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Das Konzil von Nicea konte sich auch auf die jüdische Tradition berufen, dass nur ein Mann ein Rabbi werden kann. Im Zuge der Emanzipation legte am 27. Dezember 1935 die erste Frau die Prüfung zur Rabbinerin ab und wurde 6. Februar 1942 berufen: Regina Jonas. Sie wurde am 12. Dezember 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  6. 19.02.2010, 16:22


  7. Inaktiver User

    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Zitat Zitat von Simoro Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Du schreibst sehr unterhaltsame und nützliche Beiträge - zumindest alle, die ich von dir gelesen habe, gefallen mir sehr gut.
    Da kann ich mich nur anschließen!

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Ich möchte mich auch anschließen. Zwar sind Opelius und ich oft uneins, aber ich mag seine klare Denkweise und guten Formulierungen.

    pelzpfote, danke für Deine ausführliche Antwort. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, vor allem auch den Wunsch, sich in der Gemeinde gut aufgehoben zu fühlen. Aber ich teile ein bisschen die Bedenken von 3146, dass da wenig auszurichten ist, weil die Kirchenoberen ziemlich starr an ihren Traditionen festhalten.
    Wir werden weitermachen!

  9. Inaktiver User

    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Und ich schließe mich da ebenfalls gern an .

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Lesetipp: Bericht über die Folgen intensiver katholischer Mädchenerziehung
    Folgen intensiver katholischer Mädchenerziehung | hpd

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    AW: Frauen und die katholische Kirche - wie stehen Sie dazu?

    Mal provokant gefragt:
    Warum machen die katholischen Frauen den katholischen Würdenträgern und dem ganzen Patriarchensystem nicht mal Feuer unter dem Allerwertesten.
    Andauernd höre ich immer die gleichen Sprüche: "Ja, wir bleiben bei diesem Verein, denn wir wollen ja von innen was verändern blablabla...."
    Ihr wisst doch, dass nichts raus kommt. Das sind doch alles Ausreden dafür, dass ihr eigentlich zu träge seid, mal ordentlich Druck zu machen, um was zu verändern. Ich kenne einige Frauen, die für die KK "ehrenamtlich" tätig sind. Mal ein bisschen putzen, mal bei Büroarbeit helfen, und sich immer ein bisschen ausnutzen lassen und die Klappe halten, und bombig stolz sein, wenn den eigenen Lippen mal ein laues Lüftchen an moderater Kritik entwichen ist.
    Nehmt doch endlich mal statt Besen oder Kugelschreiber Plakate in die Hand, stellt euch Sonntags vor die Kirche, anstatt wie brave Schafe reinzutrampeln. Und auf die Plakate schreibt, dass ihr dieses Männermurkssystem nicht mehr akzeptiert, und erst wieder in die Kirche reingeht, wenn sich was geändert hat. Oder tretet aus, ihr könnt ja wieder rein, wenn sich was geändert hat, und ich garantiere euch, in diesem Fall wird sich schnell was ändern.

    Mein Gott, lasst euch nicht für dumm verkaufen.
    Aber ich weiß, jetzt wird geschimpft, was der blöde Kerl da schreibt, und es bleibt alles beim Alten.
    Ich bin, also denke ich

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