@mico: Die Frage kam zwar von Eusebia, deine Antwort darauf würde allerdings auch mich interessieren. Wie willst du denn entscheiden, was wahr ist und was falsch? Welche Kriterien sind für dich ausschlaggebend? Entscheidet bei dir etwa die Reihenfolge, in der du die Bücher zu lesen bekommst?
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Thema: widersprüche in der bibel?
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14.03.2010, 10:27
AW: widersprüche in der bibel?
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14.03.2010, 10:40Inaktiver User
AW: widersprüche in der bibel?
Ich denke mal, dass Jeremia bzw. Gott verurteilt, was die damaligen Gelehrten als "von Gott kommend" gelehrt hatten.
Als Jeremia obige Worte äußerte, waren die Israeliten Gott untreu und bereuten ihre Untreue nicht.
Sie lehrten dem Volk ganz bewußt etwas Falsches und sagten es wäre Gottes Wort.
Das geht aus folgenden Versen hervor:
(Jeremia 8:4-6) 4 „Und du sollst zu ihnen sagen: ‚Dies ist, was Jehova gesprochen hat: „Werden sie fallen und nicht wieder aufstehen? Wenn der eine umkehren würde, wird der andere nicht auch umkehren?
5 Wie kommt es, daß dieses Volk, Jerusalem, untreu ist mit einer dauernden Untreue? Sie haben an Trug festgehalten; sie haben sich geweigert umzukehren.
6 Ich habe aufgemerkt, und ich hörte ständig hin. Es war nicht recht, wie sie fortgesetzt redeten.
Da war niemand, der seine Schlechtigkeit bereute, indem [er] sprach: ‚Was habe ich getan?‘
Jeder geht zurück zu dem allgemein beliebten Lauf wie ein Roß, das in die Schlacht stürmt."
Wird nicht auch heute vieles gelehrt, was angeblich von Gott stammt?
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14.03.2010, 11:01Inaktiver User
AW: widersprüche in der bibel?
Durch seinen Geist verankerte Jehova seine Botschaft fest im Sinn jedes Schreibers, so dass nicht menschliche Gedanken, sondern die Gedanken Gottes vermittelt wurden.
Bei der Formulierung waren die Schreiber frei.
Gott leitete also den Sinn und das Herz der Schreiber an, damit keine wichtigen Informationen weggelassen wurden und die Worte schließlich zu Recht als von Gott stammend angesehen werden konnten.
Manches wurde aber von Gott direkt diktiert.
Die Schreiber waren sehr genau, wenn sie die Texte aufschrieben oder abschrieben. Es gehörte zu ihrer Gottesanbetung.
Ich bewundere auch immer, wie frei und offen diese demütigen Schreiber über ihre offensichtlichen Schwächen berichteten.
Zu den Schreibern gehörten Könige, Schafhirten, Fischer, usw.
Alle Gesellschaftsschichten waren vertreten und Gott gebrauchte sie alle, damit wir Gott immer besser kennen lernen.
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14.03.2010, 13:20
AW: widersprüche in der bibel?
…und vor allem aufgeschrieben hatten! Nicht umsonst redete Jeremia von den „Lügengriffeln“ der Schriftgelehrten. Deutlicher geht es doch kaum noch.
Die Israeliten waren Gott bereits beim Auszug aus Ägypten untreu.
Sag ich doch! Die Widersprüche, welche die Bibel enthält, sprechen da eine mehr als deutliche Sprache. Und ich rede hier gar nicht von irgendwelchen Ungereimtheiten in der Abstammungsabfolge Jesu, sondern von den wirklich krassen Widersprüchen, welche es in der Bibel mehr als genug gibt. Sind die Widersprüche von Gott gewollt? Wozu?
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14.03.2010, 13:24
AW: widersprüche in der bibel?
Die Schriften des AT wurden durch die Israeliten sehr gewissenhaft und genau überliefert, das stimmt und ist zweifellos bestätigt. Nur wie sind diese Schriften entstanden? Wer hat sie in die Form gebracht, in der sie dann überliefert wurden? Niemand kann das heute noch genau sagen.
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14.03.2010, 13:44Inaktiver User
AW: widersprüche in der bibel?
Vielleicht müßte man erst einmal klären was ein Widerspruch ist, was man darunter versteht.
Für mich wäre es ein Widerspruch, wenn die Bibel sagt, dass Tote einfach tot sind und nichts mehr denken, fühlen und planen können.
Und gleichzeitig aber ein paar Seiten später sagt, dass die Toten doch denken, fühlen, planen könnten.
Es wäre auch ein Widerspruch in meinen Augen, wenn Gott einmal sagen würde, dass man Gebete nur durch seinen Sohn Jesus an ihn richten sollte.
Und dann etwas später sagt, dass man auch Gebete durch Heilige oder die Jungfrau Maria an ihn richten könnte.
Ich finde es ist kein Widerspruch, wenn in der Abstammung Jesu einige Vorfahren ausgelassen wurden.
Die Evangelisten haben 2 Abstammungslinien beschrieben, die aber in meinen Augen auch kein Widerspruch sind.
Matthäus führt Jesu Abstammung durch die Linie seines Adoptivvaters Joseph.
Im Lukasevangelium wird Jesu Abstammung durch die Linie Marias, seiner menschlichen Mutter,
über David und Abraham bis Adam zurückverfolgt.
Für mich wäre es ein Widerspruch, wenn die Evangelisten eine ganz andere Abstammung aus einer ganz anderen Linie angeben würden.
Denn DANN würden sie den Propheten der alten Zeit widersprechen, die auf Jesus hingewiesen hatten.
Und würden sie somit als Lügner hinstellen.
Was ist denn, deiner Meinung nach, noch ein krasser Widerspruch?
Erkennst du Widersprüche in der Grundlehre der Heiligen Schrift?Geändert von Inaktiver User (14.03.2010 um 14:03 Uhr)
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14.03.2010, 18:18
AW: widersprüche in der bibel?
Man könnte etwa unterscheiden zwischen scheinbaren Widersprüchen, sachbezogenen Widersprüchen und krassen Widersprüchen.
Scheinbare Widersprüche halten einer näheren Untersuchung nicht stand, das betrifft sicher einen Großteil der von Kritikern ins Feld geführten Widersprüche.
Sachbezogene Widersprüche sind etwa einerseits die Lehre von der Existenz einer den physischen Tod überlebenden Seele und anderseits der Lehre, Seele und Körper würden eine untrennbare Einheit bilden. Beide Lehren werden, obwohl sich direkt widersprechend, in der Bibel durch unterschiedliche Textstellen gestützt.
Aber das alles sind in meinen Augen keine krassen Widersprüche. Ein krasser Widerspruch liegt z.B. vor, wenn Gott das Gebot „du sollst nicht töten“ übermittelt, ein paar Seiten weiter aber der (angeblich) selbe Gott (???) zum Töten, bis hin zu Völkermord und Vergewaltigung aufruft. Entsprechende Textstellen zu benennen erspare ich mir, sind dir aber sicher bekannt. Wie du das mit der Auffassung, die ganze Bibel würde das uneingeschränkte „Wort Gottes“ wiedergeben, in Einklang bringst, erschließt sich mir nicht.
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14.03.2010, 19:13
AW: widersprüche in der bibel?
Widerspruch:
Du sollst nicht töten.
Hier steht das Gebot für die Tötung eines Mitmenschen durch den Einzelnen. Das hebräische "rasach" (= töten) meinte ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten. Das Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus. Erst durch die Bergpreigt und ihre Auslegung erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen menschliches Leben richtet.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.03.2010, 19:50
AW: widersprüche in der bibel?
Ich finde es geradezu abscheulich, wie einfache Sätze wie "du sollst nicht töten", welche an Klarheit nicht mehr zu überbieten sind, verdreht und gewendet werden, bis sie in das gerade verfolgte Konzept passen.

Auf genau diese Art und Weise hat die Kirche Jahrhunderte lang Inquisition, Folter und Hexenverfolgung begründet, wurden Kriege im Namen von Religionen geführt usw. Einfach nur traurig und wiederlich! Und das ist geanau die Stelle, wo mir Atheisten tatsächlich symphatischer sind wie „Christen“ oder sonstige „Gottgläubige“.
Einem Menschen, der zwischen "gesetzlichem Töten" und "ungesetzlichem Töten" unterscheidet, würde ich zutiefst (!) misstrauen, egal wie christlich er sich auch gibt!
Und noch was: Gott ist doch immer derselbe, ob vor 3000 Jahren oder heute. Oder etwa nicht? Wiese sollte dieser Gott also zu unterschiedlichen Zeiten völlig unterschiedliche Forderungen geltend machen? Was für ein Gott ist das, an was du glaubst? Eine Wachsfigur, die man formen kann wie man will?
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14.03.2010, 20:04
AW: widersprüche in der bibel?
Tessie, nu reg Dich nicht auf.
In allen Kulturen gab und gibt es das Gebot, dass man einen Stammesangehörigen nicht töten darf, das wird hart bestraft. Aber einen Feind, der das Vieh rauben will, die Felder verwüstet - und damit die Nahrungsgrundlage der Sippe zerstört, zu bekämpfen und zu töten, ist etwas anderes, es dient dem Schutz des Stammes, der Sippe, des Volkes.
Und wenn ein Feind angreift, um die Israeliten zu vernichten, beriefen sich ihre Führer wie Moses schon auf ihren Gott den angreifenden Feind zu erschlagen, denn das hat er nie verboten.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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