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Thema: Islam gleich: Unbehagen ?
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25.08.2009, 18:46
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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25.08.2009, 19:31
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ich sehe das auch nicht nur negativ, Horus.
Komplexitätsreduktion ist überlebensnotwendig, aber auch hier gilt das Gesetz vom rechten Maß oder, wie der kluge Paracelsus ganz einfach sagte: "Die Dosis macht das Gift."
Sich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen, hat den Vorteil, dass man bestimmte menschliche Grundfragen als geklärt annimmt, nicht selbst immer wieder meint, das Rad neu erfinden zu müssen.
Das kann gerade erst den Geist frei machen für anderes.
Kann beruhigen.
Ich selbst bin gelegentlich katholisch, nicht immer, aber, je älter ich werde, immer öfter.
Ich übersehe dabei nicht das ungeheure Ausmaß an Korruption und Verbrechen, das diese Organisation im Laufe ihrer rund 1700-jährigen Geschichte angehäuft hat.
Aber welche andere menschliche Organisation, ausgestattet mit dieser Machtfülle, die so wenig verändert, so lange Bestand gehabt hätte, könnte von sich behaupten, weniger Verbrechen begangen zu haben?
Ich kenne keine, kenne statt dessen etliche, die in einem Bruchteil der Zeit ein weitaus höheres Maß an Verbrechen und Korruption an den Tag legten.
Man wird nicht so alt, hätte man nicht mehr richtig als falsch gemacht über einen so langen Zeitraum.
Wenn ich nur an Kommunisten und Nationalsozialisten denke, die in wenigen Jahren und Jahrzehnten Leichenberge aufhäuften, die die Kirche in anderthalb Jahrtausenden nicht auftürmte und dabei nicht einmal irgendetwas Humanisierendes hinterliessen, was sich auch nur annähernd mit dem humanisierenden Beitrag der Kirche vergleichen liesse, der bedeutendsten Inspiratorin wirklich großer, ganz großer Kunst in der ganzen verdammten Geschichte der Menschheit und das nicht nur für ein paar blühende Jahrzehnte, sondern über die ganze Wegstrecke ihrer bisherigen Geschichte hinweg bis in die Gegenwart hinein.
Das ist ehrfurchtgebietend, bei allem, was man ihr vorwerfen mag.Geändert von arouet58 (25.08.2009 um 19:34 Uhr)
Cum grano salis
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25.08.2009, 19:34
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
arouet, ach komm, natürlich nicht! Aber ein Glauben wird ja nicht dadurch besser, wahrer, glaubwürdiger, weil eine große Masse von Menschen ihm anhängt. Er wird höchstens mächtiger.
Horus, die Gründe, die Du aufzählst für die "Männlichkeit" der Religion, finde ich durchweg schlüssig.
Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass - auch wenn Du sagst, die Göttinnenkulte haben nach neueren Forschungen gar nicht so große Bedeutung wie angenommen (quot erat demonstrandum) - das Weibliche in der Geschichte immer mit Mystik verbunden war. Allein dadurch, dass Frauen Leben schenken können und für die meisten Männer immer etwas Geheimnisvolles haben werden.
Es ist halt die Frage, wie gehen Männer damit um: Verehren sie dieses Weibliche oder haben sie Angst davor und versuchen es zu reglementieren. Wie gehen Frauen damit um: Sind sie selbstbewusst oder lassen sie sich reglementieren. Womit wir wieder bei einem Islam wären, wie er heute leider in aller Welt gelebt wird.Wir werden weitermachen!
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25.08.2009, 19:51
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Das bestreite ich.
Eine Religion, die über so lange Zeit eine solche Prägekraft entfaltet, beweist damit, dass sie in sehr vielen Menschen ganz grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen vermag.
Es ist eine Abstimmung mit den Füßen.
Ich bin Demokrat:), manchmal, wenn die Mehrheit meiner Meinung ist.
PS
Eine Religion, die solche Bilder (anklicken, damit's größer wird) produziert, tut mehr für die Anerkenntnis der Würde und des Wertes des Lebens im Allgemeinen und der Frau im Besonderen als tausend kluge Traktate es vermöchten. Sie erreicht damit auch ganz einfache Menschen, Illiteraten sogar und verändert sie tiefer als das geschriebene Wort es vermöchte.
Vor so einem Bild zu beten/zu meditieren, das bedeutet etwas, auch für Männer.Geändert von arouet58 (25.08.2009 um 20:03 Uhr)
Cum grano salis
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25.08.2009, 20:47
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ich persönlich habe ja den Verdacht, dass die allermeisten Frauen sehr viel mehr als Männer natürlicherweise ein Bedürfnis haben, sich beschützt, geborgen, SICHER fühlen zu können, eingebunden in eine möglichst großfamiliäre Struktur..
Dass sie gerade von Männern instinktiv erwarten, für sie diese Sicherheit zu schaffen, dass sie Frauen genau das selbst nicht zutrauen, dass sie Männer nicht ernst nehmen, die dieses Sicherheitsgefühl nicht glaubwürdig vermitteln können usw.
Warum verlieben sich Frauen so häufig "nach oben"?
Warum ist sonst Körpergröße immer noch das wichtigste körperliche Schönheitsmerkmal für Männer (einen Kopf größer sollte er schon sein, der Mann an ihrer Seite, obwohl das heute ja keine "Funktion" mehr hat. In früheren Zeiten, sehr, sehr lange Zeiten hindurch, hatte es eine: Größe=Stärke=Schutz=guter Jäger, Versorger, Verteidiger).
Darin zeigt sich doch, dass dieses Empfinden immer noch in sehr vielen Frauen instinktiv lebendig ist: einen Beschützer und Versorger zu brauchen, zu begehren, um sich geborgen fühlen zu können.
Dass darum Religionen immer eine männliche Führung brauchen werden, wollen sie erfolgreich sein, wollen sie gerade auch von Frauen ernst genommen werden.
Ich glaube nicht, dass es sich hier nur um eine soziale Prägung handelt.
Das scheint mir tiefer und fester in der weiblichen Psyche verankert, der Psyche der meisten, nicht aller Frauen, als Sozialisation es vermöchte.
Ich erlebte, wie sich die gute Freundin eines argentinischen Kommilitonen (Jude), eine argentinische Jüdin, selbstbewußt, aufgewachsen in einer liberalen, säkularen Familie, Zug um Zug in eine strenggläubige Jüdin, eine Fundamentalistin geradezu, verwandelte. Höchst freiwillig, zum Schrecken ihrer Eltern (von wegen Sozialisation) und das mit wahrer Inbrunst.
Heute lebt sie in Israel, ist Vollzeitmutter von 4 Kindern, lebt in in einer fundamentalistischen Siedlung des Westjordanlandes, verheiratet mit einem tiefgläubigen Mann, dem sie sich bedingungslos, allerdings, wie mir scheint, in Liebe, unterordnet.
Sie trägt sogar eine Perücke UND ein Kopftuch, wenn Fremde zu Besuch kommen und sie scheint glücklich.
Sie war eine selbstbewußte, aufgeklärte, gebildete Frau (all das ist sie immer noch) und trotzdem hat sie diesen Entwicklungsgang genommen, höchst freiwillig.
Ähnliches wird von Europäerinnen berichtet, die sich, höchst freiwillig, zum Islam bekehren oder von katholischen Akademikerinnen, die sich dem Opus Dei, mit dem ich nichts anfangen kann, anschließen.
Offenbar bedeutet die Preisgabe der Freiheit und Eigenverantwortung einen Gewinn, der diesen Frauen einen solchen Tausch (Freiheit und Eigenverantwortung gegen Sicherheit) lohnend erscheinen lässt und ich habe den Eindruck, dass mehr Frauen als Männer so disponiert sind.Geändert von arouet58 (25.08.2009 um 20:58 Uhr)
Cum grano salis
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25.08.2009, 21:14Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
vll. hängt es auch davon ab, was eine Religion verspricht?
Bei Scientology zum Beispiel habe ich den Eindruck, dass es auch auf Männer sehr anziehend wirkt. Und da ist ja viel von Gegner besiegen, Macht gewinnen, erfolgreich sein, die Rede.
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26.08.2009, 07:58Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Interessanter Gedanke.(...)
Ich glaube nicht, dass es sich hier nur um eine soziale Prägung handelt.
Das scheint mir tiefer und fester in der weiblichen Psyche verankert, der Psyche der meisten, nicht aller Frauen, als Sozialisation es vermöchte.
(...)
Hat was, denke ich. Es wird zwar oft als "unspirituell" angesehen, stark biologistisch zu argumentieren, für mich aber eine schlüssige Argumentation. Denn auch das menschliche Bedürfnis nach Religion und Spiritualität lässt sich biologistisch und evolutionär begründen.
Hmmm ... bei der Partnerwahl suchen Frauen Männer mit einem hohen Sozialstatus und körperlicher Überlegenheit. Männer, die also fähig sind, für sie und ihre Kinder Schutz zu bieten, denn wenn eine Frau kleine Kinder hat, ist sie verwundbarer und hat weniger Energie bzw. Möglichkeiten, sich selbst zu verteidigen und genug Nahrung zu finden. War jedenfalls in der Steinzeit so.
Wenn also Frauen aus biologischen Gründen "überlegene" Männer als Partner suchen, suchen sie jemanden, der in der Machtstruktur weit oben steht (und fördern damit - natürlich vollkommen unbewusst - den Machtkampf der Männer untereinander, den nur wer von den Männern oben steht, erhält die Chance, sich zu paaren).
Und da während des grössten Teils der Menschheitsgeschichte weltliche und religiöse Macht nicht getrennt waren, führte dies dazu, dass religiös hoch stehende Männer bei den Frauen begehrt waren.
Was dann in manchen Religionen zu so absurden Konstellationen führte, dass Frauen sich offenbar euch dann einem religiös hoch stehenden Mann unterwerfen, wenn der als Sexualpartner gar nicht in Frage kommt, wegen irgendwelchen Zölibatsvorschriften...
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26.08.2009, 08:04Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ja, das ist sicher ein Punkt.Allerdings gebe ich zu Bedenken, dass - auch wenn Du sagst, die Göttinnenkulte haben nach neueren Forschungen gar nicht so große Bedeutung wie angenommen (quot erat demonstrandum) - das Weibliche in der Geschichte immer mit Mystik verbunden war. Allein dadurch, dass Frauen Leben schenken können und für die meisten Männer immer etwas Geheimnisvolles haben werden.
Es ist halt die Frage, wie gehen Männer damit um: Verehren sie dieses Weibliche oder haben sie Angst davor und versuchen es zu reglementieren. Wie gehen Frauen damit um: Sind sie selbstbewusst oder lassen sie sich reglementieren.
Wobei ich nicht ganz sicher bin, ob die Mystik tatsächlich so stark "weiblich" konnotiert und mit Fortpflanzung ... nein, präziser, der Gebärfähigkeit verbunden war.
Das war sicher ein Aspekt. Der andere aber war der ganze Bereich der Nahrungsbeschaffung. Denn zuerst einmal geht es ums eigene Überleben. Nicht um die Reproduktion. Man geht davon aus, dass in Steinzeitgesellschaften die Tötung von Neugeborenen an der Tagesordnung war, wenn die Gruppe das eigene Überleben durch die zusätzliche Belastung eines Neugeborenen gefährdet sah. Die existierende Gruppe war wichtiger als das neue Leben.
Deshalb war der ganze Bereich der "Nahrungsbeschaffung" (Jagd, Sammeln und später Ackerbau) vermutlich genauso tragende Pfeiler der Mystik wie die Gebärfähigkeit. Ein Pfeiler, der weit weniger weiblich gebrägt ist sondern eher egalitär.
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26.08.2009, 08:05
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Was spricht dagegen, daß Gott ein Mann ist?
Die ganze Bibel spricht von dem Herrn. Er ist der Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Gott hat uns auch zugesagt, daß er sich über uns erbarmen will wie ein Mann, der sich über seinen Sohn erbarmt. (Mal.3,17).
Alle Behauptungen, Gott könne weiblich sein, sind also Unsinn.
Und allen Religionen zum Trotz nur in Jesus Christus finden die Menschen ihr Heil und ihre Rettung.
Und Jesus ist auch ein Mann, nämlich der Sohn Gottes, des Vaters.
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26.08.2009, 08:15
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ja, ja, Mico - und auch du bist vermutlich ein Mann, und damit ganz was Tolles und Wunderbares
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