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Thema: Islam gleich: Unbehagen ?
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25.08.2009, 09:55
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Wir werden weitermachen!
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25.08.2009, 10:08Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Das ist auch so was generelles über das ich schon oft nachgedacht habe.
Mir ging es z.B. mit dem Kommnismus ähnlich. Die "reine" Lehre ist doch eine sehr gute, dass die Menschen teilen, dass die Arbeit von allen anerkannt wird, dass alle gleiche Rechte haben.
Aber das was hinten dabei raus kommt ist ja nicht so erfreulich!
Sagt man jetzt: der Kommunismus taugt nichts, weil er in der Praxis nicht funktioniert oder sind die Menschen nicht tauglich für solche Systeme?
So ähnlich ist es mit dem Koran. die "reine" Lehre ist doch unserem christlichen Glauben sehr ähnlich. Ich glaube nicht, dass im Koran viel schlimmerer Sachen stehen als in der Bibel.
Aber wieviel Elend wird im Namen des Korans verbreitet: verschleierte Frauen, unterdrückte Frauen, Ehrenmorde, der heilige Krieg.............................................
Da schließt sich für mich der Kreis, den ich eben zum Kommunismus gezogen habe. Was ist das, warum die Menschen sowas aus einer vll. guten Idee machen?
Sie picken sich doch ganz bewußt nur bestimmte Sachen heraus, die ihre Ideologien untertützen (könnten).
Ich glaube, dass der Koran keine Ehrenmorde hergibt, aber warum sehen das Anhänger der Religion anscheinend häufig anders??
Vll. neigen wir Menschen dazu für unser eigenes Unvermögen eine gute Begründung und Entschuldigung zu suchen??
Finja
Mir ging es jetzt nicht darum, den Koran mit dem Kommunismus gleichzusetzen - ich hoffe, das ist klar geworden?!
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25.08.2009, 10:30
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ehrenmorde, verschleierte Frauen, unterdrückte Frauen, Dschihad sind effektiv keine Aussagen des Korans.
Es sind Auswüchse eines steinzeitalterlichen Patriachats. Das hat es bis vor wenigen Jahren auch in den erzkatholischen Regionen Südeuropas und Irlands gegeben.
Den Dschihad erklären wenige Imane, die bestimmte politische, möglichst antiwestliche Ansichten vertreten. Dass dabei auf die Ohren enttäuschter und frustrierter junger Männer treffen, ist fatal.
Das christliche Abendland hat diesen Mißbrauch in großen Stil während der Kreuzzüge erfahren. Es war weder militärisch, noch aus Glaubensgründen notwendig, das Heilige Land zu erobern, denn friedliche Pilger durften immer an die Heiligen Stätten.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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25.08.2009, 12:54
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Gibt es denn eine Frauenreligion?
Mir ist das ein Rätsel.
In allen religionssoziologischen Untersuchungen, die ich kenne, steht, Frauen seien die Stammkundschaft aller Religionen, seien im Schnitt deutlich religiöser als Männer.
Warum gibt es dann keine weiblich bestimmte Weltreligion, eine, die von einer Prophetin gegründet und zu weltweitem Einfluss gefürhrt wurde?
Man könnte ja den Eindruck gewinnen, dass Frauen in Wahrheit oft eine tiefe Sehnsucht nach patriarchaler Bevormundung in sich tragen, schaue ich mir die Bilder religiöser Massenveranstaltungen an.
Ob Papst, evangelische Prediger (USA!), Dalai Lama oder ein populärer schiitischer oder sunnitischer Beistlicher, fast immer das gleiche Bild: ein Mann auf der Kanzel, der Bühne, dem Podium, der Altarinsel predigt vor Tausenden, Hunderttausenden und die Mehrheit im Publikum ist weiblich, schaut gläubig auf und macht nicht den Eindruck, als fühlte sie sich unterdrückt.
Im Gegenteil.
Was ich nicht sehe, sind Männer, die andächtig zu weiblichen Predigern aufschauen, nicht in Massen.
Das mag noch nicht allzusehr verwundern, was mich aber verwundert, ist, dass gerade jene "modernen" Religionen, die Frauen zu Priestern machen und in Leitungsfunktionen einsetzen, sich noch schneller und gründlicher zerlegen als die traditionellen Religionen, die sich ja außerdem nur in Europa auf dem Rückzug befinden, weltweit dagegen geradezu boomen.
Auch die Katholische Kirche gewinnt ja jedes Jahr noch 12-15 Mio. Gläubige weltweit hinzu zu ihren 1,2 Milliarden, wenn auch hauptsächlich aus Gründen der Demographie.
Wirklich schrumpfen dagegen in atemberaubenden Tempo jene Denominationen, die sich als "modern" verstehen, nicht nur bei uns, sondern weltweit.
Die "frauenfreundliche" protestantische Kirche z.B. schrumpft hierzulande noch sehr viel schneller als die katholische Kirche, hat eben kenen Wettbewerbsvorteil auf dem religiösen Markt, auch und gerade nicht bei Frauen selbst.
Die noch emanzipierteren Kirchen Skandinaviens sind in ihren Heimatländern eigentlich bedeutungslos geworden, weltweit spielen "moderne" protestantische Kirchen keine Rolle.
Wenn protestantisch, dann bitte fundamentalistisch-patriarchal.
Solche Kirchen haben Zulauf, in Südamerika, in den USA, in Afrika.
Statt dessen konvertieren sehr viel mehr Europäerinnen zum Islam als Europäer, noch sind die Zahlen sehr überschaubar, aber die Relation ist schon erstaunlich.
Man erwartete doch, dass sich mehr europäische Männer vom Islam angezogen fühlten als Frauen, eben weil er eine "Männerreligion" ist.
Was ist an "Männerreligionen" so attraktiv für Frauen?
Warum gibt es keine "Frauenreligion" unter den Weltreligionen?Geändert von arouet58 (25.08.2009 um 20:23 Uhr)
Cum grano salis
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25.08.2009, 12:58
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Naja, ich denke, den Wicca-Kult könnte man als Frauenreligion bezeichnen.
Wir werden weitermachen!
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25.08.2009, 13:03Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Arout, deine Gedankengänge kann ich gut nachempfinden!
Ich empfinde Gott nicht als männlich. Das zur grundsätzlichen Glaubensfrage.
Und ich geniesse es, in der ev. Kirche auf immer mehr Frauen zu treffen. Mein Kleinster hat von der Schule aus ca. 1 Mal im Monat Gottesdienst. Abwechselnd evangelisch und katholisch. Abwechselnd eine Frau und ein Mann.
Für ihn ist es schon selbstverständlich, dass vorne eine Fau steht. Im Kiga war es auch eine Pfarrerin.
Noch weiß er es gar nicht, dass das nicht üblich ist.
Ich hoffe immer, dass durch diese Erfahrungen sich langfristig was ändert - bei vielen Kindern.
Finja
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25.08.2009, 13:05Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Du hast Dir doch die Antwort darauf schon selbst gegeben:
Jedenfalls gewinne ich immer wieder den selben Eindruck - und die Auswahl an patriarchalischen Figuren ist riesengroß, angefangen vom indischen Sektenguru oder den Dalai Lama (für mich ein Wolf im Schafspelz) für Alternative/Esoterikerinnen etc. bis hin zum beinharten Weltuntergangsprediger für besonders Autoritätshörige. Und wenn ich mir so manche verschleierte Deutsche anschaue, dann weiss ich auch, warum sie sich dafür entschieden hat.
Ich frage mich auch, warum es anscheinend viel mehr männliche Atheisten als weibliche gibt.
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25.08.2009, 13:10
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25.08.2009, 13:10
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25.08.2009, 13:14Inaktiver User
AW: Islam gleich: Unbehagen ?
Ich stelle dazu einfach mal ein paar Thesen hin, ohne die einzelnen näher zu begründen:Warum gibt es keine "Frauenreligion" unter den Weltreligionen?
1) Weil Frauen auf der ganzen Welt immer - aber insbesondere früher, als die Weltreligionen entstanden - den allergrössten Teil der Alltagsarbeit trugen und keine Zeit und Energie hatten, sich um den religiösen Überbau zu kümmern.
2) Weil Religionen - nicht Spiritualität an sich, aber organisierte Religionen - mehr mit Macht und Politik als mit Spiritualität zu tun haben, und Frauen in den allermeisten Gesellschaften auf dieser Ebene kaum etwas zu melden hatten (und teilweise immer noch haben)
3) Weil Religionen bzw. ihre Strukturen und Dogmen nichts anderes sind als ein Abbild der Gesellschaften, in denen und für die sie entstanden sind. Da in der Weltgeschichte die patrilinearen und partiarchalischen Systeme vorherrsch(t)en, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Religionen so ausgerichtet sind.
4) Weil offenbar bei vielen ... naja, weltweit gesehen wohl den meisten Frauen die durch Erziehung und soziale Normen aufgeprägte Sehnsucht nach einem "Führer" und "Beschützer" (die beiden Funktionen gehen meist zusammen) tief verankert ist.
Diese These gefällt mir selber überhaupt nicht. Trotzdem muss ich sie wohl anführen.
Nein, "Frauenreligionen" gibt es kaum und hat es religionsgeschichtlich auch kaum gegeben. Es wird zwar nach wie vor oft die These vertreten, es habe einst, in der Steinzeit bzw. beim Übergang zur Bronzezeit und zu den Ackerbaukulturen einen umfassenden "Kult der grossen Göttin bzw. Mutter" gegeben, doch die neusten religionsgeschichtlichen Forschungsergebnisse - sehr oft gerade von Forscherinnen erzielt, die diese These zu belegen versuchten - kommen zum Schluss, das dem nicht so gewesen ist und nie so war.
Was es wohl gab, waren einzelne stärker "weiblich" geprägte Kulte und einen stärkeren Einbezug der Frauen in das religiöse Leben und das religiöse System von Gesellschaften. Etwa bei den schamanistischen Kulten, bei denen die Mann-Frau-Problematik kaum eine Rolle spielt(e). Wichtig war/ist bei diesen Kulten die mediale Begabung des Menschen, egal ob Mann oder Frau. Das waren/sind bezüglich der Geschlechterfrage relativ egalitäre Religionen und Kulte. Aber es waren/sind auch keine eigentlichen "Frauenreligionen".
Sorry, wenn das allzu OT war. Aber die Fragen sind spannend.




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