Aus evolutionsbiologischer Sicht ist es ja vielleicht sogar überlebensfördernder, dem Eindruck nachzugehen, bestimmte Dinge seien 'gemacht' oder bestimmte Erscheinungen seien 'gewollt'. Denn womöglich verbirgt sich darin oder dahinter dann etwas essbares oder wohlgesonnenes oder feindliches oder hungriges. Wenn also unsere Vorfahren in Vogelspinnen nur eine mehr oder weniger komplexe Ansammlung von Biomolekülen gesehen hätten, dann könnten wir heute vielleicht gar nicht mehr über die Ursachen der Existenz von Vogelspinnen spekulieren oder nachdenken, da unsere Vorfahren von den Vogelspinnen bereits verspeist worden wären.
Andererseits 'verstehen' es ja viele Lebewesen bis heute, den Eindruck zu erwecken, sie seien eigentlich gar nicht da (z.B. Schmetterlinge: "Aus ihren Beobachtungen schlossen die Forscher, dass die Auflösung der Körperkonturen durch gefleckte Flügelränder dazu führt, dass die angeborenen Auslösemechanismen der potenziellen Fressfeinde den so getarnten Schmetterling nicht mehr als "Beute" detektieren, und zwar unabhängig vom Untergrund. Durch Fleckung im Flügelinneren könne sich ein Schmetterling hingegen nur in Abhängigkeit vom passend gefärbten Untergrund tarnen."), oder zumindest den Eindruck zu erwecken, sie seien unbelebte Materie (z.B. Lebende Steine).
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Thema: Evolution eine Tatsache?
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19.08.2009, 10:40
AW: Evolution eine Tatsache?
Geändert von Alaska (19.08.2009 um 14:10 Uhr) Grund: Ergänzung.
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19.08.2009, 11:04Inaktiver User
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19.08.2009, 11:28
AW: Evolution eine Tatsache?
Doch, das ist vollkommen ernst gemeint. Ein Jäger sollte zufällige Naturerscheinungen von Lebewesen und ihren Spuren unterscheiden können, oder besser: Er sollte Naturerscheinungen einteilen können in zufällige (oder wesenlose) und lebendige (oder von Lebewesen stammende). Je besser das gelingt, umso größer wird seine Überlebenschance sein. Also macht es durchaus Sinn, eine Naturerscheinung dahingehend zu untersuchen, ob sie nicht ein Lebewesen oder zumindest die Spur eines Lebewesens sein könnte.
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19.08.2009, 11:33Inaktiver User
AW: Evolution eine Tatsache?
Jetzt werd ich aber fuchsig ( ich hoffe, Du bist ne Frau)!
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19.08.2009, 11:58
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19.08.2009, 12:10Inaktiver User
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19.08.2009, 12:15
AW: Evolution eine Tatsache?
Dann weißt du, daß Photosynthese Reduktionsäquivalente zum Aufbau von energiereichen Verbindungen liefert, die mit Hilfe von Licht aus Verbindungen wie Schwefelwasserstoff oder Wasser gewonnen werden, und daß Sauerstoff ein Abfallprodukt der wasserspaltenden Photosynthese ist. Vor gut 3 Milliarden Jahren muß unter den zahlreichen Varianten photosynthetisch aktiver Bakterien eine gewesen sein, die zusätzlich zu dem etablierten Photosystem I zur Spaltung von Verbindungen wie Schwefelwasserstoff über einen Vorläufer des heutigen PS II verfügte. Da dieser Organismus in der Lage war, seinen Wasserstoff aus dem überall verfügbaren Wasser zu gewinnen, konnte er riesige neue Lebensräume erobern, wo er sich wegen der fehlenden Konkurrenz massiv vermehren konnte, wobei zwangsläufig viele weitere Varianten entstanden.
Die Atmosphäre enthielt damals keinen Sauerstoff, daher konnte es auch keine Sauerstoff atmenden mehrzelligen Tiere geben. Heute gibt es Wesen, die netto Sauerstoff verbrauchen und welche, die Sauerstoff produzieren, und das Fließgleichgewicht hat sich heute eben bei dem bekannten Wert eingependelt, der war aber auch schon niedriger oder höher. Das kannst du im Kleinen auch in einem verschlossenen Glasgefäß mit Pflanzen und ein paar Kleintieren und einer Lichtquelle haben, da brauchst du auch keine göttliche Sauerstoffflasche, sondern es reichen die Naturgesetze. Das Leben paßt sich so seiner Umgebung an und modifiziert sie zugleich.
Der Papst ist im Gegensatz zu dir kein Langzeit-Kreationist, man kann ohne weiteres ein Christ sein, ohne die Fortschritte der Naturwissenschaften der letzten Jahrhunderte ignorieren zu müssen. Deine Interpretation des Römerbriefs ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
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19.08.2009, 12:17Inaktiver User
AW: Evolution eine Tatsache?
Rückgriff auf ein früheres Post:
Nicht wirklich.Höchst unwahrscheinlich ist auch die Entstehung eines blauen Planeten, mit genau der richtigen Entfernung zu seiner Sonne, die genau die richtige Größe hat, mit genau den physikalischen Gesetzen in seinem Universum, die für Leben nötig sind, mit den nötigen Elementen und Rohstoffen ausgestattet für Leben und Zivilisation, mit genau dem richtigen Mond, der den Planeten stabilisiert und einem genau richtig platziertem Riesenplaneten im Sonnensystem, der dem blauen Planeten die Kometen und Asteroiden (fast) vollständig vom Hals hält.
Ich habe die genauen Zahlen nicht im Kopf - die haben zu viele Nullen, um sie mir merken zu können
- aber ich habe kürzlich eine astronomische Studie gelesen, die ebendiese Wahrscheinlichkeit zu berechnen versucht hat.
Der Einzelfall scheint sehr unwahrscheinlich, das stimmt. Aber es gibt dermassen viele Galaxien mit dermassen vielen Sternensystemen im uns bekannten Universum, dass durch die schiere Anzahl die Zahl der Planeten, die sämtliche oben genannten Eigenschaften aufweisen, doch immer noch sieben- oder achtstellig sein dürfte.
Ausserdem können wir bei der Vorstellung, was Leben eigentlich ist, immer nur von uns, dem Leben hier auf der Erde, den Bedingungen hier ausgehen. Es ist für uns sehr schwierig vorzustellen, dass Leben auch ganz anders aussehen könnte, auf ganz anderen chemischen Verbindungen beruhen könnte.
Und noch etwas zu dem beobachtbaren Fakt, dass in den einzelnen Biotopen dieser Erde und im gesamten Ökosystem alles harmonisch aufeinander abgestimmt scheint.
Ich kann verstehen, dass diese Beobachtung den Gedanken aufwirft, eine solche Harmonie müsse "gewollt", also in irgendeinder Form konstruiert sein. Ist ein nahe liegender Gedanke.
In meinen Augen dennoch ein Trugschluss. Denn wir vergessen wir dabei eines: Wir sehen nur das Endprodukt. Wir sehen nicht den ganzen Weg dahin. Wir sehen nicht, wie viele "Fehlprodukte" im Laufe der Geschichte entstanden sind - udn auch heute entstehen -, die sich eben nicht in die Harmonie einfügten und deshalb wieder verschwanden und verschwinden. Als Individuen oder als Spezies. Werden all diese "Fehlprodukte" ins Gesamtbild einbezogen, dann ist das Ganze alles andere als harmonisch, sondern chaotisch, überhaupt nicht aufeinander abgestimmt.
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19.08.2009, 12:20Inaktiver User
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19.08.2009, 12:26Inaktiver User



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