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    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Habe mir gerade die ersten Seiten dieses Themas noch mal durchgelesen...

    Es erstaunt mich dass man mit grosser Sicherheit davon ausgeht,dass das
    Leben nur lebenswert ist wenn man unversehrt ist,zumindest nicht so krank
    dass man viel Schmerzen hat,dass man bei Bewusstsein ist,etc.

    Eine unheilbare Krankheit wird sich nicht zugestanden...das darf nicht sein.
    Genau wie für viele behinderte Kinder nicht zur Welt kommen sollen...der
    Ansatz ist derselbe.

    Woher kommt diese Sicherheit?Unser rationelles Denken?

    Wir wissen doch nicht was in jemandem vorgeht der im Koma liegt...woher auch?

    Diese Denkweise reduziert das Leben...wenn nicht mehr alles so ist wie es
    perfekterweise funktionieren sollte...dann weg damit...die Denkweise finde
    ich nicht schön...wir sind Menschen...

    Gr

    Seven
    Ich bin ein Capulcu

  2. Inaktiver User

    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Ich denke, dass jeder seine eigene Sicht hat, seine eigenen Vorstellung darüber hat, ab wann er sein Leben als "nicht mehr lebenswert ansieht".

    Darf und kann ein Außenstehender darüber urteilen?

    Manche kommen mit Schmerzen zurecht, andere zerbrechen daran.
    Einige können sich ein Leben in einem Pflegeheim vorstellen, andere nicht.

    Du hast schon recht mit deiner Aussage, dass viele meinen ein Leben als Behinderter, wäre kein richtiges Leben und dies als Argument nehmen, ihr behindertes Baby abzutreiben.

    Im Grunde muß aber jeder für sich selbst ausmachen, wem er Rechenschaftspflichtig ist. Einmal sich selbst und ein anderes mal seinem Schöpfer gegenüber.

    Ich habe mich damals für mein mit großer Sicherheit behindertes Kind entschieden, wenn es denn auf die Welt gekommen wäre.
    Doch im 5. Schwangerschaftsmonat ist es dann von selbst gestorben.
    Ich hatte mich mit Röteln angesteckt und das Baby leider auch. Trotz Immunglobuline, die der Arzt mir gespritzt hatte, konnte das Kleine nicht gerettet werden...

    Ich hätte es niemals mit meinem Gewissen vereinbaren können, mein wehrloses behindertes Kind zu töten.
    Wäre es so zur Welt gekommen, hätte es auch niemand "einschläfern" können. Denn das wäre juristisch gesehen ein Mord.

    Noch mal zum Koma. Ist es nicht vernünftiger und liebevoller, wenn jemand im gesunden Zustand seinen Angehörigen in schriftlicher Form seinen letzten Willen zukommen läßt?
    Dann müssen sich diese später keine Vorwürfe machen. Sie wissen, was der Angehörige, der im Koma liegt, will.

    Und richtig. Wissen wir, was der Komapatient fühlt, merkt, hört, riecht? Und wenn keine Aussicht auf Besserung ist und nur Apperate und künstliche Ernährung diesen Menschen am Leben erhält?

    Er kann nicht sagen, wo es ihm schmerzt. Er kann niemandem seine Wünsche sagen. Er nimmt vielleicht an der Umwelt teil, wie in einem Vakuumbehälter. Oder auch nicht.
    Er wartet und wartet. Bis er tot ist.

    Für mich; und ich spreche hier nur für mich, wäre das kein Leben.
    Ich würde dann lieber der Natur freien Lauf lassen und einschlafen, um dann später in Gottes neuer Welt wieder aufzuwachen.

    Ich respektiere aber auch die Ansichten derer, die sich dieses Leben vorstellen können und vielleicht darauf warten, dass die Medizin irgendwann so weit sein wird, um zu helfen.

    Jeder muß das mit sich selbst (und mit Gott) ausmachen...

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    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Zitat Zitat von Seven Beitrag anzeigen

    Eine unheilbare Krankheit wird sich nicht zugestanden...das darf nicht sein.
    Genau wie für viele behinderte Kinder nicht zur Welt kommen sollen...der
    Ansatz ist derselbe.
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    Diese Denkweise reduziert das Leben...wenn nicht mehr alles so ist wie es
    perfekterweise funktionieren sollte...dann weg damit...die Denkweise finde
    ich nicht schön...wir sind Menschen...

    Gr

    Seven
    Hallo 7,

    ich hab vorsichtshalber auch nochmals mein Eingangsposting gelesen.

    Im Ansatz ging es mir darum, hier eine Diskussion um die Selbstbestimmung unseres Lebens und vor allem unseres Todes anzustoßen.
    Anlass war meine Angst vor der Möglichkeit, als wacher Geist in einem zerstörten Körper vegetieren zu müssen.

    Dieser Gedanke hat absolut nichts mit der Frage nach dem Recht auf Leben von behinderten Kindern zu tun.
    Dezent ausgedrückt: böswilliger Unfug, überhaupt einen solchen Zusammenhang herzustellen (jedenfalls was mein Eingangsposting angeht) eine Unterstellung die ich nicht widerspruchslos lassen konnte....

    Die Frage, wie viel unser Leben wohl "wert" ist, ist dagegen ein netter Denkansatz ... hat Leben einen Wert über den Wert hinaus, den jedes menschliche Individuum sich selbst so gerne gibt? Die Bedeutungslosigkeit scheint wenig beliebt zu sein...
    Ich denke: Nein
    Der Mensch ist ein Zufallsprodukt (nur leider umweltunverträglicher als der Rest), dessen Wert nach seinem Tod ausschließlich auf der Skala der Erinnerung messbar bleibt.... ein Staubkorn im Getriebe ...

    Du erhebst mit dem Satz "wir sind Menschen" den Menschen. Womit hat Mensch das verdient? Weshalb muss Mensch ein ihm nicht (mehr) lebenswertes Leben bis zur bitteren Neige ertragen MÜSSEN?

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    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Ein extrem schwieriges Thema, bei dem ich selbst nicht sagen kann, was ich für richtig halte.

    Einerseits finde ich, jeder sollte bei gesundem Verstand für sich selbst entscheiden können, ob er diesen Schritt gehen möchte, z.B. bei sehr schwerer Krankheit.

    Meine Großmutter ist erst vor wenigen Wochen nach langer Krankheit und schwerer Demenz im gesegneten Alter von 100 Jahren verstorben. Ich gönne Ihr die Ruhe! weil ich weiß, dass die letzten Jahre und Monate eine Qual für sie waren, da sie zuletzt fest gelegen hat, wund gelegen war (wer so etwas schon einmal gesehen hat, weiß wovon ich rede) und kaum noch in der Lage war Nahrung und Flüssigkeit aufzunehmen. Auch für meine Eltern war diese Zeit enorm anstrengend und zermürbend, sie haben sie bis zum Schluss zu Hause gepflegt.

    Trotzdem hätte ich nicht gewusst, wann der Zeitpunkt gekommen gewesen wäre, zu sagen, so , jetzt helfe ich meiner Großmutter zu sterben ... wer soll so etwas entscheiden?

    Ich bin sehr froh, dass sie zu Hause einschlafen konnte. Der Arzt meinte, es hätte auch noch soweit kommen können, dass wir sie ins Krankenhaus hätten bringen müssen und künstlich ernähren müssen. Wer soll dann entscheiden, ob man sowas macht oder nicht? Künstlich ernähren lassen und die Qualen verlängern oder verhungern lassen?

    Es ist schwierig und ich hab keine Ahnung, was richtig oder falsch ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Eine Patientenverfügung hilft den Angehörigen und den Ärzten den letzten Willen eines Menschen zu berücksichtigen.
    Patientenverfügung - Ärzte müssen Patientenwillen beachten - Meldung - Stiftung Warentest - test.de

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    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Es ist in der Tat ein schwieriges Thema.

    Ich möchte nichts unterstellen oder vorwerfen,Blickwinkel.

    Wer bin ich das zu tun?

    Ich wollte nur meine Sichtweise darlegen.
    Ich denke es hat was mit Glauben zu tun,der bei jedem individuell ist.

    Ich glaube nicht an Zufaelligkeiten.
    Ich glaube dass es vorbestimmt ist wann und weshalb wir zur Welt
    kommen.
    Insofern glaube ich auch dass alles was wir in einem Leben erleben
    bestimmte Bedeutungen hat.
    Also z.B.eine schlimme Krankheit kein böser Zufall ist.
    Genausowenig wie eine angeborene Behinderung.
    Warum siehst Du da keinen Zusammenhang?

    Und-was bitte ist für Dich der Wert eines Menschen?

    Ich sehe es nicht als Selbstbestimmung wenn ich zu
    Lebzeiten jemanden beauftrage mich sterben zu
    lassen,wie auch immer,wenn es mir nicht mehr gut geht.

    Selbstbestimmung waere es doch allerhöchstens wenn
    man sich alleine richtet,ohne andere dabei ins Spiel zu
    bringen.

    Ich jedenfalls möchte sowas von niemandem verlangen
    oder auch nur wünschen....der Umstand dass man verheiratet
    ist bedeutet doch nicht dass man alles alles vom Partner
    verlangen kann...am besten soll er auch noch meine Lage
    abschaetzen...wenn ich mich nicht mehr ausdrücken kann...

    Diese Gedanken machen mir mehr Unwohlsein als der Gedanke
    an einer schweren Krankheit zu erkranken...

    LG

    Seven
    Ich bin ein Capulcu

  7. Moderation

    User Info Menu

    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Hallo Seven,

    aber auch das kannst du deinem Partner ja vorher sagen (ich nehme an, er weiß es auch) und kannst auch das in einer Patientenverfügung niederschreiben.

    Patientenverfügungen sind ja gerade dafür da, dass es Sinne des Patienten gehandelt wird, wenn er sich nicht mehr äußern kann.

    Und was jeder einzelne für sich selbst will ist eben sehr unterschiedlich und ich finde es gut mit seinen nächsten Angehörigen frühzeitig darüber zu sprechen, was man will und was man nicht will, damit sie eben nicht in das Dilemma kommen eine eigenen Entscheidung an die Stelle der Meinung des Patienten zu stellen und unsicher zu sein, was hätte der Mensch gewollt.

    Und selbstverständlich kann sich dieser Wille im Laufe des Lebens immer wieder ändern und deswegen solle man auch immer wieder mal darüber sprechen und seine Patientenverfügung erneuern bzw. erneut unterschreiben.

    Und ja, ich will auch nicht, dass ein andere über mein Leben oder meinen Tod entscheidet, aber ich möchte, dass meine Entscheidung respektiert und gegebenenfalls umgesetzt wird.

    Liebe Grüße

    promethea

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    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Hi,

    nach meinem Glauben ist es einfach so dass
    mir das Leben gegeben wurde,und es mir auch
    wieder genommen wird.

    Wann und wie das geschehen wird,das weiss
    keiner.Es kann durch einen Unfall sein,eine
    Krankheit,etwas anderes...für mich ist das nicht wichtig.

    Ich weiss wie es auch kommt und überhaupt-was im
    Leben kommt-es ist genau richtig so-und kein böser
    Zufall.

    Sprich,meine Sicht der Dinge ist die;wenn ich krank werde
    versuche ich nach bestem Vermögen diesen Zustand zu
    aendern...ich halte nichts von einer Beendigung eines
    Krankheitszustandes durch Töten.Das waere für mich ein
    komplettes Versagen im Lösen einer Aufgabe.

    Wohl gemerkt;ich spreche für mich.

    Seven
    Ich bin ein Capulcu

  9. Inaktiver User

    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    was ist mit denen, die sich einfach ihr leben selber beenden??

    unser früherer nachbarsjunge - im studium, strebsam - hatte einen schweren unfall - fast hirntod - koma - man hat ihn wiedergeholt.

    er konnte sich sein studium in die "haare schmieren" seine beweglichkeit war eingeschränkt.
    nach drei vergeblichen suizidversuchen gelang im der vierte.
    er hat den eltern wohl einen langen brief hinterlassen - der hat erst gar keinen danach gefragt ob er darf oder nicht - er wollte nicht mehr!!
    wer will das verurteilen?? wer kann sich denn da reindenken?
    wenn z. b. jemand in depression ist, dann könnte er sich so entscheiden - für mich völlig o.k.
    auf einem anderen blatt stehen die, die zurückbleiben mit ihrem schmerz.

    patientenverfügung??? wer denkt schon beizeiten an diesen worstcase?
    mein onkel hat meiner tante, die an krebs unheilbar erkrankt war, einfach die schläuche demontiert und ist bei ihr geblieben, bis es vorbei war. das ist jetzt fast vierzig jahre her - und hat in der familie für viel gesprächsstoff gesorgt.
    rechtliche konsequenzen hatte es für ihn keine - zum glück.
    ich gestehe jedem das recht zu, zu wissen, wann es nicht mehr geht.
    ich gestehe aber keinem das recht zu, dabei andere menschen als augenzeugen in kauf zu nehmen, zu traumatisieren oder gar mitzunehmen (geisterfahrer oder vordenzugwerfer).

  10. Inaktiver User

    AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod

    Geändert von Inaktiver User (05.08.2010 um 00:37 Uhr) Grund: Blasen, nicht der Rede wert

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