Jetzt musste ich schmunzeln. Der Satz entbehrt nicht einer gewissen Komik: "Viele ältere Menschen wollen so lange Zuhause leben wie es ihnen möglich ist" - ja, wo denn sonst ?? Sollen sie fröhlich und freiwillig ins Heim gehen, wo ihnen um halb fünf das Abendessen vorgesetzt wird, wo sie sich abends im Fernsehzimmer, dem Mehrheitswillen beugend, "Mutantenstadl" oder Rosamunde Pilcher antun dürfen und die meisten Dinge einschließlich geliebter Haustiere zurücklassen müssen ? Wer sollte freiwillig so etwas wollen ?
Ich jedenfalls nicht. Und ich könnte auch nicht alt werden ohne diese Sicherheit, eine letzte Trumpfkarte im Ärmel zu haben und das Thema Pflegeheim oder überhaupt Siechtum umgehen zu können, wenn ich es will....
Antworten
Ergebnis 141 bis 150 von 207
-
07.05.2010, 15:35Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
-
07.05.2010, 15:47
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Nun,da wir uns unsere Eltern ja selber aussuchen...beschliessen wir also auf die Welt zu kommen.Werden wir abgetrieben ist es eine Ent-
scheidung gegen die Karnation.Meinst Du nicht?
Wohlgemerkt ich bin gegen Abtreibungen,aus welchen Grund auch immer sie geschehen soll...ich beschaeftige mich u.a.mit Familienaufstellen und da wird noch deutlicher dass nichts verloren geht und niemand "weg"ist auch wenn er abgetrieben worden ist.Ich bin ein Capulcu
-
07.05.2010, 16:17Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Man kann ja argumentieren, dass es ebenfalls Karma ist, dass man abgetrieben worden ist. Das stimmt wohl so auch. Wobei sich die Eltern aber auch wieder Karma machen.
wie lange dauert es denn, bis man wieder die passenden Umstände für seinen Lebensplan hat? Mein Lebensplan z.B. wäre nicht zu verwirklichen gewesen, wäre ich z.b. 1930 geboren worden.
Und dann müssen die Lebenspläne unserer Mitmenschen ja auch ganz genau angeglichen werden. Ich habe z.B. meinen Mann oft gefragt, wieso ich ihn nicht schon früher habe kennen lernen können als erst mit 41. Er hat mir neulich gesagt, dass er schlicht und einfach keine Beziehung wollte vor ca. 38/39.
Also unter Umständen muss dann eine Seele Jahrhunderte warten, bis die Umstände wieder so sind, dass sie diesen Lebensplan verwirklichen kann, der ja abgebrochen worden war.
Familienaufstellen? Meine Mutter kennt eine Frau, die dies hervorragend macht. Mein Bruder war immer hasserfüllt gegenüber mir, hat mich zutiefst verachtet. Einmal Familienaufstellen und nun ist der Tonfall meines Bruders mir gegenüber ganz anders, fast ins andere Extrem gekippt, ein wenig unterwürfig. Du magst nicht mehr darüber erzählen, z.B. per PIN?
-
07.05.2010, 16:28
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf ?
Es ist nämlich so, dass noch vor ca. 20-30 Jahren Leute ins "Altenheim" gegangen sind, die soeben in Rente gekommen sind.
Das heisst sie waren wirklich rüstig, machten stundenlange Wanderungen usw.
Es gibt Bildervergleiche zwischen den Insassen früher und heute.
Früher standen sie in Gruppen mit Wanderstock vor dem Altenheim und heute hängen (!) sie in Rollstühlen herum, können nicht mehr selbst essen und laufen schon gar nicht.
Das mit den Haustieren stimmt nicht mehr, mein Vater hätte sein Haustier mitnehmen können.
-
07.05.2010, 16:32
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
-
07.05.2010, 16:36
-
07.05.2010, 16:58Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Ich verstehe ja wirklich (aus eigener Erfahrung), wie es sich anfühlt, wenn man sich im eigenen Körper nicht mehr wohlfühlt und diesen am liebsten verlassen würde.
Dennoch: für viele mag der körperliche Abbau im Alter die erste wirklich grössere Herausforderung sein. Ganz viele waren gesund bis auf ein paar kleine Sachen. Und dann wollen sie gehen, damit sie ja nichts mehr erdulden müssen? Ich habe echt meine liebe Mühe mit Leuten, denen immer alles superglatt lief (ja, ich kenne Leute, die waren nie arbeitslos, nie in finanzieller Not, hatten nie eine Trennung oder Scheidung, Wunschkinder haben sich sofort eingestellt, sie waren nie wirklich krank) und die bei der ersten grösseren Herausforderung gleich den Schwanz einziehen.
In einer Zeitschrift wurden vor einigen Monaten Mitglieder von Exit porträtiert, ich glaube, beide leben mittlerweile nicht mehr. Die eine Frau hatte starke Schmerzen nach mehrern Operationen am Rücken und ich konnte sie noch verstehen.
Dann war aber ein älterer Mann, der gesagt hat, dass er immer alles selber machen konnte und dass er einfach keine Lust hätte, dass man ihn bald betreuen müsse.
Wenn es nur nicht eines Tages ein Druck gibt, dass man sich gefälligst das Leben zu nehmen hat, wenn man der Leistungsgesellschaft nicht mehr entspricht.
-
07.05.2010, 17:00
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Das sehe ich nicht als einen abgebrochenen Lebensplan.In der Unendlichkeit des perfekten Lebens gibt es das sicher nicht...
Ich würde mich gerne hier austauschen...vielleicht gibt es ja noch ein paar Leute die das Thema interessiert.?
Die passenden Umstaende sind immer gegeben...auch wenn es uns nicht immer so erscheinen mag...
LGIch bin ein Capulcu
-
07.05.2010, 17:46
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Phoebe09, das glaube ich nicht.
Pflegebedürftige Menschen verschaffen einer riesigen Menge Menschen Lohn und Brot.
Es geht ja nicht nur um Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten etc.
Da ist ja auch noch die Pharmaindustrie und der große Markt der Hilfsmittel. Angefangen von Rollstuhl, Pflegebett, Dekubitusmatratze, Gehilfe, Lifter und vieles mehr.
Wenn der Pflegebedürftige dies alles finanziell nicht mehr alleine stemmen kann, zahlt die Solidargemeinschaft. In diesem Markt werden große Gewinne erzielt, darum ist für die Wirtschaft ein Pflegefall ein Gewinnfall.
Wir sollten nur darauf achten, dass der Aufwand für den Kranken nicht zu sehr minimiert und der Gewinn maximiert wird.
Phoebe, ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Lebensfreude.Ich verstehe ja wirklich (aus eigener Erfahrung), wie es sich anfühlt, wenn man sich im eigenen Körper nicht mehr wohlfühlt und diesen am liebsten verlassen würde.Gruß dingsda
Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.
-
07.05.2010, 17:52Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Bez. Lebensplan: bei uns in der Nähe gibt es eine national bekannte Parapegikerklinik. Dort arbeitet ein Arzt, der selber im Rollstuhl sitzt und kürzlich ein Interview gegeben hat. Er hat wirklichi gesagt, dass er immer gespürt hätte, dass er dereinst auch im Rollstuhl sitzen würde. Er hatte dann einen Unfall, bei dem die meisten anderen lachend wieder aufstehen würden.
Übrigens habe ich soeben einen Termin vereinbart bei der Familienaufstellerin, die ich über meine Mutter kenne. Mal sehen...



Zitieren
