Hallo Eve,
OT: deinen Mann würde ich an deiner Stelle schnellstens in die Wüste schicken und ein besseres Leben alleine führen.
Hinsichtlich der Patientenverfügung: Hast du einen Hausarzt deines Vertrauens ? Gerne jünger als du. ;-)
Ich habe - überwiegend bei älteren Menschen - schon häufig den Rat gegeben, dass der Hausarzt die Patientenverfügung mit unterschreibt zum Nachweis, dass über diese Thema eben mit einem Mediziner gesprochen wurde und derjenige dabei auch geistig gesund war. Und ein Hausarzt könnte zumindest einen dokumentierten Willen nochmal bestätigen.
Außerdem kann man beim Hausarzt dann auch eine Kopie der Patientenverfügung und einer eventuellen Betreuungsvollmacht hinterlegen. Und vielleicht auch einen entsprechenden Hinweis in der Brieftasche mit sich führen, dass es ein solches Dokument gibt und wer Zugriff darauf hat.
Liebe Grüße
promethea
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 207
-
25.06.2009, 17:54
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
-
26.06.2009, 11:03
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Das neue Gesetz über die Patientenverfügung ist ja verabschiedet worden, es bringt endlich Rechtssicherheit und bindet auch die behandelnden Ärzte.
Aber: Nach dem Beschluss können Volljährige in einer schriftlichen Verfügung im Voraus festlegen, ob und wie sie später behandelt werden wollen, wenn sie am Krankenbett ihren Willen nicht mehr selbst äußern können. Betreuer oder Bevollmächtigte müssen gegenüber den Ärzten dafür sorgen, die Verfügung durchzusetzen. Voraussetzung ist aber, dass die Erklärung auch die tatsächliche Behandlungssituation überhaupt erfasst. Dazu müssen die Patientenverfügungen möglichst konkret gefasst sein.
Und genau hier wird die Krux liegen. Wir haben hier in diesem Strang alle möglichen Vorstellungen, aus welchen Grunde man nicht mehr weiterleben möchte, gelesen. Eine wirklich umfassende Patientenverfügung müsste jetzt alle möglichen Krankheitsbilder und Situationen erfassen. In den alten Patientenverfügungen steht doch eigentlich nur drin, dass man keine lebensverlängerte Behandlung - insbesondere durch Apperatemedizin - erhalten möchte, wenn der Tod absehbar ist.
Das wird noch viele Gerichte beschäftigen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
27.06.2009, 10:43
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
-
27.06.2009, 12:15Inaktiver User
-
07.03.2010, 13:32
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Die augenblickliche Debatte über Formen der Arbeitsfreistellung für Pflegezeit führte mich zu dieser guten Diskussion.
Ich sehe bei den derzeitigen Anforderungen an Arbeitsverhalten und Mobilität sowie aus den sich daraus ergebenden Familienverhältnissen doch die Notwendigkeit der Pflege in Heimen. Es gibt auch immer mehr Menschen, denen Angehörige zum Beispiel im Fall einer erforderlichen Altenpflege nicht helfen können, weil es diese Angehörigen garnicht gibt.
Müssten wir nicht darüber sprechen, ob und wie Menschen in geeigneten Infrastrukturen (z.B. Hospize) so gepflegt werden, dass für sie das Leben noch lebenswert bleibt? Wie können wir gegen Selbsttötung sein (hier gibt es für alte Menschen durchaus Möglichkeiten, ihr Sterben zu beschleunigen; und manchnes Austrocknen wird stillschweigend geduldet), wenn wir es nicht schaffen, alten Menschen einen lebenswerten Abend im Heim zu ermöglichen?
Die Pflege zuhause ist nur deswegen "billig", weil hier Angehörige eigene Leistungen erbringen. Wunderbar, wenn so eine Pflege möglich ist, ohne dass danach die Pflegenden selbst früher zu Pflegefällen werden und sich selbst keine menschenwürdige Pflege leisten können. Aber heute gibt es solche Möglichkeiten nur selten.
Von den zur Altenpflege erforderlichen Einrichtungen her wäre aber ein Pflegeheim prinzipiell nicht schlecht. Nur, respektieren wir in Deutschland die Arbeit des Pflegepersonals ausreichend. Beschweren wir uns über Leistungen von unterbezahlten und zeitlich überforderten Menschen ohne auch an Ihre Belastung zu denken.
Das Grundproblem ist doch wohl, dass wir nicht bereit sind, teure Infrastrukturen zu bezahlen, bei denen wir nicht sicher sind, dass sie uns später auch selbst helfen werden. Wir haben kein Vertrauen mehr. Und wozu auch? Es herscht doch Eigenverantwortung. Was aber hilft Eigenverantwortung, wenn dazu auch unsere Kultur der eigenverantwortlichen Durchsetzung von Ansprüchen gehört? Das können viele Pflegefälle doch oft garnicht mehr leisten. Selbst bei geistiger Klarheit im Alter haben Viele nicht mehr die Kraft, Rechte wahrzunehmen, die immer mehr zu "Holschulden" werden. Schlimmstenfalls haben sie es mit Leistungspflichtigen zu tun, die auch eine 'biologische Lösung" des Falls warten können.
Ich bin also ziemlich pessimistisch, was zum Beispiel die Zukunft des im meiner Ehe länger Lebenden anbetrifft. Wird sich eine Wahl zwischen Lebendeinlagerung und bewusster Afgabe des Lebens stellen?
Die Zukunft ist aber nicht völlig auswegslos: Ein Schlüssel für viele Probleme der heutigen Zeit ist Hinsehen. Unsere Sozialsysteme werden ja nicht grundlos immer komplizierter, sondern ihre Komplexität ermöglicht strukturelle Verantwortungslosigkeit. (Dahinter steckt übrigens weniger Bosheit, sondern die zunehmende mentale Überforderung und Erschöpfung der Menschen in modernen Gesellschaften.)
"Das ganze Leben ist Leben lernen, und, was noch stärker verwundert , das ganze Leben ist Sterben lernen." Lucius Annaeus Seneca weist ein Weg, wie ich diesen Schlüssel ergreife: Sterben lernen beim Sterben der Mitmenschen. Ich habe mich sehr früh einem ambulanten Hospizdienst angeschlossen, wenn auch bisher nur als zahlendes Mitglied. Alleine das aufmerksame Hinsehen dieser Leute hilft schon sehr viel. Eigentlich ist es das ein geradezu subversiver Akt. Wer dem Wunsch zur Selbsttötung etwas entgegenstellen will, muss zu beharrlicher Aufmerksamkeit bereit sein.
Wenn meine Vorbereitungen funktionieren, dann werde ich mit diesem Beitrag das Thema "Selbsttötung" verfehlt haben. Aber wenn es knapp wird, hat unsere Gesellschaft ja schon in der Vergangenheit wichtige "Werte" aufgegeben. Vielleicht wird es also in 20 oder 30 Jahren (dann wird's wohl ernst für mich und meine Frau) ja auch einen pragmatischen Service zur Unterstützung der Selbsttötung nicht mehr gebrauchter Senioren geben.
-
08.03.2010, 11:00Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
@soylentgreen (sehr passend, der nick
), ich kann Deine Gedankengänge nachvollziehen, sie sind mir aber letztendlich zu moralisierend. Ich habe mich, ganz privat und stillschweigend, lange mit dem Thema Suizid auseinandergesetzt und bin zu dem Schluß gekommen, dass eine sehr große und daher auch kostbare Freiheit - eine individuelle wohlgemerkt - darin liegt, sein Leben dann zu beenden, wenn man es selbst für richtig hält. Gegen einen staatlich sanktionierten "Service zur Unterstützung der Selbsttötung nicht mehr gebrauchter Senioren", wie Du es genannt hast, hätte ich auch Bedenken. Ich möchte mich auf keinen Staat und keine gesetzlichen Rechte berufen (müssen), sollte ich einmal den Freitod wählen. Es wäre eine private und persönliche Entscheidung, in die ich mir sowieso nicht dreinreden lasse.
In den Pflegeheimen wird sich trotz allen Hinsehens nicht viel ändern, fürchte ich. Das muss man realistisch sehen. Es wird immer mehr kranke und/oder demente Alte geben, aber nicht mehr Geld. Oder anders ausgedrückt: wie gut das Pflegeheim ist, in dem ich später lebe, wird immer von meinen privaten finanziellen Verhältnissen abhängen.
Ich bin nicht wohlhabend, daher liegt für mich persönlich eine große Freiheit darin, aus der Farce aussteigen zu können, wenn ich es will, und bevor mir eine übermüdete Pflegerin täglich den Hintern abputzen oder den Dekubitus säubern muss und dafür vielleicht gerade exakt zwei Minuten im Pflegeplan vorgesehen sind, bevor es zur nächsten Bettlägerigen geht. Eine Horrorvorstellung. Gesehen, gelesen und gehört habe ich genug davon. Warum sollte sich etwas daran ändern, und wer soll das bezahlen ?Geändert von Inaktiver User (08.03.2010 um 11:08 Uhr)
-
04.05.2010, 20:30Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Hallo
Als seit dem 19. Lebensjahr zwar lebenfrische, aber auch dauersuizidale (nur auf den ersten Blick ein Widerspruch) Frau möchte ich mich auch zu Wort melden.
Wie gesagt, schon sehr lange denke ich an Suizid. Ich glaube, das steckt mir einfach in den Genen und in jeder Zelle.
Gleichwohl kämpfe ich dagegen an, mal brauche ich dafür mehr Kraft, mal weniger.
Mittlerweile ist Suizid für mich einfach eine Möglichkeit, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Ich hoffe jedoch, dass es niemals dazu kommt. Nicht weil ich das Leben soo kostbar finde, sondern weil es meine tiefste Überzeugung ist, dass wir hier eine Aufgabe zu bewältigen und als Sieger aus allen Schwierigkeiten hervorgehen sollen. Ich hoffe wirklich, dass ich noch lange die Kraft habe, nicht einfach vor meinen Schwierigkeiten, was immer diese auch sein mögen, davon zu laufen.
Phoebe
-
06.05.2010, 11:58
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Der Mensch hat überhaupt kein Recht sein Leben zu beenden, wenn er es für richtig hält.
Wir haben uns dieses Leben nicht gegeben. Es wurde uns geschenkt von Gott und er wird es auch beenden. Das Leben ist nicht unser Eigentum.
Gott hat alles getan, um uns aus Sünde und Schande zu erlösen. Er gab seinen Sohn für uns hin, damit wir gerettet werden und das ewige Leben bei Gott haben.
Dazu müssen wir nur an Jesus glauben und uns ihm hingeben und ihm nachfolgen.
Jesus möchte uns gern seinen Sieg schenken in allen Schwierigkeiten und Nöten, die uns unterwegs begegnen. Er rät uns "Betet ohne Unterlaß". So können wir ihm alle Not klagen und um Hilfe und Sieg bitten.
Sind wir Jesu Eigentum, so nehmen wir doch den Kampf des Glaubens auf uns und folgen ihm nach betend und kämpfend. Jesus tritt für uns beim Vater ein und bittet ihn, daß wir dasein sollen, wo er (Jesus) ist.(Joh.14,24).
Selbstmord ist keine Lösung und für Jünger Jesu schon gar nicht. Wer weiß, wie die Selbstmörder Gott begegnen? Das ist doch nur ein Schachzug des Teufels um Menschen zu verderben, denn er ist ein Mörder von Anfang an.
-
06.05.2010, 13:28Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
Hallo Mico
Hier bin ich durchaus deiner Meinung. Das Recht zu entscheiden, wann wir sterben, haben wir nicht. Für mich stellt es sich aber wieder anders dar: ds, dem ich mich heute entziehen möchte (keiner bringt sich ja um, wenn alles nur rund läuft), dient einem wichtigen Lernprozess und wenn ich mich dieses Mal weigere, kommt es nächstes Mal umso heftiger.
Dem Slogan "selbstbestimmtes Sterben" kann ich nichts abgewinnen.
Trotzdem habe ich diese doofen Suizidgedanken. Ich kann nichts weiter tun, als darum beten, dass ich standhaft bleibe. Ich bin im Moment in einer sehr schwierigen Phase, hatte eine OP und heute (4 Monate nachher) immer noch Schmerzen. Wenn ich jetzt "gehe", muss ich alles wieder durchmachen, aber beim nächsten Mal habe ich keinen so guten Mann und keine so liebe Mutter an meiner Seite.
Gut, dem letzten Absatz kannst du nicht beipflichten, den ersten zwei aber sicher schon.
-
06.05.2010, 13:54Inaktiver User
AW: Selbsttötung - das Recht auf mein Leben und meinen Tod
@mico
ich bin überzeugt davon dass gott grossherzig genug ist über selbsmord hinweg zu sehen.
übrigens bin ich der meinung dass es unser recht ist über unseren abgang alleine zu bestimmen, WIR BEKAMEN VON GOTT DEN FREIEN WILLEN.
lara, seit 20 jahren mitglied bei exit!!!


Zitieren
