Sie können entweiht und verkauft werden (gerwerblich, privat), wie es vielerorts seit Jahren geschieht. In der Regel mit Auflagen die den respektvollen Fortbestand sichern sollen.
Beipiele: restaurant/bar - wohnen - lounge - buchhandlung - fortbildung (zum fortlaufen) - kindermuseum
Kirchen sind Kulturstätten, Zeugen der Handwerkskunst, Entwicklung der Baustile und nicht zuletzt sind sie bedeutende Identitätsträger der Städte, gar Länder. Wer kennt nicht den Kölner Dom (der einem auf den Schoß fällt), die Sagrada Familia in Barcelona, Hagia Sophia in Istanbul, Petersdom in Rom,... ?!
Ich bin gespannt auf die Hintergründe, Loewenbaendigerin!![]()
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Ergebnis 21 bis 30 von 72
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18.06.2009, 22:01
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
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18.06.2009, 23:20
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
Viele Städte sind um eine Kathedrahle, Dom oder Münster entstanden. In Mönchengladbach (der Fluss Gladbach der unter dem Kloster fließt) wurde das gladbacher Münster auf den höchsten Punkt (Abteiberg)der Gegend gebaut. So ein Bau bedarf viel Handwerk, welches sich wahrscheinlich um den Bau angesiedelt hat.
Essen:Die Geschichte von Mönchengladbach begann mit dem Bau des Gladbacher Münsters und der Gründung einer Abtei im Jahre 974 durch den Kölner Erzbischof Gero und seinen Begleiter, den Trierer Mönch Sandrad. Der Bau der ersten Klosterkirche fand neben dem Ort statt, an dem 954 die Ungarn die von Balderich, einem Vornehmen des Reiches, kurz vor 800 erbaute Kirche zerstört hatten.
Die Mönche trieben eine Besiedlung voran und legten dazu im 12. Jahrhundert nördlich der Kirche einen Markt an. Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in der Folgezeit hier nieder.
Um etwa 852 begann der Bau der Stiftskirche, welche 870 fertiggestellt wurde. Um das Damenstift herum gab es bereits vor seiner Errichtung einige Gehöfte. Die Kirche wurde nach einem Großbrand 946 erheblich erweitert; auf ihren Fundamenten steht heute das Essener Münster im Zentrum der Stadt. Das erste belegbare urkundliche Datum für Essen ist 898: Zu dieser Zeit werden dem Stift vom lothringischen König Zwentibold linksrheinische Besitzungen vermacht.
Dieses Damenstift, in dem sich zur Feier der Messe Kanoniker aufhielten, war kein Kloster, sondern eine Art Wohn- und Bildungsstätte für unverheiratete Töchter und Witwen des Hochadels; geleitet wurde es von einer Äbtissin, die als einzige zum Ablegen eines Keuschheitsgelübdes verpflichtet war.
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19.06.2009, 07:03Inaktiver User
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
jedem seine meinung.
aber ich dachte immer, man könne seine auch vertreten ohne die des anderen zu beleidigen.
ich bin nicht religiös, noch nicht mal christlich getauft, aber es würde mir im traum nicht einfallen, religion pauschal als unsinn abzuqualifizieren.
und ich denke auch, dazu hat man frühestens dann das recht wenn man nur ein viertel so viel gutes getan hat, wie die kirche.
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19.06.2009, 07:26Inaktiver User
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19.06.2009, 08:45
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19.06.2009, 08:55Inaktiver User
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
joerd, wie gesagt, ich bin nicht religiös. aber ich finde es doch immer sehr erstaunlich, wenn auf die kirche eingedroschen werden muss. kirchen haben viel schlimmes getan - aber irgendwie finde ich inquisition und kreuzzüge langsam ein wenig zu lange her um sie ihr immer wieder aufs butterbrot zu schmieren. nur so als vergleich: bei der linken / pds kommt immer wieder das argument, man könne sie für die verbrechen der SED nicht mehr verantworltich machen, das seien schließlich neue menschen. wir sprechen da von zwanzig jahren. wenn es für zwanzig jahre gilt, dann für ein paar jahrhunderte sicherlich auch.
tatsache bleibt, dass die kirche mit suppenküchen, entwicklungshilfe etc. sehr viel gutes tut. und das sie für viele menschen hier eine wichtige angelegenheit ist und halt gibt in schlimmen situation.
gläubig oder nicht, ich finde, dass kann man zur kenntnis nehmen und achten.
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19.06.2009, 08:55
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
Ein echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen. Anais Nin
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19.06.2009, 09:41
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
Es gint immer wieder Bemühungen von Gemeinden ihre Gottesdienstangebote attraktiver zu gestalten.
Ich erinnere mich an die kleinen Kreiskirchentage, die früher hier in Westfalen an einem Wochenende an einem wunderschönen Platz außerhalb der Stadt durchgeführt wurden, sozusagen als Campinggottesdienst. Ganze Kirchengemeinden sind zu Fuß von ihrer Kirche bis zu diesem Platz gelaufen, meist begleitet mit einem Posaunenchor. Die Jugendlichen haben in Zelten übernachtet. Man bemühte sich um bekannte Prediger.
Das ist aber Anfang der 90er eingeschlafen, es gibt soetwas nur noch in winzigen Ausführungen.
Ich erinnere mich an die Jazzgottesdienste, an die Kulturaufführungen in alten Stadtkirchen und an die Zeltmissionen, die vor allem auf den Schützenplätzen stattfanden. Pfarrer Wilhelm Busch (nicht der Schriftsteller) aus Elberfeld war einer der bekannten Vertreter dieser Form von Evangelisation. Dieser Bereich ist aber längst von evangelikalen Gruppen übernommen worden - und sie haben nichts mehr mit den Amtskirchen zu tun.
Ich denke, dass unsere Zeit den persönlichen Glauben zu etwas sehr privaten gemacht hat, was ich sehr gut finde. Es bedarf nicht mehr der großen medienwirksamen Glaubensveranstaltungen, ausgenommen vielleicht die Kirchentage, die aber von den Laien innerhalb der Amtskirchen organisiert werden und im wesentlichen ja die Laienarbeit in den Kirchen präsentieren.
Anläßlich des letzten Kirchentages in Bremen gab es ein langes Interview in der ARD mit der evangelischen Bischöfin der Landeskirche Hannover Margot Käßmann. Sie sagte in dem Interview, dass jeden Sonntag etwa 7 Millionen Menschen einen Gottesdienst besuchen und verglich das mit den 700.000 Menschen die jedes Wochenende zu Fußballbundesliga strömen, und da stünden ja die beiden Volkskirchen statistisch nicht so schlecht da.
Mediterranee hat es angedeutet, Kirchengebäude strahlen etwas beruhigendes aus, wer sie zu einem Gottesdienst oder nur als Besucher betritt, entflieht für die Zeit dem ganz normalem täglichen Stress. Wer mehr oder weniger zufällig im Ausland in einen katholischen Gottesdienst gerät, kennt den Ablauf des Rituals ohne die Landessprache beherrschen zu müssen. Da erlebt man etwas Vertrautes.
Alle anderen Gottesdienste, die in Zelten, Fußballstadien oder Stadthallen stattfinden, haben etwas Reißerisches und sind auf einen begnadeten, charismatischen Prediger angewiesen und auf eine perfekte Organisation der Show - mich stößt soetwas eher ab.Geändert von Opelius (19.06.2009 um 09:44 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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19.06.2009, 09:53
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
Zitat von Opelius:
"Ich denke, dass unsere Zeit den persönlichen Glauben zu etwas sehr privaten gemacht hat, was ich sehr gut finde. Es bedarf nicht mehr der großen medienwirksamen Glaubensveranstaltungen, ausgenommen vielleicht die Kirchentage, die aber von den Laien innerhalb der Amtskirchen organisiert werden und im wesentlichen ja die Laienarbeit in den Kirchen präsentieren."
Ein guter Punkt, Opelius und sehr viel schöner formuliert als ich in einer anderen Antwort, dass nämlich de Zeit der "Volkskirche" vorbei ist. Dies hat sicher eine ganze Menge Gründe - im Ergebnis ist es einfach so. Damit braucht man, insbesondere auf dem Land, viele Kirchen einfach nicht mehr als Raum für Gottesdienste. In diesen Fällen ist eine angemessene Umwidmung sicher ein guter Weg.
Zitat Opelius/Mediteranee:
Mediterranee hat es angedeutet, Kirchengebäude strahlen etwas beruhigendes aus, wer sie zu einem Gottesdienst oder nur als Besucher betritt, entflieht für die Zeit dem ganz normalem täglichen Stress. Wer mehr oder weniger zufällig im Ausland in einen katholischen Gottesdienst gerät, kennt den Ablauf des Rituals ohne die Landessprache beherrschen zu müssen. Da erlebt man etwas Vertrautes.
So empfinde ich es dann auch immer. Und es tut mir gut, dann in einem Kirchengebäude zu sein und nicht in einem völlig neutralen Raum.Ein echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen. Anais Nin
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19.06.2009, 09:57Inaktiver User
AW: Brauchen wir noch unsere Kirchen?
ps, wintersonne .... zitieren kannst du indem du direkt auf 'zitieren' unterhalb des beitrag klickst oder indem du oberhalb des antwort-feldes auf das symbol zweite reihe ganz rechts klickst.
[ QUOTE ] [ /QUOTE ] dann kommt das da, nur ohne leerzeichen
sieht dann also so:aus.dann kommt das da, nur ohne leerzeichen

willkommen hier!



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