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Thema: Was suchen wir wirklich?
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20.05.2009, 19:59Inaktiver User
AW: Was suchen wir wirklich?
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20.05.2009, 20:04Inaktiver User
AW: Was suchen wir wirklich?
Diskutieren ist ein Prozess. Da will ich nicht nach dem ersten Satz schon abgeschmettert werden.
Nur weil ich nicht an das gleiche glaube ?
Weil ich antworten in Frage stelle?
Dann bitte.....
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20.05.2009, 20:11
AW: Was suchen wir wirklich?
Zunächst einmal: die Forderung nach Nächstenliebe ist kein Gebot auf das nur Christen Anspruch haben. Es ist ein jüdisches Gebot aus dem Gesetz des Moses. Dieses Gebot ist auch ein muslimisches Gebot.
Ich weiß und zumindest in jungen Jahren hatte ich damit Schwierigkeit, weil man mir beibringen wollte, dass Nächstenliebe selbstlos zu sein habe. Und das wußte ich, dass ich das nicht kann. Nächstenliebe hat aber herzlich wenig - in meinen Augen - mit Selbstlosigkeit zu tun.
Nächstenliebe war auch für Väter und Mütter der Solidarversicherungen, die vor 140 geschaffen wurden, die Grundlage. Alle zahlen nach Vermögen und der Bedürftige bekommt Hilfe.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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20.05.2009, 20:32Inaktiver User
AW: Was suchen wir wirklich?
Hallo Opelius,
Selbstlosigkeit kommt dem schon ziemlich Nahe. Ich kann es mir auf Grund meiner Erfahrungen und meiner Ansichten im Leben nicht wirklich vorstellen. Und das was mir jetzt so geantwortet wurde, sehe ich persönlich nicht wirklich als Nächstenliebe ( klingt für mich, oh sorry, nach Kirche ). Weil ich kann das alles auch ohne an Gott zu glauben. Ich möchte damit auch niemanden zu Nahe treten, es ist einfach nur meine jetzige Einstellung der Dinge und des Seins. Ich bin auch offen für Neues, sonst hätte ich das alles hier gar nicht gemacht.....
Lg
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20.05.2009, 21:04Inaktiver User
AW: Was suchen wir wirklich?
Ja die Antwort kann so einfach sein! Ich für meinen Teil halte es nicht für sinnvoll ein Thema bis ins Kleinste intellektuell zu zerpflügen. Man kann Dinge auch zerreden.....was bleibt ist dann ein hohles unbefriedigendes Gefühl. Kopf abschalten und etwas auf einer anderen Ebene zu erfahren, kann sehr viel reichhaltiger sein.
In diesem Sinne gehe ich dann mal wieder.
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20.05.2009, 21:12Inaktiver User
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20.05.2009, 22:12
AW: Was suchen wir wirklich?
Da lese ich mich durch den ganzen Strang, um mich am Ende zitiert zu finden - auch nett.
"Unterwegs" dachte ich nur an den schönen Spruch "Warum denn sachlich bleiben, wenn´s auch persönlich geht!"
Ich finde die Vernetzung zwischen alldem, was ich so gelesen und studiert habe (nein, nicht Phiosophie!) und meinem "Selbstgedachten" gar nicht so einfach. Weder zu viel Theorie noch nur "Selbstgestricktes" ohne hinführende Logik sind erbaulich, die Mischung macht´s. Meine Bitte: Wie seid ihr zu euren Ansichten gekommen? Wieso kann z.B. jemand glauben, die Bibel sei etwas anderes als ein von (vielen) Menschen geschriebenes Buch? Und wieso soll etwas, dass man nicht wahrnehmen kann, eine ebenso große Beweiskraft haben wie das, was eben wahrnehmbar ist? Wir leben doch nach der Aufklärung, oder?? Wie kann man glauben, ein Gott sieht zu bei all der Qual der missbrauchten Kinder, geschändeten Frauen, den Schmerzen der Krebskranken....und will das alles so? Das wäre ja furchtbar, wenn es einen Gott gäbe! Dann bitte bitte doch lieber keinen - oder?
In den bisherigen Beiträgen wird sehr individuell argumentiert (der Mensch ist, ich bin, du bist...). Aber wir sind eine soziale Spezies, also gegenseitig höchst reagibel. Es gibt reichlich Untersuchungen dazu, wie anders wir uns vehalten, wenn wir uns z.b. beobachtet fühlen. Und wie abhängig unser Verhalten (ja selbst Fühlen) von den Normen in unserer Bezugsgruppe ist. Kennt ihr den Versuch von Zimbardo, ich glaube als "Die Welle" verfilmt? Wir Menschen sind da im guten wie im schlechten Sinne wohl sehr flexibel. Das kennt man ja auch von sich selbst, hm? Schopenhauer hat völlig Recht, und die täglichen Nachrichten zeigen das ja auch. Aber nur zur einen Seite hin. Es gibt eben auch "Mutter Theresa" (hier nur mal als Klischee genannt). Es gbt Ärzte ohne Grenzen etc etc. Wenn wir ein Kind anlächeln oder ein Tier streicheln, geht es uns physisch messbar besser, als wenn wir meckern oder aggressiv auftreten. Aber es geht uns ja eigentlich auch besser, wenn wir nicht rauchen etc.
Anders als im Strang genannt denke ich nicht, dass wir je "fertig" werden mit unserer Identität. Wir speichern ständig neue Erfahrungen in unser Gehirn ein, und da gibt es immer neuen Stoff, den "inneren" Kopf zu schütteln. Und damit beginnt Philosophie ja bekanntlich: dem Staunen. Bitte jetzt auch hier weiter staunen: "Wie kommt jemand denn zu dieser Ansicht" (statt: Wie blöd ist der/die denn?). Es ist, was es ist. (Erich Fried)
so long, Joannaa
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21.05.2009, 06:54Inaktiver User
AW: Was suchen wir wirklich?
Schönes Post, Joanna, danke..
Wobei ich Erich Fried widersprechen würde: Es ist nicht, wie es ist. Sondern es ist, wie wir es uns machen. ("Es" kannst du übrigens mit fast jedem anderen Wort ersetzen: Ich, die Welt, die Erinnerung, die Vergangenheit, die Zukunft, Gott, Seele ... alles von uns selbst gemacht)
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21.05.2009, 08:29
AW: Was suchen wir wirklich?
Natürlich kann ein Mensch vernünftig und sozial handeln, ohne an eine Gottheit zu glauben.
Für mich sind viele religiöse Vorschriften wie im alten Testament und dem Koran nichts anderes als ein Codex, der zum Überleben eines Volkes, einer Gemeinschaft, beiträgt. Zumindest damals war es einfacher "vernünftige" und nicht die Gemeinschaft schädigende Regeln als Gottes Gebot darzustellen, um sie auch durchzusetzen.
Aber inzwischen denke ich, dass es auch für unsere Zeit gilt, nur dass für die meisten Gott nicht mehr als Autorität gilt.
Wir leben zur Zeit in dem Spannungsbogen, dass die individuelle Entscheidungsfreiheit ein sehr hohes Gut ist (unbestritten), aber wenn ein jeder von uns nur bißchen überzieht, dann haben wir es nur noch mit Egoisten zu tun. Sozialschädigendes Verhalten kann heutzutage nur dann als ein Verbrechen geahndet werden, wenn es den Kategorien des alten Strafrechts entspricht. Raffgier, die inzwischen Millionen Menschen in die Armut stürzt, gehört eindeutig nicht dazu. Es ist das Bewußtsein verloren gegangen, dass der einzelne Mensch sich einmal rechtfertigen muss für sein Handeln, für die alten Griechen waren es die Götter, für Christen und Moslems ist es der Jüngste Tag.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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21.05.2009, 09:09



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