Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 56
Thema: Feiertage nur für Christen?
-
13.05.2009, 11:14Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
-
13.05.2009, 17:15Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
Ein weiterer Artikel: Koblenz: Prozess um Sonderurlaub für Zeugen Jehovas - Nachrichten | SWR.de
-
14.05.2009, 13:54
AW: Feiertage nur für Christen?
Ich bin Agnostikerin.
Krieg ich jetzt gar nicht mehr frei?
Ich finde diese Diskussion absurd.
Die gesetzlichen Feiertage wurden vom Staat festgelegt.
Grundlage für diese Feiertage sind christliche Traditionen.
Traditionen! Nicht Glaube.Wir werden weitermachen!
-
14.05.2009, 23:05Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass der Staat zwar die kirchlichen Feiertage zu gesetzlichen Feiertagen gemacht hat, weil sonst die rechtliche Grundlage für Gläubige fehlt, ihre Religion auszuüben, diese Gesetzesgrundlage in der heutigen Form aber angesichts von nur noch 30% Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung dringend auf den Prüfstand gehört?Ich bin Agnostikerin.
Krieg ich jetzt gar nicht mehr frei?
Ich finde diese Diskussion absurd.
Die gesetzlichen Feiertage wurden vom Staat festgelegt.
Grundlage für diese Feiertage sind christliche Traditionen.
Traditionen! Nicht Glaube.
Da man freilich nicht jedermanns Gewissen prüfen kann, würde ich den Anspruch auf kirchlich begründete Feiertage ganz schlicht und ergreifend an der Zugehörigkeit zu einer eben jener Kirchengemeinden festmachen, die den Feiertag begründen.
Es ist doch nicht einzusehen, dass ich als Evangelischer an Mariä Himmelfahrt frei bekomme, nur weil ich in Bayern wohne und es dort "Tradition" ist. Ebenso ist nicht einzusehen, dass Moslems an christlichen Feiertagen frei haben dürfen und aus der Kirche ausgetretenen Atheisten an Weihnachten.
Der Feiertag ist ein vom AG bezahlter Tag und somit verursache ich einen vermeidbaren volkswirtschaftlichen Schaden, von moralischen Aspekten einmal ganz abgesehen.
Ich bekomme regelmäßig die Krätze, wenn ich im TV höre, dass 80% der Bevölkerung nicht mehr weiß, warum man z.B. Pfingstfeiertage genießen darf und die auch an sog. "stillen Feiertagen" nichts Besseres zu tun haben, als die Nachbarschaft mit HighLife zu beglücken.
-
14.05.2009, 23:41
AW: Feiertage nur für Christen?
Dolcinianer,
was ist denn so schwer daran zu verstehen, dass die gesetzlichen Feiertage sich zwar auf Religion BEGRÜNDEN, aber in erster Linie einfach nur arbeitsfreie Tage sind, die dem AN zur Erholung dienen.
Du willst also tatsächlich Feiertage nach Weltanschauung vergeben? Muss man dann beim Vorstellungsgespräch seine Konfession angeben und der AG ordnet einen dann ein und legt eine Liste vor, wann man frei machen darf?
Kriegt der Moslem dann den gesamten Ramadan frei (wäre ja ungerecht den Christen gegenüber) oder nur an
id al-fitr?
Und wann darf ich als Agnostikerin oder ein Atheist dann frei haben? Gar nicht, weil wir keiner Konfession angehören?
Was für ein Quatsch!
Lass doch die Feiertage wie sie sind. Wer dem christlichen Glauben angehört, kann ja dann gerne Jesu Auferstehung, Kreuzigung, Geburt und so weiter feiern. Alle anderen haben an diesen Tagen eben einfach frei. Punkt. So war es, und es spricht nichts dagegen, dass es so bleibt.Wir werden weitermachen!
-
15.05.2009, 10:21Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
So wird das heute leider gesehen. Und genau das wird mittlerweile von einigen Leuten zurecht hinterfragt (siehe WikipediaArtikel unter "Kritik").
Nein, nach Zugehörigkeit zu einer anerkannten Kirche.Du willst also tatsächlich Feiertage nach Weltanschauung vergeben?
Selbstverständlich!Kriegt der Moslem dann den gesamten Ramadan frei (wäre ja ungerecht den Christen gegenüber) oder nur an
id al-fitr?
Wer keiner Kirche angehört, muss sich mit seinem Urlaub und den Feiertagen begnügen, die sich durch Bund, Länder oder Kommunen begründen.Und wann darf ich als Agnostikerin oder ein Atheist dann frei haben? Gar nicht, weil wir keiner Konfession angehören?
Wer Jesus´ Existenz in Frage stellt, wird wohl kaum seine Geburt oder Auferstehung zu feiern haben.
Übrigens wäre es legitim, an gesetzl. Feiertagen zwar allen Leuten frei zu geben, aber man könnte die versäumte Arbeit nachholen müssen. Die Rechtsgrundlage dafür ist da.
Dann rechnen wir mal nach: 33% Berufstätige, die keiner Kirche angehören, sind vorsichtig geschätzt ca. 15 Millionen Menschen. Es gibt mindestens 12 kirchlich begründete Feiertage, für die Lohn bezahlt werden muss. Bei einem Durchschnitts-Tagesverdienst von ca. 100 Euro macht das die Kleinigkeit von fast 9 Milliarden Euro, die für Arbeitsplätze, gerechten Lohn und Investitionen fehlen!!Lass doch die Feiertage wie sie sind. Wer dem christlichen Glauben angehört, kann ja dann gerne Jesu Auferstehung, Kreuzigung, Geburt und so weiter feiern. Alle anderen haben an diesen Tagen eben einfach frei. Punkt. So war es, und es spricht nichts dagegen, dass es so bleibt.
Nicht eingerechnet sind dabei die Schäden, die durch die fehlende Kirchensteuer entstehen, wo man aber den kirchlichen Kindergarten, die Beratungsstelle o.ä. gerne auch als Agnostiker kostenlos nutzt.
-
15.05.2009, 10:55
AW: Feiertage nur für Christen?
@ Dolcinianer
ich widerspreche Dir, obwohl ich Mitglied einer verfassten Kirche bin und in deren Bereich jahrzehntelang gearbeitet habe.
Als Arbeitgeber musst Du schon in der Lage sein beim Lohn zu kalkulieren, dass Arbeitnehmer neben ihren tariflichen Urlaub auch Anspruch auf Feiertage haben. Und wenn - wie bei Deinem Kiosk - an Sonntagen und Feiertagen gearbeitet werden muss, die Lohnzuschläge für ungünstige Arbeitszeiten mit in Deine Kostenkalkulation einzubauen.
Gerade im Bereich der Diakonie und der Caritas arbeiten fast die meisten Mitarbeiter rund um die Uhr: z.B. Krankenpflege, Altenheime, Erziehungseinrichtungen. Schließlich kann man Pflegebedürftige weder beim Weihnachtsmann noch beim Osterhasen abgeben. Es ist für Leitungen ein ziemlicher Aufwand, die Dienstpläne sowohl den sachlichen Notwendigkeiten, wie den privaten Bedürfnissen anzupassen. Das heisst für die Mitarbeiter, akzeptieren zu lernen, dass sie jedes zweites Wochenende bei schmalster Besetzung arbeiten müssen und nur jeden zweiten Feiertag einmal frei haben, mit Sicherheit aber nicht die Privilegien wie andere auf Brückentage und Zwischen-den-Jahren-frei-haben genießen können. Ihre normale Arbeitswoche dauert 12 bis 13 Tage und dann haben sie Anspruch ein langes Wochende und zwischendurch mal ein Wochentag frei. Nicht besonders familienfreundlich, aber notwendig.
Ich halte es für einen Fortschritt, dass es gesetzliche Feiertage gibt und nicht wie in Asien die Menschen ohne Sonntag und Urlaub durcharbeiten müsen, bei kärglichem Lohn.
Und ich halte es für einen Fortschritt, dass Feiertage für alle Menschen gelten und nicht nur Priviligierte, die nachweisen müssen, dass sie Kirchensteuer zahlen und sonntags in die Kirche gehen.
Deine Argumentation ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die für ein generellen Aufheben des Sonntags- und Feiertagsarbeitsverbotes hinarbeiten - immer mit Blick auf die Globalisierung.
Etwa ein Viertel aller Arbeitnehmer müssen sowieso ohne Rücksicht auf Sonn- und Feiertage im Schichtdienst oder zu ungünstigen Zeiten arbeiten: Krankenpflege, Polizei, Versorgunsgunternehmen, Montanindustrie, Gaststätten, Vergnügungseinrichtungen und Kultureinrichtungen ( ich habe bestimmt etwas vergessen). Möchtest Du, dass alle Arbeitnehmer das in Zukunft müssen?
Dein Gedanke logisch zu Ende gebracht hieße in meinen Augen: alle Arbeitnehmer haben 365 Arbeitstage im Jahr und 144 Tage Urlaub (52 Wochendenden, 12 gesetzliche Feiertage und 28 Tage Urlaub addiert), die sie in Abstimmung mit der Firma im Jahr nehmen können, aber nie mehr als einmal drei Wochen und sonst nur einzelne Tage. Da würdest Du als Chefin noch etwas mehr an Abstimmungsbedarf haben und eine zusätzlich Fachkraft für Arbeitsplanung benötigen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
15.05.2009, 11:20Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
In einigen Firmen gibt es "individuelle Brauchtumstage", so dass sich jeder aussuchen kann, ob er zum Beispiel am Rosenmontag arbeitet oder nicht. Für manche Leute ist das ja der größte Feiertag

Eigentlich finde ich die Idee ganz gut. Es gibt ja auch zuweilen lokale Feiertage, an denen auch die Geschäfte zu sind.
Früher als ich noch katholisch war, musste ich an den christlichen Feiertagen tatsächlich immer in die Kirche. An Himmelfahrt war dann Kommunion, also irgendwie halt auch Stress. Weihnachten dito. Nun gehe ich keinen religiösen Ritualen mehr nach und habe einfach frei. So geht es ja vielen Leuten.
Klar gibt man nicht gerne freie Tage ab, und die Tradition bleibt ja bestehen, auch wenn der Glaube weg ist. Im Übrigen sind die christlichen Feste ja auch aus heidnischen Bräuchen hervorgegangen.
Aber man ist ganz schön stur, oder? Nur weil diese schönen freien Donnerstage im Mai schon immer da sind, müssen sie auch immer bleiben? Man könnte das ja auch anders regeln, mit mehr Urlaubstagen zum Beispiel. Dann würde sich auch die Stauproblematik rund um die Brückentage erledigen.
Mir sind die gesetzlichen Feiertage aber auch lieber - und ob da mal eine christliche Tradition dahinter war, ist doch grad egal. Und dass man nur frei kriegt, damit man in die Kirche kann - ansonsten soll man doch arbeiten - och nö.
Diese Missgunst, dass auch unchristliche Leute von Feiertagen profitieren und ihre Kinder sogar in kirchliche Einrichtungen schicken, lässt tief blicken. Wo bleibt denn da die selbstlose Nächstenliebe?
Und warum - das betrifft mich viel mehr - komme ich den Genuss der Kirchenglocken früh am Sonntag, wenn ich ausschlafen könnte? Dafür habe ich nicht bezahlt, und darüber hinaus empfinde ich das als grobe Belästigung.
-
15.05.2009, 11:35Inaktiver User
AW: Feiertage nur für Christen?
Das weiß ich doch!
Übrigens hatte ich mal einen Chef (ich war seine Sekretärin) der legte den Mitarbeitern im Lager vor Feiertagen immer ein Formular vor zjm Unterschrieben in dem stand, sie würden auf die Bezahlung dieses Tages verzichten.
Sie haben unterschrieben und diesen Tag nicht bezahlt bekommen....niemand hat sich gewehrt. Bei mir hat er das nicht versucht
Ich bin auch nicht in einer Kirche und freue mich über die Feiertage - wobei wir im Norden ja viel weniger haben als die Menschen im Süden - DAS finde ich auch ungerecht
-
15.05.2009, 11:51Inaktiver User



Zitieren
