Es ist mir wieder ganz deutlich geworden, dass man Gott nicht als Lückenbüsser unserer unvollkommenen Erkenntnis figurieren lassen darf; wenn nämlich dann - was sachlich zwangsläufig ist - sich die Grenzen der Erkenntnis immer weiter herausschieben, wird mit ihnen auch Gott immer weiter weggeschoben und befindet sich demgemäss auf einem fortgesetzten Rückzug. In dem, was wir erkennen, sollen wir Gott finden, nicht aber in dem, was wir nicht erkennen; nicht in den ungelösten, sondern in den gelösten Fragen will Gott von uns begriffen werden. Das gilt für das Verhältnis von Gott und wissenschaftlicher Erkenntnis. Aber es gilt auch für die allgemeinmenschlichen Fragen von Tod, Leiden und Schuld. Es ist heute so, dass es auch für diese Fragen menschliche Antworten gibt, die von Gott ganz absehen können. Menschen werden faktisch - und so war es zu allen Zeiten - auch ohne Gott mit diesen Fragen fertig, und es ist einfach nicht wahr, dass nur das Christentum eine Lösung für sie hätte. Was den Begriff "Lösung" angeht, so sind vielmehr die christlichen Antworten ebenso wenig - oder ebenso gut - zwingend wie andere mögliche Lösungen. Gott ist auch hier kein Lückenbüsser; nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten, sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden; im Leben und nicht erst im Sterben, in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden, im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. Dietrich Bonhoeffer, 29. Mai 1944
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Thema: Gott - unser Begleiter?
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26.04.2009, 22:33
AW: Gott - unser Begleiter?
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26.04.2009, 22:42
AW: Gott - unser Begleiter?
Ich denke, dass es viele gute Gründe gibt, anzunehmen, dass die wunderbare Welt, die Natur, die Menschen, das Leben auf der Basis mittlerweile wohlbekannter Prinzipien entstanden sind, die von der Biologie, der Chemie und der Physik beschrieben werden.
Der Glaube an einen Gott, der das alles erschaffen hat, gehört einer Frühgeschichte des menschlichen Denkens an.
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27.04.2009, 06:49
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27.04.2009, 07:16
AW: Gott - unser Begleiter?
Alle Menschen glauben an irgendwas. Der Mensch ist darauf angelegt zu glauben und so glauben manche Menschen, es gäbe keinen Gott. Manche glauben an die Wissenschaft, manche nur an das, was sie sehen und andere glauben wieder an was anderes.
Doch was ist das für ein sinnvolles Leben, zu glauben, man wird geboren, wächst auf, heiratet, bekommt wieder Kinder, wird alt, stirbt und dann ist Schluß.
Das kann doch einfach nicht sein. Ein solches Leben ist doch sinnlos und auch trostlos. Und was ist das für eine Aussicht, sich vorzuhalten, daß man doch in den Kindern weiterlebt? Was hat man denn davon?
Nein, ich glaube lieber an die Wahrheit der Bibel, die mir zusagt, das ich, wenn ich an den Herrn Jesus glaube, Vergebung meiner Sünden und das ewige Leben habe. Ewiges Leben bei Gott in seiner Herrlichkeit!
Gott hat alles geschaffen, die Erde, den Kosmos und das Leben. Es war alles sehr gut. Darum will er den Menschen auch bei sich haben und ihn nicht verloren gehen lassen, weil der Mensch ja seine Schöpfung ist. Ich finde das alles sehr plausibel.
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27.04.2009, 07:17Inaktiver User
AW: Gott - unser Begleiter?
das stimmt, letztendlich ist das Leben auch das, was wir in der Hand haben.
Ist ja sozusagen der Mittelpunkt und das Zentrum des "Da-Seins".
Die Liebe zu sich selbst und auch zu Gott hat absolut Vorrang.
Damit meine ich die Liebe zum Leben!
Das ist das Kostbarste was wir haben! Die Menschen, die uns auf diesem Weg begleiten, können wir als Geschenk betrachten. Doch das "ich" sollte das höchste Gut sein und gepflegt werden.
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27.04.2009, 07:56
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27.04.2009, 08:04
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27.04.2009, 08:48Inaktiver User
AW: Gott - unser Begleiter?
Wenn Gott vorhatte den Mesnchen "bei sich zu haben", dann hätte er diese wunderschöne Erde nicht erschaffen brauchen.
Dann hätte er die Menschen sofort für den Himmel erschaffen können, so wie er es auch mit den Engeln gemacht hat.
Denkst du, dass die Erde nur ein Sprungbrett ist?
Ein Mensch wird hier geboren um dann in den Himmel zu kommen?
Die Bibel lehrt klar, dass Gott die Erde für den Menschen erschaffen hat.
Und den Himmel für Geistpersonen wie u.a. die Engel.
Nur einige wenige Menschen erhalten dass Vorrecht als Geistpersonen in den Himmel zu kommen,
um mit Jesus Christus eine himmlische Regierung zu bilden.
Diese Königreichsregierung wird alle menschlichen Regierungen ablösen und dann für alle Ewigkeit über Menschen hier auf der Erde herrschen.
Du betest ja schon im "Vater unser" um das Kommen dieser Königreichsregierung.
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27.04.2009, 09:54
AW: Gott - unser Begleiter?
Du definierst Atheist also über die reine Wortbedeutung.
Wenn ich nun etwas präzisiere: Ein (in meiner Diktion) "echter" Atheist ist im eigentlichen Sinne ein Agnostiker - kannst du dann meine Behauptung nachvollziehen?
Anders gefragt: Kann mir jemand einen erleuchteten Agnostiker nennen?Was ich zu sagen hätte, lässt sich durch Schweigen viel besser ausdrücken!
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27.04.2009, 11:47
AW: Gott - unser Begleiter?
Nun, damit alle vom gleichen sprechen, ist es vielleicht angebracht auch eine allgemeine Definition zu akzeptieren:
Agnostzismus - Atheismus
Das ein Agnostiker im eigentlichen Sinne ein Atheist sein soll, mag für Gläubige akzeptabel sind, aber ich glaube nicht für Atheisten oder Agnostiker.
Ein erleuchteter Agnostiker ist ein Paradoxon: Entweder man weiß oder man weiß nicht.Anders gefragt: Kann mir jemand einen erleuchteten Agnostiker nennen?



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