So sehe ich das auch. Ich fand den Film sehr gut gemacht und er wollte mit Sicherheit nicht in erster Linie erheitern, sondern aufklären. Das hat er mit dem Stilmittel der Komödie gemacht, in dem er bewusst die Lächerlichkeit bestimmter Aspekte von Religion aufgezeigt hat, aber er hat vor allem gezeigt, wozu Religion führen kann - zur Verfolgung von Andersgläubigen.
Wenn es nur um schrullige Angewohnheiten ginge, meine Güte, das ist jedermanns Privatsache. Aber Religion ist in vielen Fällen eben keine Privatsache, sondern wird in die Öffentlichkeit getragen mit teilweise blutigen Folgen.
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Thema: Der Film "Religulous"
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17.04.2009, 13:03
AW: Der Film "Religulous"
Islabonita
Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin
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17.04.2009, 13:04
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17.04.2009, 15:57Inaktiver User
AW: Der Film "Religulous"
Religionsorganisationen kann man verbieten.
Oder auch die Ausübung von Zeremonien oder das Versammeln der Gläubigen.
Aber niemals kann man dem Menschen verbieten an Gott zu glauben.
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17.04.2009, 16:13
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17.04.2009, 16:25Inaktiver User
AW: Der Film "Religulous"
... Weihnachtsmann, Osterhase,
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18.04.2009, 11:44
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18.04.2009, 16:23
AW: Der Film "Religulous"
Ich fürchte, Religionen kann man nicht abschaffen.
Die Menschen hängen nun mal an ihren Aberglauben.
Was man aber abschaffen könnte (und sollte), ist die Unterstützung, Förderung und Finanzierung der Religionen durch den Staat. Theoretisch gibt es ja die Trennung von Kirche und Staat, praktisch sind wir weit entfernt davon.
Die Steuerzahler (auch ich, leider) bezahlen für Religionslehrer, theologische Universitäten und auch zu einem Großteil die caritativen Einrichtungen, mit denen sich die Kirche schmückt.
Wenn den Gläubigen das wichtig ist, sollen sie auch das Geld dafür aufbringen.
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19.04.2009, 07:54
AW: Der Film "Religulous"
3146
in unserem Land herrscht das Subsidiaritätsprinzip. Will sagen, wenn sich private oder kirchliche oder sonstige Träger finden, die eine Aufgabe übernehmen, die ansonsten die Allgemeinheit oder der Staat erledigen müsste, dann zahlt der Staat oder die Kommune Zuschüsse. So kommt die öffentliche Hand billiger weg als wenn sie alles selber machen müsste.
Wenn z.B. alle Kindergärten in staatlicher Trägerschaft wären, dann müssten sie auch vom Stat oder den Kommunen voll finanziert werden. Was du also an Kirchensteuer sparst zahlst du dann eben dem Staat.
Wenn du es besser findest, dass Bildung und Caritas ganz in staatlicher Hand sind und gesellschaftliche Gruppen, private Initiativen und Kirchen davon die Finger lassen sollten, dann hast du natürlich Recht. Es gibt aber immer noch genug Menschen in diesem Land, die nicht glauben, dass der Staat alles besser macht...
pepkuss
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19.04.2009, 17:26
AW: Der Film "Religulous"
Es ist einfach nicht wahr, daß der Staat wegen der Kirchensteuern netto Geld spart. Nicht mal 15% der Kirchensteuern werden für caritative Zwecke ausgegeben, was die Kirchen offiziell auch einräumen. Bei kirchlichen Kindergärten liegt der kirchliche Anteil im Schnitt bei ca. 10%, es gibt auch sogenannte kirchliche Kindergärten, die überhaupt keine Gelder aus Kirchensteuermitteln erhalten. Die Ausgaben des Steuerzahlers zugunsten der Kirchen, zusätzlich zur Kirchensteuer (Religionsunterricht, Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer, Seelsorge an öffentlichen Einrichtungen, Priesterausbildung, etc.), sind aber ähnlich hoch wie das Kirchensteueraufkommen, könnten also auch bei einem weit höheren Rückfluß an Kirchensteuern nicht ausgeglichen werden. Die Kirchen nutzen hier schlicht ihren noch vorhandenen Einfluß, um auch den Konfessionslosen Geld aus der Tasche zu ziehen. Solange das so bleibt, finde nicht nur ich den Mitgliederschwund der Kirchen erfreulich, denn der wird früher oder später für saubere Verhältnisse sorgen.
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19.04.2009, 17:53
AW: Der Film "Religulous"
Glaux,
Deine Rechnung stimmt nur halb, denn die hohen Zuwendungen erhalten auch nichtkonfessionelle Wohlfahrtsorganisationen: Lebenshilfe, Aktion Mensch, AWO, DRK, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband. Oder bist Du ernsthaft davon überzeugt, dass die durch Mitgliedsbeträge oder Lotterieverkauf erhebliche Summen aufbringen können?
Dennoch, und das ist im Sozialgesetzbuch verankert, gilt das Subsidiaritätsprinzip. Der Staat hat die Verpflichtung, Aufgaben an Fürsorge, Pflege und Förderung an selbständige Einheiten abzugeben und durch Zuschüsse zu finanzieren. Und die Behörden üben inzwischen recht rigoros ihr Kontrollrecht aus. Nur wenn sich kein Träger findet, müssen die Kommunen diese Aufgaben selber machen.
Alle Wohlfahrtsorganisationen stehen seit Jahren im erbitterten Wettstreit, um den Zuschlag für neue und alte Aufgaben der Wohlfahrtspflege zu erhalten. Konkurrenz belebt das Geschäft und drückt die Preise, davon haben wir alle was.Geändert von Opelius (19.04.2009 um 17:56 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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