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    AW: Christliche Fundamentalisten

    @ 3146
    Hier wurden nicht pauschal Juden und Heiden verdammt, sondern nur diejenigen, die nicht bereit waren, die göttlichen Prinzipien anzuerkennen und die Lehre Jesu anzunehmen. Hier wurde ihnen allerdings keinesfalls mit ewiger Qual gedroht, sondern mit endgültiger Vernichtung. Das klingt für dich sicher auch nicht nett, ist aber ein enormer Unterschied.

  2. gesperrt

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen
    Hab ich nicht gesagt.

    Ich schrieb folgendes:


    Darf ich dir Paulus zitieren?

    "Lebt nicht mehr wie die Heiden (....) Haltlos, wie sie sind, geben sie sich der Ausschweifung hin, voll Gier, jede Art von Gemeinheit zu begehen."

    "Dann übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Jesu nicht gehorchen (...) mit ewigem Verderben werden sie gestraft."

    Wer sind "die" wohl?
    Wenn das nicht diffamieren und Hölle androhen ist, was dann?

    Aber sicher ist das nicht so gesagt/nicht so gemeint/von bösen Menschen im Nachhinein dazugeschrieben worden....
    Du zitierst zwei Stellen, die ohne Frage kritikwürdig sind.
    Dazu folgende Anmerkung. Diese beiden Stellen sind aus der Perspektive verfolgter Christen geschrieben. Sie waren im römischen Reich rechtlos und vogelfrei. So erkläre ich mir diese Sätze des Paulus bzw. seiner Anhänger als menschliche Reaktion auf die aktuelle Bedrohung (das wird deutlich, wenn du den Kontext dieser Stellen mitliest und nicht nur einzelne Sätze aus dem Zusammenhang reißt).

    Du hältst dich an die Stellen, die zu Recht kritikwürdig sind. Alle anderen übergehst du.

    Und noch etwas: ob der Epheserbrief und der 2. Brief an die Thessalonicher aus der Feder des Paulus stammt, ist umstritten. Es gibt in der Bibel das antike Phänomen der Pseudepigrafie, d.h. man schrieb unter dem Pseudonym eines bekannten Autors und dachte, man schreibe in seinem Sinne weiter, in Wirklichkeit waren es aber andere Verfasser. Das moderne Verständnis einer Autorenschaft mit einem namentlich bekannten Verfasser gilt in der Antike und in der Bibel nicht. Auch das einer Erkenntnis der historischen Bibelforschung, die du übergehst.

    pepkuss

  3. gesperrt

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo pepkuss,
    Mal blöd gefragt: Wenn tatsächlich eine leibliche Auferstehung, also etwas Übernatürliches, stattgefunden hätte - wie sollte das denn historisch überhaupt zu klären sein? Wird der Glauben da nicht wieder nur auf das wissenschaftlich Beweisbare reduziert?

    Und was macht einen Menschen, beziehungsweise dich, dann eigentlich zu einem Christen?

    An Jesus als Menschen zu glauben, habe ich ja kein Problem. Mit einer geistigen oder symbolischen Auferstehung und vielen Grundaussagen des (liberalen) Christentums auch nicht. Ich weiß zwar nicht, ob es einen Gott gibt, aber wenn Gott einfach nur eine Art universelle Lebenskraft oder sowas wie gefühlte Liebe ist, kann ich diesen Glauben vielleicht sogar teilen.
    Aber ich könnte das Glaubensbekenntnis trotzdem nicht guten Gewissens mitsprechen. Eine Zeit lang habe ich es getan, aber irgendwann kam das schlechte Gewissen hoch, dass ich - falls es wirklich den christlichen Gott gibt - dann ja als Heuchlerin in Ungnade falle (jaja, ist ein bisschen bescheuert, aber man ist ja christlich sozialisiert worden ).

    Man könnte im Grunde sagen, dass ich heute vielleicht (mit dickem Fragezeichen) Christ wäre, wenn ich nie irgendwas Fundamentalistisches gehört hätte und vielleicht auch nicht das ein oder andere in der Bibel gelesen hätte. Aber wäre ich dann wirklich Christ oder würde mir nicht doch nur in die Tasche lügen und mir alles zurechtbiegen (bzw -projizieren)?
    Im Grunde kann ich mich mit denselben Inhalten und Werten ja auch auf rein philosophischer oder psychologischer Basis beschäftigen und sie da durchaus bejahen, ohne mich als religiös zu bezeichnen.

    Gruß,
    cornflake

    Ja, das kannst du. Das Mitsprechenkönnen des apostolischen Glaubensbekenntnisses macht niemand zum Christen. Ich spreche es auch nicht mehr mit. Es ist ein alter theologischer Text, der heute nur noch mit entsprechenden Kenntnissen und Erklärungen genießbar ist, aber sich zum Ausruck des Glaubens heutiger Menschen nicht mehr eignet. Ich verstehe nicht, warum die Kirchen diesen Text immer noch zum liturgischen Gebrauch empfehlen, statt ihn ins Archiv zu verbannen.

    Was mich zum Christen macht? Hm, ich weiß es nicht, ich beurteile mich diesbezüglich nicht selbst. Bin ich Christ, bin ich es nicht? Keine Ahnung.

    Andersrum gesagt: wenn sich Geschichten der Bibel und auch aus anderen Quellen als bedeutsam und erhellend und hilfreich erweisen, dann übernehme ich das, was ich verstanden habe.

    Und wenn ich etwas als kritikwürdig empfinde, dann erlaube ich mir, auch heilige Texte wie die Bibel zu kritisieren.

    Was ich nicht verstehe oder merkwürdig finde, lasse ich ruhen, bis ich es besser verstehe oder auch nicht.

    Auf diese Weise lebe ich als "selektiver" Christ, könnte ich sagen, ich suche aus, ich bin "Häretiker" - aber das sind wir alle. Wir müssen wählen (das bedeutet hairesis = wählen) und ich kenne keinen Christen, der die ganze Bibel glaubt oder so glaubt, wie es die Kirche lehrt und sagt. Leider gibt es zuviele Christen, die ihre selektive Art zu glauben für die ganze Wahrheit halten. Das sind Leute mit beschränktem Horizont.

    pepkuss

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    [QUOTEpepkuss]Auf diese Weise lebe ich als "selektiver" Christ[/QUOTE]
    Leider gibt es zuviele Christen, die ihre selektive Art zu glauben für die ganze Wahrheit halten. Das sind Leute mit beschränktem Horizont.
    Wie Recht du hast, pfefferküsschen.

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    [QUOTEblaustrumpf]Das klingt für dich sicher auch nicht nett, ist aber ein enormer Unterschied.[/QUOTE]

    Da kann man streiten, ob "ewiges Verderben" nun ewige Qual oder endgültige Vernichtung ist.

    Was Nettes ist beides nicht, und man sollte seinem lieben Nächsten nicht sowas Böses androhen.

    @ pepkuss
    Ob Paulus selbst oder einer seiner Schüler "seine" Briefe geschrieben hat, halte ich für irrelevant.
    Es war mir durchaus bekannt, dass die Autorenschaft umstritten ist.
    Es ist ja Gottes Wort,oder? So oder so.
    Oder doch nicht?
    Geändert von 3146 (12.04.2009 um 10:28 Uhr)

  6. gesperrt

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen
    [QUOTEpepkuss]Auf diese Weise lebe ich als "selektiver" Christ

    Wie Recht du hast, pfefferküsschen. [/QUOTE]


    Oh danke, dass ich das noch erleben darf, ein pfefferküsschen einer Atheistin...

    pepkuss

  7. gesperrt

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    Zitat Zitat von 3146 Beitrag anzeigen
    @ pepkuss
    Ob Paulus selbst oder einer seiner Schüler "seine" Briefe geschrieben hat, halte ich für irrelevant.
    Es war mir durchaus bekannt, dass die Autorenschaft umstritten ist.
    Es ist ja Gottes Wort,oder? So oder so.
    Oder doch nicht?
    Nein, so oder so ist nichts das Wort Gottes. Du darfst schon aussuchen, was zu dir passt, du musst nichts nehmen, bloß weil es dasteht.
    Und wenn gar nichts passt: dann bleib Heidin, aber in der Hölle möchte ich dich nicht schmoren sehen...

    pepkuss

    PS: heute ist Ostern, da macht die Hölle Pause...

  8. Inaktiver User

    AW: Christliche Fundamentalisten

    guten morgne

    der herr ist auferstanden!

    ha, wie dieser ostergruß in diesem fred klingt - irgendwie befreiend, denn irgendwie ist mir heute die frage nach der leiblichen auferstehung oder nicht egal.
    pepkuss, ich würde dir nie den glauben absprechen, nur weil du nicht an die leibliche auferstehung glaubst! ich bin doch nicht gott!

    ich habe ehrlich gesagt auch große probleme mit vielem was paulus schreibt, tröste mich bisher aber fundimäßig immer damit, dass ich es wohl nur falsch verstehe

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    AW: Christliche Fundamentalisten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    guten morgne

    der herr ist auferstanden!

    ha, wie dieser ostergruß in diesem fred klingt - irgendwie befreiend, denn irgendwie ist mir heute die frage nach der leiblichen auferstehung oder nicht egal.
    pepkuss, ich würde dir nie den glauben absprechen, nur weil du nicht an die leibliche auferstehung glaubst! ich bin doch nicht gott!

    ich habe ehrlich gesagt auch große probleme mit vielem was paulus schreibt, tröste mich bisher aber fundimäßig immer damit, dass ich es wohl nur falsch verstehe
    Nicht nur zwischen den Zeilen wird deutlich, dass Paulus "ein wenig" frauenfeindlich war. Das kann man kaum falsch verstehen.

  10. Inaktiver User

    AW: Christliche Fundamentalisten

    Wenn Paulus "ein wenig" Frauenfeindlich war, ist es auch Gott.
    Denn Paulus hatte den Heiligen Geist.
    Seine Schriften gehören zu den von Gott inspirierten Schriften.

    Welcher Text insbesondere gilt denn als "ein wenig" Frauenfeindlich?
    Geändert von Inaktiver User (12.04.2009 um 15:59 Uhr)

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